Archive for März, 2006

Neue Qualiäten am 15.03. entdeckt

Dienstag, März 21st, 2006

Bei der morgendlichen Visite wird der Wehenhemmer auf 10 runtergedrosselt.
Der Tag beginnt gut, denk ich mir. Beinahe, denn es wird nun schon der zweite
Venenzugang gelegt, der erste will nicht mehr. Wehen werden stärker, also macht
eine Assistensärtzin gegen mittag eine Ultraschalluntersuchung, diagnostiziert
viel Fruchtwasser. Wehenhemmer werden wieder hochgeschraubt auf 12ml/h. Ich
schaue viel fern, anders erträgt man das ja eh nicht. Kenne meinen Infusomaten
mittlerweile besser als die Schwestern, bediene das Ding blind, es ist alt und spinnt
viel, Fehlalarm etc. Beunruhigender Weise, kann ich meinen Drei-Wege-Hahn an
der Vene auch viel besser bedienen als die Schwestern, das CTG bedien ich auch
schon allein. Wozu zahl ich eigentlich 10 Euro am Tag?! Nachts werden die Wehen
schlimmer und schwupps sind wir wieder bei 14 ml/h. Na toll, was soll das bloß werden.

Krankenhaus-Kollaps vom 14.03.

Montag, März 20th, 2006

Am nächsten Tag wurde die Tokolyse nicht runtergedreht, weil das CTG noch
immer Wehen schrieb. Mir ist langweilig und die Ungewissheit frisst mich beinahe
auf. Man schreibt wegen dem Herzrasen vorsichtshalber ein EKG, nur gut das der
Akku vom Infusomaten so nervig piept, dass ich unten angekommen gleich vor
den ganzen alten Leuten rankomme. Man redet auf mich ein, ich solle an das Kind
im Bauch denken, aber ich spüre das etwas nicht stimmt. Irgendwas läuft hier
schief. Und das Herzrasen, von Ärzten gern innere Unruhe genannt, macht mich fast
verrückt. Ich hab Schuldgefühle Zoe gegenüber und ich mag nach Hause.

Grusel vom 13.03.

Montag, März 20th, 2006

Es muss so 17:20 Uhr gewesen sein, als ich schüchtern ins Arztzimmer lugte,
schließlich war ich mir beim Zimmer nicht ganz ischer. Beim Gehen, denke ich
noch “Schade, wieder kein 3D”, da höre ich nur diese eine ernste Frage vom Arzt:
“Haben Sie Schmerzen?!” -Von da ist alles wie von Watte umhüllt. “Sie haben Wehen.
Das ist zu früh. Sie müssen ins Krankenhaus. Ein paar Tage.” -Ich heule. Gehe heim.
Zu hause laufe ich teilweise sinnlos hin und her um zu packen. Frage mich, ob mit
Noah alles okay ist. Mehr Panik. Nils erklärt Zoe, dass die Mama weg muss für
ein paar Tage- ich heule. Schwiegermutter rauscht an, fährt uns ins Krankenhaus
und danach mit Zoe heim zum Abendessen. Im Kreissaal gibt es einen Ultraschall,
CTG und einen Venenzugang plus Tokolyse. Wehen werden nicht deutlich weniger.
Dosis wird noch erhöht von 12 auf 16, dann geht Nils heim. Um 23.30 Uhr werde ich
auf Station gefahren. Dort gibts Strümpfe, Spritze, Penicillin, Blutdruckmessen, Tablette
gegen das durch die Tokolyse verursachte Herzrasen. Dann lieg ich da bis ich merke
mein Zugang leckt. Es gibt einen Verband. Während nun alle 2 Stunden jemand kommt,
Tropf hier, Blutdruck da, denke ich nach. Man hat mir die Frage gestellt: “Seit wann?”
Schon lange, fällt mir langsam ein. Konnte ich doch schon am Wochenende nicht schlafen,
wegen den Schmerzen. Ich hab nichts gemerkt, nicht so wie ich anscheinend sollte.
Selbst beim CTG schreiben, als ich pustete und beatmete, fiel mir nichts auf. Ich sehe
noch vor mir wie der Arzt das CTG waagerecht hält, jetzt konnte ich es auch sehen. Was
wird nun, denke ich mir?! Wie lange muss ich hier bleiben? 16, steht auf dem Ding, das
sich Infusomat nennt. 4ml könne man runtergehen pro Tag, sagte man mir. Das heißt
Dienstag 12, Mittwoch 8, Donnerstag 4, Freitag 0- Freitag heim? Was wenn nicht, wenn
das nicht runtergesetzt werden kann- 6 Wochen hier?! Hatte die Hebamme beim
Vorbereitsungskurs nicht gesagt, ab der 34. Woche würde man nichts mehr unternehmen,
um die Geburt aufzuhalten? Bin ich dann Sonntag schon wieder Mama- so schnell?!
Wird es eine Sectio? Braucht er dann noch etwas? Fehlt ihm was? Mir wird schlecht, mein
Herz rast durch die Tokolyse, hört bald auf sagt man, so wie das Kopfweh, spätestens
morgen wenn erstmalig runtergedreht wird. Morgen? Die Zeit zieht sich wie Kaugummi.
Ich bin einsam, mir fehlt Zoe und ich vermisse Nils. Nach ein paar Stunden wird es hell,
um 6Uhr steh ich auf.

Wieder krank

Montag, März 13th, 2006

Schon wieder. Ich mag nicht mehr. Ich fühl mich platt und matt. Den Tag
zu überstehen ist zur Lebensaufgabe geworden. Das einzig Gute ist, dass
ich kein Fieber habe und Zoe noch nicht angesteckt habe und ich hoffe so
sehr für die Maus, dass das so bleibt. Wie konnte das passieren?! Ich ess
allein jeden Abend mehr als 4 Orangen, mein Körper ist sozusagen überflutet
mit Vitaminen. Ist das denn zuviel? Sieht mein Körper denn die Angreifer
vor lauter Vitaminen nicht mehr?! Das schlimmste ist, ich kann mich nicht
mal jammernd ins Bett legen, denn da ist niemand der sich rührend um mich
kümmert, sondern eher ein kleiner Jemand, der umsorgt werden möchte.
Aber sie ist sehr verständnisvoll ;) Und wir brauchen jeden Euro…

Winterwonderland

Sonntag, März 12th, 2006

Nur das eigentlich schon Frühling sein sollte. Die einen sind begeistert,
mir ist einfach nur noch kalt. Arschkalt, im wahrsten Sinne des Wortes.
Irgendwie will kein Glücksgefühl in mir hochkommen, wenn mir feinster
Schnee direkt ins Gesicht weht, dazu der kalte Wind, erfrierende Ohren,
nein da fehlt bei mir so die Romantik dafür. Ich hätte gern mehr Sonne,
die mich wärmt, aber bitteschön auch nicht zuviel, denn dafür schlepp ich
zuviel mit mir rum. Große Temperaturumbrüche von jetzt 0°C zu meist
im Mai 28°C sind dann einfach nicht witzig.

Nur noch 50 Tage

Samstag, März 11th, 2006

Langsam wirds spannend und damit meine ich nicht meine gigantischen
Ausmaße, sondern dass wir auf Noah schon 14 Tage vorher perfekt
vorbereitet sein müssen, d.h. nur noch 36 Tage, d.h. wiederum pure Panik!
Montag muss ich zum Arzt und ich glaube, dass der junge Mann noch
immer gemütlich falsch sitzt. Das wiederum bedeutet, Hintern schön hoch!

Hintern in die Höh`…

Freitag, März 10th, 2006

Es muss wirklich zu witzig aussehen, wenn ich in meiner Verzweiflung abends
im Vierfüßlerstand, meinen Kopf schnaufend in der Couch vergrabe und den
Hintern dabei herausstrecke, in der nicht endenden Hoffnung das sich unser
geliebter Zwerg eine Etage tiefer bewegt und dort seinen Purzelbaum vollführt.

Hände hoch…

Donnerstag, März 9th, 2006

denn du hast eine Meinung hieß es heute, damit ich mich als alter Ossi gleich
wieder heimisch fühlen kann. Mein fataler Fehler war es über den Konflikt den
mein Liebster mit seinen Eltern bzw. Mutter hat zu schreiben und meine
Meinung dazu zu äußern. Hinterrücks überfallen wurde ich vorhin von einer
Löwin als mein Mann das Zimmer verließ. Nach dem Motto: Nimms leicht, denn
das belastet nicht, scheint es das Einfachste für eine Mutter zu sein der Schwieger-
tochter die Schuld zu geben. Alles andere würde ja ein Abstreifen alter lieb-
gewonnener Gewohnheiten bedeuten. Anstatt einfach zu genießen die Lütte zu
sehen, scheint es nun nur wichtig gewesen sein, auf Den passenden Augenblick
zu warten, also willkommen im Tierreich! Das kann ja heiter werden…

Mördergrube

Donnerstag, März 9th, 2006

Aus dem Herzen muss man sich sicherlich keine mehr davon machen, wenn
man eh mit beiden Beinen schon mitten in einer steht- unüberwindbar wie
ein dicker Eisbrocken, alles abschmettert was da an Kritik irgendeine Regung
im Herzen hervorrufen könnte. Man kann nämlich nicht alles nur richtig
machen, schön wärs. Wie kann es aber passieren, dass eine 51 Jährige sich
plötzlich verhält wie eine 15 Jährige und bockt? Bestimmen möchte, wer jetzt
wann mit wem redet. Reden ist nicht immer gut, seltsamerweise, sagen das
Psychotherapeuten, die haben das gelernt! Es ist schon logischer Weise einfach
keine gute Idee sich hinzusetzen und sich mit uralter Vorwürfen zu beschmeißen-
wohin soll das führen?! Oder bedeutet Reden hier nicht eher, sagen das alles
gut ist und die Kinderchen sollen doch mal einsehen, dass sie im unrecht sind?
Und als Sahnehäupchen die (Enkel-)Kinder darunter leiden lassen- in verschiedenen
Variationen- prima, eine echte Glanzleistung!

Drachen

Mittwoch, März 8th, 2006

Das war das Wort, das mein Mann gestern abend gebrauchte. Genau
genommen sagte er: “Na, manchmal bist du ja schon einer!”. Stellen Sie
sich das mal vor! Pure Panik stieg in mir hoch, sausten doch Milliarden
furchtbarer Bilder von mütterlichen, gefühlskalten Hausdrachen durch
den Kopf. Beleidigt war ich noch mehr, als er meinte ich könne ma mehr
wie Jule sein, niedlich. Gekränkt war ich, stellte er doch mich als Person
in Frage und attackierte nicht irgendein blödes Fehlverhalten.
Irritiert bin ich, weil mein “Jule-sein” doch genau proportional zu seinem,
nennen wir es “Paul-sein” abstarb. Männer! Ihr wisst ja nie was ihr wollt.