Archive for Juli, 2006

Meine Tochter

Montag, Juli 10th, 2006

Immer mehr komme ich in den Genuss ein Mädchen an meiner Seite zu
haben. Sie ist meine Kleine, nicht nur, weil sie auf der Spielecke sitzend mit
den Fersen laut auf den Boden stampft und damit die Nachbarn ordentlich
zurück nervt, sondern weil wir zusammen auf dem Sofa sitzen und “Emma”
anschaun, während Papa um die Ecke linst und kurz reinschaut um sofort
gelangweilt mit den Augen zu rollen. Weil sie stundenlang völlig versunken
an ihrem kleinen Tisch vor meiner Schmunkschattulle sitzen kann um sich
meine Ketten umzuhängen, weil sie stundenlang völlig versunken vor ihrem
Kästchen sitzt und die Haargummis und Spangen sortiert, weil sie angelaufen
kommt, damit ich ihr eine Spange ins Haar mache, weil sie sich neben mich
setzt, wenn ich Noah füttere um ihrer Puppe gleichzeitig die Flasche zu geben,
weil sie gern an ihre Schublade geht und Tücher, Schals und Mützen herauskramt,
um sie sich umzuhängen, weil sie Schoki über alles liebt und ganz viele andere
sooo süßer Mädchensachen ;)
Darüber muss ich mich auch einfach freuen, gerade weil ich sooft einfach nur
abgemeldet bin, zum Beispiel weil Papa wie jeden Abend mit ihr herumtobt,
sie in die Luft wirft, ihr die Beine wegzieht, damit sie aufs Bett fällt, sie mit Kissen
bewirft usw… Da bin ich dann völlig uninteressant und Papa einfach viel toller!!!
(Weil Papa typische Papa-Sachen macht und Mama eben Mama-Sachen.)

Mutprobe

Samstag, Juli 8th, 2006

Ein wenig hatte ich ja Sorge, wie es wohl sein würde, mit beiden Kindern in
einem Cafe. Aber ich dachte, na wenn schon, was könnte wirklich schlimmes
passieren?! Und es passierte gar nichts Schlimmes! Es ist zugegebener Maßen
ganz schön schwierig auf eine 20 Monate alte Dame und ein kleines (großes,
vorallem schweres) Baby aufzupassen, aber wir habens geschafft. Hilfe konnte
ich kaum erwarten, hatte mein Gegenüber doch ein ebenso entzückendes
Bündel auf dem Arm. Zudem war ich mit ihr an meiner Seite ganz schön nervös,
sie beruflich Kennerin inkompetenter Eltern, besorgt um die Kinder unserer Zeit
gestraft mit inkonsequenten Erzeugern, wollte ich ihr die Sorge um meine Kinder
nehmen. Dank meiner liebsten Zoe gelang das vielleicht, saß sie doch die erste
halbe Stunde friedlich neben mir und zupfte von ihrer Brezel die Kürbiskerne ab
(Mama beschloss fortan nur noch Kerne zu reichen). Danach folgte der Kampf
um Mama’s frischgepressten Orangensaft. Als ihr zunehmend öde wurde, trug
ich sie in die Spielecke, dort eigens für die kleinen Gäste eingebaut, aber da wollte
sie nun gar nicht allein spielen. Weil Zoe lästig schrie und herzergreifend weinte,
kam ihr helfend eine Kellnerin entgegen und zeigte ihr alles Spielzeug, als auch
das nichts half und Mama nur immernoch doof lächelte und winkte, kam dieselbe
Dame mit einem Lolli zurück. Ob ich wohl bei heftigem Schreien und Weinen auch
einen Kaffee umsonst bekommen hätte?

Gebt mir Tipps!

Freitag, Juli 7th, 2006

Wie schlafen Zoe und Noah gleichzeitig in einem Zimmer ein?! Ohne das sie
einander ständig aufwecken? Sie wechseln sich gegenseitig mit Weinen ab!
Immer wenn einer am Entschlummern ist, weckt der andere ihn wieder auf,
aber wenn ich Noah ins Arbeitszimmer rübertrage dauert es seltsamer Weise
nicht lange und dann träumt er schon. Komisch oder?! Wie klappt das nun?
Oder ist das einfach unmöglich zu schaffen- beide in einem Zimmer? Soll ichs
Bett hier aufbauen?

Welch Entspannung

Freitag, Juli 7th, 2006

Nach gestriger Rückbildung war ich mit Noah über eine Stunde allein.
Was für ein tolles Gefühl, sich nur um einen Zwerg zu kümmern. Fast
hätte ich mich gelangweilt. Nein, aber auf jeden Fall war es schön, meine
Aufmerksamkeit nur auf ihn richten zu können. Naja, auf Noah und den
Fernseher. Ungehindert und ohne Hemmungen starrte ich in die Röhre.
Und ließ den Abwasch einach mal Abwasch sein. Leider gings dann schon
wieder los ins Freibad, zu Papa und Zoe Abendessen vorbeibringen und
abholen. Aber danke, es war schön.

Rückbildung die Zweite, Part II

Donnerstag, Juli 6th, 2006

Gestern präsentierte ich der kommunikationsbehinderten Truppe unseren
kleinen Riesen. Schon vorm Gehüpfe völlig fertig, schlug ich mein Lager auf,
sprich meine Handtücher, mein Wasser, Noahs Decke, Schnuller, drapierte
Noah auf besagte Decke usw. Leider gab es kein Beckenbodentrainung dafür
viel viel Aerobic und ganz viel Oberschenkel- Po-Trainung. Was die meisten
von uns ganz nötig haben. Während ich das eine oder andere Mal meine
Wasserflasche maltretierte (als einzige), nutzte ich diese Augenblicke um uns
alle mal genauer anzuschauen. Und bermerkte dabei: Es ist verdammt schwierig
gelangweilt zu gucken, während einem die Schweißperlen runterrennen und
man eigentlich nur mit der Frage beschäftigt ist, wielange der Muskelkater
wohl diesmal an diesen Tag erinnern wird.

Ein drittes Kind?!

Donnerstag, Juli 6th, 2006

Hab ich schon! Seit Nils zu Hause ist, habe ich so eine Ahnung davon. Nicht,
dass er nicht mithilft. Ich hab nur das Gefühl er hält den Betrieb auf! Liebe
Damen stellt euch vor der Mann ist täglich da, und zwar den ganzen Tag. Sicher
ist es ganz nett mal zu sagen “Nimm das!”, aber eigentlich flutscht es hier mehr,
wenn Papa seiner Arbeit nachgeht. An alle Männer hier der Vergleich: Wie wärs
wenn eure Frauen während eurer Arbeit den ganzen Tag neben euch stehen?
Ich hoffe Nils hat bald eine neue Stelle, sonst dreh ich noch durch. Bis dahin finde
ich den großen Spielkameraden für Zoe sehr praktisch und so schicke ich das eine
oder andere Mal die beiden Großen allein auf den Spielplatz. (Nimms mir nicht
übel Schatz, ich hab schließlich auch keine Ahnung von der Programmierung.)

Wer Penis sagt, muss auch Vagina sagen

Dienstag, Juli 4th, 2006

Wie kommt es nur, dass aus gestandenen Erwachsenen, so leise, schüchterne,
nuschelde, peinlich berührte Menschen werden. Neulich in der Spielgruppe
huschte ein Kind vergnügt unten ohne durch die Gegend. Ich persönlich bin
jetzt nicht so ein Fan davon, mal ganz davon abgesehen, dass der Raum mitten
in der Altstadt liegt mit kompletter verglaster Front, an der täglich viele Leute
vorbeigehen. Man kommt sich ja so schon genug vor wie im Zoo, wenn alte Omis
an der Scheibe stehen und mit dem Finger “auf die niedlichen kleinen Kinderlein”
zeigen, nur sagte diesmal eine Mama etwas seltsames: “Ja Schatzi, guck der P.
hat einen Pipi und die Zoe hat eine Momo!” Eine was bitte?! Sie sagt das so und
findet das gut, na ich möchte mal das Gesicht von der Deutschlehrerin sehen,
wenn sie Michael Ende lesen möchte. Ich wurde nachdenklich und fragte mich
ob mein “Mumu” und “Schnippi” nun soviel besser seien. Nein, dachte ich, aber
was sonst. “Penis” klingt in Ordnung, aber was dazu? “Scheide” stimmt ja nicht
ganz. “Vulva” empfiehlt ein Buch, aber das klingt doch nun wirklich seltsam, zudem
sagt das kaum ein Erwachsener, also kamen wir zu Vagina. Penis und Vagina das
klingt doch nett. Bald folgen Gespräche über schöne Gefühle, wenn man sich “da
unten” berührt. Halten Sie mich fest!

Erwischt!

Dienstag, Juli 4th, 2006

Heute wurde ich eiskalt erwischt. Ich griff beherzt in den Kühlschrank, denn
dort leben unsere Lachgummis bei dem heißen Wetter. Genüßlich mampfte
ich die Beute, da kam Zoe in die Küche. Wir spielten und lachten und da passierte
es auch. Sie roch die Lachgummis. Erwischt! Auweia Mama, so kurz vorm
Abendessen. Leider fehlten mir in den Moment die Argumente ihrem Wunsch
nach Fruchtgummis nicht nachzugeben, die waren alle zu ihr gemeutert.

Danke Frau Schneider!

Montag, Juli 3rd, 2006

Frau Schneider hat ein tolles Buch geschrieben. In einem ihrer für Mütter gut
lesbaren 5-Minuten Kapiteln, heißt es “Überschreiten Sie Ihre Mutgrenze”!
Jederman glaube ja in Familien ginge es geordnet zu, man unterstellt uns immer
wieder total langweilig zu sein, aber weit gefehlt, wir sind (wage-)mutig:

“Als Börsenspekulantin halten Sie weder Altersarmut noch der Preis für das
Hochbett davon ab, ein drittes Kind zu bekommen.”

Das und mehr zu lesen in Stephanie Schneider’s “Warum Mama eine rosa Hand-
tasche braucht-und andere Geheimnisse glücklicher Mütter”

Urlaubsreif

Montag, Juli 3rd, 2006

Mein Tag begann harmlos. Gegen 7Uhr morgens schrie Noah aus Leibeskräften,
nachdem Nils schon um 5.30Uhr mit ihm aufgestanden war. Also schmuste ich
den Kleinen erstmal in den Schlaf. Danach schlürfte ich ins Bett und machte mich
zurecht, ahnte ich schon, was mich noch erwartete. Danach nahm ich Wäsche ab,
hing die restliche nochmals ordentlich auf, ging die Betten machen und versuchte
überhaupt die Wohnung wohnlich werden zu lassen. Nach dem Frühstück um acht,
dem ersten großen Wutanfall von Zoe, schickte ich Papa und Tochter auf den
Spielplatz. In dieser Zeit, machte ich mein Work-Out und duschte. Als Noah dann
unruhig wurde, waren beide wieder da und so sah ich mit beidem Kindern fern, wie
jeden Morgen. Papa nutzte währenddessen die Zeit zum Telefonieren und Arbeit
suchen, aktualisierte seine Daten etcpp. Damit Papa Zeit hat sich zu bewerben,
stapfte ich um 10Uhr mit Zoe los zum Einkaufen. Ich kam ein paar Meter, da
wollte die Maus auf den Arm. Da ich den Buggy dabei hatte wurde sie zwangsweise
reingesetzt- zweiter Wutanfall. (Wahnsinn, wie schnell die Selbstsicherheit verfliegt,
wenn einen alle ansehen.) Bei Müller gestrocknete Früchte für die Lütte gekauft,
sowie einen Teller, ansonsten erfolglos. Beim DM, den Rest Zeugs gekauft und vorher
kurz ein Schwätzchen mit einer Spielgruppen-Mutter gehalten. Zoe wird unruhig als
wir zum Tschibo reingehen, beim rausgehen wirds auch nicht besser. Mama verwirft
schnell den Gedanken in den Spielzeugladen zu gehen, um eine Kleinigkeit für die
Maus zu holen, damit sie auch etwas an Noahs Taufe bekommt. Weiter zum Tengel-
mann, Essen einkaufen. Süßwarenabteilung- dritter Wutanfall. (Früher wär ich gern
einmal der Blickfang gewesen, heute bin ichs ständig. -”Das arme Kind”) Treffe auf
dieselbe Mutter, sie auch schon leicht gestresster. Auf dem Weg nach Hause, lasse
ich Zoe vorlaufen, hat schließlich toll gesessen und alles über sich ergehen lassen.
Bis sie in den Bäcker reinläuft- fünfter Wutanfall weil es nichts gibt. Nach ein paar
Metern wirds ihr zuviel, ich nehme sie Huckepack, kurze Zeit darauf weint sie, will
auf den Arm- sechster Wutanfall als ich sie erneut in den Buggy setze. Hiefe alle und
alles den Berg hoch in die Altstadt während Zoe das ganze mit Gejammer musikalisch
untermalt. Angekommen mache ich Pancakes zum Essen und alle hauen ordentlich
rein. Zoes Hände waschen, Zähneputzen, ab ins Bett. Weil Noah während des Essens
so schön schlief ist er nun wach und hat zudem Bauchweh. Geradeso geschafft Nils’
Krawatte zu binden (Premiere!-ein echter Windsor-Knoten) und ihn noch schöner zu
machen, denn der geht nun Bewerbungsfotos machen lassen. In der Zeit versuche ich
Noah zu beruhigen, gelingt mir auch, aber dann ist es schon 14Uhr und er bekommt
Essen. Nils kommt mit Fotos heim. Wir beraten uns und er beschließt zum Friseur
zu gehen, um bessere Jobchancen zu haben. Also geht er 15Uhr, nachdem wir Zoe
wach bekamen und eigentlich schon am Spielplatz sein müssten. Als Nils geht, schläft
Noah grad ein. Aber Zoe hat ihren siebten Wutanfall, weil der Papa geht. Mama besticht
sie mit Fruchtgummis. Macht ihr die Haare, zieht ihr die Schuhe an, zieht sich selbst
an, versucht beim Taschepacken möglichst wenig zu vergessen. Mama bringt Zoe ins
sichere Bett um Noah und die Decke schonmal runter in den Kinderwagen zu legen.
Zoe weint bis Mama wieder da ist. Mama schnappt sich Rucksack, Zoe, Sandspielzeug-
Beutel, Handy und Sonnenmilch (vergessen einzupacken). Die Maus läuft Gummibärchen
sei Dank richtig toll neben mir her. Mama hat Zoes Hut vergessen, also bindet sie der
Kleinen Noahs’ noch frisches Spucktuch um den Kopf. Nach 5 Minuten kommen wir an
einem Haus vorbei, die Frau im Garten winkt, Zoe guckt und guckt, aber nicht wo sie
hinläuft und fällt prompt hin. Mama tröstet und trägt. Und trägt und trägt. Mama ist
müde. Zoe läuft ein paar Schritte und will aufn Arm. Verstehs möchte ich doch selbst
bei der Bullenhitze nicht mehr laufen. Als das Ende des Weges abzusehen ist, läuft
sie los. Wir sind da. Durchatmen. Zoe spielt im Buddelkasten, Mama quatscht und
kuschelt mit Noah. Rennt Zoe kurz hinterher, rettet sie aus dem Buddelkasten und gibt
ihr Essen.Papa kommt viertel vor fünf. Zoe erschreckt sich tierisch, hat Papa doch
plötzlich kurze Haare. Mama ist müde. Es ist 17Uhr Noah hat Hunger. Wir packen
zusammen und gehen einkaufen, Reste bei Lidl. Der Heimweg ist unerträglich lang. Zu
Hause gibts 18:15Uhr Essen. Noah schreit, hat Bauchweh. Papa tobt mit Zoe auf dem
Bett, Noah jammert, Papa müsste 18:50Uhr weg, geht später. Mama liegt auf Bett,
Noah schreit, braucht die Mama. Während Mama 10 Minuten braucht um Noah vom
Tag zu beruhigen, bringt Papa Zoe ins Bett. Papa geht. Noah schläft endlich. Mama kann
nicht mehr, reißt sich zusammen und wäscht ab und wäscht ab, bis der riesige Berg
weg ist. Nach weiterer Putzerei, ist die Küche wieder als solche erkennbar. Mama will
ins Internet, Noah hat aber Hunger, denn es ist 20Uhr. Mama müsste noch eine Mutter
anrufen, was für die Uroma durchlesen und unterschreiben und der Patentante einen
Brief schreiben und Fotos einkleben etcpp. Aber nun ist Schluss, erstmal.