Vor einer Weile kaufte ich mir die erste Emma meines Lebens. Und meinte
noch scherzhaft zu meinem Mann, ich würde einen Blick ins Lager des Feindes
werfen. Ich stieß auf einen Krieg. Denn für Wirbel sorgt ein Buch von Eva
Hermann, die in ihrem Buch Mut zur Weiblichkeit fordert. Feministinnen sind
alles andere als begeistert. In einer Kolumne ist die Rede von “einer Front
frustrierter, weil nicht anerkannter, aber überzeugter Vollzeitmütter”,
“Rekrutinnen, die bei den Verhandlungen mit ihrem Mann irgendwann
verloren oder resigniert haben”. Ich kanns nicht fassen. Auf der einen Seite
fordert der Feminismus, dass Frauen ihr Leben selbst gestalten sollen, auf der
anderen Seite werden die Damen belächelt und abschätzig behandelt, die sich
für den Hausfrauenjob entscheiden. Ja, was denn nun? Ich würde nicht alles
absegnen, was Frau Hermann schreibt, aber ist es nicht wichtig, einmal darüber
zu sprechen, wie zerreißend es ist, zwei Dinge gleich gut machen zu wollen?!
“Weder in der Karriere noch in der Küche ist die Frau voll handlungsfähig,
Partner und Kind kommen ebenfalls zu kurz. Nie war Zeit kostbarer als heute
– und knapper. So sehen wir die Frau der Moderne mit einem wehenden Schleier
der Atemlosigkeit durch ihr Leben hetzen, und immer ist sie unzufrieden mit
dem Ergebnis.” (‘Eva-Prinzip’, Hermann). Es ist nicht unmöglich, aber es gestaltet
sich sehr schwierig, eine gute Angestellte, eine gute Mutter, eine gute Ehefrau,
eine gute Freundin…zu sein, ohne sich dabei selbst aus den Augen zu verlieren.