da kommt die Angst. Nachts da liege ich wach und kann stundenlang
nicht einschlafen. Nachts wird mir so übel, dass ich Krämpfe bekomme.
Denn nachts ist es still. Nachts da kommen die Erinnerungen und
nachts kommen die Selbstvorwürfe. Die Erinnerungen an die Angst
Noah zu verlieren, dass er zu schwer krank ist, nachts da kommt die
Angst dieses Kind zu verlieren, weil das Glück einem nicht gehört-
es kann gehen. Einfach so. Ich habe soviel Glück. Und ich bin so
dankbar für alles. Aber gerade das lässt mich ängstlich werden,
weil ich das Gefühl habe es könnte mir jeden Augenblick entrissen
werden.
Ich mache mir Vorwürfe, weil ich so wenig mit den Kindern unternehme,
dass ich froh bin, den Kreislauf oben zu halten, mich nicht zu
übergeben, liebevoll zu sein, obwohl ich so platt bin. Aber ich
habe das Gefühl das reicht nicht, und ich habe das Gefühl da stehen
soviele Menschen, die sagen: “Du hast es ja so gewollt!” Aber ist
das richtig? Kein Mensch weiß was in erwartet, wenn er sich in dieses
große Abenteuer stürzt. Zoe mogelte sich im letzten Augenblick durch
und veränderte unser Leben völlig. Ich habe mich durch sie verändert.
Sie ist unglaublich. Nach schon 3 Monaten dachten wir an ein zweites
und setzten uns sogar einen Termin, den wir einhielten. Aber als ich
mit unserem über alles erwünschten Noah schwanger war, erschlug es
mich. Mir war so übel, auch damals machte ich mir Vorwürfe- erst
als ich schwanger war, merkte ich das die letzte Geburt erst 9 Monate
her war. Als die Übelkeit vorbei war, hatte ich bis zu diesem einen
Tag eine hervorragende, perfekte Schwangerschaft. Ich war glücklich
und fidel. Zumindest habe ich mich so in Erinnerung. Bei der
ersten Schwangerschaft, war ich ständig krank, steifer Hals, Magen-
Darm-Infekte, Asthma, Rückerschmerzen, Muskelkräpfe. Ich kam mir
krank vor- krank aber glücklich. Jetzt liege ich nachts wach und
überlege, was ich schon alles hatte und ob das nun wieder so wird
mit dem ständigen Zipperlein. Denn ich mag diesen Menschen, die
diesen einen Satz sagen, nicht die Genugtuung geben. Stattdessen
habe ich Angst zu viel zu Jammern.
Ich schwöre, noch keine Sekunde habe ich daran gedacht, wie ich das
wohl alles hinkriege, so allein, denn mein Mann ist immer öfter länger
arbeiten- keine Vergleich zu den Wochenend-Familien ich weiß, aber
ganz anders als zu Beginn der Familienplanung. Ich weiß mit einer
tiefen inneren Ruhe, das wird, dass es nichts bringt sich hysterisch das
nächste Kolik-Baby auszumalen. Es wird gute und beschissene Tage
geben, wahnsinnig lustige und tolle, aber auch traurige und nicht
enden wollende, aber solche Tage gibt es auch ohne Kinder.
Warum kann ich mir meinen eigenen Rat nicht zu Herzen nehmen und
diese Schwangerschaft genießen?! Warum zergrübel ich wieder alles?!
Ich habe Angst dieses Kind zu verlieren, denn ich wollte nicht
schwanger werden, eigentlich war mir das zu früh, aber als ich dieses
Ei sah- wollte ich es unbedingt. Nur dieses. Unglaublich seit dem
Tag der Befruchtung, las ich mit, was passiert nach 24 Stunden, nach 48,
nach 8 Tagen, nach 10 Tagen… mein Ei hat es tatsächlich geschafft…
Das ist ein absolutes Wunschkind!