Unser Leben: ein wenig chaotisch! Alle krank außer Papa, aber jeder hat
etwas anderes, Berge von Müll, leere Schränke, verschwundene Schränke,
verstellte Schränke, verstellte Schrankinhalte, Berge von Büchern, Ordnern,
am besten man läuft nirgendwo dagegen- es könnte umfallen. Mittendrin
ein wenig zwischengelagertes Kinderspielzeug. Abends wegwerfen, reparieren,
streichen, montieren… Der übliche “Wir-bekommen-ein-Kind-Wahnsinn”. Nur
das beim zweiten Kindlein wenigstens kein Zimmertausch stattfinden musste,
aber drei Kinder in einem Zimmer, in dem zwei wunderbar durchschlafen- nein,
niemals!
Nebenher Geburtstagsvorbereitungen für unsere Große, Oma und Schwägerin,
dicht gefolgt von der Demontage der “Halloween-Herbst-Deko” und Montieren
der Weihnachtsdeko…und bald werden nachts, wenn alle schlafen, Zimmer
gestrichen und Schränke aufgebaut. Bald hat mich der Wahnsinn. Und ich
wollte umziehen…
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Wir sitzen vorhin so an unserem Kaffeetisch und versuchen zu entspannen,
während Kind I laut blöckend verkündet, dass es auf gar keinen Fall Apfelschorle,
sondern nur Apfelsaft möchte. Der ganz normale Wochenend-Wahnsinn eben.
Es soll ja Leute geben, die denken so ein Familienleben verliefe harmonisch…
Haha- arme naive Irre… Jedenfalls macht Noah sich bemerkbar: “Trinken!” und
haut den Becher auf den Tisch. Sofort erfülle ich ihm seinen Herzenswunsch,
denn ein blöckendes Kind reicht ja erstmal, nicht wahr? Und während ich die
Wasserflasche zum Becher führe, blöckt mein 1 1/5 jähriger Sohn: “ICH!” Da
schauten wir etwas irritiert, heißt das nicht “Noah!”?! Sind wir schon beim ich?
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so viele Zahnpastaflecken auf den Fliesen im Bad oder sind wir die
einzigen irren Eltern, die den Kinern die Tuben in die Hand geben?!
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schleicht man durchs Kinderzimmer, ganz leise. Man schaut noch einmal
nach den Kindern, die so süß träumen, streicht ihnen über die Wange und
möchte dann noch viel leiser ins Schlafzimmer huschen, doch plötzlich
Plastik am Fuß, etwas schlittert unter die Wickelkommode- da ertönt auch
schon das Auto: “Hallo, halt dich fest- wir fahren! Lass uns fahren…” Die
Eltern zwischen amüsiert und panisch, beginnen mit der Suche, da es leuchtet,
ist es schnell entdeckt. Hektisch drückt der Vater darauf rum, und dann:
“Ding, ding, ding,ding, ding, ding…” Die Eltern brechen in hysterisches
Gelächter aus, schaffen es mit letzter Kraft das Auto auszuschalten und
keiner hat was gemerkt- alles schläft…
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Gestern nach dem Mittagessen (Zwieback und Wasser) lagen die Kinder
im Bett, damit es keinen Ärger gibt, einer links, einer rechts im Ehebett.
Ich wollte eben rübergehen, selber Zähneputzen da sagt Zoe zur mir:
“Mama? Fotos angucken vom Baby— Tom?!” Da schmolz mein Herz dahin.
Beim Sichten des Mutterpasses wollte Zoe nämlich vorher schon rein-
schauen und ich vertröstete sich auf später, aber auch wenn es Zeit zum
Schlafen war, konnte ich nicht wiederstehen: “Mama’s Bauch”, “Tom’s Zimmer
ins Mama’s Bauch”, eifriges Kopfnicken bei der Feststellung, dass Zoe auch
ganz sicher in Mama’s Bauch war, und “Noah auch”, da ist “das Gesicht” und
“da die Füße”, “Baby Tom war ganz klein, wie ein Gummibärli”…Ach wie süß.
Und dann als Sahnehäubchen zeigte Noah auf den Bauch und sagte: “Baby!”
Und dann gabs noch einen Kuss auf den Bauch bevor er sich auf mich stürzte.
Später schliefen alle selig- ich mittig und links und rechts von mir meine Kinder…
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Das Kind weint plötzlich im Schlaf, dann hört man ein Husten und spätestens
dann weiß man, man muss nachts Wäsche waschen und ein zitterndes Kind
baden.
Zoe hat es erwischt, obwohl noch nicht ganz klar ist, ob ihr vielleicht etwas
auf der Seele bzw. Magen liegt oder ob sie sich einen Infekt geholt hat. Weil
es gestern Nacht erst kam und dann keine weiteren Verdauungsprobleme
aufgetaucht sind, tippe ich auf ersteres. Heute gibts nur Schonkost, aber
das kommt nicht so gut an, können Sie mir glauben! Vorhin nach der Gabe eines
Vomex Zäpfchens, kam sie zu mir. “Mama mir gehts wieder gut. Ich kann jetzt
in den Kindergarten gehen!” Das sie heute hier bleiben ist ist besonders
gemein, denn heute wollte sie doch die Oma Moni aus Berlin bringen und nun
ist sie auch schon wieder weggefahren…
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Als ich gestern so im Bett lag, dachte ich noch, dass mich mein letzter Beitrag
an irgendetwas erinnert. Ich kam erst nicht drauf, doch dann…
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Foto: dpa
Und wenn das nun die streitenden Geschwister sind, wer sind dann die armen
Eltern? Wir die, die Dienstleistung gern wieder bezahlbar und regalmässig in
Anspruch nehmen würden- doch uns auch nicht so recht einig sind, wer jetzt
der Böse ist? Vielleicht sollten wir streiken? Wie bringt man denn sonst solche
Streithammel zur Einigung? Es soll ja Familien geben, in denen Jahre keiner mit
dem anderen spricht- das wäre mal schlecht für uns alle…
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Jede Mutter zweier- und mehr Kinder hat den Friedensnobelpreis verdient,
denn die Racker davon abzuhalten sich gegenseitig umzubringen ist in
etwa so simpel wie zwei riesige Firmen zu fusionieren…
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Jeder musste da mal durch: Franz Kafka’s “Die Verwandlung”. Ehrlich gesagt
fand ich das Buch scheußlich, es las sich schleppend und sehr eklig. Wir
reden hier schließlich von einem Mann, der als Käfer erwacht. Aber vielleicht
irrte ich mich… Ich habe da zwei neue Theorien. Entweder war Kafka seiner
Zeit weit vorraus und ein Genie, geboren in der falschen Zeit. Denn nur Jahre
später wird ein Mann, der zur Spinne mutiert, ein anderer wird lieber zur
Fledermaus, ja sogar eine Frau, die sich in eine Kätzin verwandelt zu Millionen
schweren Kassenschlagern. Man könnte von einer Vorära der Superhelden
sprechen.
Eine andere Theorie: Es war eine Hymne, eine Liebelei an die schwangere Frau.
Zwar ist “Käfer” nicht unbedingt das Wort, das Frau gerne hört, aber nicht
ohne Grund nennt mich mein Mann liebvollst “Marienkäfer”. Wenn ich hilflos mit
den Armen wedelnd versuche mich in eine aufrechte Position zurück zu bingen,
weil ich mal wieder zu tief in der Couch versumpft bin, hat das tatsächlich
etwas von einem kleinen Krabbelkäfer…
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Ganz viele Frösche habe ich heute besiegt, auch wenn noch ganz viele
da sind, habe ich schon ganz viele erledigt!
Und wie jeden Morgen stellte ich völlig fasziniert fest, dass egal, wann ich
genau aufstehe, egal wie müde ich bin, egal ob ich die Kinder im Bad habe
oder nicht, Nils mittendrin duscht oder nicht, ich täglich mit Waschen und
Schminken immer um 6:50Uhr fertig bin. Und als ich so unter der Dusche
stand und mir sooo viel Zeit ließ, weil mein Rücken so weh tat und ich das
heiße Wasser dort besondern genoss und ich an Ami’s Frage an den lieben
Gott dachte…stellte ich kurze Zeit später wiederum fasziniert fest, dass ich
immer, aber immer mit Föhnen und Abtrocken um exakt 7:10Uhr fertig bin…
Seltsam…
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