Als ich schwanger wurde, bat mich Frau Ami hier alles rauszulassen, richtig
loszujammern. Ich habe es lange aufgeschoben, aber nun ist es an der Zeit…
Ich habe seit Wochen schlechte Laune und bin unglücklich. Ich kann an
nichts anderes denken, als daran wie furchtbar alles wird, wenn mein Mann
nächtes Jahr in seinem neuen Job anfängt und uns nur noch ab 19Uhr abends
beglückt. Ich habe weder eine Geschirrspülmaschine, noch ein Auto, noch
eine Putzfrau und ich habe schonmal eine Tagesmutter aus der Entfernung
gesehen, aber eine haben- wie wäre das wohl?! Übersetzt heißt das soviel
wie: Ich muss alles allein machen.
Ich habe nur noch das Gefühl zu Putzen, zu Entertainen, von morgens bis
abends abzuwaschen und Wäsche zu waschen und immerzu dafür zu sorgen,
dass genug Essen im Haus ist, immerzu einkaufen- zu Fuß. Ich bin ausgepowert.
Ich weiß nicht, wann ich das letzte mal richtig fröhlich war, und nebenher
wird natürlich erwartet, dass ich mich schön kümmere, niemanden vergesse,
schön hier und dort anrufe, mich mal melde etc. Dabei bin ich ko, wenn
hier abends Ruhe einkehrt. Ich habe keine Freundin, die mal mit mir ins Kino
geht oder einen Kaffee trinken… Es ist einfach alles richtig beschissen…
Nebenher bin ich langsam hochschwanger, es stellt sich langsam im Bett das
Gefühl ein als säße im Schlaf jemand auf mir, was dem Ganzen irgendwie sehr
Nahe kommt, finde ich…
Aber da die Jahre Therapie nicht fruchtlos waren, habe ich gelernt, den
Kopf nicht nur in den Sand zu stecken, sondern auch wieder heraus zu ziehen.
Ich denke darüber nach mir einen unglaublich komfortablen Kinderwagen zu
gönnen, so ohne Auto macht das Sinn finde ich, und wenn man bedenkt, dass
das Ding die nächsten 3 Jahre im Einsatz ist. Weiterhin werde ich den neuen
Tengelmann-Lieferservice testen, den regelmässigen Einsatz des Babysitters
überdenken, um mal allein einkaufen zu können, nicht etwa was sie denken,
von wegen in Ruhe lesen oder dergleichen, vielleicht verschulde ich mich und
kaufe einen Geschirrspüler, denn wahrscheinlich kommen demnächst zu
den unzähligen Tellen und Gläsern, wieder 6-7 Babyfläschen… und wie wärs
mit einer Putzfrau?!
So und nun, das Jammern schlechthin: Bemerkt eigentlich irgendjemand das
ich ein Kind ausbrüte und dass ich dann mit meinen popligen 24 Jahren bald
drei Kinder habe und das echt gut hinbekomme. (Außer das ich mich einmal
im Jahr beschwere ;) ) Aber es ist auch schwierig für alle anderen, sich
in mich hinein zu versetzen, wenn sie so stolz sind auf meinen Mann, der bald
eine neue tolle Position hat und mehr Geld verdient, dass auf mich auch
ein neuer Job wartet, der weitaus weniger spaßig ist, dass sieht wenigstens
mein Mann und der unterstützt mich. Wenn das nicht klappt, dann gibt es es
einen anderen Job und eben wieder weniger Geld…