Archive for September, 2009

Ben Minos Geburt

Freitag, September 25th, 2009

Ich kann mich noch sehr genau an die Wange der Ärztin erinnern, die auf meinem Knie lag voller
Mitgefühl. Um Dienstag um 18.30Uhr hatte sie mich untersucht mit nach wie vor alle zwei Minuten
Wehen, aber der Muttermund öffnete sich nicht. Es lag an niemanden. Aus Angst bei dem Gewehe
könnte die Blase platzen, hatten wir sanft versucht einzuleiten, da Ben sich im Bauch immerzu drehte.
Man äußerte die Vermutung einer Wehenschwäsche bei der raschen Schwangerschaftsabfolge.
Eine Tablette sollte das Gewebe weicher machen und muttermundswirksame Wehen anschieben,
aber das war bisher nicht passiert, zwei weitere waren nicht erfolgreicher. Als eine junge Hebamme
mich ein paar Stunden zuvor mit nur 2cm so motiviert in den Kreisssaal gebracht hatte, war ich
verunsichert worden. Ich wollte diesen Schrecken wie bei Noah nicht noch einmal erleben. Ich hatte
Angst und mich gefragt, ob das alles richtig gewesen war. Es zog sich schon so lange. Am Morgen
hatten wir gesagt, wir stubsen und sollte sich nichts tun, würden wir eben wieder gehen. Es war das
richtige, weil er sich so drehte: ein sogenanntes Propellerkind und mit den Wehen hätte die Blase
springen können. Aber das Gefühl blieb das Gleiche. Hart im Nehmen sei ich, hatte die Hebamme
gesagt, aber so langsam brauchte ich ein Zeichen. Also war ich mehr als erleichtert, als die Ärztin
dort auf meiner Wange lag, es stellte sich ein Gefühl ein von “Dann eben nicht! Das sollte es nicht sein!”
Ich sah in die traurigen Augen meines Mannes, der sich die ganze Zeit so voller Vorfreude auf Ben
tapfer und wach gehalten hatte. Es gab nur eine Alternative: Noch mal ich allein im Kreisssaal eine
Nacht ausruhen, am Morgen die Blase öffnen und den Wehentropf anhängen. Das Klang nach
Holzhammer. Für alle. Das kam für uns nicht in Frage. Eine Hebamme kam hinzu, fragte mich ob ich
mit den Wehen überhaupt schlafen könnte, gab mir zwei Buscopanzäpfchen, klärte uns auf über die
Gefahr eines Blasensprungs erneut auf und den dann benötigten Krankenwagen. “Gehen Sie heim!
Ruhen Sie sich aus. Nehmen Sie ein Bad. Schlafen Sie sich aus. Trinken Sie ein Glas Wein!” Und dann
gingen wir Heim…

Wehen 1Wehen 2

KreisssaalKreisssaal 2

Zu Hause angekommen gegen 19.30Uhr, fuhr Nils ein paar Snacks einkaufen und ich nahm mein erstes
Zäpfchen, schlenderte am Kalender vorbei und zählte die Tage. Nur noch ein paar Tage bis zum Sonntag.
Keine Ahnung wie es weiter gehen soll, aber wir schaffen das. Ich zwitscherte noch ein bißchen im Netz
und wunderte mich über das Ziehen oder die Wehen. Ich hatte von den wirklich vielen Untersuchungen
ziemliche Schmerzen gehabt, die weg zwar weg waren, aber seitdem Ankommen daheim zog es
hier und dort unangenehmer- nach diesem Tag kein Wunder. Irgendwann gegen 21.30Uhr legte ich
mich halbherzig in die Wanne und sprang abwesend nach 10 Minuten wieder raus. Das war heute so
gar nicht das Richtige und dann diese Krämpfe im Rücken- unglaublich. Ich entschloss mich das zweite
Zäpfchen schon etwas eher zu nehmen als von der Hebamme im Kreisssaal empfohlen. Nils sah
schrecklich müde aus, kaputt, zermürbt. Ich schickte ihn rüber und freute mich auch nach einem
Glas Wein auf unser Bett, dass ich schon seit Montag um 22Uhr nicht mehr gesehen hatte. Ich wollte
nur noch schlafen gegen 22Uhr, nickte weg und dann kam wieder dieser Krampf. Einfach ein fieser
Schmerz, der mir für Wehen viel zu stark war. Ich machte mir nach den letzten Stunden Wehen gar
nicht mehr die Mühe zu atmen, zuckte zusammen, streckte mich gegen, mal mit dem Schmerz, nickte
wieder weg, ging zur Toilette, wieder ins Bett. Aber durch diese Medikamente: zwei Spritzen, zwei
Zäpfchen, nochmal zwei Zäpfchen, mehrere Tabletten war ich einfach ein bißchen neben mir. Ich
registrierte nur noch diese Schmerzen und dann wieder Ben der sich erneut drehte nach meinem Gefühl.
Irgendwann setzte sich in meinem Kopf die Idee fest, dass ich einfach nur mal zur Toilette müsste.
Ich schluckte Magnesium, trank Magen-Darm-Tee, saß geduldig um wieder dieses Schießen in den
Po zu fühlen, diesen Druck, aber nichts geschah. Ich verzweifelte immer mehr. Ich war einfach nicht
mehr richtig wach, hatte seit Montag nicht mehr gescheit geschlafen, jetzt war es Mittwoch fast 1Uhr.
Ich nahm Oukubaka Tropfen, Wärme, googelte. Ich war müde und diese Krämpfe hielten mich vom
Schlafen ab. Um 2.30Uhr war sie fort meine Contenance. Ich stand am Ende meiner Kräfte im Flur
als ich rüber gehen wollte um mich erneut schlafen zu legen und wieder dieser Schmerz, dieser
Krampf durch mich durch schoss: “Nils, Nils! Ich kann nicht mehr!” und war in Tränen ausgebrochen.
Ein verpennter, erschreckter Mann kam in den Flur gelaufen: “Warum hast du mich nicht eher
gerufen?!”. “Es tut so weh. Diese Krämpfe. Ich muss zur Toilette, aber kann nicht. Ich kann nicht mehr!
Ich kann nicht mehr!” Irgendwas an dem wie ich es sagte, veränderte den Blick des Mannes: “Ich ruf
den Krankenwagen.” Ich lehnte ab, das ist so mein grösster Albtraum, umsonst einen Krankenwagen
zu bestellen. Ich wollte zurück ins Bett, dort schrie oder weinte ich so laut, dass der Mann sagte, er
glaube ich habe Presswehen und er hole jetzt einen Krankenwagen. Wieder Protest meinerseits:
“Was sollen die denn tun?! Ich muss doch nur mal zu Toilette.” Aber der Gatte glaubte an sowas gar
nicht: “Willst du etwa laufen?” Erneuter Krampf, erinnerte mich daran, dass das kaum ne gute Idee
sein konnte. Aber der Krankenwagen braucht zu lange, lieber ein Taxi sollen wir nehmen. Das steht
zwei Minuten später in der Einfahrt. Ich überlege noch allen ernstes, ob ich den Koffer wirklich
brauche (den Maxi Cosi hatten wir ja da lassen dürfen). Aber im Koffer war nunmal alles drinnen und
wir fuhren ja, also könnten wir ihn ja einfach mal mitnehmen. Der Taxifahrer war sehr nett, fuhr
sicher aber schnell bis zum Krankenhaus, setzte extra zurück damit wir weniger laufen mussten,
fuhr fast zwei Passanten um und rammte einen riesigen Stein: “Zahlt die Versicherung!”, meinte er
noch und zu den nöhlenden Leuten: “Egal, was gibt es wichtigeres als ein Baby?!” Also schnell hoch
klingeln, rein, eine Hebamme schüttelt meine Hand und ab gleich in den Kreisssaal. Der Muttermund
ist fast eröffnet.
Boing. Kennen Sie das?! Diese Filme, wo man fast die eigene Geburt verpasst?! So kam ich mir vor.
So blöd irgendwie. Nur so ein bißchen. Kein Magen-Darm-Problem- das war nur Ben. Ben schwimmt
aber so rum, dass man die Blase aufmacht. Es ergießt sich eine Menge Fruchtwasser, nur das
Köpfen sinkt nicht tiefer. Ein Infusion mit Überraschung Buscopan soll das letzte Stück ebnen, aber
es tut sich nichts. Ich hatte immer weniger Kraft und versuchte der Hebamme zu erklären, dass ich seit
nun Montag Abend Wehen gehabt hätte und einfach nicht mehr kann. Ich war zu Hause um genau für
das hier Kraft zu sammeln. Schlechtes Timing. Sie sagt, ich müsse jetzt erstmal im Kreisssaal ankommen,
dass würde sie sehen: Das Überrumpeltsein. Ben rumort in meinem Bauch und verwirrt Hebamme
und Ärztin. Irgendwann war der Muttermund eröffnet, nur Ben schwimmte rum. Alles was ich wollte
war Pressen! Einfach nur Pressen. Aber es half nichts. Bitte in den Vierfüssler, bitte zur Toilette, was
ja wirklich gar nicht ging. Irgendwann gegen 4.30Uhr ruft die Hebamme der Ärztin zu, sie bräuchte
jenes Schmerzmittel: “Jetzt noch?!”, antwortet die. “Ja, sonst wird das hier nichts.”, sagt die
Hebamme. Na danke auch. An mir liegt das ja nun nicht! Währendessen sauen wir den ganzen
Kreisssaal mit Fruchtwasser ein, weil einfach viel zu viel davon da ist. “Merken Sie wie das die Spitzen
der Wehen nimmt?!” Nein. Nicht wirklich. Plötzlich ein bekanntes Gefühl: Bens Kopf im Becken.
Juhu. Pressen jetzt sofort. Das Gewebe dehnt sich, spannt. Ich schiebe und schiebe. Hebamme und
Ärztin rufen sich was zu, rudern mit meinen Beinen erst so dann so und ich schiebe mit. Und schon
in der ersten Presswehe ist er da: Geschlüpft. Einfach endlich da. Mittwoch 4.40Uhr. Ich war kraftlos,
konnte ihn nicht selber nehmen, überrumpelt aber überglücklich und dem Gatten liefen die Tränen nur
so übers Gesicht… Und was tut Ben?! Er macht erst das eine und dann das andere Auge auf, verzückt
uns mit diesen Hübschen und seinen langen, schmalen Händen und Fingern, den vielen Haaren, hebt
den Kopf und begibt sich auf Nahrungssuche…

Ben darf gehen

Kreisssaal am MorgenTschüss KreisssaalMaxiCosi

Ben

Donnerstag, September 24th, 2009

Da ist unser allerliebstes viertes Bärenbaby!

BenMinoHitze

Geboren am 23.09.09 um 04.40Uhr in der Schwangerschaftswoche 39+3 mit 54cm, 4240 Gramm
und einem Kopfumfang von 36cm.

Ben Mino

Mittwoch, September 23rd, 2009

ist da! Seit heute Nacht. Der Krimi ging spannend weiter…

Noch 5 Tage oder der Dienstagskrimi,

Dienstag, September 22nd, 2009

der schon am Montag begann…

Ich komme nun von fast 24h Kreisssaal immer noch schwanger zurück. Gestern Abend bekam ich
alle 7 Minuten Wehen, mir schien das kein Geburtsstart aber irgendetwas verunsicherte mich
dermaßen, dass ich mich an den Tip aus der Hebammensprechstunde erinnerte, einfach Hilfe zu
suchen. Also llief ich gegen 22.30Uhr wehend ins Krankenhaus, dort hatte prompt die Hebamme
ihre Müh die Herztöne zu finden, was mich sehr nervös machte. Nachdem ich 2min am CTG hing,
löste sich mich ab, immernoch mit diesem Blick, nur teilte sie mir mit ich sollte bitte zum Ultraschall,
das Kind lag eben noch Querlage und jetzt in Beckenendlage. Da war ich geschockt, einfach nur
geschockt. Froh im Krankenhaus zu sein, aber mehr als baff. Der Ultraschall bestätigte das nur.
Man wollte mich gern da behalten, ich bekäme etwas damit ich schlafen kann. Das klang schon
mal gut. Also blieb ich gern, nur half das Mittel leider nicht so wie ich es gern gehabt hätte, ich
konnte nicht schlafen, die Geräusche. In meinem Kopf die Frage: Was bedeutete das jetzt für Ben?!
Erst am Morgen gegen 8Uhr, als der Gatte zu mir stoßen konnte, erfuhren wir dass man es
gebären kann, so denn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind: Der Popo nach unten und die
Füße in eine bestimmte Richtung. Ich war nervös. Sehr. Plötzlich. Dann beim Ultraschall die neue
Diagnose: Ben hat viel zu viel Platz. Seit wann? Und warum hatte das meine Ärztin nicht erkannt?!
Bei Blasensprung liegend Transport, denn es könnte sein, dass Bens Arm oder Fuß durchrutscht.
Klang schonmal schlecht. Beim erneuten Ultraschall vom hier heiß gegehrten Arzt die Diagnose: Die
Bauchdecke sei eben schon so ausgeleiert, da hätte ein viertes Kind eben gut Platz. Er empfiehlt,
wenn denn Ben schon mal richtig liegt, dann mal schubsen und gucken was passiert. Schubsen
heißt ein Magenmittel schlucken, dass den Muttermund butterweich werden lassen soll. Davon
bekam ich drei, erst eine, später zwei und regelmässige schöne Wehen, aber es tat sich nichts.
Ich lief Treppen, wippte, atmete- nichts, nochmal Zäpfchen, nochmal Zeug ins Becken alles
ergebnislos. Der Muttermund steht. Betreut wurden wir von einen lieben jungen Hebamme, die
mich dermaßen oft untersucht hat und zudem der Meinung war mich mit 2cm in den Kreisssaal
zu verlegen. Gegen 18.30Uhr kam die morgendliche Ärztin, untersuchte, klärte uns auf, dass wir
jetzt nur noch die Blase aufmachen könnten und einen Wehentropf dranhängen. Aber es war uns
als Eltern von vornherein klar, sollte er nicht wollen, brechen wir einfach ab. Dann hätte ich eben
Pech gehabt. Aber wir ziehen den Kleinen da nicht raus!
Nun sitzen wir auf der Couch, sollen gefälligst entspannen und nach dem Tag ein bißchen zur
Ruhe kommen! Ein Glas Rotwein trinken zudem ein paar Zäpfchen- soviel Medikamente hab ich
in der ganzen Schwangerschaft nicht genommen. Brrr. Ich hab quasi seit gestern Mittag nicht
mehr am Stück geschlafen, aber all das ist okay. Wir sind sehr sehr traurig, dass er noch nicht da
ist, aber auf Biegen und Brechen- nein! Es fühlte sich ohnehin nicht richtig für mich an. Ganz
ehrlich: Daran wollte ich mich nicht erinnern- mein Leben lang! Wehen tun dafür leider noch sehr
weh. Hoffentlich kann ich schlafen und was wir demnächst machen mit der Diagnose, dass Ben
da in mir nen Freischwimmer macht?! Keine Ahnung? Brauche für mich rund um die Uhr nen
Babysitter, für den Fall das die Blase springt und der Herr ein Arm vorstreckt. Aber ich freu mich:
Kein Kaiserschnitt und Ben geht es gut! Bis demnächst, wenn es wieder heißt Kreisssaal Crime Time!

Übrigens den Maxi Cosi durften wir schon mal da lassen!

Was macht man, wenn…

Montag, September 21st, 2009

man keine Ahnung hat, ob man an seinem Geburtstag in ein paar Tagen:

a) noch schwanger ist und so ziemlich gereizt (es würde sich um ET+8 handeln)
b) frisch entbunden hat oder
c) in den Wehen liegt

Ich möchte unbedingt ein klitzekleines bißchen fühlen, dass das mein Tag ist. Ein klitzekleines
bißchen was Besonderes. Kauf ich mir selber was Nettes?! Freundinnen schlugen vor, sollte Ben
demnächst kommen zusammen Frühstücken zu gehen. Aber was wenn nicht?! DVD gucken am
Abend ist auch öde. Essen gehen fällt vielleicht auch aus?! Ich bin so einfallslos.

Noch 6 Tage

Montag, September 21st, 2009

*Meine Ärztin meint, dass die Wahrscheinlichkeit eines Blasensprungs als Geburtsstart mehr als
gering ist, wenn in den vorangegangen Schwangerschaften die Blase immer stand.

*Ich glaube, dass mit der Niere ist schlimmer geworden. Oder ich habe eine Blasenentzündung.
Oder Beides.

*Der untere Rücken schmerzt sehr heute Morgen.

*Seit zwei Tagen habe ich schlimmes Sodbrennen. Ist kein Platz mehr für Essen und anschließenden
Magenverschluss und Ben.

*Seit gestern Abend nehme ich Pulsatilla. In der Hoffnung, dass das einen Stimmungsausgleich
bringt.

Leider nein VII

Sonntag, September 20th, 2009

Es wäre sehr schön gewesen, die Kinder sind heute bei ihrer Oma und überglücklich und wir sind
allein, aber es tut sich nichts. Heute tippten mein liebster Gatte, Janine, June, Lorelei und Miss Jones

Noch 7 Tage oder 39+0

Sonntag, September 20th, 2009

Mein Schwangerschaftsnewsletter hat sich bereits am Freitag Vormittag von mir verabschiedet, weil
er nicht den Tag der Zeugung interessat fand, sondern den der letzten Periode. Aber so wirklich
vorbei ist hier gar nichts… Immer mehr verstrickt man sich in diese Maschenerie aus Terminen und
Untersuchungen. Entweder werde ich im Kreisssaal akupunktiert, oder in der Hebammenpraxis, dazu
bisher ja nur ein Termin beim Frauenarzt, der sich ab nächster Woche zu verdoppeln oder dreifachen
droht… Es wird zermürbend. Nach draußen gehen mag man auch nicht mehr: “Ach Sie sind noch da!”
(Ja, noch nicht verschluckt von Mutter Erde!), “Ist er immer noch nicht da?!” (Sieht ganz so aus!), “Der
Bauch hat sich aber auch noch nicht gesenkt!” (Tut er beim vierten wohl auch nicht viel vorher, wozu
auch!?) oder “Der kommt bestimmt auch wieder später!” (Unglaublich einfühlsam!)
Mit meinem Mann besprach ich die eventuell kommenden zwei Wochen, weil ich allein kaum noch
in der Lage bin die Kinder zu versorgen. Ich kann mich nicht schmerzfrei Bücken oder in die Knie
gehen, weil das linke nur noch weh tut, obwohl ich es so gut es geht gar nicht mehr belaste. Die Kleinen
haben Bedürfnisse und die muss ich erfüllen und sei es eben ein Kuscheln und Trösten, ein geworfener
Schnuller oder Kuscheltier…
Als ich darüber nachdachte schwanger zu werden wusste ich, dass es anstrengend wird erst mit Baby
schwanger zu sein, später mit einem Kleinkind und zwei weiteren kleinen Kindern. Ich wusste, dass es
anstrengend werden würde ein Neugeborenes zu versorgen und nebenher drei kleine Kinder, aber mit
diesen Schmerzen hatte ich wirklich nicht gerechnet. Ich merke den Unterschied am deutlichsten dadurch,
dass ich den Vormittag nur mit Tom verbringe und es mir einigermaßen gut geht, soweit man eben keine
Termine hat -was leider die Ausnahme ist- und am Nachmittag einfach schnell abbaue und nicht mehr
kann…
Aber all das trenne ich von einem anderen Gefühl. Denn diese Wehwehchen könnte ich noch Wochen
ertragen. Die Sehnsucht ist das Problem. Als ich am Dienstag erst ein paar Stunden im Kreissssaal war
und dann nach Hause ging, war da Hoffnung. Eine große Hoffnung, dass das alles so eine Art Startschuss
war, dass wir bald unseren Sohn im Arm halten könnten. Denn all diese Hoffnung gab mir Kraft über diese
unendlich große Traurigkeit hinweg zu kommen. Denn diese Wehen im Kreisssaal waren vom Gefühl, als
käme jemand mit einem Bündel auf dem Arm, sagt: “Gucken Sie mal: ihr Sohn! Den dürfen Sie jetzt
mitnehmen!” und als ich die Arme danach ausstreckte, das Bündel wieder wegzog. Diese Sehnsucht ist
seit Dienstag geblieben. Jeden Abend ist sie unendlich groß. So groß, dass die Tränen kullern. Ich hab
versucht mit Logik da heran zu gehen, mir selber Mut zu machen, aber wirklich besser wurde es nicht.
Als am Donnerstag Abend kein Ben in Sicht war, machte diese Hoffnung Puff und wurde seitdem eben
nicht mehr gesehen, was blieb war Leere.
Ich wünsche mir nichts mehr, als dass mein Sohn sich den Tag seiner Geburt aussucht und ich wünsche
mir nichts mehr als, dass er fit und gesund ist. Aber noch nie, in keiner Schwangerschaft fühlte ich mich
während dieser so unvollständig. Ben, du fehlst mir und das obwohl du noch nie da warst!

Leider nein VI

Samstag, September 19th, 2009

Heute war eh kein guter Tag zu Gebären, tut mir leid Rinjah! Der Kreisssaal war nämlich voller als voll,
hätte mich zu gern pieksen lassen!

Pünktchen’s Appartment

Samstag, September 19th, 2009