Archive for Januar, 2010

4 Monate mit Ben

Samstag, Januar 23rd, 2010

Lieber Ben,

es ist fast ein bißchen unheimlich zu wissen, dass ein Drittel deines ersten Lebensjahres schon
vorüber ist. Vorüber. Nein, irgendwie ist das nicht das richtige Wort, denn die Zeit mit dir ist ja
nicht plötzlich weg, sondern die bleibt ja für immer da- als Erinnerung im Herzen, festgehalten
hier auf diesem Blog und natürlich auf den Fotos von dir.
Heute Nachmittag hatte ich dich auf dem Arm und hielt dich fest an mich gedrückt. Das gefiel
dir und du machtest einen Laut, den ich wie immer sofort nachahmte. Ich schloss die Augen und
wir brummten so eng umschlungen in einander- und plötzlich war es für einen kurzen Moment
wie früher, wie vor ein paar Monaten als du noch in meinem Bauch warst, als wir noch eins waren.
Dieses Gefühl war wunderschön, ich schnupperte an dir und versank völlig in diesem Augenblick.
Dann hast du in die Hose gepupst und alles musste wie immer schnell gehen. Definitiv eines der
Dinge, an die ich mich noch immer nicht gewöhnt habe, denn es ist anscheinend ein großer
Unterschied, ob man stillt oder das Fläschchen gibt, denn wenn man sich zuviel Zeit lässt auf
den Weg zum Wickeltisch, kann man eigentlich gleich neue Sachen zum Umziehen mitnehmen.
Blöd, dass ich diesen Moment so lange genossen habe. Gut, dass dein Papa da war um dich beim
Wickeltisch festzuhalten, schließlich drehst du dich gern auf die Seite und ich nehme an, dass es
nun nicht mehr lange dauert bis du plötzlich auf dem Bauch liegst. Papa machte also Blödsinn mit
dir und ich ging zum Kleiderschrank, in dem zwar eine Menge Oberteile zu finden waren, aber
wie in den letzten Tagen üblich leider kein einziger Body. Auch gut, dass es diese großen Körbe
gibt, in denen saubere Wäsche auch längerfristig gelagert werden kann. Mit den frischen
Sachen konntest du wieder sauber eingekleidet werden. In der Zwischenzeit hattest du dir
wieder ausgiebigst das Mobile angeschaut, dass über dem Wickeltisch bammselt. Du liebst die
grünen Frösche eigentlich schon lange, seitdem du sie sehen kannst eben, denn sie drehen
sich im Kreis- du lachst richtig und fuchtelst mit den Armen. Du würdest die Frösche wohl
gern festhalten, wie die Teile an deinem Spielebogen, die du eben nicht mehr nur haust. Du
krallst dich darin fest und ziehst. Der Bogen hält das bisher gut aus, stabiles Teil also.
Du bist immer noch so fröhlich. Du lachst so viel und vor allem laut. In dieser Woche hat sich
dein Lachen noch einmal etwas verändert, aber noch immer ist es deines. Du lachst nicht nur,
wenn du die Frösche siehst, sondern auch wenn man dich kitzelt und du bist so unheimlich kitzlig,
ob Achseln, Hals, Beine oder die Handinnenflächen, wenn man selber lacht oder wenn du jemanden
siehst, den du kennst, einen deiner Brüder oder deine Schwester oder wenn nur jemand etwas
witziges sagt, lachst du. Im Gegenzug fängst du bitterlich an zu weinen, wenn die Stimmung
nicht so gut ist, jemand weint oder gar schreit- dann stimmst du mit ein.
Wenn man mich fragt, wann du das letzte Mal gegessen hast oder wann du voraussichtlich wieder
Hunger hast, gibt es oft keine Antwort, weil ich es nicht weiß. Es gibt zwar Tage, an denen ich
dich bewusst anlege, weil wir zum Beispiel zu Toms Turnstunde müssen, aber ohne Grund mach
ich mir die Mühe nicht. Es gibt Tage an denen passt das toll, an anderen habe ich das Gefühl, dass
du kaum etwas anderes machst als trinken. Dann merke ich, dass wir schon länger stillen und es
irgendwann anstrengend wird. Genau so ist das in der Nacht, in der einen trinkst du nur zweimal
und das kurz ohne das ich groß wach werde und in der andern kommt es mir zumindest so vor als
wäre es häufiger. Wie bin ich da froh, dass du und Papa, dass ihr so ein eingespieltes Team seid.
Denn er weiß genau, wie er dich beruhigen kann. Während er dich gern mit den kleinen Finger in
den Schlaf geleitet, bin ich dafür schlicht zu faul, zumindest hab ich das Gefühl, dass das bei uns
beiden nicht funktioniert. Ob du riechen kannst, dass da Milch ist?
Auch wenn du gern mal vom Boden aus zuschaust, was wir so machen, bist du doch viel lieber
auf dem Arm und wirst getragen. Nur ist das für mich auf Dauer mit deinen über 8 Kilo ziemlich
ungemütlich. Und nach wie vor, tu ich mich mit den Tragehilfen schwer, da schlepp ich dich schon
eine längere Zeit bis mir das Tuch überhaupt wieder einfällt. Wenn ich es dann ungelenk binde,
bist du darin sehr glücklich. Es fühlt sich für mich nur einfach noch immer so ungewohnt an.
Mittlerweile hab ich mich belesen und weiß, dass dieses Gefühl normal ist. Diese Art Neues,
Veränderungen mag der Körper erstmal nicht. Er muss sich gewöhnen und ich arbeite daran.
Aber dir ist das sowieso egal, ob Tuch oder Arm- die Hauptsache ist von oben, angekuschelt.
Und für all die Dinge, die anfallen gibt es eben die vielen kleinen Fenster, in denen du da unten
auf dem Boden mit Gucken glücklich bist. Wir machen das doch ganz gut, wir zwei.
Auch wenn ich es genieße zu sehen, wie Tom dich knutscht und die Großen dich immer mehr
wahrnehmen und du nicht mehr so zerbrechlich wirkst und bist, erinnere ich mich so gern an
unsere ersten Tage zurück. Und immer dann wird mir bewusst, dass du eigentlich noch klein
bist, dann schnupper ich an dir, drücke dich fester an mich und genieße. Ich genieße die Abende,
die du eben doch noch bei uns bist anstatt drüben, ich genieße deine großen glänzenden
Kulleraugen, mit diesen umwerfenden Wimpern, deine wunderschöne Schnute, deinen wieder
dichter werdenden Flaum auf dem Köpfchen, deine runden Beine, die kleinen zauberhaften
Hände und Füße. Ach ich könnte einfach verschmelzen mit dir… Und das fühle ich ohne
schlechtes Gewissen, denn bei den Großen war das genau so und es dauert eben einen Moment
bis du einer von vielen Kindern bist, die alle zusammen geschimpft werden, weil das Zimmer
total verwüstet wurde…
Es ist so wunderschön, dass du da bist. Und ich bin so stolz deine Mama, eure Mama zu sein.
Wenn ihr so auf einem Haufen liegt, quillt mein Herz über. Alles meine. Dabei fühlt es sich
eben für uns oft so normal an, wer weiß wie das auf andere wirkt. Für uns seit ihr “nur”
unsere Vier und das ist das normalste auf der Welt, soviele seit ihr doch gar nicht, aber für
andere seit ihr vielleicht viele Kinder. Aber immer unsere.
In dieser Woche hatte ich so ein Erlebnis. Es dauert immer, bis so ein kleines Baby auch im
Kopf ein Kind wird. Bis dahin hat man eben drei Kinder und ein Baby. Du bist mein Baby.
Unser Baby. Aber in dieser Woche war ich einkaufen und kaufte Tischsets für die Kinder.
Als ich am Abend den Tisch in der Küche für das Frühstück deckte, hatte ich plötzlich
ein Set zuviel in der Hand: deines! Die anderen drei Sets hatte ich den Großen schon hingelegt.
Ich hatte beim Kaufen automatisch vier gegriffen und es war mir bis dahin nicht aufgefallen.
Das sind die Momente, in denen ich mich freue, dass bald du ein Teil der kleinen Meute bist,
die um mich herum wuselt, spielt, einfach lebt. Bis dahin bist du aber noch ein Teil von mir
und ich genieße…

4 Monate

Dein Tag

Freitag, Januar 22nd, 2010

Es ist gar nicht so einfach die richtigen Worte zu finden ohne alles zu sagen. Heute gehe
ich darin auf, dich glücklich zu machen, dir kleine Wünsche zu erfüllen, damit sich bei
dir, dass gleiche wunderschöne Gefühl einschleicht wie bei mir: Heute ist ein besonderer
Tag. Dein Tag. Ab heute bist du wieder 8 1/2 Monate ein Jahr älter als ich. Ab heute endet
offiziell in unserer Familie die Weihnachtszeit. Denn es ist dein Tag. Wie jedes Jahr läuten
wir in Gedanken, den Frühling ein…Alles riecht nach Aufbruch, Veränderung und gleichzeitig
fühlt man die Liebe und Geborgenheit. Ich liebe dich! Und genieße diesen Tag mit dir!
Alles Liebe zum Geburtstag!

Du & Ich
2003! Wir waren mal allein. Ist ne weile her, aber stimmt wirklich in echt jetzt! :)

“Glaubst du wie ich daran,
Dass alles gut sein kann,
Solange wir zusammen sind?
Brich das Eis,
mit dem Schritt,
Der jedes Atmen zum Wagnis macht.
Halt mich fest,
mit Gefühl.
Es ist so schön wenn du lachst.”

Mia, Tanz der Moleküle

Putzen im Oberstübchen

Donnerstag, Januar 21st, 2010

Ich puste oft meinen Kopf frei, wenn ich räume. Das machen meine Hände, ich muss nicht
nachdenken, wo etwas hingehört, das passiert von allein. Wenn ich sehr durch einander bin,
verspüre ich das dringende Bedürfnis aufzuräumen, kann ja schlecht einfach eine Stunde an
der frischen Luft spazieren gehen und dabei denke ich nach. Mit viel Glück ist alles klarer,
wenn ich fertig bin… Wenn nicht: Einfach den Krümeln folgen, denn da sind die Kinder und wo
die Kinder sind, gibt es was zum aufräumen…

Ben, fast vier Monate

Mittwoch, Januar 20th, 2010

Ben

Was ein Blick!

Fläschchen- Training?

Mittwoch, Januar 20th, 2010

Muss man mit 6 Monaten aufhören zu Stillen? Und wenn ja wie? Hört man abrupt auf und gibt
das Fläschchen oder ersetzt man einfach eine Stillmahlzeit mit Brei? Oder stillt man bis einer von
Zweien keine Lust mehr hat?
Eine Freundin meinte, ich müsse ihrer Meinung nach demnächst ein Fläschchen mit Muttermilch/
Plastikmilch anrühren, damit Ben sich schon mal an das Fläschchen gewöhnt, denn sonst bräuchte
ich mich nicht wundern, wenn er sich später mit dem Fläschchen schwer tut. Das Problem ist nur,
ich möchte ihm gar kein Fläschchen geben. Momentan gehe ich abends aus und komme eben zurück
für seine nächste Stillmahlzeit. Ich hab ihm noch nie ein Fläschchen angeboten weder mit Plastik-
noch mit Muttermilch. Und den Nuckel bekommt er auch nicht, da der Zug abgefahren ist, damit
bräuchte ich jetzt nicht mehr anfangen. Aber stutzig macht mich das schon. Trotzdem will ich
nicht auf eine Eventualität hin, jetzt etwas tun, was ich gar nicht möchte- diesen Milchmix
anbieten. Ich könnte ja stillen bis er drei ist, sagt die andere Freundin. Ja, das möchte ich auch
nicht. Ich hab mir ehrlich gesagt zu diesem Abstillen noch gar keine Gedanken gemacht. Ich dachte,
wir machen das einfach solange es für uns passt. Aber auch bei der Rückbildung hörte ich eine
Frau zur anderen sagen, nu sei ja bald Schluss mit Stillen und darüber sei sie ja traurig, wäre ja
schließlich das letzte Kind. Nanu, dachte ich einfach so Brust weg? Und Flasche her? Wozu dann
der ganze Aufwand vorher? Ich will ja jetzt gar nicht anfangen wieder Pulver und Wasser durch
die Gegend zu tragen. Das muss jetzt nicht sein. Und noch springt er mir nicht auf den Tisch, Brei
ist also noch nicht so das Thema bei uns. Aber sagen Sie mal, wie war das denn so bei Ihnen?

23 Minuten

Dienstag, Januar 19th, 2010

Um 17.51Uhr sagte ich den Kindern, dass sie sich anziehen sollen und um 18.14Uhr rollten von
meiner Freundin zu Fünft mit dem Zwillingskinderwagen Richtung Heimat. 19.30 Uhr lagen alle im
Bett und um 20Uhr war dann Ruhe. Eine Stunde zu spät- ich bin sowas von aus der Übung.

Der Zwilling

Sonntag, Januar 17th, 2010

Unsere beiden Großen haben wunderschöne Namen bekommen. Die Bedeutung war mir immer wichtig.
Dann wurde ich ein drittes Mal schwanger und der Name Tom gefiel mir so gut, nur die Bedeutung
nicht: “Der Zwilling”. Schon damals war klar, wessen Zwilling er sein würde, ich fühlte das einfach. Auch
wenn ich mir immer Mühe gab aus dem Namen keine selbsterfüllende Prophezeihung zu machen,
wurde aus diesem “Bauch”gefühl ein greifbares.
Seit Wochen schreit Tom am Abend. Seit langen Wochen und im Augenblick mit dem, was in unserem
Leben so passiert, ist es so belastend geworden, dass es mir überhaupt auffiel. Wir haben wirklich viel
probiert und dennoch schreit er. Aus Prostest. Er schreit alles, was sein Wortschatz hergibt: Licht an!
Licht aus! Herkommen! Mama! Papa! Tür zu! Tür auf! Abraxas (der Kater) raus! An seinem Abendritual
hat sich nichts verändert. Wir gaben allem nach, Licht an, dann aus, Türe auf, Türe zu. Er wirft jeden
Abend seinen Nuckel raus, seine Puppe und seinen Teddy, immerhin bleibt das Bettzeug mittlerweile
wo es hingehört. Jeden Abend gehen wir hin, wenn er schreit, sehr oft, sehr sehr oft. Sobald er hört,
dass wir kommen, hört er auf zu Schreien. Er ist hundemüde, dass seh ich, dass weiß ich. Und ich
kenne das noch. Eine zeitlang war es besser und zwar die 1 1/2 Wochen zwischen Elternzeit und
Kündigung vom Gatten. Da war ich hier allein am Abend und konnte stillend nicht immer wieder rüber.
Irgendwann flog der Nuckel raus, aber nur soweit, dass er selbst noch hinkam. Und plötzlich wart Stille.
Er schlief fortan nach diesem einen Abend, allein ein. Ich hatte nicht geschimpft, ich hatte nur mit Ben
nicht gekonnt wie ich gewollt hätte. Nun schreit er wieder seit Mitte Dezember immer mal wieder-
jeden Abend unterschiedlich lang. Mittlerweile ist die Türe am Abend sperrangelweit auf
und das grelle Oberlicht im Flur strahlt genau in sein Zimmer. Ich habe alles probiert, sogar hingehen
bevor er weint und noch einmal streicheln und einen extrem gekürzten Mittagsschlaf. Da ist er wieder
der elterliche Aktionismus, dabei müsste ich es besser wissen. Ich weiß nicht, wieso er weint. Ich saß
schon an seinem Bett- alles was geht, haben wir probiert. Es gibt anscheinend keinen Grund. Es ist
vielleicht schon ein Ritual geworden. Ich bringe es nicht übers Herz ihn mit Absicht schreien zu lassen
bis er einschläft, er soll ja wissen, dass wir da sind! Und ich probiere nun noch einmal das vorher zu
ihm gehen und das Fortführen des knappen Mittagsschlaf. Aber schlussendlich sagt mir mein Verstand,
dass sein Zwilling genau so war. Mit 22/23 Monaten erlebte ich das alles ähnlich bei einem anderen
Kind. Es war schrecklich. Nur eine Phase wie alles zuvor, aber schlimm, richtig schlimm. Und urplötzlich
war es auch damals ausgestanden. Heute habe ich so tolle Schläfer, die sich immer gut im Schlaf
erholen können…
Du Miniausgabe… ich kann langsam nicht mehr, denn es zerreißt mir das Herz. Bitte lass diese Phase
zu Ende gehen, ja?!
Nach einem Gespräch mit Toms Oma, weiß ich wer Schuld ist

Vom Vollstillen

Sonntag, Januar 17th, 2010

Als ich diesen Wunsch verspürte, mein Kind stillen zu wollen, dachte ich nicht, dass ich am Ende
derart anders empfinden würde. Ich zog mit viel Liebe drei Flaschenkinder groß und gefehlt hat
den Kindern nie etwas, nur irgendwann mir. Fläschchen zubereiten war das, was mit Trauer und
kurzer Zeit Erleichterung beim Tochterkind begann, beim großen Sohn einfach nur in Dankbarkeit
fort geführt wurde und in schwerer Zeit großen Halt gab, aber schon beim großen, kleinen
Sohn ein Verzichten wurde.
Stillen wurde mit ihm ein sehnlicher Wunsch, der unerfüllt blieb und brachte eine neue, andere
Trauer. Sehnsucht blieb. Und so wuchs die Kraft, das Vertrauen in mich und die Zuversicht es
dieses Mal versuchen zu wollen- mir meinen Herzenswunsch zu erfüllen: Ich wollte den kleinsten
Sohn stillen.
Seit beinah vier Monaten stille unseren kleinsten Sohn. Voll. Als hätte ich nie etwas anderes getan.
Es klappte zu meiner Verwunderung völlig unkompliziert. Trotzdem war es ein gutes Gefühl eine
Stillberaterin zur Seite zu haben. Alles wofür ich vorher nie die Kraft oder den Mut gehabt hätte,
alles was mir so lange schmerzlich in Erinnerung geblieben war, hatte sich nach den ersten zwei
Tagen schon verflüchtigt, als die Milch einschoss. Vergessen die ersten Wochen mit den Tochterkind-
vergessen der erste Milcheinschuss mit ihr, vergessen die durchgepumpten Nächte, die Tränen,
das Weinen, die Flecken und vergessen der schmerzende Busen. Je mehr Zeit nun verging, desto
mehr konnte ich das Stillen genießen, auch wenn bis heute der Milcheinschuss schmerzt. Stillen ist
mir die Insel, die ich im Alltag brauche um nicht zu ertrinken. Aber auch große Verantwortung. Wenn
der Tag mit Vieren schon soviel Kraft verbraucht und in der Nacht, trotz grösster Mühe und Hilfe von
Papa nur Mama der ersehnte Frieden fürs Kind ist und in all meiner Erschöpfung nur ein “Ich kann
nicht mehr” hallt, muss ich dennoch können. Ben braucht mich, denn er hatte noch nie dauerhaft
einen Nuckel im Mund, geschweige denn ein Fläschchen mit oder ohne Muttermilch.
Es ist weder besser noch schlechter zu Stillen, sondern anders. Stillen ist eine beidseitige Exklusivität.
Ich kann nicht sagen, aber ich wage es zu bezweifeln, ob es daran liegt, dass Ben keinen Schnuller
mag, doch der Busen ist nicht nur Essen. Busen ist für uns Kuscheln und Nähe. Wie oft hatte ich
schon das Gefühl, er bräuchte jetzt einfach mich, um sich zu beruhigen. Niemals hätte ich meinen
Kindern ein Fläschchen angerührt, weil sie so unruhig waren und von neuen Eindrücken überfordert.
Aber in eben genau diesen Situationen stille ich. Es ist ein bißchen wie ein Zauber. Denn ich kann
Bens Welt wieder heile machen, wenn sie für ihn einmal Kopf steht.
Ich kann nicht sagen, ob es am Stillen nach Bedarf liegt oder an mir, aber im Gegensatz zu den
Erinnerungen an die erste Zeit mit den Großen -und die Erinnerung kann trügen- gibt es hier weniger
feste Zeiten. Und noch stört es mich nicht, weil ich fühle, dass es gut für ihn, für uns ist. Ich bin
noch immer ein Liebhaber der festen Abläufe für Kinder, ich glaube noch immer, dass das ganz
besonderen Kindern Halt gibt, diese Struktur. Und als ich merkte, dass Ben am Abend unruhiger
wurde, während wir einfach weiter lebten und sein Bedürfnis nach Ruhe nicht erfüllt werden konnte,
stillte ich ihn kurze Zeit später am Abend nur noch in unserem Schlafzimmer, damit er Ruhe und
Schlaf finden konnte. Er schläft zwar noch nicht durch, aber er schläft mit Unterbrechungen, in
denen ich für ihn da bin- in Ruhe- in unserem Schlafzimmer ohne uns bis wir zu ihm gehen, um
ebenfalls zu schlafen.
Ich bin so unendlich froh, dass ich diesem Herzenswunsch nach gegeben habe und meine Neugierde
gestillt habe. Für mich ist Stillen einfach anders. Ich habe unter den Blicken gelitten, als ich meine
Tochter nicht stillen konnte, vielleicht fühlte ich mich auch beobachtet, beim großen Sohn war ich
trotzig und frech, weil anderes an dieser Stelle soviel wichtiger war und beim großen kleinen Sohn
war ich schon traurig und brauchte lange Zeit zu akzeptieren, dass ich den Mut einfach nicht gehabt
hatte. Jedes Kind verbrachte viel Zeit an meinem Busen, trotz der Flasche, aber nicht bei jedem Kind
fehlte mir etwas. Jedes Kind hatte ich wahrgenommen. Fläschchen füttern muss man ebenso lernen wie
das Stillen. Auch mit der Flasche lernt man mit der Zeit Tricks und Kniffe, es ist nichts was einem
zufliegt. Auch Flaschenkinder haben Wachstumsschübe, die man wahrnimmt und auf die man eingeht,
auch Flaschenkinder schlafen nicht immer durch. Mütter, die sich gegen das Stillen entscheiden sind
keine schlechten. Und Mütter die sich für das Stillen entscheiden sind nicht automatisch die besseren.
Es ist simpel- für uns grad schöner. Ich bin stolz auf mich, auf ihn, auf uns. 4 Monate schon.
Damals gab es für mich nichts schöneres, als mich am Abend mit den nun Großen zurück zu ziehen,
um ihnen die Flasche zu geben, mit ihnen zu schmusen, in ihre großen Augen zu sehen, die während
des Trinkens immer kleiner wurden und manchmal im Schlaf versanken.
Es ist toll zu sehen, wie ich meinem Kind seit seiner Geburt über vier Kilo geschenkt habe. Und heute
gibt es für mich nichts schöneres als mich mit Ben im dunklem Schlafzimmer zurück zu ziehen, mich
mit ihm unter die kalte Bettdecke zu kuscheln, zu hören wie er versunken trinkt, wenn er sich an mich
schmiegt, zu fühlen wie er einschläft, sich seine kleinen Hände auf meinen Busen legen, sich seine
kleinen Finger um meine schließen, wir einander zugwandt im inzwischen warmen Bett liegen, ich
seinen kleinen Kopf streichle und ich dabei diesen zauberhaften Duft von Baby in der Nase habe.

Einer von Ihnen

Samstag, Januar 16th, 2010

Wenn im Radio von der Zahl der Arbeitslosen die Rede ist, weiß man, dass man einer von
dieser großen Zahl ist. Seit heute nun nicht mehr freigestellt, sondern offiziell arbeitslos.

Just Me- Mommy.

Freitag, Januar 15th, 2010

Just Me- Mommy