Der Kreislauf der Wäsche

Nach dem Umzug ins neue Heim, war ich gut in der Zeit mit meiner Wäsche. Dann bekamen wir für ein paar Tage Besuch und schwupps war ich raus aus dem Wäschekreislauf des Lebens. So schnell kanns gehen! Und ich fand wirklich keinen Zugang mehr zur Wäsche. (Klingt das nicht viel schöner als: Ich war zu faul!?) Jedenfalls kostet es wirklich Überwindung erst irgendwo hin gehen zu müssen, um sich diesem Problem ausgiebig zu widmen. Denn in so einem großen Haus (Achtung ein erneutes Luxusproblem!) läuft man ständig rauf und runter und irgendwie ist der Keller da am Abend nicht sonderlich attraktiv und dann noch das schöne Wetter- Sie verstehen bestimmt, was ich meine. Eines Tages, nachdem der Gatte die Scheidung in Betracht zog, weil er keine Unterhosen mehr fand, nirgends- überkam es mich, ich opferte mich und ließ den Gatten alle vier, fünf Körbe frisch gewaschener Wäsche nach oben ins Wohnzimmer bringen. Tapfer kämpfte ich mich durch die Berge. Mir wurde sogar eine Pause gegönnt. Und nachdem ich das überlebt hatte, dachte ich bei mir, dass es vielleicht die besser Idee wäre, jeden Tag so ein bißchen Wäschekreislauf anzugehen… Tapfer. Jeden Abend bin ich jetzt dort unten in der Großfamilienvorhölle anzutreffen. Ich hole erst die Wäsche aus dem Trockner und lege sie in den Korb, nehme die getrocknete, nicht trocknergeeignete Wäsche vom Ständer ab und lege sie obendrauf, (streng nach Plan), erst dann kann ich nämlich die nasse Wäsche aus der Waschmaschine nach Trockner und Ständer sortieren, d.h. die nasse Wäsche wird gleich aufgehangen und dann wird eine neue Maschine für den nächsten Tag vorbereitet, an schlechten Tagen gleich angeworfen. Ganz zum Schluss wird die gesamte trockene Wäsche gefaltet, in ein Körbchen sinnvoll nach Etagen getürmt und nach oben gebracht, auf die Treppenstufen zum ersten Geschoss zwischengeparkt, um am nächsten Tag mit Glück durch die Räume in die richtigen Schränke geräumt zu werden. Dabei komme ich mir jeden Abend vor wie eine kleine Fabrik. Ich würds ja gern lassen, aber da ist nichts zu machen, der Kreislauf der Wäsche eben.

15 Responses to “Der Kreislauf der Wäsche”

  1. eva Says:

    uah. das kenn ich nur zu genüge!! die wäschehölle.
    im zukünftigen haus plane ich die waschma und trockner ins obere bad zu stellen, weil von dort aus jeweils eine halbe treppe zu den erwachsenen-schränken und eine halbe treppe nach unten zu den kizi-schränken zu bewältigen ist. und keine wäsche im dauernden sichtbereich rumstehen wird.
    mein mann will aber die waschma+trockner in den keller stellen, worauf ich ihm garantiere, dass die wäsche wieder im sichtbereich, also eg esszimmer und küche, stehen wird, was ich hier in der wohnung so hasse. nein, der keller ist nicht modern, sondern alt. zwar saniert, aber alt. kein wirklich schnuckeliger aufenthaltsort. ich möchte menschlich hausarbeit verrichten. und bei 5 köppen fällt ja ewig wäsche an..
    in meinen augen einziger nachteil an meiner version ist, dass man die wäsche von oben in den garten(wenn das wetter es hergibt) zum aufhängen bringen muss. und man ein bad von 3en quasi zur wäschehölle erklärt.
    wie findest du das denn, so mit haus und wama im keller??? ich bin auf meinungssuche. alle meine freundinnen stimmen MIR zu, alle männer stimmen andreas zu (der nie wäsche macht ;D, aber die wama könnte ja mal auslaufen und dann oben im bad, ja klar, die neue hat ja nur aquastop… )
    lg eva

  2. PaulaQ Says:

    Ich flüchte sogar, allerdings tagsüber, in die Waschküche….dort haben die Kinder nicht viel Platz zum Spielen und verziehen sich dann (meist) schnell wieder und ich habe ein paar Minütchen Ruhe und kann Wäsche meditieren….oder fließbandartig irgendwie verarbeiten…

  3. jo Says:

    Bei uns ist das auch so. Abends wenn die Kinder schlafen, gehts erst auf den Balkon dann wird nachgeladen und gelegt. Zusätzlich habe ich noch einen Bügelkorb. Und wehe, man kommt raus…

  4. Nils Hitze Says:

    Bitte nicht über evtl. auftretende Fehler wundern, ich bearbeite gerade WordPress um ein zusätzliches Blog unter die Haube zu bringen.

  5. frau siebensachen Says:

    ich nenn es das hmasterrädchen…
    und mag es garnicht, das abends zu erledigen. aber oft ist eben nur dann zeit dafür.
    (hier kein keller, große altbauwohnung mit waschmasch in der küche, wäsche allüberall)
    *seufz*

    (und dabei hab ich nur drei kinder und schon seit einem halben jahr keine windelwäsche mehr. es war also schonmal mehr. trotzdem ist es viel)

  6. frau siebensachen Says:

    das HAMSTERrädchen mein ich doch
    (tsculdigung, müde augen sehen manchen fehler nicht)

  7. Svenja Says:

    Ein leidiges Thema, diese Wäsche… Wenn ich es mal wage einen Tag lang nicht zu waschen, aufzuhängen oder wegzuräumen, dann komm ich kaum noch hinterher. Was ein Tag alles ausmacht (Mehr darf ich mir nicht erlauben…)
    Schlimmer ist, dass ich keinen Trockner habe (Ich beineide Sie!!!) und ich HASSE Wäsche aufhängen.
    Wo ich früher, als wir nur zu Zweit waren mit ein, zwei Maschinen pro Woche auskam, läuft sie nun mit fünf Personen ein, zwei Mal am Tag *seufz*

  8. tonni Says:

    Hier sinds ja nur 2.
    aber dafür ein täglich hemden träger, das ist auch schon was.

    und die grosse hat die angewohntheit, den ablauf ganz gern mal durcheinader zu bringen. weil der – einzige- pyjama shorty frisch gewaschen gleich 12 stunden später wieder in der wäsche landet. Weil Honig drauf ist. Und nur noch der dicke Niki Pyjama zur Verfügung steht – der aber bei 24 °C in der Wohnung indiskutabel ist… Dabei steht aber gerade die xyz Wäsche an, wo genau der Shorty gar nicht rein passt undsoweiterundsofort.

  9. Schussel Says:

    (Was soll ich sagen. Wäsche macht bei uns irgendwie inoffiziell der Mann, und sollte ich mal keine Unterhosen mehr finden, so bekomme ich höchstens ein schlechtes Gewissen wegen fehlender Mitwirkung meinerseits….)

  10. Katrin Says:

    Wäsche ist bei uns eher kein Problem, aber vielleicht kommt das noch, wenn sich die Familie dann vergrößert …
    Sobald der Korb (der im 1.Stock steht) voll ist, wandert er mit mir in den Keller – meist verbinde ich das mit etwas anderem, z.B. Vorräte verstauen oder hochholen. Wenn die Wäsche fertig getrocknet ist wandert sie ins Erdgeschoss aufs Wohnzimmersofa. Dort sortiere ich sie sofort (auf dem Sofa nervt mich die Wäsche nämlich gewaltig) und wird meist auch umgehend in die entsprechenden Schränke verteilt.
    Wenn ich mal nicht dazu komme (vor allem wenn der seltene Fall eintritt, daß ich total krank und bewegungsunfähig bin), dann komme ich doch mal aus dem Tritt. Mein Mann wäscht dann zwar auch mal Wäsche, aber erst, wenn er nichts mehr zum Anziehen hat …
    Ich erinnere mich aber noch an früher, da lagen überall Berge von Wäsche, in Körben, in Ecken, ich schaffte es einfach nicht. Gewaschen habe ich damals zwar auch fast täglich, aber die Sache mit dem Sortieren und Wegräumen klappte nicht …
    Keine Ahnung, wann sich das geändert hat …
    Im neuen Haus habe ich bereits einen Wäscheabwurfschacht geplant, mal sehen, ob das auch umsetzbar ist …

  11. Patricia Says:

    Wir haben zwar “nur” drei Kinder, aber bei uns schaut die Wäschefabrik ähnlich aus wie bei Ihnen: Unten türmen sich die Berge vor der Waschmaschine, werden systematisch nach Farben weggewaschen, meist draußen auf der Leine getrocknet, nach Kinderzimmern in Körbe sortiert, auf der Treppe zwischengelagert, mit viel Glück am nächsten Tag in Schränke sortiert (um am übernächsten wieder schmutzig vor der Wama zu landen ;-)) …

    @Eva: Ich geh mittlerweile wie PaulaQ auch gern in den Keller in meine Waschküche, da ist es so schön ruhig und kühl, fast wie in einer Kapelle – und da für Kinder so unspannend, habe ich dort viel Ruhe :-) … Für mich wäre die auslaufende Waschmaschine auch ein Killer-Argument …. (ich bin aber kein Mann ;-))

  12. GZi Says:

    Wie Du liest, bist Du nicht allein mit diesem Kreislauf ;-)

  13. sabrina Says:

    Na ja, wir sind hier zwar “nur” ein 4 Personen Haushalt aber hier wird auch noch alles gebügelt…. das kostet richtig Zeit…. :-)

  14. kassiopeia Says:

    @eva: Ich geh einfach ungern in den Keller. Ich mag es auch mitten im Leben. Bin auf der anderen Seite froh,
    die Berge und Maschinen nicht mehr sehen zu müssen. Ich glaube du hast dir deine Frage schon längst selbst
    beantwortet, nun quatsch mit deinem Mann. Und wenn du die Wäsche machst, dann entscheidest vermutlich
    sowieso du über dein “Arbeitszimmer” :)

    @Schussel: Wir sind ein Team, jeder hat seine Aufgaben um den Betrieb am Laufen zu halten. Bei uns
    braucht keiner ein schlechtes Gewissen haben, wenn er sauer ist, weil der andere seine Beiträge nicht
    beisteuert. Bin ja auch mässig begeistert, wenn er das Katzenklo nicht täglich etwas säubert… Börks!

    @Katrin: So ein Schacht klingt ja erstmal gut, so wird die Wäsche hier immer nur runter gekickt auf die
    nächsten Stufen :) Aber ich hätte Angst den Überblick zu verlieren beim Schacht… so ist es immer ein bißchen
    (manchmal ein bißchen mehr) :)

    @sabrina: Ich hasse bügeln wie die Pest und finde auch selten Zugang zur Bügelwäsche :)

  15. souffleurlos » Blog Archive » Mountwashmore Says:

    [...] unserem Urlaub habe es ich seit langer Zeit mal wieder geschafft, jeden Tag einen Korb Wäsche zu falten, dafür machte ich jeden morgen eine [...]

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