Archive for August, 2010

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Mittwoch, August 11th, 2010

Mein liebster Mensch. Heute kurz nach 17Uhr kamst du die Treppe hoch und sahst ein Kind am
Treppengeländer, dass sich schier überschlug vor Freude dich zu sehen. Zwei Minuten später
lief es einen kleinen Schritt, den du mit erleben durftest. Du hast die drei anderen Minimonster
ins Bett gebracht und mit mir zusammen die Reste gepackt, denn morgen fahren wir ohne dich
nach Berlin. Eine Woche ohne dich.
Vor genau 8 Jahren. Um 17Uhr stiegst du in Berlin am Zoo aus dem Zug. Und ich war nicht da. Mal
wieder zu spät. Aber dann sahen wir einander, machten Schritte aufeinander zu und überschlugen
uns vor Freude. Wir ratschten den ganzen Abend, hörten Musik, schauten einen Film und irgendwann
gingen wir leicht bekleidet, wir zwei fast Fremde in ein Bett. Wir schliefen neben einander bis
zum ersten Kuss in der Nacht.
So war das vor 8 Jahren, wir zwei Beide. Heute sind vier 6. Und nicht weniger verliebt. Im Gegenteil,
wir sind uns näher, denn je. Ich liebe dich. Du und ich, unser 11. August.

Von Berlin zur See…

Dienstag, August 10th, 2010

Nur noch zwei Nächte, dann heben wir ab. Die Kinder und ich fliegen. Der Gatte probt für
eine Woche das Singleleben, während ich mich durch den 24h Tag mit den Kindern kämpfe…
Und ich? Ich kann an nichts anderes denken, als an Wäsche, Koffer, Packen, nur ja nichts
zu vergessen, als würde mein Leben davon abhängen. Vermutlich simple Verdrängung, den
der Flug mit vier Kindern interessiert mich so gar nicht, an die Nächte denke ich noch gar
nicht, eher an die mir verbleibende Zeit mit dem Gatten und auch sonst freu ich mich nur auf
die bevorstehende Auszeit nach unserem Strohpapasein, auf zwei Wochen Ostssee. Auf einfach
mal Abschalten, nichts hören, nichts sehen. Soweit der Plan. Ach ja und endlich schreiben.
Schreiben, schreiben, schreiben, will ich.

Fressraupen

Sonntag, August 8th, 2010

So manches Mal versinken der Gatte und ich uns in Tagträumereien. Gerade am Wochenende,
wenn wir alle zusammen lange und ausgiebig frühstücken, versuchen wir in Gedanken zu
fassen wieviel wir wohl später mal vernaschen werden. Aktuell ist es schon viel. Aber kein
Vergleich zu den Mengen die unsere drei großen Söhne später mal vernichten werden. Für
ein Frühstück am Wochenende brauchen wir im Augenblick noch 2l Orangensaft, 2l Milch, 2-4
Milchkaffee, 4-6 Croissants oder Brötchen, 8 Eier, eine Packung Speck, einmal Papas Pancakes
für alle, 3 Actimel und Unmengen Frosties, Smacks und Knusper- oder SchokoMüsli. Wenn
wir mal unter der Woche vom Bäcker eine Toast holen ist das an einem Frühstück eingeatmet,
später werden es wohl drei für ein Frühstück.
Wir vernichten einen Träger Milch, also mindestens 12l in der Woche, literweise Wasser, 3-4
American-Sandwichtoast, eine Erdbeermarmelade und ein Glas Nutella. Eigentlich könnte die
Ökokiste zwei Mal in der Woche kommen, denn so müssen wir noch mal zu Markt einkaufen.
Am Wochenende kaufen wir Fleisch und als wir gestern über 600g aßen, stellten wir fest, dass
es vom Metzger ruhig a bissl mehr hätt sein dürfen. Der Rest ist einfach nicht mal richtig
aufzählbar, wir essen einfach gern und gut.
Wir sitzen also oft da, staunen und fragen uns wie das wohl mal wird. Wir und die Kinder an
einem Tisch, und irgendwann dann mal eine Freundin, ein Freund oder eben vier Freundinnen
und Freunde oder Partner.
Wir genießen das. Irgendwie ist das toll, und es wird toll sein. Ein bißchen anders. Und während
ich im Kopf die Einkaufsliste ergänze, stellt der Gatte schon mal vorsorglich Putzpläne auf:
linke Tischhälfte räumt ab, die rechte wischt den Tisch und holt den Staubsauger, die Tischenden
räumen die Spülmaschine ein. Und vorm Frühstück gibt es dann Wäschekörbe aus dem Keller
hochzutragen mit morgendlichen Cerealien.

So müde Tage halt

Samstag, August 7th, 2010

An denen man es nicht nur nicht schafft etwas in den Keller mit runter zu nehmen und sich
zu merken, was man auf dem Rückweg eigentlich mitnehmen wollte, sondern zurück geht
und vergessen hat, dass man überhaupt etwas mit hoch nehmen wollte. Können Sie mir
folgen? So Tage halt…

Woran man merkt, dass Ferien sind.

Donnerstag, August 5th, 2010

*Kinder stehen Schlange, um den Gedanken mit mir zu teilen, dass ihnen langweilig sei.
*Der Kaffeekonsum steigt rapide.
*Man erwartet den Feierabend so sehnlichst wie noch nie, nicht um die Kinder los zu werden,
sondern den Lärm.
*Man wünscht sich Taubheit/ ein Au-Pair/ einen längeren Krankenhausaufenthalt.
*Man erlangt zu der Erkenntnis, dass die eigenen Kinder wie Magneten sind, sie stoßen sich mal
ab und ziehen sich im nächsten Augenblick wieder an.

Liebe ist…

Mittwoch, August 4th, 2010

mit ihm gemeinsam darüber zu kichern, dass man beim Kuscheln im Gras einen bleibenden Eindruck
Abdruck hinterlassen hat.

Soviel dazu was wir so tun, wenn die Kinder im Bett sind. Jetzt noch ein Glas Sekt um den Feierabend
einzuläuten.

Flattr

Dienstag, August 3rd, 2010

Mal wieder ein Update vom Gatten: Jetzt gibt es auf Souffleurlos einen Flattr Button mit dem ihr
Beiträge, die euch besonders gefallen eine Art monetäres “Like” aufdrücken könnt.

Natürlich nur, wenn ihr auch einen FlattrAccount habt und euer FlattrKonto aufgeladen ist. Auf Anfrage
an nhitze@gmail.com kann ich ein paar Invites zur Verfügung stellen (5 um genau zu sein).

First come, first serve.

Demnächst auf Übermüdet dann ein Interview mit einer der Geschäftsführerinnen von Flattr. Stay tuned.

Zurück erobert…

Sonntag, August 1st, 2010

hab ich mir hier den Alltag. Seit einem Monat ist der Gatte wieder glücklicher Arbeitnehmer und
ich schmeiß den Laden daheim wie vorher von 8- 19.30 Uhr ohne ihn. Ich hatte wie eigentlich immer,
wenn solange Unterstützung vor Ort ist, und dann noch die bessere Hälfte, ordentlich Muffensausen.
Aber wie immer- schwupps und man ist wieder mitten drin und erzählt dem Gatten am Abend,
wie man jetzt was genau macht (oder auch nicht, ahäm und wundert sich dann über dies oder das).
Die Fahrerei hat sich eingespielt und es gibt ein neues Abendritual. Ich musste wieder lernen, dass
ich mich nicht Zerteilen kann um bei zwei Kindern gleichzeitig zu sein. Ein Luxus, wenn man zu
Zweit ist: vier Arme.
Aber es geht kaum noch schlimmer. Der Alltag hat sich unheimlich verdichet. Ich dachte nicht, dass
das geht, aber es ging sehr wohl. Vorallem alles immer über kreuz, das Koordinieren der Termine
ist eine Lebensaufgabe. Am Montag findet im Augenblick vorüber gehend bei mir am Vormittag eine
Mutter-Kindgruppe statt, am Nachmittag hat Zoe Ballett, Dienstag Vormittag war das Turnen mit Tom,
das mit Ben (& Tom) ab September fortgeführt wird, Mittwoch war bisher immer Fenkid, Donnerstag
ist und bleibt die Stunde Ergotherapie für Noah, Freitag Vormittag nun Fenkid und ab Oktober dann
die Montessori-Gruppe für Tom. Also für jeden, was dabei. Frühstück mit Freundinnen zukünftig
erstmal nur noch Mittwoch und Donnerstag, die anderen Tage sind verplant, dafür bleiben uns die
Nachmittage bis auf den Montag erhalten, da wir Noah donnerstags immer extra früher abholen, damit
wir schon wieder kurz nach 15Uhr zu Hause sind. Zu Hause. Nach zweimal Bus fahren. Aber auch das
hat sich so toll eingespielt. Manchmal schläft Tom dabei ein, weil er ja keinen Mittagsschaf mehr
macht, aber irgendwann doch unheimlich abbaut. Wenn das passiert gestaltet sich das Aussteigen aus
dem Bus dann manchmal recht abenteuerlich, bepackt mit Einkauf, einem Kinderwagen, einem schlafenden
Kind auf dem Arm und zwei andere Wuselknuseln am langen Arm. Aber auch das- wir sind ein super
Team geworden. Einzig und allein Bauchweh bereitet mir unser Timing. Um 17Uhr hol ich die Kinder
auch bei schönem Wetter schon rein. Wir essen dann Abendbrot. Im Anschluss dusche ich alle vier
Kinder, putze ihnen die Zähne, wir schauen zusammen den Sandmann an und dann beginnt das
Laufen von Zimmer, zu Zimmer. Allein die Zeit, die ich für die Körperpflege von vier kleinen Menschen
brauche und bis alle angezogen sind ist unvorstellbar. Davor hatte ich immer Sorge, denn bisher
duschte ich nur die Großen am Abend. Nun sind es alle vier. Es wird nicht mehr anstrengender. Einzig
das elektrische Zähneputzen wird dann noch einmal Zeit fressen, denn das mache ich momentan nur
bei Zoe und Noah. Insgesamt also dafür 4 min. Nicht eingerechnet die Unterbrechungen und das
Einsammeln des neuen Kindes. Reine Putzzeit bei 4 Kindern irgendwann mal also 8 Minuten.
Inklusive des Drumherum bestimmt allein dafür 15min. Was ein Spaß. Das ist Großfamilie. Danach
alle auf die Couch, Portion Sand abholen, dann wieder alle rauf (mit Tricks und Kniffen, die Mann
kennen muss.. ahäm…) Jeder eine Geschichte, und schwuppdiwupp ist es 19Uhr. 2 Stunden also von
der Idee, es wäre Zeit, zu: allen Kindern in ihren Betten.

Sommer, Sonne, Sonnenschein

Sonntag, August 1st, 2010

Getarnt

Sonntag, August 1st, 2010

Wie bereitet man die eigenen kleinen Kinder darauf vor, dass es sein könnte, dass ihnen ein nackter
junger Mann auf der Baustelle neben an ein wenig seltsam vorkommt?
Sie lachen! Aber gestern Abend hat genau dort ein junger Mensch sich nackt ausgezogen, mit
Schlamm eingeschmiert und sich Freude bereitet. Nun in allen Köpfen ein großes Fragezeichen:
Wird er wieder kommen? War es eine Mutprobe oder nur der Anfang. Aber irgendwie wollte ich die
Kinder vorwarnen. Also etwas unkonventionell am Frühstückstisch, den Kindern erklärt, dass es
sein könnte, dass ihnen mal ein Junge auf der Baustelle begegnet, der an seinem P.enis spielt. Ganz
frei raus. Die Kinder schauten mich eigentlich genauso an, wie alle Erwachsenen gestern Abend:
Bitte was? Ja doch, könnte sein. Und wenn das so ist, bitte einfach einem Erwachsenen Bescheid
sagen. Außerdem geben wir den Kindern eh einen natürlichen Umgang mit sich selbst mit. Man mag
sich selbst, der eigene Körper ist schön und manchmal fühlt sich das gut an. Das macht aber bitte
jeder für sich am Besten in seinem Zimmer. Das Vorwarnen hat mir also gar nicht wehgetan. Und die
Kinder sind nicht völlig hilflos dem ausgeliefert, wenn sie es sehen. Und das bleibt sicherlich auch nicht
die einzige Möglichkeit mit diesem Thema in unschöne Berührung zu kommen.
Ich hatte nach unserem Gespräch ein gutes Gefühl. Wir haben ohne Unwohlsein, ohne Panikmache
oder Pfuis darüber geredet… Jetzt heißt es abwarten, ob sie noch mal nachfragen oder jemandem
Bescheid sagen.