Selbstbestimmung

Wo ist die nur hin?! Eine Freundin hockt nun noch im Frauenhaus- mal sehen
wie lange. Er hat so fertig ausgesehen, erzählte sie gestern. Er hat gesagt, er
würde sich ändern, eine Therapie machen. Wie oft hat er das schon versprochen?
Wie oft hat er schon gesagt, er höre auf mit dem Trinken?! Noch schlägt er sie
nicht, sondern wird nur handgreiflich, letzlich nur, weil er betrunken stolperte als
sie abhauen wollte. Ansonsten?! Eigentlich möchte sie nicht das ihre Kinder so
aufwachsen, aber er verspricht doch Besserung! Eine andere Freundin ist ausgeflippt,
als sie hörte, die beiden würden sich treffen. Will mit ihr nicht mehr darüber reden.
Was soll ich machen? Sie ist doch der zweite Teil dieser kaputten Ehe und sie hat
vergessen, dass sie sich unter der Woche davonstehlen musste, wenn er bei der
Bundeswehr ist, weil sie Angst vor ihm hatte…vielleicht hat sie auch Angst, was
wieder passiert, wenn sie endgültig weg ist, so wie vor 3 Jahren, als er sie tyrannisiert
hat. „Du gehörst mir, du darfst nicht gehen!“, hat er gesagt. Wie viele Frauen hören
diesen Satz und bleiben aus Angst?

2 Responses to “Selbstbestimmung”

  1. Klabauter Says:

    Au wei, harter Tobak. Sowohl für deine Freundin als auch für dich. Hm, was du machen sollst, kann dir niemand sagen. Was du machen kannst: Zuhören. Ausloten, ob sie bereit für eine Therapie ist. Dich informieren über Co-Abhängigkeit. Bei ihr immer wieder die Kinder ins Gedächtnis rufen, als Gedankenkorrektiv. Vielleicht hilft*s.

    Und wenn es dir über den Kopf wächst, dann darfst du dich zurückziehen. Ich habe das mal – bei einem ganz anderen Problemfeld – bei einer Freundin gemacht und ihr auch offen gesagt, warum (ich war einfach fertig und hatte das Gefühl, dass ich ihre Probleme auf mich lade, ohne dass das irgendwas bei ihr ändert). Das war dann ein Auslöser, der sie aus der passiven Leidensrolle in die aktive Bewältigung übergehen ließ.

    Viel Kraft wünsche ich dir jedenfalls. Egal was du tust, du wirst sie sicher brauchen!

  2. Mama Schwaner Says:

    Was soll man dazu sagen? Einmischen als Freundin bringt ja wohl nichts… Schade. Es tut einem schon manchmal in der Seele weh, wenn man sieht, wie abhängig manche Personen von anderen sind, die ihnen doch sichtlich schaden (selbst die Erfahrung in der engsten Familie gemacht). Bei uns hat da nur eins geholfen: Ins Unglück rennen lassen, und im Nachhinein für Schadensbeseitigung gemeinsam sorgen und versuchen, die Vorwürde so klein wie möglich zu halten („Ich hab’s dir doch gleich gesagt…“ kann der/die Geschädigte dann kaum brauchen). Ich wünsche viel Kraft!