Und tschüss!

Mittags halb zwölf in Deutschland- genau genommen Dachauer Altstadt,
unsere Wohnung. Wir versuchen Mittag zu essen, was gar nicht so
leicht ist, denn nach zweistündigen Badaufenthalt meiner Schwester,
sagt sie seit nunmehr 20 Minuten: „Mir ist so schlecht. Ich glaub ich
kotz gleich. Ich bin so aufgeregt. Ich mach mir gleich…“ Ich war nicht
mehr so in der Stimmung für Smalltalk, also sah ich sie an und sang innerlich:
Gleich ist es vorbei. Nur noch 20 Minuten. Gleich ist sie weg. Reg dich
nicht auf! Und dann sagt sie: „Watt kiekstn so blöd? Jetzt weiß ich woher
Noah das hat.“ Ich singe mein Mantra, würde sie am liebsten vor die Türe
stellen, überlege ob ich vielleicht doch adoptiert sein könnte. Hoffe es!
Bleibe ruhig und lasse mich nicht provozieren. Pech gehabt, das Kind
kennt alle Knöpfe und drückt drauf: „Wattn biste jetzt böse oder watt?“
„Würde es was bringen?!“, ringe ich um Fassung. „Nö, so bin ich halt,
direkt, offen und ehrlich. Ich bin wie ich bin.“ Fassung weg: „JA, scheiße!“
Jetzt nur noch so hasserfüllter Schwesternblick und das Mittag verlief stiller…

2 Responses to “Und tschüss!”

  1. Mama Schwaner Says:

    In dem Alter (deiner Schwester) darf man aber dennoch etwas mehr Taktgefühl und Benehmen fordern. Echt jetzt mal. Schwester hin, Schwester her. Mann, Mann, Mann, die Jugend heutzutage… (Gott klingt das blöd) – aber so ist es leider.

  2. Giftzwerg Says:

    *rofl*
    Das war haaaaaaargenau – Wort für Wort (!) – der Tenor meines Bruders! Die müssen sich kennen… :D