Hätte ich nur gelesen…

Gestern Nacht im Bett, jemand beschwert sich von links. Ich würde zuviel
lesen. Mir wird das Buch entwendet und ich werde massiert. Eigentlich schön,
nun will Links wissen wie es mir geht. Eine halbe Stunde später sitze ich
schluchzend in der Küche, bekomme fast keine Luft, weine und weine und
weine und weine ach ja und weine, es wollte gar nicht mehr aufhören.
Und wieso? Fast drei Jahre war Zoe bei mir, sie gehört zu meinem Leben
nun sind es noch drei Wochen und dann ist sie weg. Den ganzen Tag.
Ich werde sie unglaublich schrecklich vermissen. Es wird schwer. Und
ich habe das Gefühl mich gar nicht richtig von ihr verabschieden zu können.
Zeit hätte gern, um noch viel mit ihr zu machen, denn dann beginnt diese
Maschinerie: Jeden Tag um die gleich Zeit aufstehen, Kinder anziehen,
Duschen, Brote machen, Frühstücken, Zoe wegbringen, zurück usw…
Ich will nicht. Mir vorzustellen, nicht zu wissen, was sie tut, wie es ihr
geht, sie trösten zu können, ihr Lachen, all das wird mir so fehlen…

Ich brauch keine tröstenden Worte, ich weiß selber, dass es dann schön
sein wird Noah für mich zu haben… aber das Loslassen fällt mir schwer.
Muttersein ist doof. Denn wenn ich mich gerade daran erfreue, Noah für
mich zu haben, drängelt sich jemand Drittes dazwischen und wenn ich
mich dann daran gewöhnt habe, wieder zwei Mäuse hier zu haben, muss
ich den Noah schon wieder loslassen. Mir geht das alles zu schnell. Wo
ist die Zet hin? Ich trauer immer alles besonders heftig ab, um Spätschäden
zu verhindern, deshalb gestern die Niagarafälle. Wie damals als ich aus
Zoe’s Schrank Größe 56 aussortierte und ich in Tränen ausbrach, weil sie
schon so groß geworden war und Größe 62 brauchte…

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