Von werdender Mutter zu werdender Mutter

Mal so unter uns: Es ist doch egal, ob man schwanger mit dem zweiten,
dritten, vierten usw ist. Die Gemeinsamkeit und der Schlamassel hängt
doch am oder an den bereits geborenen Kindern. In unserem Fall ist das
aktuelle akut-nöhlende Kind: Zoe.
Alle Schwangeren scheinen das zu kennen, plötzlich schlafen die Ersten
nicht mehr durch oder wachen einfach nur auf, oder sind rotzefrech. Immer
und überall dasselbe Bild. Die meisten kämpfen sich ja zudem noch durch
den Krippen und KiGa-Dschungel und alles zusammen wird dann so eine
klebrige- ich geh meinen Eltern auf den Geist- Masse. Wenn auch das ganze
Verhalten an sich ja durchaus nachvollziehbar ist, aber das macht es ja
nicht unbedingt leichter…
Wir haben etwas verändert: Zoe ist nun die letzte die ins Bett geht. Noah
geht nach dem Sandmann gefolgt mit dem üblichen Vorlesen und Singen, nur
eben allein. Zoe hat uns dann für sich, eine halbe Stunde, in der wir erzählen
und spielen und ihr Lieblingsbuch lesen, das was wir nun immer, jeden Abend
lesen müssen. Wir bedeutet: ich. Denn ich soll alles machen: Brot schmieren
und schneiden auch wenn ich auf der anderen Seite des Tisches sitze-egal,
anziehen, aufs Klo mitgehen, alles muss Mami machen, heute wollte sie auf
meinem Schoss frühstücken- noch ist ja ein wenig Luft, aber verboten hab
ichs trottdem, stattdessen kuschelte das unkuscheligste Kind mit mir 10
Minuten und lauschte der Musik: nur Mama! Vom Kindergarten brauchen wir
im Moment eine 3/4 Stunde nach Hause, früher wird das meistens nichts,
abends beim Einschlafen hat sie plötzlich vor den „Nesbarn“ (Nachbarn) Angst,
weil die zu laut sind. Hierzu gab es von einer lieben Freundin einen tollen Tipp:
Zoe ein anderes Wort als „Angst“ anzubieten, also nahmen wir „das nervt“.
Nachts wird sie wach, letzte Nacht nur einmal, die Nacht davor mal gar nicht,
aber im Schnitt so ein bis zwei Mal. Dem geh ich aber gewohnt stur entgegen:
Sie darf nicht aufstehen, spielen, es ist Nacht, daher geh ich mal auf die
Toilette und bringe ihr wegen dem trockenen, abklingenden Husten einen
Becher Wasser, daraufhin wird feste geknuddelt und weiter geratzt…
Aber man merkt wie sehr sie das hier alles verunsichert, der Umbau, das Baby,
der Kindergarten-Alltag- für sie ist das zuviel. Aber heute morgen änderte ich
den Betrachtungswinkel: Da ich mich erst hilflos dem ganzen ausgeliefert sah,
strahlte ich das womöglich auch aus, wenn ich nun aber souverän ausstrahle,
dass alles gut so ist wie es ist, und sie aufhören kann sich zu sorgen, dann
wird es vielleicht besser. Ich werde berichten…Aber der Abendritualwechsel
scheint eine gute Idee gewesen zu sein…

3 Responses to “Von werdender Mutter zu werdender Mutter”

  1. Mama Schwaner Says:

    Wir bleiben jetzt auch beharrlich dabei, dass wir Paul abends und (am Wochenende) mittags was vorlesen – so wie im Kindergarten. Die letzten zwei Nächte waren daher ganz gut *flüster* Ganz gut heißt momentan so viel wie: Nur ein oder zwei Mal aufstehen, und das recht am Anfang unseres Tiefschlafes. Ich hoffe auch auf Ausbaumöglichkeiten. Aber „MAMA“ ist momentan auch hier ganz IN!

  2. Daniela Says:

    ich erinnere mich immernoch mit schrecken an die letzten 2 monate meiner schwangerschaft mit kim. noah hing an mir wie eine klette, konnte überhaupt nichts alleine, weder spielen noch essen, bücher anschauen geschweige den einschlafen. davor war er ja schlaftechnisch ein traumkind. meine nerven lagen so gut wie blank, wir krieg ich dass den nun auch noch mit einem zweiten kind auf die reihe??
    und kaum war kim da war alles wieder wie früher, problemlos. ich nachhinein bin ich mir ganz sicher, dass ich meine eigene unsicherheit auf noah übertragen habe.
    weiterhin gutes gelingen und kopf hoch

  3. Klabauter Says:

    Nun, bei uns hat sich ja ein Wechsel der ersten Bezugsperson ergeben mit der Geburt des Zweiten. Natürlich war auch ein Angebot da, sprich der Mann war / ist zuhause. Ich sage das nur, um zu sagen, dass es vermutlich nicht nur an einem selbst liegt, sondern das das Kind eben mitkriegt, dass Großes bevor steht. Nur kann es sich überhaupt noch nicht vorstellen, was das für es selbst bedeutet. Und das macht halt unsicher. Und dann muss man klammern. Und wenn man bei Muttern damit nicht mehr so gut weiter kommt und Papa ist da, dann wendet man sich halt Papa zu. Wenn kein Papa da ist, dann muss man sich doppelt anstrengen, um bei Muttern anzukommen.

    Irgendwann normalisiert sich das auch wieder. Und es kann sicher nicht schaden, wenn du ausstrahlst, dass alles i.O. ist. Und überhaupt: alles wird gut! :-)