Galgenhumor

für die Pampersfront:

Samstag im Krankenhaus. Das Haus ist voll. Für mich bleibt nur der Kreissaal
3. Der Kreissaal, in dem ich Noah auf die Welt brachte. Dort saß ich über 20
Minuten. Ich merkte nur schnell, warum keiner kam. Nebenan presste sich
eine Frau der Geburt entgegen. Kaum lag ich am CTG, bekam ich die Klingel
in die Hand, nach einer halben Stunde soll ich mich rühren, sonst würde man
mich vergessen. Kaum war die Tür zu, ging sie wieder auf. Eine andere Hebamme
kam herein, sie bräuchte den Kreissaal jetzt. Ich also raus, setzte mich auf
ein Sofa. Und dann schlüfte eine Frau an mir vorbei- wehenveratmend. Hinter
ihr her ein Kopfkissen tragenender Ehemann. Und was sagt der Trottel als er
die Frau nebenan pressen hört (wohlgemerkt, seit über einer halben Stunde!)
„Schade, dass wir das noch nicht sind… Harhar!“

(Während mein CTG geschrieben wurde, hörte man den Erfolg des Pressens
noch lautstark. Sehr bewegend!)

4 Responses to “Galgenhumor”

  1. Giftzwerg Says:

    vor allem „wir“… *augenroll*

  2. Pampersfront Says:

    Als ich zum Einleiten in der Klinik war, wurde ich als erstes nochmals zum Frühstücken geschickt – halb Innsbruck war zum Entbinden da und es war kein Platz für mich mit ET +9 (ich hatte das Gefühl, dass die Ärzte meinten, jetzt bin ich schon so über den Termin, dann kommt es auf die Stunde mehr oder weniger auch nicht mehr drauf an). Die 1. Einleitung schlug fehl, nicht einmal den Hauch einer Wehe war zu sehen und ich hörte immer nur schreiende Frauen, die Kinder auf die Welt brachten.
    Abends wurde ich dann auf ein Stationszimmer verlegt, weil man mein Zimmer für die Schar von gebärenden Frauen benötigte, die im minutentakt Kinder auf die Welt brachten. Mein Mann und ich saßen in der Teeküche und waren furchtbarst frustriert, sein Urlaub war beinahe zu Ende und ich immer noch schwanger. Und als er gegen 22:00 Uhr ging, meinte er noch scherzhalber, dass wir es diesen Hebammen schon noch zeigen werden, dann fing es an zu ziehen, nur ein wenig…dann immer mehr, als ich dann wagte, nach einer Hebamme zu läuten, wurde ich nur lächelnd betrachtet, CTG angschlossen und da waren sie plötzlich – Wehen. Aber meinen Mann bräuchte ich nicht anzurufen und schwups weg war sie. Tja und als ich es dann nicht mehr aushielt, meinen Mann anrief und ihn in die Klinik kommandierte (mit den Worten „Lass dir nur Zeit“) und die Hebamme fast in Ohnmacht fiel, weil der Muttermund komplett geöffnet war, habe ich mir echt gedacht „Ätsch! Ich konnte nicht einmal mehr in den Kreissaal geschoben werden, weil alles so schnell ging, kaum war mein Mann da, war Daniel da.

    Mein Arzt meinte ja, dass die Einleitung, auch wenn sie fehlgeschlagen hat, Daniel wohl eine kleine Starthilfe war.

    Ich habe deine Schwangerschaft von Anfang an miterlebt (jaja, das Ultraschallbildchen mit dem Helga-Ei), mitgezittert, mitgefiebert, mitgefreut und ich freue mich schon sehr auf das Post, wenn euer Tom endlich da ist. Ich bewundere Dich und Euren Mut, 3 Kinder großzuziehen, die Liebe, die du deinen Kindern entgegen bringst, ist so spürbar … ihr seid tolle Eltern und Tom kann sich sehr glücklich schätzen, bei euch aufwachsen zu können.

    Alles Liebe :-)

  3. Pampersfront Says:

    Und ihr könnt euch ja ein wenig für das Warten rächen, indem er die Zeit, die er jetzt über den Termin liegt, einfach beim Weggehen in 16 Jahren früher daheim sein muss, sein Geburtstag wird einfach 10 Tage früher gefeiert etc.

  4. Renate Says:

    Morgen kommt Tom ganz bestimmt, ganz sicher! Der kleine Mann lässt es ich nicht vorwerfen dass seine Mami von einer supergelaunten, fröhlichen, coolen Vorzeigeschwangeren zu einer schmerzgebeutelten, frustrierten, psychisch und physisch „kreisenden“ Anti-Vorzeigmami wird. Nee, nee nicht mit ihm! Ha, da hat er auch seinen Stolz. Nachdem die -mal seh`n ob sie es merkt-Taktik bezüglich des Verstreichens des Räumungstermins nicht geholfen hat bleibt ihm doch garnichts anderes übrig seinen Streik auf Bleiberecht aufrecht zu erhalten – die Räumung steht bevor, komme es wie es wolle. Also dann schon lieber freiwillig -nichts wie raus- damit man nicht noch unrühmlich rausfliegt, schließlich ist man ja auf wohlwollende Empfangnahme angewiesen, oder nicht?

    ps. Liebe Kassiopeia ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute ! (als werdende Omi finde ich Ihren Blog einfach super-super-schön!)