Babyblues

Tom Clueso Danke Ihr nochmal für die schönen Babyschuhe.

Ich fühl mich weich und dennoch sehr zerbrechlich. Vielleicht auch ein
bißchen leer. Gefüllt bis oben mit Glück und trotzdem am Weinen. Die
Zeit ist ein Betrüger, denn während ich versuche mir die schöne Geburt
immer wieder vor Augen zu führen, vergeht ein Tag schneller als der
andere. Die großen Kinder sehen nun noch viel größer aus und die Angst
wächst, dass die Zeit auch bei Tom so schnell vergeht. Ich bin so
unglaublich verliebt in diesen kleinen Menschen, mag ihn einatmen, die
samtene Haut fühlen, ihn stundenlang im Arm halten, mich einschließen
und hoffen, dass die Zeit uns nicht findet. Es ist einfach so wunderschön.
Er ist so perfekt. Ich möchte nicht telefonieren, nicht raus, niemanden
treffen, nur wir zwei zusammen.
Meine Großen mag ich festhalten und es tut so weh, die Verwirrung in
Noah’s Augen zu sehen, wie er mit großen Augen versucht zu verstehen,
was im Moment passiert. Ich versteh ihn so gut- es ist alles so neu.
Und es gibt so viel zu sehen. Und wenn Zoe nachts hochschreckt, wenn
wir uns durchs Kinderzimmer schleichen und ruft: „Der Tom ist da!“ um
dann gleich wieder zugedeckt einzuschlafen, wenn sie morgens aufwacht
und sagt: „Das Baby weint. Der Tom weint, Mama!“ Weiß man, dass
trotz all den Ablenkungen, trotz der Zeit, die der Papa hat, trotzdem
die Oma jeden Tag hier ist, ganz oben unser neues Leben zu Fünft steht…
Ich hab Angst zuviel zu verpassen! War ich nicht eben noch schwanger?

4 Responses to “Babyblues”

  1. Mama Schwaner Says:

    Meine Liebe,

    da ist der blöde Babyblues wohl wirklich gleich zu dir übergegangen. Ich fühle mich nämlich heute seelisch schon viel besser. Und ich kann dich sooooo gut verstehen. Sehe ich mir meinen Großen an, muss(te) ich weinen, weil ich Angst hatte/habe, ihm nicht gerecht werden zu können, er das alles nicht versteht etc, pp. Und sehe ich den Kleinen an, muss(te) ich weinen, weil er so perfekt, so knuddelig und einzigartig ist. Und weil ich Angst habe, ihn vielleicht zu sehr mit seinem großen Bruder zu vergleichen. Immer und immer wieder.

    ABER: Das wird. Wir schaffen das, die Knirpse schaffen das auch alle und können sich schon bald gar nicht mehr daran erinnern, dass es mal ein Leben ohne die „Neuen“ gab.

    Fühl´ dich ganz fest gedrückt, Ich denke an dich und schieb´ eine große Tafel Schokolade rüber. Dauert bestimmt nicht lange und dann kannst du ihn an Frau Schnuten weitergeben, den Babyblues :)

  2. Limette Says:

    So wahr. So bekannt.

    Ganz ganz liebe Tröstegrüße,

    Kati

  3. kassiopeia Says:

    Danke fürs Taschentücherreichen! Bin viel am Weinen- vor zuviel Glück!

  4. Giftzwerg Says:

    Oh, das kommt mir so bekannt vor – das war bei mir beinahe genauso. Sie wachsen und diese Phase jetzt kommt nie wieder. Schrecklich. Ich habe versucht, jeden einzelnen Moment aufzusaugen – als würde man mir Emma bald wegnehmen und dann eine andere Emma vorbeibringen… Man zerfließt beinahe vor Liebe und möchte eigentlich nur den Moment festhalten.
    Aber die Knirpse beleiben ja. Das, was da aus ihnen wächst, sind sie immernoch – nur noch perfekter, noch schöner, noch großartiger. Geschenke sind sie – die schönsten, die man bekommen kann. Und an Geschenken muss man sich erfreuen, ohne an morgen zu denken. Genieß das heute. Das morgen wird ebenso wunderbar sein, keine Angst. Genieß heute, sieh Dir alles ganz genau an, schnupper Deinen Tom und hör ihm zu. Und dann lass Dich von Deinem Mann und Deinen wundervollen anderen beiden Kindern trösten.
    Diese Phase geht vorbei. Nach ein, zwei Wochen ist der gröbste Spuk zuende.

    Ich weiß, dass Du das alles schon weißt – aber vielleicht tut´s Dir trotzdem gut, es nochmal zu hören ;)
    Ich drück Dich. Feste. Sei ruhig bissl traurig. Du hast einen neuen Menschen geboren – das ist überwältigend. Für ihn und für Dich. Da MUSS man etwas neben der Spur sein.