4 Wochen Tom

Es ist unglaublich schön zu sehen, wie Tom immer größer, wacher, hübscher
und neugieriger wird. Ganz langsam schleicht er sich ein, denn die Zeiten in
denen der Knopf schläft werden weniger und kürzer. Nach 4 Wochen ist es,
vorallem für die Kinder, als wäre er schon immer hier. Er gehört dazu.
Wir passen auf ihn auf und sind für ihn da. Unheimlich, wie schnell die Zeit vergeht.
Tom hat viel Charme und bringt noch mehr Sonne ins Heim. Wenn er
einen mit seinem riesigen Augen anschaut, ist es als würde er versuchen
die ganze Welt zu verstehen. Das erste mal mit geöffneten Augen lachte
er am dritten Tag, bewusst lächelte er uns wenig später schon an.
Überhaupt lacht er sehr viel, ob im Schlaf oder wenn er wach ist. Und
Tom duftet so gut, ich könnte, den ganzen lieben langen Tag nur mit
der Nase an seinem Kopf verbringen. Wenn er gähnt, kann man ganz
stark davon ausgehen, dass er sofort danach schreit- wenn die Schnute
schonmal soweit verzogen ist. Beim Essen ist er oft so angestrengt, dass
seine Beine ganz steif werden und in die Lüfte gehen- meine bevorzugte
Zahnarztstuhl-Haltung. Wenn er an der Schulter angekuschelt sein
Bäuerchen macht, wird sogar der derbste Bauarbeiter neidisch! Er liebt
sein Mobile über der Wickelkommode, da grinst er breit über das ganze
Gesicht und reißt das Mündchen ganz weit auf- er mag also Frösche sehr
gern. Tom braucht viel Wärme- am besten schläft er nachdem wir draußen
unterwegs waren, weil er dann so viele Schichten an hat- danach kann
er Stunden in seinem Bett weiterschlafen. Seit Freitag liegt er hin und
wieder auf einer Decke auf dem Boden, denn mittlerweile möchte er
schauen was um ihn herum passiert, dabei sein nicht nur auf dem Arm.
Ansonsten liegt er hin und wieder kurz in der Babyschale. Er ist so gut wie
immer bei uns. Dabei irritiert in Lärm überhaupt nicht. Er kennt das einfach.
Seine schreienden, sich zankenden Geschwister schaffen es nicht, ihn aus
dem genussvollen Schlaf zu reißen. Nähe saugt er auf wie ein Schwamm.
Stundenlang kann er an einer Brust gekuschelt liegen oder auf dem Arm-
am besten schön eingepuckt. Er liegt einfach gern auf dem Bauch. Am
Vormittag ist er sehr wach, an ein paar Tagen hatte er Blähungen und
quälte sich sehr. Nachmittags ruht Tom viel lieber. Abends guckt er, ob
auch wirklich noch alle da sind. Manchmal wars ihm zuviel und dann schreit
er und biegt sich durch- bis er fertig ist. Oder er hat Blähungen- wir
probieren im Moment etwas Homöopathisches, massieren tagsüber immer
wieder mit Windsalbe und nehmen nun Sauger mit kleineren Löchern. Um
22Uhr bekommt er sein Fläschen, um dann die Nacht in meinen Armen zu
verschlafen. Er hat sich mit uns zusammen auf 2Uhr eingestellt- dann isst
er mit Papa und schläft wieder bis 6Uhr. Morgens ist er dann hellwach und
begrüsst den Tag mit uns gemeinsam… Gern hätte ich noch viel mehr Zeit
mit ihm, um mehr auf ihn eingehen zu können, denn manchmal bin ich einfach
nicht schnell genug und dann weint oder schreit er. Das zerreißt einen dann
schon. Eigentlich hatte ich gedacht, dass vieles ähnlich abläuft, doch jetzt
ist es so, dass ich vieles ganz anders mache. Zoe war mit einer Woche
schon im Babybjörn, für Tom wollte ich das nicht. Überhaupt thront Tom
in seinem Kinderwagen und die Großen müssen laufen. Ich dachte ausserdem,
dass es mich abends eher öfter nerven würde, dass er da ist. Man möchte
ja doch mal entspannen nach einem so langem Tag mit den Kindern, aber
nun ist es so, dass Nils und ich uns um ihn reißen. Wir genießen diese so
kurze Zeit einfach zu sehr. Wir wissen, wenn es so weiter läuft, schläft Tom
bald durch, dann in seinem eigenem Bett allein und dann schon um 20Uhr.
Die Zeit rennt. Und wir saugen ihn auf- jeden Moment mit Tom. Wissen Sie,
ich dachte frisch schwanger im ersten Drittel, (das geprägt ist durch
Übelkeit, Ängste und Zweifel), ob es so gut ist, das alles nochmal durch
machen- Zahnen, Krabbeln, Hochziehen, Entdeckung des eigenen Willen-
der Gedanke daran nervte mich einfach, immerhin sind wir nur so stark wie
das schwächste Glied in der Familienkette, aber was soll ich sagen?! Ich
liebe es! Ich freue mich, dass Tom langsam wach wird. Und freu mich auf
diese Wedelei um ein Spielzeug zu erhaschen, wie er versuchen wird sich
auf die Seite zu drehen, probiert und probiert bis es endlich klappt um dann
von der Bauchlage irgendwann zu robben und dann später zu krabbeln.
Darauf hab ich sogar richtig Lust!

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8 Responses to “4 Wochen Tom”

  1. Limette Says:

    Ich neige dazu, bei deinen Einträgen neuerdings nur noch zu seufzen.

    Vielen Dank für diese wunderbaren Worte. Es war ein Genuss, sie zu lesen.

    Liebe Grüße am Montagmorgen,

    Kati

  2. gleitsmaennchen Says:

    Sehr schön und liebevoll geschrieben! Ich sauge deine Beiträge zur Zeit auf, denn ich bin mit dem 3. Kind Schwanger und mich blagen leider immer noch sehr viele Ängste und Zweifel. Wenn das Baby geboren wird ist mein Sohn knapp 4 und meine Tochter gerade mal zarte 18 Monate alt. Wie soll ich das bloß schaffen, den ganzen Tag alleine zu Hause weil der Papa sehr viel arbeiten muss.

    Mach weiter so! Du machst das alles richtig toll und ich bewundere dich einfach dafür.

  3. kassiopeia Says:

    @Limette: Es gibt doch nichts schöneres, als wenn ich dir damit den Tag noch
    versüße!

    @gleitsmaennchen: Wie weit bist du denn?! Die Ängste gingen bei mir im vierten
    Monat, kamen aber so kurz vor der Geburt netter Weise nochmal wieder! Unsere
    „Große“ ist erst 3 1/2 und unser „Großer“ wird in ein paar Tagen 2 Jahre alt. Zoe
    war aber bei der Geburt von Noah auch erst 17 Monate- ich hoffe es hilft, wenn ich
    dir sage, dass ich die Schwangerschaft als viel schwieriger empfunden habe, als
    die Zeit danach. Zoe konnte keine Treppen laufen, nicht richtig sprechen, nicht
    lange laufen. Sie war eben auch noch eine Art Baby. Aber sie hatte ein unheimlich
    großes Herz und sie hat sich liebevollst, um ihren kleinen Bruder gekümmert. Mach
    dir nicht zuviele Sorgen, dass spüren deine „Großen“, hab vertrauen in dich und
    deine Kinder- ihr werdet da hineinwachsen! Mein Mann fing nach der Geburt von
    unserem zweitem Kind einen neuen Job an, von heute auf morgen war er bis 18Uhr
    weg. Ich dachte nicht, dass ich das jemals schaffen könnte (vorher war er um 14Uhr
    zu Hause)- aber man schafft das! Dieses Jahr war wieder ein Jobwechsel und nun
    ist er sogar noch später da. Ich hätte das nie gedacht, aber wir kriegen das hier
    recht gut hin…

  4. gleitsmaennchen Says:

    Danke für deine lieben aufmunderten Worte. Bin erst oder schon in der 15. Woche. Ja diese Schwangerschaft empfinde ich diesmal auch körperlich viel anstrengender. Trotzdem wundere ich mich jeden Abend, wie ich den Tag geschafft habe. Ja man sollte mehr an sich glauben.
    Ich habe Angst das ich den Kindern nicht mehr gerecht werde, das sie traurig sind, weil mama sich so viel um das Baby kümmert und andere Dinge auch erledigen muss. Wie verstehen es denn deine beiden zur Zeit, das du vielleicht gerade keine Zeit hast, obwohl sie spielen wollen mit dir oder ein Buch lesen wollen.
    Ich denke auch das wir in die neue Situation hineinwachsen werden, aber momentan nur der Gedanke an drei kleine Kinder und Haushalt und Ehe, und schon denke ich, das schaffst du nie ohne Nervenzusammenbruch.
    Ja ihr bekommt das wirklich gut hin! Du kannst echt stolz auf dich sein.

  5. Giftzwerg Says:

    Ach, das hast Du zu schön geschrieben *seufz*
    Einzigartig, nicht wahr?

  6. Mizz Foxxy Says:

    Du schreibst einfach toll. Ich sauge Deine Worte förmlich in mich auf…! *seufz* ;-)

  7. kassiopeia Says:

    @gleitsmaennchen: Du wirst jetzt sofort auch stolz auf dich sein! Schwanger mit
    zwei solch kleinen Kindern ist irre anstrengend! Du kannst sehr stolz auf dich sein!
    Die Zweifel und Sorgen sind so typisch für diese Zeit der Schwangerschaft. Zwei
    Wochen weiter als du- bekam ich Wehen. Es ging um Leben und Tod. Das hat
    mich sehr geerdet- ich hab jeden Tag genossen. Mach du das auch- da kommt
    ein schöner Frühling und Sommer auf uns zu, genieß die Sonne, genieß deine
    Kinder allein. Nimm alles mit was du kannst, und wenn du mal Zeit für dich oder
    mit deinem Mann hast- genieß sie. So wie du genießen wirst, denn du dein Baby
    in den Armen hälst! Es bringt nichts, sich auszumalen wie anstrengend und
    unschaffbar alles wird- es bringt nichts, sich darüber Gedanken zu machen, wie
    die Kinder reagieren. Je sicherer du bist, umso sicherer fühlen sich deine Kids.
    Lass sie teilhaben am Kinderbekommen. Ich hab Zoe ein Gummibärchen gezeigt
    und gesagt, so klein ist unser Baby usw. Mach ihnen keine falschen Hoffnungen
    vom neuen Geschwisterchen. Ich hab immer gesagt: der isst, pupst, schläft und
    weint- mehr macht unser Baby dann nicht. Wir haben den Kindern den Namen
    gesagt, zumindest bei Zoe ist er angekommen, so war er menschlicher und
    realer als „das Baby“. Die Kinder halfen mit das Kinderzimmer herzurichten-
    rissen Tapete ab und als das Bett im neuen Kinderzimmer stand und die Möbel
    und ein paar Spielsachen- spielten sie 2 Wochen nur noch dort. Ich dachte schon,
    die würden nie wieder im eigenem Zimmer spielen, aber ich lies sie und dann
    kehrten sie in ihres zurück, weil die Sicherheit zurückkam, dass trotz der großen
    Veränderung doch alles irgendwie ein Stück beim Alten bleibt. Und als Tom da
    war, bastelte ich Zoe ein kleines Fotoalbum mit Bildern vom Helfen, meinem
    Bauch, ein Ultraschallbild und wie sie uns abholte aus dem Krankenhaus zum
    Zeigen im Kindergarten. Ich setz mich morgens immer mit Noah’s Autos zum
    Spielen ins Kinderzimmer, dabei habe ich Tom immer bei mir. Ich schicke die
    Kinder Windeln holen (geben) und Schnuller geben, Decken suchen, Spucktücher…
    Sie fühlen sich bei der Versorgung von ihm gefragt, oft bitte ich sie, weil ich mal
    zur Toilette muss oder den Kinderwagen runtertragen, dass sie ihn mal bitte
    kurz trösten und kuscheln, einfach da sind. Sie fühlen sich einfach gebraucht!
    Ansonsten versuche ich meistens einzuhalten: zuerst die Großen, dann der
    Knirps. Das spüren die Kinder, dann macht es auch nichts, wenn es eben doch
    mal nicht geht und Mama mit dem schreiendem Baby nicht die Gute-Nacht-Geschichte
    lesen kann, oder Tom vor Hunger fast umkommt und sie auf ihr Wasser warten
    müssen…Wir lesen auch alle was zusammen. Das wärs, glaub ich und nun lies
    ich wieder genug den Klugscheißer raushängen…

  8. gleitsmaennchen Says:

    Nein, nix Klugscheißer. Einfach toll! Und genauso werde ich es jetzt auch machen. Ich bin stolz auf mich, wie ich das bis jetzt meistere. Und so viele schöne Tips von dir, Danke. Ach ja und immer wenn ich mal einen Durchhänger habe, werde ich deinen Text lesen. Du bist Klasse. Mach so weiter.