Turnen mal Drei

Seit Zoe zwei ist gehen wir montags 16.30Uhr zum Turnen. Anfangs ging das
toll- Oma Heide holte Noah nämlich genau dann immer zu sich in ihre Krabbel-
Gruppe. Das war fantastisch, denn ich hatte so Zeit für die Große. Das funktionierte
bis Noah zu groß für die Krabbelgruppe wurde- Mitte letzten Jahres. Nach den
Sommerferien ging ich genau einmal mit zwei Kindern zum Turnen. Wir nahmen
den Zwillingskinderwagen. Aber das war kein Turnen, eher ein hektisches
Verhindern, dass Noah irgendwo hochkrabbelt und sich verletzt. Währenddessn
musste Zoe gucken, wie sie zurecht kommt. Dazu hatte ich ja schon Wehen
und sollte mich schonen, also musste ein neuer Plan her. Man traf sich fortan
immer montags 16Uhr am Bahnhof und machte eine Kinderübergabe. Noah hatte
seinen Papa ganz für sich allein. Papa hängte dann einen Tag später die Zeit
auf Arbeit dran. Das ging eine Weile gut. Bis Papa den Job wechselte Anfang
des Jahres. Da ging ich dann wieder mit Zweien. Aber schön langsam. Das war
beschwerlich so hochschwanger. Also musste wieder ein neuer Plan her. Tante
Karen bot sich an in den Semsterferien mit ihrem Patenkind zum Turnen zu
gehen. Dafür hatte ich dann Noah ganz für mich am Nachmittag. Dann bekam
ich Tom und Karen ging wieder zu Uni. Also ging Papa genau einmal mit Zoe
allein zum Turnen- er hatte ja zwei Wochen Urlaub. Das Osterhäschen erlöste
mich vor weiteren Umstrukturierungen. Aber diese Woche war ich dran. Neuer
Plan, denn drei Kinder und ein Zwillingskinderwagen- da stimmt was nicht, fällt
dem schlauen Leser auf. Das handhabte ich wie das Leben, alt macht Platz für
neues- heißt Zoe musste Laufen. Ein großes Abenteuer. Aber die Planung des
Spektakels kostet mehr Zeit und Nerven als das Spektakel an sich. Tom
verschmolz mit mir, während Zoe und Noah herumsausten. Gar nicht so leicht,
einem Kind Halt zu geben während man vor sich ein Baby baumeln hat. Und
die sind vielleicht schwer (im Vergleich zu Tom, obwohl der auch über 5 Kilo
wiegt). Dann verbrachte ich eine Stunde damit, zu gucken wo sich gerade
Kind I und Kind II in Begriff sind sich den Hals zu brechen. Während ich da so
stand und suchte, kam es zu dieser Szene: Müde Mama steht mitten im Spielfeld.
Zoe kommt angerannt und zieht am linken Arm, Noah sieht das kommt rüber
zu mir und zieht am rechten. Ich sah aus wie eine Vogelscheuche. Da
schaut eine Dame gar nicht so belustigt wie ich zu mir rüber: „Da ist aber
jetzt kein Platz mehr!“ Man muss nur kreativ sein, also widersprach ich: „Doch
ich hab doch noch zwei Beine, da passen wunderbar noch links und recht eins
ran!“ Die Dame schaute noch irritierter und dann kam sie, die finale Frage:
„Sind das alle deine?!“ Man konnte die Hoffnung noch kurz in ihren Augen sehen,
bis ich sagte: „Ja, alles meine!“ Schade, dass sie das Gesicht zu dem „Oh!“
nicht gesehen haben…
Aber zurück zum spaßigen Turnen. Wie lange werde ich das so noch machen
können? Tom wird wachsen! Was bin ich froh, dass Oma Heide sich schon
wieder anbot, auch das dritte Kind in ihre Krabbelgruppe mitzunehmen. Bis dahin
werde ich die Kilos wohl vor mir hängen haben, denn wer schon mal über 30
Kinder wild herumflitzen sehen hat, der weiß, dass man dort kein Baby ablegen
darf. Es sei denn man möchte es loswerden…

2 Responses to “Turnen mal Drei”

  1. DüneSieben Says:

    Ich kenne solche Situationen, Kommentare anderer Leute, Strukturierungen, Planungen, Gedanken und „Probleme“ nur zur Genüge. (Eine Tochter und knapp zwei Jahre später Zwillinge.)
    Halten Sie durch, Frau Kassiopeia – Sie scheinen es wirklich gut zu packen.

    Meine Kinder sind jetzt 2×9 und 1×11 und es ist so klasse und wir haben so tolle Erinnerungen an „früher“! Es war anstrengend und ist immer noch anstrengend, drei Kinder so nah an einander, aber sind drei Kinder nicht immer anstrengend? Vielleicht sogar noch anstrengender, wenn sie weiter auseinander sind und man sich in jede Phase aufs Neue einfriemeln muss? Ich möchte es jetzt rückblickend nicht anders.

    Alles erdenklich Gute weiterhin mit ihrer zuckersüßen Kinderschar!! :-)

  2. Mama Schwaner Says:

    Welch Organisationsaufwand. Himmel! Hut ab, wie du das immer wieder meisterst.