Keine Lust auf Kinder

Immer öfter fällt es mir auf. Es heißt immer, die Gesellschaft wäre kinderfeindlich.
Blöd nur, dass wir Teil dieser Gesellschaft sind. Das sind nicht die andern, das sind wir.
Was passiert da im Moment? Was ist mit den Müttern und Vätern los? Junge Eltern
stellen sich über alles. Ist es da ein Wunder, dass so viele Menschen gar keine Kinder
mehr möchten? Wird die Kluft und das Unverständnis nicht so immer größer? Wenn
Eltern einfach machen?
Wenn ein Kind unten ohne am Ausgang im Elektrohandel steht, ist es nunmal nicht das
natürlichste der Welt für Andere. Wenn ein Kind die S-Bahn zusammen kreischt, ist
es nicht normal das ein gestresster Single dabei rotiert? Wenn wir schon unsere Kinder
gern an die Wand tackern würden? Warum erklären die wenigsten ihren Kindern, dass
das andere eventuell stören könnte? Wir wollen unsere Kinder zu rücksichtsvollen,
empathischen Menschen erziehen und wundern uns, dass die Ellenbogen immer spitzer
werden. Wenn man einfach so sein eigenes Ziel über das der anderen stellt und Babies
mitnimmt wo sie nicht angedacht sind? Da müssen Menschen ohne Kinder eben einfach
durch. Man will sich ja nicht einsperren. Sie gehören schließlich dazu, aber auf einen Thron?
Es geht nicht um Familien wegsperren, sondern darum auch das zu Geben, was man
selbst einfach von den anderen einfordert: Sich einfühlen. Es ist kein Weg einfach stur
gerade aus zu Gehen, die Kluft wird nur größer, das Unverständnis wachsen und nebenher
erziehen wir Vorbilder rücksichtlose Tyrannen…

11 Responses to “Keine Lust auf Kinder”

  1. Ansku Says:

    Das hast Du toll geschrieben, das trifft es auf den Punkt und da würde ich jeden einzelnen Satz unterschreiben. Ich denke auch, die Leute stört einfach nur, wenn Kinder über alles andere erhoben werden, wenn Eltern ihre Kinder zu ein bisschen Rücksichtnahme erziehen, dann kommt auch das gegenseitige Verständnis wieder zurück. Will das nicht jeder von uns, ein bisschen Verständnis und Einfühlungsvermögen anderer in die eigene Situation? Dem ist nichts hinzuzufügen.

  2. Wortteufel Says:

    Mich persönlich (und jetzt bitte alle Leser meines Blogs weghören…) stören Kinder in gar keiner Situation. Weder im Restaurant, noch schreiend in der S-Bahn noch sonst wann oder wo. Sie gehören für mich zum normalen Leben dazu.

    Mich stören die Eltern, die jeden, der sie anspricht wegen des Kindes, angeifen. Die ihr Kind zusammen brüllen wenn es schreit. Die nicht verstehen wollen, dass manche Menschen mit Kindern vielleicht nicht so viel anfangen können und auch mal in einem Restaurant in Ruhe reden möchten ohne vom Gebrüll der schimpfenden Eltern gestört zu werden.

    Oder anders gesagt: wenn die Eltern sich einfach nicht benehmen können, sollten sie keine Restaurants mit ihren Kindern aufsuchen 8)

  3. kassiopeia Says:

    @Wortteufel: Ich möchte an meinem kinderfreien Tag am liebsten gar keine Kinder sehen und hören ;)

  4. Feuervogel Says:

    Genau.So.Ist.Das.

    Ich unterschreibe dir jeden einzelnen Satz und hoffe, dass ich nicht so bin, wie von dir beschrieben, denn ich kann mich noch gut an meine kinderlose Zeit erinnern und da fand ich auch so manches gar nicht lustig.

    Und diesen Text schrieb eine Mama von drei kleinen Kindern – Hut ab!!

  5. sevenjobs Says:

    Ihr seid einfach zu verständnisvoll für mich :-) Natürlich stört einen Kinderlärm, auch wenn man selber welche hat. Natürlich nervt der Kinderlärm, wenn man gerade ein Buch lesen möchte, sei es der Lärm der eigenen Kinder wie auch fremder. Aber wenn man von einer ‚kinderfreundlichen Gesellschaft‘ spricht, dann erwartet man doch nicht, dass Kinder auf den Thron gesetzt werden und unkritisch alles dürfen, sondern dass das Umfeld und die Toleranz kindgerecht ist. Vier Kinder im Garten toben, so wie vier erwachsene Grillgäste laut lachen. Bei den Kindern schlägt die Nachbarin entnervt ihre Türen und Fenster zu, bei den Gästen am Abend ist es einfach nur eine lustige Stimmung….

  6. Tante Says:

    Ich ging einmal mit meinen Eltern in ein Restaurant. Es war ein etwas gehobener Italiener, also weiße Tischtücher und viel Besteck auf dem Tisch und so. Ich freute mich richtig drauf, zog mir sogar ein paar schöne Sachen an und so. Wir saßen kaum 5 Minuten, da kamen mehrere Frauen mit 4 oder 5 Kindern herein. Die erste laute Ansage: „So, jetzt gehen erst mal alle Pipi machen.“ Danach breiteten sich die Kinder mit ihrem Spielzeug über den gesamten Restaurantfußboden aus. Ich schwöre eins saß unter unserem Tisch. Und die Mütter ließen sich erst dazu herab sie zu bitten nur in einer Ecke zu spielen als die Bedienung sie freundlich darauf hinwies. Den Lärmpegel könnt ihr euch sicher vorstellen. Das war es für mich mit dem edlen Restaurantbesuch.

    Vor einigen Tagen ging ich in eine Buchhandlung um ein wenig zu stöbern. Das wickelte eine Frau ihr Kind ohne Unterlage auf einer der Sitzmöglichkeiten für die Kunden, auf der man sich gemütlich niederlassen kann um ein Buch genauer zu betrachten. Danach verließ sie den Laden ohne irgendwas zu kaufen.

    Ich habe keine Kinder, bin aber Meinung nach nicht völlig intolerant gegenüber Kindern, aber das sind so Situationen wo ich mich frage „Gehts noch?“

  7. Isabella Says:

    Aber wer bestimmt, wo Kinder hingehören und wo nicht?

    Siegrun schreit oft die in den öffentlichen Verkehrsmitteln und desahlb ist sie nicht rücksichtslos, sie ist einfach noch zu klein. Oft stört mich das laute Telefonieren noch viel mehr, als wenn Kinder plärren!

    Ich geb dir ansatzweise Recht und irgendwie auch nicht. Denn irgendwie scheint es im Trend zu sein, dass man eifnach schnell von allem genervt ist,aber selbst nicht an Rücksicht denkt.
    Und da spreche ich oft von Kinderlosen. Heut zu Tage ist Vielen ein jeder Funken von Leben zu wider. Da musst du oft gar nicht viel zu beitragen, dass die Leute einen Grund hätten genervt und unfreundlich zu sein.

    Denn es ist ja Trend zu sagen: „Ich bin im Stress und dies und jenes ist soo nervig“

    Wir jammern einfach nur… und am Besten über andere Leute!

    Stimmt, viele Leute sind sehr provokant und meinen sie stürmen mit ihren Kindern wo rein und der Platz gehört ihnen. Aber manchmal denke ich, dass ist der Frust den man hat, in einer Großstadt zu leben, wo nur mit den Ellenbogen gekämpft wird… und da hat man es mit Kindern oft sehr ungemütlich.

  8. stadtfrau Says:

    ich stimme dir zu und ich sehe das auch ganz ähnlich, d.h. ich selber fordere mein kind, rücksicht zunehmen, weise ihn darauf hin, welche bedürfnisse andere anwesende menschen gerade haben (im restaurant, in der u-bahn, beim einkaufen..), habe mein baby auch nie zu nicht-baby-tauglichen-veranstaltungen mitgenommen (aber v.a. um MEINE nerven zu schonen). aber ich erwarte nicht, dass das alle eltern so sehen und ich kann durchaus auch die sichtweise verstehen, dass nun mal auch kinder mit all ihren angewohnheiten teil dieser gesellschaft sind – und sie sind keine kleinen erwachsenen, d.h. wir sollten eigentlich auch tolerant genug sein zu verstehen, dass kinder nicht so lange still sitzen können oder leise sein können – irgendwo kann man es mit den erwartungen auch übertreiben (und das hat dann nichts mit schlechter erziehung zu tun).

    rücksichtslose kinder haben vermutlich rücksichtslose eltern und nicht jede beschwerde über kinder ist objektiv – wie in einem kommentar weiter oben: macht ein erwachsener lärm ist es okay, lärm eines kindes ist unzumutbar. hier in der stadt: verkehrslärm ist okay, kinderspielplatzlärm ist eine belästigung.

  9. Susann Says:

    Hallo,

    ich stimme dir voll und ganz zu.

    Die Toleranzschwelle ist bedeutend höher – auch einem brüllenden (Klein)kind gegenüber (Erfahrungswert) – wenn die Mutter desselben nicht tatenlos daneben steht/sitzt, sondern ihrem Kind sagt, dass es Rücksicht nehmen soll. Oder auch dass die Schuhe nicht auf eine Sitzbank gehören. Oder dass man im Restaurant am Tisch bleibt und die Lautstärke auf leise bis mittel runterschrauben sollte. Oder…

    Ich muss da Frau Wortteufel recht geben – es sind nicht die Kinder, die das Problem darstellen, es sind die Eltern dieser Kinder. (Ich kenne auch solche Kinder – bei mir schaffen sie es aber schnell, die Satzformulierung von „ich will“ auf „ich möchte bitte“ umzustellen… sonst gibt’s halt nix.)

    GLG Susann
    (3 Kinder, 0-6)

  10. sunny Says:

    Hallo, bin seit einigen Tagen eine stille Leserin Ihrer Webseite, diese hält mich ganz gefangen. Möchte zu Ihrem Eintrag am 14.7.08
    einmal kurz anmerken: meine früheste Kindheitserinnerung beruht auf auf eine U-Bahnfahrt in Hamburg mit meinem Vater ca.
    1951, da konnte ich gerade laufen und war am Wochenende mit Papa unterwegs. Ich lief im Abteil freudig der ersten Schritte, wohlgemerkt im fast leeren Abteil, da wurden wir rausgeschmisssen an der nächsten Haltestelle, weil wir einige Fahrgäste störten. Das hat sich bis heute bei mir festgesetzt. Mit meinem Sohn(Baujahr 1983) habe ich nur einmal die Erfahrung gemacht, und glauben Sie mir, ich werde heute ganz bestimmt jeder Mutter den Rücken stärken. LG Marion.

  11. kassiopeia Says:

    @sunny: Vielen Dank für Feedback. Ich freu mich immer sehr über neue Leser, die sich outen und
    frischen Wind mitbringen!