Zwei Tage Drei-Tages-Gruppe- Ein Résumé

Tag 1 war löste wenig Begeisterung auf. 10 (immerhin statt 12) Kinder, 10 Mütter und
eine Gruppenleiterin in einem höchstens 20qm Raum sind schon viel. Ist ja nur meine
Meinung, aber dann diesen Kindern, die noch niemals nicht in dieser Räumlichkeit
waren den kompletten Tagesplan, der sonst drei Stunden füllt, zusammen zu pressen
in 1Stunde und 20Minuten finde ich arg böse. Und dann noch Eltern und Kinder zu
animieren bitte alles sofort mitzumachen, damit die lieben Kleinen wissen wo der Hase
lang läuft: Freies Spiel, ein Lied (zum Aufräumen), ein Lied (zum Raumverlassen),
Händewaschen, ein Lied, ein zweites Lied, Wiedereintritt in den Gruppenraum, an den
Tisch niederlassen, ein Lied, Anfassen (warum nur immer?!), ein Gebet, Anzünden der
Kerze, (schnell) Essen, Zusammenräumen, auf den roten Teppich setzen, noch mehr
Reden, ein Lied, noch ein Lied, und Tschüss. Sie können sich vorstellen das mein Sohn
irgendwann streikte. Vom lauter Rumgesabbel: „Setz dich!“, „Komm bitte!“, „Doch!“
konnte ich meine Stimme selber irgendwann nicht mehr hören. Befand mich am Abend
in einer tiefen Krise, mit der Frage wie es weitergehen soll. Ruhig Blut, dachte ich mir
schauen wir mal morgen.

Tag 2 kreuzte ich so früh wie möglich dort auf, damit Noah möglichst viel Freispielzeit
hatte. Er kam hin und wieder zu mir, zeigte mir dieses und jenes. Er brauchte mich. Aber
er suchte sich selbst Spiel, beschäftigt sich lange und intensiv allein. Bin sehr stolz.
Er genoss die viele Zeit zum Spielen, aber ich merkte, dass er ein wenig Zeit brauchen wird
dort allein zu sein. Es war ja auch erst der zweite Tag dort mit so vielen Menschen.
Die Mütter wurden aufgefordert sich in den Elterndienst einzuschreiben; nahm gleich in der
nächsten Woche die drei Tage. Feine Sache, dann brauch ich mich nicht ständig mit der
Frage quälen, wann ich gehe. Dann eben nächste Woche nicht. Verkürzt sind die drei
Stunden eh noch, so sitze ich statt 9 Stunden, nur 7 1/2 ab.
Ich hielt mich an meine Regeln: Er solle zwar zum Händewaschen mitgehen, muss aber
nicht Waschen, soll sich an Tisch setzen, aber gehe nicht davon aus, dass er isst,
soll sich auf den Teppich setzen, aber muss auf keinen Fall mitsingen. Es gibt Dinge
da müssen Kinder durch, dass sich ich auch so. Kein Laissez-faire. Aber nur weil keine
Freispielzeit mehr ist, muss er der Gruppenleitung nicht an den Lippen hängen und
mitträllern. Nicht das ich das am Vortag erwartet hätte, aber es war wirklich ein scheiß
Gefühl, ihn zu zwingen: sich zu setzen, zwingen mitzugehen. Ich dachte einmal müsse
er wenigstens diesen Ablauf mitmachen und siehe da, nachdem ich mich gestern intensiv
damit aus einander setzte, was ich will (von dem was die Gruppenleitung will) machte
es ihm heute schon viel mehr Spaß- so richtig- und er stemmte sich auch nich gegen
alles andere ausser dem Freien Spiel.
Wenn man ihn fragt, ob er sich auf nächste Woche freut, sagt er ja. Und er freut sich
drauf. Und ich versuche das Positive zu sehen, denn so ganz geheuer ist mir die Frau
da noch immer nicht, aber ich bin nicht Noah. Noah muss sich wohlfühlen.

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