Wahrscheinlichkeitsrechnung

Bei drei kleinen Kindern ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir durchschlafen können ohne
aufzuwachen oder besser aufstehen zu müssen, sagen wir diplomatisch- schwierig?! Ich
rede nicht davon, dass nachts ein Kind aufwacht und weint weil es schlecht geträumt hat
oder zu uns ins Bett krabbelt. Nein. Wenn schon, denn schon. Entweder sind alle drei
gleichzeitig wach: Der Domino Effekt; oder alle wachen nach einander auf: Heavy Rotation.
Gestern Nacht erwachte Noah schreiend, rannte zu uns ins Bett. Das hatte Tom gehört.
Nach drei oder vier Beruhigungsversuchen, bekam Tom eine Flasche, aber da war Zoe
schon wach. Als es endlich ruhig wurde, lag mein Sohn neben mir im Bett, der das mit
den Füßen machte…

Umso spannender finde ich Beiträge zum Thema Schlaf, vorwiegend von Eltern eines
Kindes, die Schreien lassen unmenschlich finden, oder Zubettgeh-Zeiten lächerlich und
unnötig finden und das alle bis zur Schule in einem Bett schlafen können. Die Erfahrung
mit diesem einem speziellen Kind wird als Raster auf alle anderen Kinder der Erde gezogen,
denn wenn dieses eine Kind es so braucht, na dann, brauchen es alle anderen genauso.
Möge der liebe Herrgott diese Menschen vor Geschwistern für diese eine goldene Kind
verschonen. Und sie in eine Welt leben lassen in denen Kinder nicht jeden Morgen
ausgeruht in die Schule müssen. Am Ende dieser Abhandlungen steht dann in großen
Lettern: Aber jedem das Seine- natürlich nach dem empörten Kundgebungen. Spannend!

10 Responses to “Wahrscheinlichkeitsrechnung”

  1. Feuervogel Says:

    Wer redet denn von ausgeschlafenen Kindern? Ich bin vielmehr entzückt über diese grenzenlose elterliche Selbstaufgabe – mal abgesehen davon, dass ich mein Kind bei derartig wenig und gestörtem Schlaf spätestens nach ner Woche an die Wand klatschen würde – insbesondere aber frage ich mich immer wieder:

    Müssen diese Familienbettschläfer ohne Feierabend eigentlich alle nicht arbeiten? Ich könnte tagsüber nichts Sinnvolles leisten mit matschigem Kopp. Und für’s Zeitabsitzen wird bei uns keiner bezahlt. Immerhin gibt es schon ohne „Kinderschlaf nach gusto“ genug Gelegenheiten, wo man als Eltern zu kurz kommt. Am Ende ist ohnehin alles nur Gewöhnung – für Eltern und Kind, aber das will ja ohnehin keiner hören.

  2. agichan Says:

    Manche Familienbetten scheinen offensichtlich zu funktionieren und sowohl Eltern als auch Kindern wachen morgens ausgeruht auf (wie das möglich ist, weiß ich allerdings auch nicht). Sicher ist auch alles eine Gewöhnung, aber wie gewöhnt man denn um? Ich glaube, das ist viel eher das Problem.

    Wenn ich solche Schilderungen lese.. jaaa.. dann freue ich mich doch darüber nur einen kleinen Muffel an der Backe kleben zu haben ;)

  3. partikelfg Says:

    Wenn der Schlafmangel groß genug ist, dass… Mist, ein Kind weint…

  4. Corinn Says:

    Das ist ja das große Problem, was bei dem Einen funktioniert MUSS auch bei jedem anderen so klappen? Deshalb sind Ratschläge zwar nützlich, aber nicht immer der Weisheit letzter Schluss.
    Und nur weil wir ein Familienbett haben, was einigermaßen gut funktioniert, möchte ich nicht denken müssen, dass ich versagt habe. Es gab Zeiten in denen ich den lieben langen Abend nichts anderes gemacht habe, als mein Kind wieder in sein Bett zu schicken. Wochenlang. Nun liegt es irgendwann um Mitternacht in uns im Bett. Schläft, wir auch.
    Und doch gibt es Kinder, die mögen es gar nicht, wenn alle zusammen in einem Bett schlafen. Die schreien, bis sie ausquartiert werden. So sind meine nun mal nicht – und ich genieße es beide da zu haben und zu wissen, dass sie gut und sicher schlafen. Ich stehe ausgeschlafen aus und der Rest der Familie auch. Es gab schon immer Kinder, die lieber im Elternbett geschlafen haben, ohne dass immer das „Familienbett“ diskutiert wurde. Wichtig ist, dass die Kinder einen eigenen Schlafplatz haben, auf den sie zurückgreifen können, alles andere ergibt sich. Oder so.

  5. Ines Says:

    Die Geschicht kommt mir irgendwie bekannt vor, nur die Namen….
    Ich habe Erfolge zu melden – mein Baby wachte heute erst um 5 Uhr auf und bis auf das Nachts einmal bett abziehen und Armin komplett waschen – das war ein Uhr – konnte ich gut schlafen :-)

  6. Frau Brüllen Says:

    Hach ja. Bei uns heute nacht auch, dabei ist er nur eins, bisher…
    Egal. Ich habe schon lange aufgegeben, meine Ideale für andere Leute gültig zu machen (Bei uns wurde es eine lange Zeit unfreiwillig ein Familienbett, jede Nacht ab eins. Die Alternative wäre gewesen, auf dem kalten Boden neben dem Kinderbett zu schlafen, weil ich, ja, das gebe ich zu, schreien lassen nicht kann. Ich kam so zu mehr Schlaf als anders. Und ging arbeiten)
    Aber du hast natürlich recht: es gibt viele Mütter mit Kinder

  7. kassiopeia Says:

    Nur kurz zu Frau Brüllen, ansonten heute Abend evtl ausführlicher ;) : Wenn ich Tom schreien
    lassen könnte, ja wenn, dann würde er ja nachts keine Flasche mehr bekommen ;)

  8. Frau Brüllen Says:

    @kassiopeia: irgendwie hat irgendwer das Ende meines Kommentars gefressen… egal. Auch wenn er grammatikalisch nicht korrekt ist, finde ich den letzten Satz eigentlich auch so ganz gut ;-)
    Was noch dastand, war mehr oder weniger sinngemäss, dass ich als Mutter erst Flexibilität gelernt habe, nicht nur was das Planen angeht, sondern viel mehr auch,w as die Einstellung angeht. Ich bin mit der Einstellung: „ich hätte das gerne so und so, mal sehen, ob das klappt, sonst machen wir es halt so, wie es für alle am besten passt.“ am besten gefahren. Bei uns ging es beim Schreienlassen oder auch nicht im seltensten Fall um eine Flasche (20 Fläschchen pro Nacht schaffte selbst Little Q. nicht ,-))

  9. kassiopeia Says:

    @Feuervogel: Ich kann so auch nicht schlafen, zumal 5 Leute in einem Bett irgendwie ein bißchen
    arg viele sind. Und wenn schon, dann müssten ja doch irgendwie alle… Und zumindest meine großen
    Kinder wären unausstehlich, wenn ich sie nicht ins Bett täte, damit sie in Ruhe Kraft tanken könnten
    für den nächsten Tag, der um 6Uhr beginnt. Wir arbeiten beide -so oder so- und sind beide gerne
    ausgeruht, für die Dinge die da kommen täglich. Um 6Uhr startet der Tag und um 8Uhr ziehen alle
    los um das eine Kind dort und das andere dort unterzubringen, dann mit Kind III Heim. Das ganze
    nenne ich mal simpel Tagesablauf. ICH könnte mir nicht vorstellen mein Kind einfach so, wenn es möchte
    schlafen zu lassen, einfach weil es nicht ginge. Und bis 11Uhr nach Stillen schlafen? Was ist das?! ;)
    Da war was bei Zoe, aber es ist sehr verschwommen ;)

    @FrauBrüllen: Ich bin der festen Überzeugung das Tom keinen Hunger hat, er holt sich mit der
    Flasche etwas ganz anderes. Für Zoe gab es das eine, für Tom etwas anderes. Ich kann mich sehr
    sehr sehr gut an die Zeit mit Zoe erinnern, wie sie mit Zahnungsschmerzen eine 3/4 Stunde schreiend
    durch die Küche robbte und sich nicht festhalten ließ und schrie und schrie, bis das Zäpfchen endlich
    wirkte. Und ich kann so gut nachfühlen, dass es du ihn nicht schreien lassen konntest! Das kann ich
    bei Tom eben auch nicht.

    @agichan: Genau das wollte ich mal gesagt haben, stellt euch nicht so an: Es ist nur eins! ;)

    @Corinn: Ich denke genau so. Es kann wunderbar sein, muss es aber nicht.

    @Ines: Ich halte die Daumen gedrückt. Hast lange genug „gelitten“!

  10. Giftzwerg Says:

    Ah, da bin ich ganz Deiner Meinung. Es nervt sehr, ständig diesen Stempel aufgedrückt zu bekommen, wenn dann mal etwas nicht so gut läuft. Diesen „ja würdest Du so und so, dann würde das auch funktionieren“, ohne zu beachten, dass bei jeder Konstellation immer mal Probleme auftauchen.

    Diesen Stempel bekommen wir als typische Kindimelternbetthaber aber genauso oft aufgedrückt, nur eben anders herum. Ich kann es nämlich auch nicht mehr hören, dieses „lass sie in ihrem eigenen Bett schlafen, sie braucht das“ – woher will die Welt außerhalb meiner vier Wände und außerhalb meines Lebens und Alltags wissen, was _mein_ Kind grade braucht?? Warum gesteht man mir da nicht die Kompetenz zu, es selbst ganz gut sehen und entscheiden zu können?

    Natürlich habe ich schon echt gute Ratschläge bekommen und beherzigt – wir haben jetzt (vorher war es nicht möglich, war es einfach nicht) beispielsweise einen wundervollen, sehr festen und eingespielten Rhythmus, der uns allen gut tut, auch wenn er uns manchmal ein wenig einengt – aber Ratschläge (dieser hier mit dem Rhythmus war von Dir, das weiß ich noch ;) ) sind etwas ganz anderes als dieser abartig, narzißtische Stempel „Mein Kind braucht ein eigenes Bett und viel Ruhe und ein frühes Zubettgehen um ausgeruht zu sein, also brauchen das alle Kinder.“