Ich kann es noch…

es ist nicht einfach mit gerade frisch 21 das erste Kind zu bekommen. Einfach nur darum, weil
man so jung -zumindest ich- gar nicht richtig weiß, wer man ist. Man schlittert also vom gerade
so jungen verplanten neurotischen Teenie- Erwachsenen zum Muttersein. Dazwischen gibt es
nichts. Nun ist es eine große Aufgabe sich neben der Rolle als Mutter wieder neu zu erfinden.
Was für eine Frau bin ich?
Nun hatte ich zwei Montage hinter einander jeweils 20 Minuten für mich- allein!- auf dem Weg
zu Zoe’s Kindergarten. Ich stopfte mir die Kopfhörer meines Ipods ins Ohr und war entsetzt, dass
es irgendwann nicht mehr lauter ging. Ich genoss die laute Musik. Und wurde immer schneller.
Ich laufe unheimlich gern und ich bin schnell- nur hatte ich das vergessen. Ich trug früher
nur Herrenschuhe- aus Überzeugung, weil ich so stapfte. Ich stapfe noch immer, wenn es eben
geht. Ich bin gern allein. Ich mag den Schnee und noch immer liebe ich das Traurige beim Anblick
von dürren, kahlen Bäumen, nur das ich nebenher ein Mädchen plappern hörte. Das
war damals ein Teil von mir und ist es noch heute. Das war ein sehr schönes Gefühl. Etwas
wieder zu finden. Natürlich bin ich nicht unglücklich, doch manchmal fehlt ein kleiner Teil von mir,
aber er ist da. Das hin und wieder zu wissen, reicht mir.

7 Responses to “Ich kann es noch…”

  1. mama schwaner Says:

    wo waren denn die anderen beiden? (und ich kann dich soooo verstehen! der gang zum nähkurs und zurück jedes mal: seltenheit und wunderbarst! ;) )

  2. kassiopeia Says:

    Das Jugendamt hat sie abgeholt. (Mein Lieblingssatz!) Bei Oma in der Krabbelgruppe. So konnte ich
    gar wunderbar mit Zoe allein zum Turnen- schön! Aber ich bin froh, dass ich da bis Mitte Januar nicht
    mehr hin muss ;)

  3. june Says:

    hach ja…

  4. agichan Says:

    Wie gut ich das doch nachempfinden kann. Und wie schön, dass SIE das alles noch empfinden können. :)

  5. Mizz Foxxy Says:

    Das war zwar nicht der Anblick kahler Bäume, aber – ich musste gerade an unseren laaangen Spaziergang im August denken! ;-)
    Weißt Du – ich denke, es braucht kein junges Muttersein, um mit Mitte Zwanzig noch einmal zu beginnen, über sich selbst nachzudenken und wo man im Leben steht. Ich empfinde das manchmal für mich, als wäre es eine zweite Pubertät. Ich glaube, dass habe ich Dir auch damals bei unserem laaangen Spaziergang erzählt…

  6. kassiopeia Says:

    Aber du bist nicht zwischendrin Mutter geworden. Ich hab keine Zeit mich neu zu erfinden, weil ich
    funktionieren muss! ;) Ich Arme. Jetzt magst gerne tauschen, gell? ;)

  7. Mizz Foxxy Says:

    Ja, das bin ich nicht. Aber gerade das wollte ich Dir ja aufzeigen – dieser Prozess geschieht wohl einfach, dabei ist es scheinbar gleichgültig, ob man Kinder hat oder nicht.
    Zumal ich es glatt wage, Dir zu widersprechen. Ich denke fast, Du hast Dich zwischen 17 und Mitte 20 mehr neu erfunden, als ich. Du bist schließlich inzwischen (auch) Mutter geworden. Eine „neue“ Seite von Dir. Das steht mir noch bevor. Zudem finde ich es auch klasse, dass Du mit Deinem kleinen „Shop“ einen Traum von Dir verwirklicht hast. Diesen Part in mir Suche ich noch.
    (Ich hoffe, das klingt alles irgendwie verständlich und nicht allzu wirr!?)