Breistreik

Nicht mein Sohn, sondern ich trete in den Brei(fütterungs)streik. Ich habe keine Lust
mehr angespuckt zu werden, ich habe keine Lust mehr den Breischnodder vom Tischbein
abzuwischen und ich habe keine Lust mehr, ständig Tshirts gedanklich auszusortieren,
weil die garantiert kein Kind mehr nach Tom anziehen kann, da orange. Ich habe keine
Lust mehr auszusehen, als wäre das Breigläschen explodiert. Ich habe drei Hosen:
eine Jeans, eine graue Marlene-Hose und eine für die guten Tage, d.h. wenn ich reinpasse.
Ich habe also nicht so die Auswahl. Ich wurde eben also sehr sauer: Dann eben nicht!
Ich habe das genau analysiert. Natürlich bin ich gestresst, morgen habe ich uns zwei
Familien eingeladen. Einfach weil ich will. Ich wusste das das stressig wird, aber ich
möchte das. Ich möchte Auswahl beim Kuchen, ich möchte abends Soljanka essen. Ich
habe so gut organisiert wie ich konnte, aber deshalb motzte ich eben nicht. Denn dieser
Stress steht mir zu. Und da müssen die Kinder durch. Ich mache Abtriche wo es nur
geht und sonst geht es immer um die Kinder, morgen ist das meins. Und es ist ja nicht
so, dass keine Kinder kämen, es kommen die Kinder aus dem Kindergarten die meine
Großen vergöttern. Aber wie das so ist, wenn man sich Besuch einlädt, macht man mal
Ordnung. Ein bißchen. Ich möchte das so. So wie Zoe am Mittwoch, obwohl ich wusste,
dass das Wohnzimmer aussieht als wäre der Trockner explodiert, (denn die Wäschekörbe
sind leer, da ich anfing kleine Häufchen zu machen: Kinder, Baby, Eltern, Socken usw.)
gingen wir zu ihren Freunden einfach so spontan mit, mit allen folgenden Konsequenzen.
Mehr ging nicht und so sitzen wir Abend für Abend in diesem Wohnzimmer und nehmen
es wie die AA: Dinge akzeptieren, die wir nicht ändern können, oder eben wollen. Und das
nur weil meine süße Tochter mit ihren wunderschönen brauen Augen schaute: BITTE, Mama!
Na klar! Ich wusste mein Zeitplan hakt, aber klar. Gerne. Und gestern als meine Freundin
ihr Kind nicht nur holte, sondern kurz blieb, wusste ich das wird auch nicht pünktlich
Feierabend, aber klar. Warum ich Ihnen das alles aufschreibe? Weil ich auseinander nahm,
ob der Stresspegal Schuld ist, dass ich Tom anmotzte. Aber ich finde nö, ich darf auch
mal motzen, und ich hasse orange einfach!

5 Responses to “Breistreik”

  1. Giftzwerg Says:

    (nur kurz als zwischenruf – möhrenflecken gehen raus, wenn man sie vor dem waschen in der maschine mit öl einreibt)

    mal motzen ist auch kein weltuntergang, bist ja auch nur ein mensch ;)

  2. kassiopeia Says:

    Ich weiß, dass Motzen und Wütendsein in Ordnung sind! Aber das weiß ich erst jetzt mit dem Dritten!

  3. Janine Says:

    Motzen muss manchmal einfach sein. GERADE wenn man aussieht, als wäre das Gläschen explodiert ;-)

    (Möhrenflecken die beim Waschen nicht rausgehen, gehen weg, wenn man die Klamotten in die Sonne (so sie sich denn blicken lässt) legt – selbst getestet und ja, es klappt!!!)

  4. Silberpfeil Says:

    Wir sind damals auf Pastinakenpüree ausgewichen. Ähnliches Aroma aber nicht orange.

    Ich bewundere Sie immer noch. Da können sie soviel Motzen wie sie wollen. Sie machen das grossartig.

  5. kassiopeia Says:

    @Janine: Irgendwann sollte diese Spukerei doch mal aufhören! Diese Phase dauert…

    @Silberpfeil: Ich koch so viel Pürre, aber dieses Rumgesaue nervt. Bahnt sich da wohl ein echter
    Breistreik bei Tom an?
    Manno, jetzt motz ich schon so rum, und bin immernoch großartig, dabei versuch ich dieses
    Stempel so sehr zu entkommen! ;) Nein, danke das tut sehr gut zu lesen! Danke!