Was darfs sein?!

Wir haben eine Tochter und zwei Söhne. In jeder Schwangerschaft wurde man gefragt, was man
sich denn wünsche, aber noch nie hat es mich so sehr verärgert wie in dieser.

„Aber jetzt noch ein Mädchen, oder?!“, „Des Ausgleichs halber?“, „Das wäre doch perfekt!“. Wäre
es das?! Für wen? Ich habe eine Tochter. Sie ist genau das Mädchen, das sich jede Mutter wünscht.
Und ich habe zwei Söhne, beide verschieden, wie sie sich jede Mutter wünscht. Warum sollte ich
eines mehr wollen, als das andere?! Ich wünsche mir ein Kind, möglichst gesund, mit Armen
und Beinen und einem kräftigem Herzschlag, kurzum lebendig. Wenn man sich umsieht wie
viele Eltern ihre Kinder auf die eine oder andere Weise verlieren, ist das Geschlecht doch egal, es
würde ja nicht weniger wehtun und ebenso macht es einen nicht glücklicher, nur weil es noch ein
Mädchen wäre.

12 Responses to “Was darfs sein?!”

  1. 4Kidsmami Says:

    Da hast du recht, hauptsache ist doch es ist gesund. Wir haben vier Kinder, 2 Pärchen sozusagen, alle meinen immer, oh wie schön Mädchen, Junge, Mädchen, Junge und wenn es nicht so wäre? Das alle wohl auf sind gesund und munter, das ist wichtig :-)

  2. Martina Says:

    oh ja.
    wir wurden nach der Geburt des zweiten Sohnes gefragt, ob das jetzt schlimm für uns wäre… Da fragt man sich schon, was sich diese Menschen eigentlich denken…
    Ich bin davon überzeugt, dass jeder das/die Kind/er bekommt, die genau richtig für eben diese Eltern sind – Geschlecht, Temperament, einfach alles – damit es stimmt, das kosmische Gleichgewicht der Familie.

  3. Ines Says:

    Noch so einer- nach der Geburt unseree zweiten Kindes „Och, da können sie ja jetzt aufhören, haben ja von jedem was“ – JA UND?

    Mein Sohn würde sich im Übrigen nochmal einen Jungen wünschen – wegen Gleichstand – jetzt wird der Nussknacker mit einbezogen damit für ihn die Welt heile ist :-)

  4. Karin Says:

    Du hast total recht und hier nix anderes. Wir wünschen uns ein gesundes Baby. Geschlecht total egal. Und ich glaub du kannst dir vorstellen, wieviele bei uns am Dorf sich „für uns“ einen Buben wünschen.

  5. Janine Says:

    Dass „die Leute“ immer meinen müssen, einschätzen zu können was für andere die Glückseligkeit bringt. Ich glaube für Dich zählt im Moment nichts weniger, als das Geschlecht das Babys. Hauptsache gesund… Ich kann Deine Verärgerung darüber sehr gut verstehen.

    Die Geschichte meiner Schwiegermama ist da eine – in meinen Augen – ganz furchtbare. Sie hat(te) 5 Geschwister. Sie ist die jüngste von 6. ALLES Mädchen. Der Vater von ihr wollte immer einen Jungen, aber es ist nie so gekommen. Man könnte sagen sie war das ungewollte sechste Mädchen. Und weißt Du warum das so schlimm war? Weil im Dorf die Leute alle getratscht haben und ihren Vater als „Büchsenmacher“ bezeichneten. Das konnte er IHR – und das ist m.E. so richtig schlimm daran – nie verzeihen, dass sie ein Mädchen wurde. Sowas finde ich ganz ganz ganz furchtbar. Jedes Kind, egal welchen Geschlechts, und wenn man noch so viel Hoffnung in eine bestimmte Richtung hegt, hat es doch verdient unendlich geliebt zu werden.

    Ich habe mir ja immer eine kleine „Prinzessin“ gewünscht. Und wenn ich ehrlich bin war ich damals bei der Feststellung „Es wird ein Junge, eindeutig!“ etwas enttäuscht. Heute schäme ich mich so sehr dafür. Denn das war Robin gegenüber einfach unfair. Ich hatte immer gedacht, ich könnte keine gute Jungs-Mama sein, aber das war großer Quatsch. Es war gut so. Und wenn ich nochmal ein Kind „empfangen“ dürfte/darf, wäre es mir wirklich sowas von egal, ob es wieder ein Junge oder doch ein Mädchen würde. Denn am Ende zählt wirklich nur, dass alles dran und alles gesund ist.

    Ich kann Dir nur sagen „Lass die Leute reden und hör einfach nicht hin…“ Solange „die Leute“ über andere reden können, müssen sie nicht vor ihrer eigenen Haustüre kehren und das ist doch ungemein praktisch für sie. Die werden IMMER was finden, wo sie Dir ihre Meinung kundtun oder hinter Deinem Rücken über Dich reden. Dafür sind es eben „die Leute“.

  6. ISabella Says:

    Mich nervt dieses blöde Gerede auch immer. Gut, mich nervt schnell was ;) aber es ist doch wirklich so, dass das Geschlecht soo unwichtig ist! Es kommen so viele kranke Kinder zur Welt, manche werden es im Laufe der Zeit.. man muss schätzen was man hat!

    Wie wenn man einen Jungen weniger lieben würde als ein Mädchen und umgekehrt! Das ist nicht nur absurd, sondern eigentlich krank, der Gedanke….

    Ich frag natürlich auch Schwangere was es wird, aber denke nicht mal daran, eines der beiden Geschlechter auf,-oder abzuwerten….

  7. Gundi Says:

    Hmm, ich sehe das etwas anders, auch wenn ich den Gedankengang nachvollziehen kann. Zum einen nervte mich genauso die „Hauptsache gesund “ Attitüden von allen Leuten. Ich sagte damals immer, dass ich das Kind so annehme wie es ist und ein Behindertes würde ich nicht mehr oder weniger lieben als ein Nicht-Behindertes. Meine Tochter hat eine leichte Behinderung und sie ist die wundervollste junge Frau unter dieser Sonne. Und ich wollte vorher nicht alles abklären, zum Glück. Ich hätte sowieso nicht abgetrieben (auch wenn ich das nicht für ein Verbrechen halte aber das ist ein anderes Thema) und hätte mir nur unendlich viele Gedanken gemacht, die niemanden genutzt hätten.
    Zum anderen finde ich es nicht schlimm, sich ein Geschlecht zu wünschen. Warum auch? Nicht wegen Ausgleich oder irgendetwas anderem, was die Gesellschaft so denkt, sondern weil man sich halt etwas wünscht. Das heißt doch nicht, dass ich mein Kind nicht liebe weil es das falsche Geschlecht hat. Ich liebe meine Kinder doch auch wenn sie unmusikalisch sind, selbst wenn ich mir in der Schwangerschaft ausgemalt habe, wie wir zusammen musizieren.
    Also ich habe mir beim zweiten Mal ein Mädchen gewünscht, wahrscheinlich, weil ich selbst so gerne eine Schwester gehabt hätte. Und nun habe ich einen wundervollen 15 jährigen mit tiefer Stimme und freue mich jeden Tag an diesem jungen Mann.
    Ich persönlich glaube, dass eines der ganz großen Geschenke beim Kinder „haben“ ist, dass sie so ganz anders sind. Dass sie einen seltsamen Sport betreiben, dass sie auschließlich gelbe Sachen mögen, dass sie merkwürdige Freundschaften schließen und die Rechtschreibung nicht kapieren, die uns selbst so leicht fällt. Nichts hat mich vorher darauf vorbereitet und ich finde, dass gerade dies Fremdheiten unser Herz und unseren Geist so erweitern wie man es niemanden sonst erlauben würde, wenn wir es zulassen!

  8. Steffi Says:

    Hm, vielleicht verschieben sich die „Interesen“ erst, wenn man Erfahrungen gemacht hat, mit kranken oder gehandicapten Kindern. Meine erste Frage lautet heute immer: „…alles gesund?“
    (Außerdem darf man sich doch in unserer Gesellschaft Mädchen und Jungen gleichermaßen leisten, egal in welcher Anzahl.)
    Weiterhin alles Gute!

  9. wieder zuhause… « Shrimps unterwegs Says:

    […] obligatorischen Blog-Stöbern grad den Artikel gelesen und fühle mir aus der Seele gesprochen. Mich vervt es auch langsam, ständig bzgl der […]

  10. kassiopeia Says:

    @Martina: Sind Sie denn nicht richtig unglücklich?! ;)

    @Ines: Ich versteh ja auch nicht, warum ihr noch ein Kind wolltet! Passte doch so gut?! ;) Aber jetzt braucht
    ihr unbedingt noch einen Jungen, findest du nicht!? ;)

    @Janine: Meine Uroma hatte nur 4 Mädchen. Da meine Mutter auch nur zwei Mädchen hatte, dachte ich
    wir bekämen auch nur Mädchen! ;) Aber nun haben wir: Zoe und die zwei Zwerge! :) Vielleicht bald Zoe und
    die drei Zwerge.

    @Isabella und Karin: Wissen möchte ich auch was es ist. Sehr sogar, damit ich nicht mehr sagen muss, was
    ich mir wünsche. Die Namensfrage wäre deutlich eingegrenzter usw. Ich find es sogar richtig schön, wenn man
    weiß, ob man rosa oder hellblau kaufen kann… ;)

    @Gundi: Bei unserem zweiten Kind, dem ersten Sohn war nicht ganz klar ob er nicht an einer Trisomie leidet,
    bei unserem dritten Kind war nicht ganz klar, ob das Kind eine Chance hätte. Beide sind heute gesund und
    munter. Bei der Schwangerschaft jetzt, hatte ich so ziemlich alles am Anfang was man nicht haben mag und es
    ist mir natürlich deshalb wichtig ein lebendiges Kind zu bekommen, ob es leicht behindert oder schwerst behindert
    ist, ist da sogar zweitrangig. So seltsam das jetzt klingt, denn natürlich wünscht jeder Mensch seinem Kind nichts
    schlechtes, sondern Gesundheit.
    Und wenn die Menschen mich fragen würden, was ich mir wünsche, würde ich wohl genau das sagen, aber das
    fragen sie ja nicht- das war im Eingangstext anders geschrieben- sondern sie lassen die Möglichkeit gar nicht
    zu, dass es „nur“ ein Junge werden könnte, denn das passt nicht so gut.
    Ich wünsche mir nichts mehr oder weniger. Und ich finde es auch nicht so toll, wenn man eine Vierjährige fragt,
    was sie sich denn nun wünsche, denn ich kann ich keine Schwester schenken, entweder sie ist längst da oder
    es ist erneut ein Bruder. Ich kann da nicht bestellen. Ich weiß, dass sie sich nur eine Schwester wünscht, so
    wie ich weiß, dass mein Mann ein Mädchen möchte, aber ich bin doch kein Katalog! Ich fühl mich schlecht dabei,
    wenn ich daran denke, beiden sagen zu müssen, dass ihr Wunsch nicht in Erfüllunge geht. (Bye the way, wurde
    auch gefragt, ob sie sich einen Hund oder ein Geschwisterchen wünscht, dabei will hier niemand einen Hund! )
    Ich habe ihr, auch wenn andere Menschen das grausam finden, erklärt dass man sich das nicht aussuchen kann
    und man froh sein muss, wenn es lebt das kleine Baby, den manche würden sterben. Das ist für sie ein sehr
    wichtiges Thema im Moment: Tod und Leben. Und ich versuche ehrlich zu sein…
    Sie haben das selber so schön geschrieben, es ist ein Überraschungspaket. Man weiß nicht, was man bekommt.
    Und ein Mädchen muss kein rosa mögen und ein Junge kein Fussball. Sie sind wundervoll, weil sie sind wie
    sie sind, umso mehr ist mir das Geschlecht egal.

    @Steffi: Den letzten Satz versteh ich nicht so ganz, ich verstehe ihn so: Ja und nein. Ich mache ganz gute Erfahrungen mit der Kinderschar, andere Mehrfachmütter erleben ganz oft mehr Negatives. Außerdem haben
    Jungs heute oft einen ganz schlechten Ruf. Sie seien laut und schwierig. Ein Überbleibsel der Mädchenförderung!
    Es ist nie gut, in ein Extrem zu verfallen.

  11. Klabauter Says:

    Wissen Sie was, beim nächsten Mal, wenn jemand so dumm fragt, antworten Sie einfach: „Oh ja, UNbeDINGt ein Mädchen! Wenns ein Junge wird, treib ich ab.“

    Andererseits. Nahmen Sie es nicht so ernst, die Frage. Die Leute wollen schwatzen und ein bisschen Teil haben an Ihrem Glück und ihrem Leben. Vielleicht auch ein bisschen an Ihrem Unglück. Mehr als Smalltalk ist es letztendlich ja nicht.

  12. Leanders Mami Says:

    Ich nehme mich nicht aus, mir auch das eine Geschlecht mehr als das andere zu wünschen. Aber ich weiß genau, egal was rauskommt, ich werde platzen vor Mutterliebe. Von daher unterschreibe ich Ihre Worte und lasse die anderen auch reden … Schon dieses orakeln vor meinem Bauch, welches Geschlecht ich denn unterm Herzen trage, nehme ich amüsiert bis gleichgültig hin. Menschen reden einfach dummes Zeug, wenn eine Frau mit einem SS-Bauch vor ihnen steht. Seltsam, das!