Seit 1997…

ist in Deutschland die Vergewaltigung in der Ehe strafbar. Seitdem macht es für eine Frau keinen
Unterschied mehr, ob sie verheiratet ist oder nicht. Ein kleiner Schritt für Frauen in Richtung
sexuelle Selbstbestimmung. Nicht viele Frauen werden den Schritt gewagt haben, ihren Ehemann
wegen Vergewaltigung oder anderen erzwungenden sexuellen Handlungen anzuzeigen, aber
es war ein Zeichen.
Was soll man jetzt zu einem Gesetz sagen, in dem Frauen via Terminvorgabe vorgegeben ist wie
oft sie mit ihrem Ehemann zu schlafen haben? Ein Gesetz, das diesen Frauen verbietet das Haus
ohne die Erlaubnis jener Männer zu verlassen. Ein Gesetz, das ein Mädchen zur Ehefrau erklärt,
sobald sie menstruiert…
In der Praxis heißt das: Eine Elfjährige wird verheiratet, alle vier Tage zum Sex gezwungen, darf
aber das Haus nicht verlassen. Es sei denn, sie wurde dabei fast zu Tode geprügelt, da das einen
medizinischen Notfall darstellen würde, für den sie keine Erlaubnis zum Verlassen des Hauses vom
Ehemann braucht.

7 Responses to “Seit 1997…”

  1. mama schwaner Says:

    un.glaub.lich! ehrlich. mir fehlen die worte…

  2. rebenwanderin Says:

    Ich könnt‘ da nur kotzen und schlagen

  3. Ami Says:

    das gesetz ist gestoppt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,617461,00.html

  4. wortteufel Says:

    Wir regen uns auf über diese Gesetze.
    Zu Recht. Wirklich zu Recht. Und ich hoffe von ganzem Herzen, dass auch in diesen Ländern irgendwann die Rechte der Frauen durchgesetzt werden können, dass es dort mutige Frauen geben wird, die kämpfen für das Recht aller anderen. Dass es dort einen Ruck gibt, ein Umdenken. Was aber wohl erst in vielen Jahrzehnten passieren wird.

    Doch möchte ich (zu dem im ersten Abschnitt von Dir Geschriebenen) noch erwähnen, dass es für eine Frau in Deutschland so gut wie unmöglich ist, eine Vergewaltigung in der Ehe oder Partnerschaft nachzuweisen. Denn in den Köpfen der meisten gibt es den Tatbestand nicht, dass eine Frau vielleicht aus Angst oder Abhängigkeit eine Vergewaltigung ohne Gegenwehr über sich ergehen lässt. Es wird ihr, falls sie nicht massiv Gegenwehr leistet und im Anschluss direkt Anzeige erstattet und auszieht, immer unterstellt, ihren Mann ermutigt zu haben oder einverstanden gewesen zu sein.

    Leider habe ich dies in einem Prozess im letzten Jahr live erleben müssen und auch die Anwältin hat klar gemacht, dass Vergewaltigung in der Ehe oder Partnerschaft so gut wie nie bestraft wird.

    Tja.

    Wir können trotzdem dankbar sein, hier zu leben. Und nicht in einem islamischen oder diktatorschen Staat. Als Frau. Und dass das so bleibt und auch woanders in der Welt so wird, dafür sollten wir uns stark machen. So oft es geht.

  5. kassiopeia Says:

    @Wortteufel: Ich hab lange darüber nachdenken müssen wie seltsam das ist, hier wurde erst 1997 ein Gesetz
    erlassen, dass diese Straftat überhaupt als solche anerkannte, dort 2009 wurde plötzlich ein Gesetz erlassen,
    dass das erlaubt. Wir sind also nicht sehr weit davon entfernt. Und auch ich bin der Meinung, dass diese Frauen
    dort sich ihr Recht erkämpfen werden. Und dafür wird es eine Zeit geben. Werte und Vorstellungen aufzuzwingen
    bringt nichts.
    Danke für deine Gedanken zur Anzeige. Ich kenne das. Nicht aus meiner Ehe, aber aus einer früheren Partnerschaft.
    Ein großes Problem wird auch sein, dass es oft geduldet wurde aber Frau irgendwann einmal nicht mehr kann.
    Sich dann beweisen zu müssen, davor schrecken viele zurück. Aber genau deshalb suchte ich nach diesem
    Gesetz, seit wann das bei uns „anders“ ist. Es schockierte mich sehr, dass nach einer großen Frauenbewegung
    vor Jahrzehnten erst viele Jahre später ein Schritt in diese Richtung ging. Das drumherum wurde schon damals bemängelt.
    Ich selbst habe danach gemerkt, dass es ein gesellschaftliches Problem ist. Eine Freundin ging davon aus, dass
    Frau schon irgendwie „dafür“ zu sorgen hätte, wogegen ich heftig protestierte. Und auch die Diskusion um die
    Benennung, ob ich es überhaupt Vergewaltigung nennen dürfte. Das war irgendwie absurd und schockierend.
    Es hat lange gedauert bis ich da stehen konnte, wo ich heute stehe und wieder eine normale Sexualität haben
    konnte. Umso mehr schütteln mich solche Nachrichten durch, auch wenn mein Verstand weiß, dass alles seine
    Zeit braucht und auch bei uns lange Zeit Kinder verheiratet wurden. Sehr schwierig.

    Stark machen ja, deshalb schreibe ich hier. Danke dir für deine Worte!

  6. Cecie Says:

    ich will ja nich stänkern, aber im bgb (?) steht seit jeher was über pflichten in der ehe… und dazu gehört auch, dass das bett geteilt wird und körperliche handlungen im rahmen der ehe ausgeführt werden…

    abgesehen davon weiss ich was du meinst, keine frage. aber manchmal braucht man gar nicht so weit nach draussen zu qkn…

  7. kassiopeia Says:

    @Cecie: Hast du meine Mail bekommen?

    Ob ein Paar gegenseitig Zärtlichkeiten austauschen sollte, oder ein Terminkalender diese Zärtlichkeiten vorgibt
    macht für mich einen Unterschied, ebenso das Alter mit dem ich die Ehe eingehen kann oder ob ich das Haus
    allein verlassen darf ohne Unterordnen. Das heißt nicht, dass es in der Theorie rund läuft, aber ob ein Gesetz
    jede Diskusion erübrigt und im Keim erstickt macht für mich als Frau einen Unterschied.

    Aber ich dachte genauso darüber nach wie du! Und der letzte Satz… ja der ist wohl wahr…