Archive for Juli, 2009

Spielverderber…

Donnerstag, Juli 30th, 2009

Wieso passiert sowas eigentlich immer mir?

Heute war Noahs letzter Tag in der 3-Tagesgruppe. Und natürlich muss man sich da von einander
verabschieden. Es gibt einen kleinen Stuhlkreis für die Kinderlein und einen großen Stuhlkreis für
die Mamis. In der Mitte befindet sich eine Kerze. Um diese Kerze herum liegt ein bunte Schnecke,
bestehend aus farbigen miteinander verknoteten Chiffontüchlein. Jetzt sind die Kinder aufgefordert
diesen Weg ins innere der Schnecke zu gehen. Es handelt sich um den symbolischen Weg, den sie
hier in der 3-Tagesgruppe Dienstags bis Donnerstags von 8.30- 11.30Uhr gegangen sind. Ja und
dann in der Mitte angekommen sollen die Kinder die Wärme der Kerze erfühlen. Warum entzieht sich
mir. Ebenso die bloße Anwesenheit der Kerze. Frage mich derweil, ob die Kinder daheim jetzt auch
Kerzen fühlen möchten… Das schwierigste sei jetzt aber der Weg aus der Schnecke zurück nach
„draußen“. Sind Sie noch da?! Verstehen Sie das? Bin ich der einzige Mensch, der sowas total blöd findet
mit völlig übermüdeten, vorher auf Stühlen sitzenden Kindern?!
Es wird auf die leuchtenden
Augen der Kinder verwiesen, während ich fasziniert zu denen schaue, die sich weigern. Mein Sohn und
ein anderer Junge. Natürlich darf mein Sohn nicht sitzen bleiben. Nein, er muss an der Hand geführt
diesen wichtigen Weg gehen. Brechen wir kurz nochmal den Willen des Kindes. Als wäre das nicht
aufregend genug für die Kinder, die endlich Heim wollen, nein. Jetzt sollen die Muttis diesen Weg
gehen, damit sie wissen wie sich das so anfühlt… Es auch spüren. Dieses intensive Erlebnis den Weg
aus der Schnecke nach „draußen“ nachspüren…
Wenn Sie mich fragen, es war ein ganz intensives Erlebnis. So intensiv hab ich mich noch nie auf das
Ende einer Gruppe und den Beginn der Ferien gefreut.

Erinnerung

Mittwoch, Juli 29th, 2009

Es ist ein Bild, das ich auf ewig in meinem Herzen tragen werde. Wie ich am Wärmebettchen neben
Noah stehe und seinen kleinen Kopf streichle. Wie ich so für ihn da sein wollte, wie ich ihn streichelte
und von zu Hause erzählte, von uns und seiner großen Schwester. Ich wollte stark sein für ihn und
zog daraus widerum Stärke für mich, um eben dort stehen zu können.
Jeden Abend wenn ich nochmal nach den Kindern sehe, muss ich daran denken, weil Noah noch
heute so da liegt. Weil er noch immer so tief schläft und weil er es noch immer gern hat. Es gab
damals eine Neo-Schwester, die mich deswegen immer rügte, wegen dem Streicheln. Sie sagte,
dass sei nicht gut für ihn. Davon würden Kinder unruhig, so könne man nicht schlafen. Und trotzdem
mein Herz und der Monitor anderes sagten, musste ich an mich denken und das ich zum Einschlafen
ebenso meine Ruhe brauche und hörte schweren Herzens auf ihn zu berühren.
Noah ist noch heute das einzige Kind, zu dem man sich nachts legen könnte. Man könnte ihn
stundenlang streicheln. Zoe und Tom mögen das gar nicht, sie würden einfach aufwachen. Noah
hingegen kann man sogar in den Schlaf streicheln und schmusen.
Als meine Freundin zum Haare schneiden kam und Noah gegen Nachmittag schon etwas angeschlagen,
weil müde war, fielen ihm wieder die Augen dabei zu. Er liebt das, dieses Kraulen und Streicheln.
Jedes Kind ist eben anders.

31+2

Dienstag, Juli 28th, 2009

Ben geht es prächtig. Hat beim CTG schön mitgemacht und war dann beim Ultraschall etwas
ruhiger. Was ihn nicht davon abhielt sich erneut mit dem Rücken zum Schallkopf zu drehen.
Frau Mama hat nur 200g zu genommen- Kunststück mir ist so leicht übel und dann die Lauferei
von A nach B (dafür graut es mir vor nächster Woche, denn dann sind Ferien, die Kinder daheim
und es soll gemütlich werden) und abends versuchte ich nicht so viel zu essen. Ben wiegt laut
der Ärztin sogar nur 1600 Gramm- was richtig gut ist, waren es vor 2 Wochen schon 1500g.
Und welche Frage stellte sie mir trotzdem?! Genau, ob wir denn schon den Zuckerbelastungstest
gemacht hätten?! Ich konnte sie von der Sinnhaftigkeit überzeugen, einen Test auf nüchternen
Magen in der Früh zu machen und so werden wir sehen. Ben liegt jetzt mit dem Kopf nach
unten, ich habe keine Wehen trotz meines Magnesium-Entzugs, der Muttermund ist zu. Das
klang heute alles richtig gut.
Aber das irritierendste waren die Damen in der Praxis und meine Ärztin. Die haben sich vor
Entzückung, ob der Kinder ja fast über überschlagen. Wie lieb und niedlich und toll und trallala-
ich wäre ja fast vom Stuhl gefallen, hätte ich nicht auf der dusseligen CTG-Liege gelegen ;)

Mama?!

Montag, Juli 27th, 2009

-Ja?
-Ich will noch ne Schwester!
-Da ist der Ben drinnen. Da ist grad besetzt!
-Ja, aber wenn der draußen ist, dann soll da eine Schwester rein!
-Aber das kann man sich nicht aussuchen, Zoe! Stell dir vor da kommt wieder nen Bruder.
-Ich will aber ne Schwester.
-Das versteh ich.
-Wenn der Ben draußen ist, soll da wieder ein Baby rein!
-Mama braucht dann erstmal ne Pause, Schatz!
-Ich will aber ne Schwester!

Noch 9 Wochen…

Sonntag, Juli 26th, 2009

Beim zweiten Mal Yoga am Freitag Abend in dieser Schwangerschaft wurde ich traurig. Ich hatte von
Noah damals ein Bild. Und von Tom auch. Das war eine schöne Phantasie und machte alles ein
bißchen greifbarer. Nur bekam Tom rote Haare und damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hatte also
erlebt, dass das Bild im Kopf den Bauchbewohner näher bringt, aber ihm nicht unbedingt nahe sein
muss. Also verzichtete ich bisher auf irgendwelche Kopfbilder von Ben. Aber es fehlte mir dennoch.
Passt der Name wirklich zu meinem Kind? In den letzten Tagen war ich traurig, weil mir ein Stück Nähe
zu ihm fehlte, doch in der letzten Nacht hatte ich einen Traum:
Ich träumte von Bens Geburt. Ich hielt in hoch, sah ihn an und er war so wunderschön. Ich kann mich
an das Gefühl genau erinnern: dieses Du- bist- es! Gefühl nach der Entbindung. Da war er endlich.
Und ich war so glücklich. Er war perfekt und sah aus wie ein Ben. Ich könnte weinen, wenn ich jetzt
daran denke. Weil es so schön war und so bitter nötig! Und jetzt in meinem Herzen, nicht in meinem
Kopf ist da ein Bild von meinem Sohn Ben, der noch in meinem Bauch wohnt.

Aktive Eltern oder Mehr Mut zum Nein

Samstag, Juli 25th, 2009

Jede Familie strebt nach Glück. Eltern suchen nach Ideen, Lösungen und Ritualen, die sie
und die Kinder glücklich machen. Daraus ergibt sich, dass es viele verschiedene Ideen,
Lösungen und Rituale gibt- und nicht ein einziges Glücksrezept für alle Familien.
Dann gibt es Eltern, die aktiv Entscheidungen fällen und passive Eltern, die ihr Unglück
ertragen. Eltern, die ihre Kinder für Glück und Unglück verantwortlich machen und den Kindern
das Zepter übergeben haben. Tom bekam bis in den 9. Lebensmonat hinein in der Nacht ein
Fläschen. Ob ich nun als Mutter realisiere, dass ich nicht in der Lage bin mein Kind schreien
zu lassen, weil ich es schlicht nicht kann oder aber sage, mein Kind bräuchte das eben und
mein Nachtschlaf sei dadurch gestört, man leide darunter macht einen großen Unterschied.
Da das Kind nicht das Problem ist, sondern der simple Fakt ist, dass man es nicht übers
Herz bringt.
Als Eltern sind wir dazu aufgefordert zu erziehen, Entscheidungen zu fällen, Reibung auch mal
zu zulassen. Natürlich möchte kaum jemand sein Kind unterdrücken, sondern es zur
Selbstkompetenz hin leiten, doch Kinder sind Menschen, die hauptsächlich Bedürfnisse erfüllt
sehen wollen. Was bei Babies noch niedlich ist, ist es vielleicht beim Vierjährigen nicht mehr.
Man sollte also den Punkt nicht verpassen, an dem man plötzlich zum Opfer wird und
das eigene Kind für die Situation verantwortlich macht: „Er/Sie möchte das aber so!“.
Eine Bekannte stand in meiner Küche und fragte: „Ja was mach ich nur?! Mit ihren zwei Jahren
läuft XYZ den ganzen Tag mit der Nuckelflasche samt Saftschorle rum!“- „Warum?“- „Weil sie
sonst nicht anders trinkt.“ oder „Weil sie es so will!“ Das sind Gespräche, die mich erschrecken
lassen. Einfach verbieten! Wir sind doch die Eltern. Natürlich wird sie nicht begeistert sein,
aber warum sollte sie aus einem Glas trinken oder nur in der Küche oder nur Wasser, wenn es
keiner sagt?! Kinder äußern immerzu Wünsche. Und wir sind die, die darüber zu entscheiden haben,
was und in welchem Maß das gut ist. Nicht die Kinder. Wenn wir ihnen die Entscheidung immerzu
überlassen, überfordern wir sie, wenn wir zudem gar nicht damit einverstanden sind. Das ist
nämlich der wichtigste Punkt. Ich kann nicht zustimmend nicken und mich dann laut über das
grenzenlose Kind beschweren. Wie sollte das zusammen passen?!
Auf eine erstaunte Frage, warum die Kinder ihr Geschirr abräumen oder ihre Sachen in den
Wäschekorb bringen, konnte ich nur antworten: Weil ich es gern möchte. Weil ich sie darum bitte.
Bei mujerfuriosa las ich mal den Satz: „Wie mans macht, so hat mans.“ Je mehr Zeit vergeht umso
passender finde ich diesen Satz. Er stempelt niemanden ab, er macht mutig, mutig aktiv zu
werden und nicht nur passiver Zuschauer des erzieherischen Geschehens zu sein.

Geschützt: Ende

Freitag, Juli 24th, 2009

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein:

Mit anderen Worten

Freitag, Juli 24th, 2009

„Ihr standet gerade da wie die drei Grazien.“
„Das fünfte wird dann wieder ein Mädchen.“
„Die Übergangphase ist die Zeit, in der man eigentlich nur weg möchte.“

Worte gerichtet an mich. Mein Tag heute so.

Aus dem Nähkästchen

Donnerstag, Juli 23rd, 2009

Als wir vor einem Jahr wussten, dass uns ein Kind fehlt, hätten wir uns eigentlich sofort
auf die Suche nach diesem Kind machen können, doch die Aussicht ein Baby im Sommer
zu bekommen, hielt uns davon ab. Es sollte Ende August/ Anfang September soweit sein,
denn nach einem Sommer mit dem Fahrradanhänger des Grauens, den Touren mit
drei kleinen Kindern zum See, zum Freibad in die Notaufnahme, zum Spielplatz, zu diesem
Freund mit Garten, zu jenem Freund mit Garten, wollte ich genau das unbedingt vermeiden.
Diese Touren unter der brütenden Hitze, die sich davon schleichende Laune, das Kleben zu
jeder Tageszeit und der Gewissheit das alles wirklich allein wuppen zu müssen, da der Gatte
auf Grund der Temperaturen und den vielen Kindern leider trotzdem kein Hitzefrei bekommt.
Nun ist es zwar Ende September oder Anfang Oktober geworden, aber ich bin nach einem
Tag wie heute mehr als dankbar, dass wir an unserem Timing festhielten und uns erst gegen
Ende des Jahres auf die Suche nach unserem vierten Kind machten.
Es war heiß. Tom ging es nicht gut. Ich hatte ihn den ganzen Vormittag auf dem Arm und
erst als er einschlief, schoß ich hoch, bereitete das Mittag vor und machte mich ausgehfein.
Was zu Hause kein Problem ist, bereitet mir schon auf dem Weg zu Noahs Drei-Tages-Gruppe
große Sorge: Die schwüle Wärme. Ich merkte wie mein Kreislauf sich langsam verabschiedete.
Aber jetzt war ich ja schon auf dem Weg. Es würde kein Mann kommen können, nur weil mir
unwohl ist, umkippen war jetzt auch kein guter Plan, also ging ich ganz langsam und wohl
atmend in Richtung Kirche mit einem Kind, dass nur so im Kinderwagen hing. Schnell musste
ein Plan her. Noah würde müde sein. Tom würde nicht zur normalen Tageszeit Mittagsschlaf
machen. Wann hol ich Zoe? Und da der Gatte erst in der Nacht käme, wann würde ich einkaufen
gehen- mit dem Kreislauf und dem angeschlagendem Kind? Also holte ich Zoe vor dem
Mittagessen zusammen mit Noah und Tom ab. Am Kindergarten wurde ich total lieb mit Stuhl
und Wasser empfangen und der besorgten Frage, ob es denn ginge. Musste es ja leider und mein
Plan war: Nur noch hoch in die Altstadt. Sollen doch alle im Freibad rumturnen, ich will in meine
vier Wände, wo ich mich einfach setzen kann, wenn mir schummrig wird. Wir nahmen den Bus
ab Kindergarten hoch in die Altstadt, liefen zum Laden, kauften ein und gingen heim. Zu Hause
zu sein, war dann doch ein gutes Gefühl. Ohne Hilfe noch gleich viel besser. Vielleicht wäre ich
unschwanger weniger anfällig, aber dafür hätte ich ein zu stillendes Baby dabei- nein! Nicht
zu vergessen: der klobige, schwere Zwillingskinderwagen- nein! Gut so wie es ist. Lieber
schwanger im Sommer. Ben Mino kommt dann, wenn es langsam wieder ruhiger wird und alle
weniger unternehmungsfreudig sind.
Und ich habe doch so ein Glück hier. Als ich im Januar in der Praxis auftauchte, meinte die liebste
Arzthelferin: „Herrje, Sie Arme schwanger durch den ganzen Sommer.“ Und klemmte hinten an:
„Aber wenn meine Nachbarin recht hat- die hat einen 100jährigen Kalender, wird das ein ganz
mieser verregneter Sommer… Vielleicht haben Sie ja Glück?!“ Und ich hab ein Glück. Das Wetter
darf weiterhin so durchwachsen sein bei uns.

Lieber kleiner Ben Mino…

Mittwoch, Juli 22nd, 2009

ich kann mich nicht erinnern je so ein kuscheliges Kind behaust zu haben. Du wurschtelst
den ganzen Tag in mir rum, das kann nicht nur ich fühlen, das kann jeder sehen. Wenn ich
meine Tasche über die Schulter hänge, stört dich das anscheinend, denn du drückst und schiebst
wie ein Weltmeister dagegen. Die einzigen Momente am Tag an denen du ganz still liegst, ist
morgens wenn ich aufwache und mich noch nicht bewegt habe, dann schläft du ruhig und
rührst dich nicht. Sobald ich versuche aufzustehen oder mich einfach nur bewege, bewegen
sich deine Arme auf der Bauchdecke entlang samt Ellenbogen. Du wiegst doch erst knapp was
über 1,5kg aber es fühlt sich an, als seist du schon viel schwerer, jedenfalls deiner Kraft nach
zu urteilen. Du hast eindeutig eine Lieblingsseite, nämlich die Rechte. Man sieht dich da
jedenfalls oft. Vorhin im Bett war da nicht ein leicht schiefer Bauch, sondern ein Hügel rechts
zu sehen -der Hügel warst du- und links nichts. In den letzten Tagen hatte ich genau dann
das Gefühl, dass du nach meiner Hand suchst, nach meiner Nähe und dann wurdest du ruhiger,
nicht reglos. Du bewegst dich nicht nach irgendwelchen Wachphasen, sondern immer: ein echter
Kruschtler eben. Sogar deine Oma- erfahrene Hebamme- war erstaunt über deine Kraft und
Ausdauer. Nur war das vor fast zwei Wochen.
Ich merke von Tag zu Tag mehr wie du dir Platz machst, ich bekomme weniger gut Luft und gehe
so unendlich oft zur Toilette. Seit ein paar Tagen nehme ich kein Magnesium mehr und ich habe
das Gefühl, dass das gut so ist. Noch keine fiesen Krämpfe und ich hoffe das das so bleibt. Denn
ein kleines Gefühl hat sich eingeschlichen, vielleicht ziehst ja doch vor Oktober aus, vielleicht doch
näher am Termin, wer weiß. Wenn du weiter so an Kraft zunimmst, werd ich mir das wohl noch viel
schneller wünschen. Nicht mehr lang, dann halt ich dich im Arm, kann es nicht glauben. Auch
wenn es Tage gibt, an denen es mir so weit weg vor kommt…