Pseudo- Intime- Gespräche

Die führe ich im speziellen immer mit Müttern, die mir alle paar Monate über den Weg laufen,
die man mal getroffen hat in Turn- oder Spielgruppen… Also niemanden der mir besonders
nahe steht. Man könnte sich also über das Wetter unterhalten oder darüber wie groß die
Kleinen geworden sind, aber ich werd immer sowas gefragt:

„Sag mal ist dir das nicht auch irgendwann zuviel? Und brauchst du nicht mal Zeit für dich?“

Bitte?! Wasn das für ne Frage? Tja, Menschen die mir auf twitter folgen, die würden sowas nicht
fragen. Aber im Ernst, nur weil ich schon wieder trächtig bin heißt das nicht, dass ich gern
24h des Tages mit Kindern verbringe. Wie kommt man auf sowas?! Ich machte letzten Freitag
drei Kreuze, als ich endlich am hellichten Tag zum Schwangeren-Yoga konnte, ich liebe die
regelmässigen Frauenabende und ich gehe liebend gern abends spazieren. Nur weil man viele
Kinder haben möchte heißt das nicht, dass man ausschließlich für sie lebt und es einem nie
zuviel wird und man einfach weg will…

„Ich bewundere dich so. Wie machst du das nur?!“

Ja wie machen?! Wie machen das Menschen mit einem Kind?! Wie leben Menschen ganz ohne
Kinder?! Mal so, mal so würde ich sagen. Gibt gute und schlechte Tage.

Heute ist es hier sehr heiß. Sehr sehr heiß. Vorhin hat mir eine wahnsinnig nette Damen den
Kinderwagen ein Stück den Karlsberg hoch geschoben. Darüber hab ich mich total gefreut. Die
trafen wir zwei Stunden später sogar noch einmal und da sagte sie: „Runter geht leichter als hoch,
oder?!“ Sie lächelte und ich auch. Das war schön. Soviel liebe Menschen. Und die Kinder sind
so groß geworden, wenn Sie mich fragen. Unglaublich wie schnell die Zeit vergeht. ;)

6 Responses to “Pseudo- Intime- Gespräche”

  1. butterflylane Says:

    hm, tschuldigung, hab wohl auch mal sowas erwähnt wie „wie machen sie das nur“ – aber wenn man schon mit einem kind so gut wie überfordert ist, ist die vorstellung auf das drei- bis vierfache für den moment – den schlechten moment – einfach „unvorstellbar“. aber wahrscheinlich ist es gar nicht das vielfache, sondern einfach nur anders mehr. und dazu fehlt mir noch die vorstellungskraft. natürlich sind solche fragen/ kommentare doof, aber versetzen sie sich in uns einmalmommys;-) da fehlt einfach die erfahrung… liebe grüße aus der butterflylane

  2. kassiopeia Says:

    Ich hab genau daran gedacht und das das „da“ falsch ankommt. Das ist doch ne andere Basis! Ganz andere.
    Das meinte ich mit mir fremde Frau. Die traf ich am Wochenende. Hat selbst zwei Kinder. Und nachdem sie
    fast weg war, kam sie zurück, tächelte mir die Schulter und sagte, ihre Familienplanung sei auch noch nicht
    abgeschlossen, aber nicht sofort, versteht sich.
    Ich mag das nicht, als Gesprächseinstieg. Wenn man so verzweifelt ist und einen schlechten Tag hat, verstehe
    ich und das kenn ich selbst, wenn man sagt, scheiße was soll das nur werden wenn… Die erste Frage hat mich
    sowieso am meisten genervt…

  3. kassiopeia Says:

    Ich hab jetzt nochmal ne Nacht drüber geschlafen. Gibt es auf diese Frage überhaupt irgendeine Antwort?
    Versetz man sich doch mal in meine Lage. Was soll ich denn darauf bitte sagen?! Auf ein „Wie machst du
    das nur?“ Entweder ich werte herab was ich tue oder erzähle gleich ganze Romane, die vielleicht keiner
    hören mag, oder sage „Ja, genau ich bin toll!“ Alles ist doch alles nicht das gelbe vom Ei. Echt nicht. Und
    deshalb mag ich diese Frage nicht, weil es einfach keine Antwort auf diese blöde Frage gibt, die es nicht
    unangenehm macht. Bitte versetze sich doch mal jemand in meine Lage: Nicht zu überheblich bitte,
    nicht zu sehr runterspielen… ;(

  4. Patricia Says:

    Ich habe zwar nur drei Kinder und bin auch nicht schwanger, aber über diese Frage bin ich auch in der Kita des öfteren gestolpert, ich sage dann meist „mit einer großen Portion Gelassenheit (wenn ich sie denn aufbringen kann) und ansonsten nicht anders als andere Leute“ – noch schlimmer allerdings sind solche Suggestivfragen wie „Das ist aber sicher auch fürchterlich anstrengend mit drei so kleinen Kindern, ODER?“ Ich denke dann immer, da wartet jemand, dass ich jammere, um dann zu sagen „ich bin so froh, dass ich nur eins / zwei habe“ …. frau schafft es einfach, und noch besser, wenn sie nicht darüber nachdenkt, WIE sie das alles nur schafft …

  5. denise Says:

    Mich nerven diese Fragen gar nicht. Wenn mich jemand fragt wie ich das nur mit drei kleinen Kindern schaffe, dann antworte ich bloß: man muss es ja schaffen, die Kinder sind da und es geht immer irgedwie.

    Du wirst bewundert für deinen Mut, geniess das doch einfach und mit drei Kindern und babybauch fällt man halt auf.

    Lg Denise

  6. kassiopeia Says:

    Es sind mehr als oft Suggestivfragen! Das stimmt. Und das allein reicht völlig um sie einfach nicht zu mögen,
    diese Fragen.

    Tut mir leid, ich kann dem nichts Positives abgewinnen. Gar nichts. Ich bin kein seltenes Tier im
    Zoo. Und es sind aktuell nur drei Kinder. Nur drei. Nicht dreizehn. Mir ist das unangenehm. Und sicherlich gibt
    es Tage, da fühlt man die dreifache Belastung sehr und weiß, dass es mehr Arbeit ist, als eines, aber im
    Großen und Ganzen sind es einfach nur drei Kinder, klein ja. Aber was Besonderes, worüber ich mich gerne
    definiere: nein. Bin ich Supermom? Nein. Und die Leute würden mich nicht fragen, ob ich nicht auch mal gern
    meine Ruhe hätte, wenn sie nicht ein völlig verzerrtes Bild im Kopf hätten. Frag ja Heidi Klum auch nicht, ob
    sie eigentlich nie unglücklich ist? Natürlich wird sie das sein, ob sie nun „alles“ hat oder nicht.

    Ich verstehe Butterflylane, die momentan kämpft und gibt und gibt und gibt, und die sich denkt, herrje wie soll
    man nur noch eines unterbringen können, aber der hatte ich dazu schon längst was geschrieben. Es wäre
    Hochmütig zu sagen, man schafft das halt, sie schafft ja das gerade auch. Man wächst mit seinen Aufgaben.
    Und das empfinde ich ernsthaft so. Ich sehe meine Leistung, sehe dass ich fern ab von Fremdbetreuung
    auskomme, da wo andere die Möglichkeit haben ihre Kinder unterzubringen, aber ich fühl mich deswegen
    nicht nach Supermommy. Denn dieses Gefühl der Überforderung, dass kennen wir doch alle. Hat mich doch
    nie einer gesehen mit meiner Zoe. Hier nicht. Also halt ich meine Füße still und bleibe lieber respektvoll
    vorallem den frischen Erstlingsmuttis gegenüber, denn ich erinnere mich zu gut.