Spielverderber…

Wieso passiert sowas eigentlich immer mir?

Heute war Noahs letzter Tag in der 3-Tagesgruppe. Und natürlich muss man sich da von einander
verabschieden. Es gibt einen kleinen Stuhlkreis für die Kinderlein und einen großen Stuhlkreis für
die Mamis. In der Mitte befindet sich eine Kerze. Um diese Kerze herum liegt ein bunte Schnecke,
bestehend aus farbigen miteinander verknoteten Chiffontüchlein. Jetzt sind die Kinder aufgefordert
diesen Weg ins innere der Schnecke zu gehen. Es handelt sich um den symbolischen Weg, den sie
hier in der 3-Tagesgruppe Dienstags bis Donnerstags von 8.30- 11.30Uhr gegangen sind. Ja und
dann in der Mitte angekommen sollen die Kinder die Wärme der Kerze erfühlen. Warum entzieht sich
mir. Ebenso die bloße Anwesenheit der Kerze. Frage mich derweil, ob die Kinder daheim jetzt auch
Kerzen fühlen möchten… Das schwierigste sei jetzt aber der Weg aus der Schnecke zurück nach
„draußen“. Sind Sie noch da?! Verstehen Sie das? Bin ich der einzige Mensch, der sowas total blöd findet
mit völlig übermüdeten, vorher auf Stühlen sitzenden Kindern?!
Es wird auf die leuchtenden
Augen der Kinder verwiesen, während ich fasziniert zu denen schaue, die sich weigern. Mein Sohn und
ein anderer Junge. Natürlich darf mein Sohn nicht sitzen bleiben. Nein, er muss an der Hand geführt
diesen wichtigen Weg gehen. Brechen wir kurz nochmal den Willen des Kindes. Als wäre das nicht
aufregend genug für die Kinder, die endlich Heim wollen, nein. Jetzt sollen die Muttis diesen Weg
gehen, damit sie wissen wie sich das so anfühlt… Es auch spüren. Dieses intensive Erlebnis den Weg
aus der Schnecke nach „draußen“ nachspüren…
Wenn Sie mich fragen, es war ein ganz intensives Erlebnis. So intensiv hab ich mich noch nie auf das
Ende einer Gruppe und den Beginn der Ferien gefreut.

11 Responses to “Spielverderber…”

  1. Sabine Says:

    … und nächste Woche tanzen wir dann unseren Namen ? Sorry, aber die sind etwas schwer daneben, muss Noah da noch mal hin?

    Nicht ärgern, nur wundern ;)

    Liebe Grüsse
    Sabine

  2. stadtfrau Says:

    ich finds auch sehr daneben. es mag wohl kinder geben, die auf so was einsteigen, aber ich kanns mir bei keinem der mir bekannten kinder vorstellen. und mir als erwachsene ist es höchst unangenehm, wenn von mir erwartet wird, ich müsse jetzt etwas empfinden.

    bist du dann dort die einzige, die das nervt?

  3. denise Says:

    Montessorie war das, oder? Bei uns gibt es hier im Dorf eine grundschule und Kindergarten. Ich halte davon rein gar nichts, denn spätetens mit ende der Grundschule ist schluß mit Montessorie und dann müssen sich die Kids von heut auf morgen der realen Welt anpassen. Ich kann auch nicht so verstehen warum sich dieses Konzept so beliebt bei Eltern durchsetzt, aber jeder wie er es mag. Noah hat es ja jetzt geschafft und geht nach den Ferien in einen der üblichen Kindergärten, oder?

    Lg Denise

  4. Martina Says:

    jaaaaa….. und bei dem Weg aus der Schnecke ins Freie, entwickelt sich die Überzeugung, kein weiteres Kind diese Gruppe besuchen zu lassen – vllt ist sie ja überbucht und genau das war die Absicht!? ;-)

    Egal, Ihr habt es hinter Euch, das Kapitel ist geschlossen und damit gut. (kannst ja der Einrichtung darüber Feedback geben – für die zukünftigen Generationen…)

    LG Martina

  5. Martina Says:

    (von Montessori im Kiga überzeugt; DAS hat damit nichts zu tun)

  6. agichan Says:

    *pruuuuust
    ich finde das sehr, sehr komisch. :D

  7. kassiopeia Says:

    @Sabine: Nein, aus Ende. Der Kindergarten startet dann für ihn. Habe sowas im KiGa auch noch nie
    erlebt. Gott sei Dank. Das ist Schmankerl bei den Kleinkindgruppen.

    @Stadtfrau: Ich bin anscheinend oft die Einzige, die nicht Tränen der Rührung, sondern des Entsetzens
    in den Augen hat…

    @Denise: Nein, es war eine Gruppe der Kirche, Montessori 1-Tagesgruppe endete letzten Freitag.
    Ich bin Fan dieser Pädagogik, denke aber nicht, dass das dazu gehört. Der verlinkte Artikel war der
    Einsteiger-Elternabend für Noah vom letzten Jahr.

    @Martina: So in etwa. ;) Aber zu Ende ist es. Abergeschlossen und wir hatten ne Menge Spaß zusammen…

    @agichan: Ich erheitere meine Leser nur zu gern! :D

  8. Schussel Says:

    Ich finde sowas nicht nur mit Kindern, äh, seltsam, sondern auch bei Erwachsenen. Erinnere mich mit Grausen an die ein oder andere Veranstaltung in der Oberstufe. Und dann halten sich alle an den Händen und fühlen sich völlig befreit oder so.. *grins*

  9. Patricia Says:

    *gg* – ich fühle mich bei solchen Veranstaltungen immer sehr fremdgesteuert, und den Kindern ging es offenbar nicht anders. Schade, dass man sie nicht mal sitzen lassen hat, als sie nicht wollten.

  10. Das Danny Says:

    *kaputtlach* Das ist ja superlustig !!!

    Klar ist das total daneben *tztztz*!!

    Ich wäre wahrscheinlich geflüchtet :-)

  11. Wolfram Says:

    Ich habe mittlerweile genügend Selbstbewußtsein, sowas zu verweigern. Malen und tanzen – ebenso.
    Die Kinder in der Kindergruppe malen dagegen gern – dann lasse ich sie… aber mehr anfangen kann ich damit, etwas szenisch darzustellen: Schauspiel.
    Bloß: das hat ja nicht so ne tolle gruppendynamische Einheitswirkung…

    Ich gebs zu, es gibt eine Ausnahme: am Ende der Abendmahlsfeier dürfen sich alle Beteiligten zum Gebet an den Händen halten, „zum Zeichen der Einheit, die CHristus uns gegeben hat“. Aber da hat sich noch nie jemand beschwert.