Frühwochenbett

Bis kurz vor Bens Geburt hatte ich im Kreisssaal seit unserer Ankunft nur gezittert. Ben schwimmte
im Bauch und drückte somit nicht mit dem Kopf nach unten, zusammen mit den stundenlangen
Wehen vorher war ich einfach ein bißchen schwach geworden. Mit dieser sekundären Wehenschwäche
wurde ich gedoped. Es gab einen Glucosetropf mit Medikamentenbeigabe.
Aber als er dann auf der Welt war ging es mir super. Es war alles dank der Hilfe meines Mannes, der
Wochen vorher massierte, heil geblieben. Ich legte Ben an. Etwas verunsichert. Weil meine Hebamme
vorher empfahl den Brustwarzen zuliebe, nur maximal 10 Minuten pro Seite anzulegen und dann
eher die Seite zu wechseln, als ihn dauernuckeln zu lassen. Die Hebamme, die Ben auf die Welt
geholfen hatte, meinte das sei Quatsch solange es nicht wehtut. Also lag ich da mit meinem 4kg
Ben und der wollte nuckeln. Einen Glucosedrink für ihn wollte sie mir nicht geben. Also ließ ich ihn.
Ich konnte schnell aufstehen und ging zur Toilette. Und konnte sogar recht sorglos nach 3 1/2 Stunden
aus dem Kreisssaal zum Taxi laufen- meine große Angst, dass nicht zu schaffen. Zu Hause legte ich
mich erstmal ins Bett und schlief meinen Rausch aus. Ben war nach dem Anziehen im Kreisssaal
eingeschlafen und erwachte erst Stunden später wieder am Abend. So war ich froh, dass ich ihn
morgens am Busen gelassen hatte. Meinen Bauch hielt ich an diesem Tag noch fest und auch
noch am nächsten Morgen beim Duschen. Die Nachwehen waren unangenehm, aber ich konnte
schlafen. Am Morgen kam dann schon die Hebamme, fühlte nach der Gebärmutter und war
begeistert ob der schnellen Rückbildung. Sie war ebenso begeistert von Bens Saugverhalten und
meiner Vormilch. Wir würden das prima machen. Auch mein Mann ermunterte mich. Schon gegen
Abend wurde der Busen sehr, sehr warm. Nicht mal 48h nach Bens Geburt. Am nächsten Morgen,
also am dritten Tag war er sehr eckig. Die Hebamme machte einen Quarkwickel und empfahl
Begrenzung durch einen BH, der nicht passte. Nicht in dieser Situation. Sie war irritiert wie schnell
die Milch einschoss und war stolz auf Ben, der sie sogar gut wegtrank. Es füllten sich die Windeln
nun endlich und ich hoffte inständig, dass das nur eine Phase ist und mein Busen aufhört so
heiß und so unglaublich empfindlich zu sein. Die Nacht war wenig gut, der Busen wie angedroht
viereckig. Aber ich merkte schon am nächsten Morgen, dass es tatsächlich besser wurde. Die
Nachwehen waren weiterhin erträglich gewesen. Sehr schmerzhaft, aber kein Vergleich zu
Toms Wochenbett, da hatte ich mich eindeutig übernommen. So kam es, dass wir ein Päuschen
von der Hebamme nehmen konnten. Heute dann die Gebärmutter dort wo sie hingehört, ein
Kind, dass fast sein Geburtsgewicht erreicht hat. Ein Kinderarzt der sehr zufrieden ist und eine
überglückliche Mama. Es läuft alles prima. Die Hebamme meinte noch, dass sie begeistert ist,
wie wir unser Wochenbett organisiert hätten und wie schade es sei, dass wir das nicht schon
früher -bei Tom- so toll hinbekommen hatten, weil wir es allen recht machen wollten.
Vom Stillen bin ich begeistert. Am Sonntag stillte ich draußen das erste Mal und war sehr froh,
dass es auf dem Spielplatz so leer war. Ich bin doch sehr gern nur oben ohne, wenn ich allein
bin, Sie verstehen. Das heißt aber ich muss mir passende Kleidung aussuchen, die mich ein
bißchen mehr bedeckt. Ich finde es unglaublich praktisch und genieße allein für Ben zu sorgen,
Nils hat derweil das Wickeln fast komplett übernommen. Es ist einfach himmlich. Mein Mann
hat 4 Wochen Elternzeit ganztags und im Anschluss 4 Wochen halbtags. Es ist einfach genug
Ruhe da. Ich danke meine Mann für die tolle Unterstützung. Der saß nämlich hier und erzählte
mir wie toll ich das mache, wie toll Ben das macht, er ertrug meine miese Laune mit eckigem
Busen und ist wirklich toll, steht durch und durch dazu. Ein Traum. Und die rasche Heilung hier
unterstreicht eigentlich nur wie gut hier alles läuft… Ein Traum von Wochenbett!

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