Archive for November, 2009

Blog-Geburtstag

Montag, November 30th, 2009

Hab ich vergessen. Gestern also 4 Jahre Kassiopeia. Beim Leser alter Beiträge möchte ich
manches ja nur zu gern löschen, muss ich oft energisch mit dem Kopf schütteln, stelle ich
fest, dass ich heute ganz andere Meinung bin. An anderer Stelle muss ich herzlich lachen,
oder die Tränen zurück halten, vor Rührung, vor Kummer…
Ich kann nicht glauben, dass hier tatsächlich Fragmente meiner letzten vier Lebensjahre zu
finden sind. Der Gatte bloggte zuerst. Anfangs fand ich das blöd, wie man nur für Wildfremde
so viel Zeit vorm Computer verbringen kann und was sollte das bloß alles? Heute verbringe
ich wohl so viel Zeit mit Bloggen und Blogs lesen in einer Woche wie er wohl damals in einem
ganzen Monat.
Der Schreibstil hat sich verändert und die Themen. Aber kaum zu glauben, als ich die ersten
Beiträge schrieb, war ich schwanger mit unserem zweiten Kind und hatte erst eines. Heute sind
es vier Kinder und den Weg dahin, den können Sie doch tatsächlich hier lesen!
Das wohl Schönste ist für mich meine eigene Entwicklung, denn zu Beginn des Bloggens
war ich sehr einsam, es half ein paar Gedanken fest zu halten. Heute habe ich zwei Hände
voll toller Freunde, liebe Blogger kennen gelernt, die man auch schon ein paar Jahre liest.
Vor einiger Zeit wollte ich nicht mehr, ich hatte einen Beitrag für das Ende vorgeschrieben,
aber wie könnte ich? Mir würde was fehlen, all das Teilen, Dokumentieren, Diskutieren,
Lachen und Weinen! Es ist toll! Und ich mache auf jeden Fall weiter. Bleiben Sie dran!

Start in die Woche

Montag, November 30th, 2009

Die erste Woche also, in der der Gatte wieder Vollzeit arbeitet. Eine Woche voller Termine.
Ob Ben schubte oder nicht, er trank alle 1 1/2 Stunden und ließ sich kaum ablegen,
trotzdem gelang es mir, mich zurecht zumachen, das Bad und die Küche zu putzen, saugen,
wischen und Wäsche zu sortieren, verräumte die Ökokiste.
Zoe wurde heute von ihrer Oma zum Schwimmkurs begleitet, anschließend fand die erste
Weihnachtsfeier statt. Als wir mit dem müden Kindern zu Hause ankamen ging es im
Eilverfahren ins Bett und ich stand erneut in der Küche. Nachdem ich gestern 24 herzhafte
Muffins gebacken hatte für Zoes Feier und für uns eine Kürbissuppe, machte ich heute
einen Banoffee Pie für Noahs Feier und kochte eine Kartoffelsuppe, damit ich morgen nicht
kochen muss, falls Ben immer noch schubt und spickte noch den Adventskalender. Ich
nutze am Abend die Zeit, wenn zwei Hände da sind.
Und während ich da abends um 19Uhr mit dem Gatten in der Küche stand, alle Knochen
spüren konnte, müde war, kochte, freute ich mich nicht nicht nur auf den Salat, unsere
Suppe und den Feierabend, ich fühlte auch Erfüllung. Den Druck, der andere an anderer
Stelle spüren und sie effektiver arbeiten lässt, den spürte ich eben heute wieder so. Eine
Großfamilie macht eben große Arbeit.
Morgen dann die zweite Weihnachtsfeier in Noahs Gruppe. Jetzt noch ein paar Blogs lesen,
Wäsche falten, Frühstückstisch decken, Abwaschen und Stillen. Und vielleicht schaff ich
es ja wirklich mal um 23Uhr ins Bett. Müde, aber glücklich.

Edit: Es ist 23.30Uhr ich habe noch nicht gestillt, ja noch nicht mal Zähne geputzt, noch
nicht mal alle Blogs gelesen und geh jetzt trotzdem ins Bett. Wollte ich schon die ganze
Zeit und bis ich da bin… ist es wohl Mitternacht… Schlafen Sie gut!

Allen Lesern

Sonntag, November 29th, 2009

wünsche ich einen wunderschönen ersten Advent!

Advent 1

Die magische Grenze

Sonntag, November 29th, 2009

scheint erreicht. Ob wir Freunde treffen oder Wildfremde, fragen tun sie alle das Gleiche:
„Und wollt ihr noch mehr?“

Man denkt sich nichts dabei. Man wird das eben gefragt. Der Mann kam drauf, erinnerte mich
an die Jahre zuvor und er hat Recht, scheinbar gibt es da mehrere Stadien, die man durchläuft:

Mit einem Kind: Du bist doch nicht schon wieder schwanger, oder?!
Mit zwei Kindern: Aber Ihr seid komplett, oder?!
Mit drei Kinder: Aber jetzt ist Schluss, oder?!
Mit vier Kindern: Und wollt ihr noch mehr?!

Ich muss zugeben, diese Phase gefällt mir am Besten! :) Hat etwas von Resignation! Und auf
unsere Antwort gibt es meist ein Gesicht: So ein Lachen, als hätte man etwas Anzügliches
gesagt, so ein „Hrrhrr“… Köstlich!

Guck mal!

Samstag, November 28th, 2009

Guck mal

Alle Jahre wieder…

Samstag, November 28th, 2009

Obwohl wir noch gar nicht so lange eine Familie sind, gibt es schon so viele kleine Rituale
rund um Weihnachten. Jedes Jahr holt Nils die eine große Kiste voller Dekorationsartikel
aus dem Keller. Und jedes Jahr nehme ich die selben Dinge, um mit Zoe unseren Kranz
zu schmücken. Dieses Jahr durfte Noah sogar mithelfen. Ich musste beim Dekorieren unserer
Wohnung feststellen, dass ich nichts weihnachtliches mehr hinzukaufen kann, weil ich
schlicht nicht wüsste wo ich es hinstellen oder hängen soll. Ich habe aber nun doch eine
kleine Nische entdeckt: Keksdosen. Und natürlich gleich bestellt, denn wir backen immer die
gleichen Plätzchen, aus dem gleichen Backbuch, hängen den gleichen Adventskalender auf,
haben immer die gleichen Hänger für den Baum. Plötzlich verlangen die Kinder nach Dingen,
die wir ja „immer“ so machen würden, Kinder die 5 und 3 Jahre alt sind. Ein Gerüst um
Weihnachten entsteht und es fühlt sich gut an…

Adventskranz

Der letzte Frauenarzt-Termin

Samstag, November 28th, 2009

Als ich heute* zum letzten Mal in Zusammenhang mit Bens Schwangerschaft die große
Gemeinschaftspraxis betrat, waren da alle lieben Gesichter, die ich kannte. Drei
Schwangerschaften wurde ich dort gut betreut und ich freute mich nun nach 10 Wochen
irgendwie noch mal alle wieder zu sehen. Da ich allein dort war, hatte ich eine Karte mit
unserem Quartett dabei und ein paar Pralinen: Seelenfutter. Ein wenig traurig waren sie schon,
dass ich den kleinsten Spross daheim gelassen hatte, doch sie hatten auch Verständnis für
ein erschöpftes eben eingeschlafenes krankes Kind. Irgendwie war es schön, noch mal zu
erleben wie sich so viele fremde Menschen mit einem freuen, keine Gefühl von Kinderbrüt-
Routine.
Als ich dann vor dem Zimmer meiner Ärztin Platz nahm, sah ich neben mir eine
hochschwangere Frau sitzen. Meine Ärztin kam aus ihrem Zimmer, lächelte mir kurz zu und
ging zu der Frau. Und so wurde ausgerechnet ich, Zeugin diesen wundervollen Gesprächs, das
diese Frau niemals mehr vergessen wird: „Sie können jetzt reinfahren. Es ist wirklich
Fruchtwasser!“ Während meine Ärztin das sagte, strahlte sie all jenen Zauber aus, dem dieser
Start eben inne wohnt. „Tatsächlich? Ich dachte ich schaue nur zur Kontrolle mal rein…“-
„Doch! Fahren sie nach Hause, essen Sie eine Kleinigkeit und rufen Sie ihren Mann an.“ Die
Frau erwiderte: „Es fühlt sich auch ganz anders an.“- „Sie haben auch ganz rote Wangen. Da
tut sich etwas, stimmts?“
Ich sah dieser Frau nach, die wohl in wenigen Stunden ihr Kind im Arm halten würde. Was ein
schöner Start in ein neues Leben. Als ich meine Ärztin ansah, sah ich das auch sie der Frau
nach gesehen hatte. Sie nickte mir lächelnd zu und bat mich gleich hinein. Sie freute sich
mich zu sehen. Als ich ihr ein Foto von Ben zeigte, sagte sie nur: „Wunderschön. Er sieht
genau so aus wie beim Ultraschall!“ Ich erzählte von den letzten Tagen der Schwangerschaft,
der Geburt, den ersten Tagen mit Ben, dem Stillen, den Nächten, der Elternzeit. Zwischendrin
kam eine der Arzthelferinnen rein und bat ihr eine der Pralinen an. Sie nahm sich wirklich Zeit.
Während wir in das Untersuchungszimmer gingen, fragte sie mich nach der Verhütung. Und
ich erwiderte, dass ich keine Pille möchte, solange ich stille. Doch diesen Satz noch nicht
mal ausgesprochen sagte sie, dass etwas anderes bei mir wenig Sinn machen würde,
schließlich hätte sie das Gefühl, dass das nicht unser letztes Kind gewesen ist. Ich konnte
nicht anders, als ihr sagen, dass sie recht hat. Und wie seltsam sich das angefühlt hat so
kurz nach Bens Geburt, dieses Gefühl. Dieses Wissen. Dieser Entschluss. Und wie verrückt.
Und dann plötzlich holte sie aus und erzählte, dass sie keine Kinder hätte, weil sie nur eine
handvoll Frauen kennt, die wie ihre eigene Mutter voller Herzblut sehen würden wie wichtig
die Aufgabe wäre, Kinder beim Heranwachsen zu begleiten. Ihre Mutter hätte ihr und ihren
zwei Geschwistern nie das Gefühl gegeben, etwas zu verpassen oder irgendetwas hinterher
rennen zu müssen, und allein deshalb -aus diesem Gefühl heraus, dass sie das nie so weiter
geben hätte können- hat sie sich gegen Kinder und allein für die Karriere entschieden,
denn Kinder seien nichts, was man bekommen sollte, weil es eben dazu gehört. Es gäbe
nur wenige Frauen, die nicht nur in ihrer Rolle aufgehen, sondern Kindererziehung als eine
richtige Arbeit ansehen. Eine, die man ernst nehmen sollte. Und unter ihren Patientinnen
gäbe es nur ein paar, die die Aufgabe ernst genug nehmen und diese Aufgabe voller Herzblut
erfüllen. Einer dieser wenigen Frauen wäre ich. Das war ein wunderschönes Kompliment.
Zwar hatte sie mir schon so oft gesagt, meine Kinder wären wundervoll, aber es ist das wohl
schönste Kompliment dazu aufgefordert zu werden noch mehr Kinder zu bekommen.
Mein Körper wäre bereit, alles ist dort wo es hingehört. Und als ich dachte rührseeliger und
schöner könnte dieser letzte Termin nicht werden, sagte sie mir, dass sich mich beim
nächsten Kind nur leider nicht mehr betreuen können wird, da sie aufhört. Noch einmal
sagte sie mir, dass das das Schönste an ihrem Beruf war: Zu sehen wie aus etwas so Kleinem,
Leben wird. Sie wäre nun zu alt, möchte noch ein paar Dinge erleben, für die es nicht zu
spät sein sollte. Noch, so sagte sie, hätte sie nicht das Gefühl etwas verpasst zu haben und
das solle so bleiben. Erneut Gänsehaut, denn das ist der Grund für unsere Kinderschar. Man
kann nicht in die Zukunft sehen, nur im Hier und Jetzt leben. Es war ein wunderschöner,
seltsamer, kurioser Besuch, ein traumhafter Abschluss dieser Schwangerschaft und irgendwie
auch Beginn einer neuen Zeit, denn mit ihrem Ende in der Praxis, endet auch für mich in
Zukunft der Ärztemarathon in einer -so denn- zukünftigen Schwangerschaft. Ein schönes
Ende. Aber dennoch Ende einer Ära…

*Es war Dienstag. Dank des Internetausfalls, konnte ich leider nicht alles sofort nieder schreiben.

Statusbericht II

Freitag, November 27th, 2009

*Noah ist seit gestern Fieberfrei. Was er diesmal hatte? Keine Ahnung. Irgendein Infekt. Nur
dieses Mal mit den Symptomen Husten und Schnupfen. Auch dieses Mal wieder 5 Tage
gefiebert bei konstanten 39,irgendwas°C von morgens nach dem Aufstehen bis abends ins
Bett gehen. Am nächsten Morgen dann wieder normale Betriebstemperatur. Das wirklich
immer wenn ich denke, nun ist aber gut, ein Arzt muss her.

*Heute kam erneut der Arzt zu uns nach Hause. Meine Ohren sind gerötet, aber der Rest
sieht schon besser aus nach zwei Tagen Antibiotika.

*Weil er schon mal da war und auf seinem Kärtchen auch Kinder ab U3 drauf stand, bat ich ihn
Ben abzuhören. Ich hatte zwar das Gefühl, dass es ihm gut gehe trotz Husten und Schnupfen,
aber ob eine Lunge frei ist, höre ich noch nicht. Aber das ist sie. Der Rotz sitzt oben und so
verschrieb er nun ein Nasenspray zusätzlich zu unserem Mittelchen der Hebamme. Mein Gefühl
stimmte also. Zum Kinderarzt wollte ich mit ihm nicht, nur weil ich Panik habe und ihn dort
anderen Krankheiten aussetzen. Die Erleichterung war dennoch groß, denn hin und her
gerissen war ich trotzdem…

Reinigendes Gewitter

Freitag, November 27th, 2009

Gestern nach meinem Kontrollverlust ging es mir schlecht. Ich machte mir Vorwürfe. Nicht nur
weil Tom alles mit angesehen hatte. Es war ein Gefühl von Totalausfall und Komplettversagen. Je
stiller es wurde, umso schlimmer wurde dieses Gefühl und erreichte nach dem Zubettbringen der
Kinder seinen Höhepunkt. Denn plötzlich bekommt man wieder den Blick für das Wesentliche:
Wir haben wundervolle Kinder. Kinder zwar, die beim Abendbrot vorm Sandmann meinten mich
mit dem Paprikastreifen über den Unterarmen streicheln oder mich -weil das schon so spaßig war-
einmal mit dem Fuß in die Seite treten zu müssen, aber -darüber hinweg sehend- eigentlich
wundervolle Kinder. Wären sie doch nur elende Kotzbrocken…
Ich saß lange mit meinem Mann im Wohnzimmer und wir redeten. Es war von Anfang an klar,
warum das passiert ist, aber das änderte nichts. Nicht für mich. Ich mag mich aber nicht hinter mir
selbst verstecken, mich in ein Loch verkriechen und mir selbst leid tun. Das heißt ich würde
schon gern, aber was würde das nützen? Ich war unendlich traurig, nicht etwa weil ich so ein
schlechter Mensch bin, weil mir mal alles zuviel wurde, sondern weil es so schade um den
Nachmittag war, weil der Grund es gar nicht wert war, weil es einfach hätte anders laufen können.
Das Einzige, was das im Nachhinein erträglich macht ist, dass es nicht umsonst war. Man macht
sich den Ist-Zustand bewusst, man sieht Stressquellen und man reagiert an ähnlicher Stelle
ein nächstes Mal anders. Es ist ein bißchen so als gehe man einen Weg entlang, der in eine Sackgasse
führt und beim nächsten Mal an der gleichen Stelle, geht man in eine andere Richtung. Das
hindert einen zwar nicht noch einmal an anderer Stelle in eine Sackgasse zu geraten, aber vielleicht
verhindert es das man in der gleichen landet.
Heute verbrachte ich den Nachmittag mal so wie ich es mir schon vor längerer Zeit vorgenommen
hatte. Ich wollte am Nachmittag keine Zeit zum Putzen und Räumen mehr einplanen, sondern die
Zeit mit den Kinder verbringen. Nicht Wäsche falten, nicht Staubsaugen, es reicht der Abwasch. Und
es war schön. Das was ich eigentlich wollte Zeit mit meinem Kindern verbringen, nicht Zeit schubsen,
nicht Termine planen, nicht Haushaltsfee sein, sondern Mama.
Krise als Chance nutzen. Traurig sein zu Recht, aber nicht aufgeben. Aufstehen und weiter machen.

Zwei Brüder,

Freitag, November 27th, 2009

die in dieser Woche nebst Mama krank waren/sind.

Zwei Brüder