Vor 6 Wochen

hab ich unser viertes Kind geboren. Sechs Wochen ist er nun alt unser Ben und unser Wochenbett
offiziell zu Ende. Ein komisches Gefühl. In den letzten fünf Jahren habe ich vier Kinder bekommen.
Mit 21 das erste und jetzt mit 25 das vierte Kind. Dieses Jahrzehnt wird für mich zeitlebens
das sein, indem ich unsere Kinder ausgetragen habe. Egal wie alt ich werde, in diesem Jahrzehnt
ist es das wohl Prägenste und Wunderschönste, das ich erlebe: die Geburten unserer Kinder
und ihre ersten Jahre. Sechs Wochen ist unser Ben nun alt, unser viertes Kind und schon morgen
wird unser erstes fünf Jahre alt. Zwischen Abschied vom Wochenbett und Begrüßen eines
neuen Lebensjahres, so zwischen den Welten fühle auch ich mich. Wenn ich laut Musik höre mit
Kopfhören, höre ich sie allein, jetzt höre ich sie wieder ganz für mich. Davor hörte jemand
mit. Schon immer stellte ich mir vor, wie mein Kind im Bauch die Musik mithören kann. Schon
als Zoe in meinem Bauch war. Wenn ich jetzt in mich hinein höre, bin da ich. Ohne einen kleinen
zauberhaften Zusatz, einfach ich. Und für den Moment ist das schön. Zu meinem Leben, zu
meinem Ich gehören diese Schwangerschaften wie die wundervollen Kinder, die sie hervorbringen.
Ich bin Mutter einer kleinen Großfamilie, im Herzen und mit Haut und Haaren. Das bin ich. Noch
nie hab ich mich so angekommen gefühlt, wie ab dem Moment als ich das laut sagen konnte.
Allein der Gedanke lässt mich freier und leichter fühlen. Ich bin Mama von Vieren. Ich bin Frau,
Mutter, Tochter, Schwester, Freundin. Ich bin all das. Ich bin nicht nur Mutter, aber im diesen
Jahrzehnt nimmt es einfach sehr viel Raum ein. Und das fühlt sich gut so an. Noch viel schöner
macht all das der Gedanke, dass dort drüben der Mann liegt, der mich ergänzt: mein wunderbarer
Mann, der Papa der Mini-Monster. Und dort rüber gehe ich nun. Kuschel mich an. Und fühl mich
ganz und gar wohl in meiner Haut. Und ich muss bei dem Gedanken schmunzeln, dass ich mich
in drei Jahrzehnten, wenn ich mich zu diesem wundervollen Mann lege, an diese unvergessliche
schöne Zeit erinnern und dabei währenddessen unsere neue zweisame Zeit genießen werde
ohne Mini-Monster, denn die Monster sind dann außer Haus und wir wieder allein in unserem Bett.
Gut Nacht!

6 Responses to “Vor 6 Wochen”

  1. bauchherzklopfen Says:

    DAS verstehe ich unter Mamasein und mehr. Wunderschön.

  2. 4kidsmami Says:

    …oh bist du süss! Einfach wunderbar :-)

  3. steffi Says:

    ich hab grad was im auge….. schnief!
    wunderschön geschrieben!

  4. Klabauter Says:

    In drei Jahrzehnten blockieren vermutlich eine Horde Enkel Bett und Sofa… ;-)

  5. kassiopeia Says:

    @bauchherzklopfen, 5Kidsmami, steffi: Danke, ich hab irgendwie nur versucht aufzuschreiben, was mich
    bewegt, aber ehrlich gesagt hab ich nicht das Gefühl das gut hinbekommen zu haben!

    @Klabauter: :) Darauf spekuliert ja der Gatte. Ich halte mich an die Statistik, dass Großfamilienkinder
    keine Großfamilieneltern sein wollen! :)

  6. isabella Says:

    ich finde es so schön, so beneidenswert! du bist ja doch jünger als der durchschnitt aller mütter und hast so viele kinder und so viel liebe und stolz auf die kleinen und ehrlich, ich hab selten eine mutter/frau gesehen, die so – äh EDEL ist und REIF und WEISE. klingt kitschig, aber es ist tatsache. du entsprichst MEINEM bild der vollkommenen mutter -selbst wenn auch die vollkommenste fehler natürlich macht – du bist sie.

    und das hast du sehr schön geschrieben und dir glaub ich jedes wort :)