Nicht mehr Mutter,

sondern wie ein Manager kam ich mir vorhin vor. Ein Zeitmanager. Vorhin auf dem Weg zur
Rückbildung im Stechschritt, verschickte ich laufend zwei SMS und sprach auf drei Anruf-
beantworter. Währenddessen bitte auch atmen und nicht vergessen, was einem sonst noch
so einfällt. Jetzt habe ich eben erfahren das mein Knopf Tom fiebert, dabei ist Zoe schon
seit Montag zu Hause. Noah hält im Kindergarten tapfer die Stellung. Jetzt besprach ich
mit der liebsten Schwiegermama, die diese Rückbildung vormittags überhaupt erst möglich
macht, die 10 Termine für Zoe’s Schwimmkurs im Dezember. Wissen Sie was mich eigentlich
in zwei Wochen erwartet? In der ersten Dezemberwoche sind zwei Weihnachtsfeiern im
Kindergarten, eine eventuell beim Gatten am Abend. Dreimal Schwimmen für die Große
(ein Kompaktkurs), einmal Rückbildung, einmal Turnen für die zwei Großen und einmal
Turnen für den Kleinen und ein Zahnarzttermin! Yeah! Irgendwas vergessen? Genau darum
geht es im Moment nur noch: Hab ich irgendwas vergessen? Natürlich! Ständig. Jetzt sitze
ich hier und esse nicht einfach. Nein, ich blogge nebenher damit ich nicht verrückt werde,
habe Ben hängend über meinen Oberschenkeln und schuckel ihn, schreibe weitere SMS und
versuche noch die eine oder andere Information zu bekommen für weitere Termine. Ich
bin mir im Klaren darüber, dass ich da was streichen muss, ich bin mir im Klaren darüber,
dass das vorüber gehend ist. Ich bin mir aber auch im Klaren darüber, dass da noch was
dazu kommt! Ein Frauenabend vielleicht und ein paar Nachmittage mit meinen Freundinnen
und deren Kinder. Das ist sogar schön. Eigentlich ist es auch schön, mein Leben. Aber es ist
einfach der schiere Wahnsinn: Diese Menge an Informationen! Und dann ist der eine oder
andere noch sauer, weil ich absagen muss zum Beispiel wegen meinem längst überfälligen
Frauenarzttermin, kein Anruf kommt um sich zu bedanken für Geburtsgeschenke oder oder.
Ich habe übrigends auch Kinder, nicht nur zu bearbeitende Informationen und Termine! Ach
so und noch ist eigentlich Schonfrist, der Gatte fängt erst am 30. November wieder an
in Vollzeit zu arbeiten!

10 Responses to “Nicht mehr Mutter,”

  1. Feuervogel Says:

    Ist Muttersein nicht auch ein Managementberuf? Mit vier Kindern kann ich mir das gut vorstellen. Zumindest kommt es mir oft so vor, als ob ich meine 25 Stunden pro Woche quasi „nebenbei“ arbeite, das leben muss ja halt auch organisiert werden.

    Komm, wir machen zusammen einfach eine Pause in der Zeit die wir eigentlich nicht haben und trinken einen schönen Milchkaffee. Lass die Welt doch mal ne Weile ohne uns routieren … LG

  2. Jacqueline Says:

    Hut ab. aber wirklich!
    Ich komm bei 2 Kindern, 1 ständig abwesenden Gatten, meinem Job und die Arbeit im KiGa kaum noch klar.
    Welche Termine werden gestrichen?
    Immer meine.
    Ist ein Automatismus. Merk ich erst im nachhinein.
    Weihnachtsgfeier beim Tanzen-logisch, da muß das Kind hin, Kia-termine, arbeitstermine vom Mann alles unantastbar…
    C´est la vie

  3. agichan Says:

    du. hast. meinen. vollsten. respekt.

  4. Ines Says:

    Das kommt mir bekannt vor, sehr sogar. Die Termine in der Schule, die Termine in der Krippe, die Termine im Kindergarten, Arzttermine für jedermann, Flöte fürs GRoße Kind, Christenlehre etc. und dann noch die beruflichen Termin und die Vorstandstermin im Kindergarten und und und. Das ständige Absprechen mit dem Göttergatten ob er irgendein oder mehrere Kinder abholen oder morgens wegschaffen kann.
    Der eine wird jetzt dort abgeben und dann wird der geholt und weggeschafft und dann wird Nr. 1 wieder abgeholt, zwischendurch tauscht man Fahrrad gegen Kinderwagen, dann wird Nr. 3 geholt und dann noch einkaufen und Nr. 2 wieder abholen. (das ist im Übrigen mein Mittwoch Nachmittag).
    Jaa, Zeitmanagment wahlweise Projektmanagment so könnte man es nennen.

  5. Janine Says:

    Oh.mein.Gott. Und ich jaule, weil ich in einer Woche 4 Termine habe. Ich schäm mich jetzt :oops:

    ;-)

  6. kassiopeia Says:

    Und ich versteh nicht wie man es zu einem und mehr Kindern schaffen kann tatsächlich zu arbeiten
    und zu studieren?! Wie denn? Wann denn? Wie macht ihr das bitte?! Ich würd unter gehen!

  7. eva Says:

    jo. ich werde dieses jahr die vorweihnachtszeit bewusst verlangsamen. den stress hatte ich letztes jahr, und was blieb auf der strecke? das weinachtsgefühl. und das geht gar nicht. nicht mit kindern. ich will in ruhe plätzchen backen und nachmittags bei kerzenschein kekse essen und orangen pellen, erzählen und memory spielen.
    ich habe bewusst sämtliche fahrgemeinschaften, die mich nur stressen (und mir eingeredet wurde, es sei doch sooo praktisch) gekündigt, ich organisiere mich komplett um. ok, haha, ich habe soeben das letzte kind in den kindergarten gegeben. schulkind kommt jetzt doch in die ogs bis 15h. ich mag einfach dieses dauergecruise und dauerorganisieren nicht mehr haben. es macht mich nervlich kaputt. atmen nicht vergessen, genau. und abends hört man dann: was hast du denn heut gemacht!!? nö, nix, nur cafe gesoffen.
    ich möchte meine familie geniessen, bevor sie alle ausgezogen sind.
    lg eva

  8. kassiopeia Says:

    @Eva: Entschleunigung! Das ist mein Stichwort. Dafür versaue ich mir im Moment den November. Weil ich genau
    das nicht möchte, was du beschreibst, auch das hatten wir letztes Jahr. Wir haben für alle schon Geschenkideen
    und kaufen noch die Tage, dann wickel ich das Zeug ein und fertig. Plätzchen vielleicht schon mal jetzt backen.
    Das einzige, was mir da eben in die Quere kommt ist der Schwimmkurs vom Tochterkind. Aber ich kann es einfach
    nicht anders organisieren, nur jetzt kann mein Mann noch 2 Mal in der Elternzeit und mein Schwiegermutter
    kann 4 Mal mit ihr gehen, bleiben mir 4 Mal- und das kriegen wir hin. Ballettstart wurde verlegt auf Januar und
    dafür wird das Turnen gecancelt. Ich mag so nicht mehr, deswegen weiß ich ja auch das das nur ne Phase ist,
    aber es belastet mich im Moment einfach zu sehr, dieses „Wer mit wem wann wohin?“. Ich will wie du so schön
    schreibst auch meine Familie genießen und nicht nur das drum herum organisieren!

  9. Ines Says:

    Liebe Kassio – Kinderaufbewarungseinrichtungen ist das Zauberwort ;-)
    Ich würde bzw. hätte nie soviel geschafft wenn es da nicht die Kita gäbe.
    Ehrlich? Ich würde es nie ohne schreien und auszurasten über den Tag schaffen wenn die lieben Kindlein immer zu Hause wären. Bei mir ist es wirklich so das ich den beruflichen Ausgleich brauche um halbwegs entspannt mich auf meine Monster zu freuen und gelassener zu sein.
    Aber der Spagat im Moment geht an die Grenzen und es bleibt meine Promotion auf der Strecke, ganz ehrlich, ganz ..unschön.
    Und du hast 4 Kinder und die sind alle jünger als meine älteste – das darf man nicht vergessen :-)
    Und dein Zeitmanagment scheint ja toll zu funktionieren.

  10. Souffleurlos Says:

    […] Kindern verbringen, nicht Zeit schubsen, nicht Termine planen, nicht Haushaltsfee sein, sondern Mama. Krise als Chance nutzen. Traurig sein zu Recht, aber nicht aufgeben. Aufstehen und weiter machen. […]