Die magische Grenze

scheint erreicht. Ob wir Freunde treffen oder Wildfremde, fragen tun sie alle das Gleiche:
„Und wollt ihr noch mehr?“

Man denkt sich nichts dabei. Man wird das eben gefragt. Der Mann kam drauf, erinnerte mich
an die Jahre zuvor und er hat Recht, scheinbar gibt es da mehrere Stadien, die man durchläuft:

Mit einem Kind: Du bist doch nicht schon wieder schwanger, oder?!
Mit zwei Kindern: Aber Ihr seid komplett, oder?!
Mit drei Kinder: Aber jetzt ist Schluss, oder?!
Mit vier Kindern: Und wollt ihr noch mehr?!

Ich muss zugeben, diese Phase gefällt mir am Besten! :) Hat etwas von Resignation! Und auf
unsere Antwort gibt es meist ein Gesicht: So ein Lachen, als hätte man etwas Anzügliches
gesagt, so ein „Hrrhrr“… Köstlich!

10 Responses to “Die magische Grenze”

  1. Frische Brise Says:

    Jaaaa, wegen uns sterben die Deutschen nicht aus, hihi!!!

  2. 4kidsmami Says:

    Jaaa, genau……wir wurden nach dem 4. immer gefragt, ob das nun das letzte gewesen sei? Nach dem 5. kommt nun immer die Frage, ob wir noch mehr wollen? Ja genau, ne ganze Fußballmannschaft, wenn schon – denn schon oder?

    Seid ihr auch die Attraktion, wenn ihr aus dem Haus geht? Am Anfang hat mich das etwas gestört, inzwischen denk ich mir „V.I.P.“ und das erreicht durch ne Kinderschar :-)

  3. Sabine Says:

    …und nach dem 5. muss man sich leider anhören, man hätte keine anderen Hobbies und ganz ehrlich, das finde ich den widerlichsten Kommentar den man sich anhören muss, es degradiert alles in einem kurzen kleinen Satz …

    Viele Kinder zu haben ist das schönste, was man sich im Leben antun kann ;)

    Liebe Grüsse
    Sabine

  4. bauchherzklopfen Says:

    Na ich würde aber auch große Augen machen! Mach ich jetzt schon, wenn mir jemand erzählt, dass er schwanger ist und danach aber alle Klamöttchen fürs Zweite aufhebt. Aber die großen Augen mach ich vor Bewunderung. Fühlen Sie sich bewundert.

  5. CooKie Says:

    Ich hebe auch alle Klamöttchen fürs Zweite auf. Ich muss mir jedes mal von der Schwiegermutter anhören, das ja jetzt für die nächsten paar Jahre erst mal schluss ist, wir hätten ja schon genug Hannah.
    Soll se reden, in spätestens 2 Jahren möchte ich gern wieder schwanger sein ;)

  6. Schussel Says:

    Achja.. ich erinnere mich. Absurd fand ich immer, dass irgendwann diese Kommentare nicht nur an die Eltern gehen, sondern auch an die Kinder, also die älteren Geschwister. Was ich alles anhören durfte in der Schule… alles, was Du da schreibst, plus ein paar weniger nette Kommentare. Hmja.

    Schön, dass Du das (inzwischen?) so gelassen nehmen kannst.

  7. Karla Says:

    Liebe Mütter,

    solche Dinge wie „sonst keine Hobbies“ sagen doch nur Menschen, die eben selbst auch sonst keine Hobbies haben, dummes und meist sogar neidisches Geschwätz! Ich bewundere grundsätzlich jede Mutter und das wächst mit jedem weiteren Kind. Ich finde es sehr mutig, dass man soviele Kinder bekommt, denn schliesslich wächst damit nicht nur die Freude, sondern man benötigt ja vor allen Dingen mehr Geld, mehr Geduld, noch weniger Schlaf und Zeit für sich selbst und wahrscheinlich auch immer die Frage, ob man allen gerecht werden kann.
    Leider sind sich ja Frauen meist gegenseitig die schlimmsten Feinde und ich kann diese Vorurteile generell nicht mehr hören, denn immer macht man es falsch. Ich habe mit 26 noch keine Kinder und musste mich bereits mehrmals dafür rechtfertigen, eine mir wildfremde Frau meinte sogar wütend, dass das doch eine Verschwendung meiner Fruchtbarkeit wäre, da fiel mir auch erst mal nichts ein. Meine Schwester geht jetzt mit zwei Kindern wieder arbeiten und auch sie darf sich einiges anhören, wenn man nicht arbeitet, dann hat man wohl sonst nichts zu tun und mit vielen Kindern ist man ja eh entweder asozial oder ist aufs Kindergeld aus. Lauter solche Sprüche kommen von dummen Menschen und sind völlig idiotisch und trotzdem tut es manchmal weh.
    Aber intelligente Menschen werden Euch Müttern bewundern und sagen, dass man selber gern soviel Kraft und Ausdauer und Geduld hätte, dass man vielleicht auch neidisch auf soviel Liebe ist, die aus den Kinderaugen spricht und dass man es toll findet, dass jemand von Morgen bis Abend etwas Sinnvolles aus seinem Leben und unsere Gesellschaft ein bisschen besser macht!

    Und, liebe Frau Kassiopeia, an Dich geht das ganz besonders. Wenn mir mal wieder der Elan fehlt und ich am Abend keine Lust mehr habe zu arbeiten, dann lese ich Deine Tweets und klau mir ein bisschen was von Deiner Energie. Dass Du bei soviel Arbeit mit den Kids noch nebenbei kochst und backst und mit ihnen Ausflüge machst, Kreatives produzierst, organisierst, eine – anhand der Bilder – wunderschöne und liebevoll eingerichtete Wohnung hast und dazu noch einen scheinbar wunderbaren Mann, der ja auch ein bisschen Zeit benötigt. All das finde ich sehr bewundernswert. Sicherlich muss jeder für sein eigenes Leben auch die eigene Richtung finden und jeder verwirklicht sich anders und bei manchen ist eben nach dem 2. Kind Schluss, bei Euch wird es sich noch ergeben.
    Aber bitte lass Dir bloss keinen Quatsch einreden (weder von Familie/Freunde noch Fremden), egal wieviel Ihr seid – Ihr seid bestimmt genau richtig!

    So, genug geschrieben, aber das musste jetzt raus :-)

    Viele Grüße aus dem Münchner Westen,
    Karla

  8. 4kidsmami Says:

    …mir ist dazu noch eingefallen, dass mal jemand zu mir sagte, ob ich den keinen „Kanickelschein“ beantragt hätte? Als ich 3 Kinder hatte wohlbemerkt! Gemeint war damit ein Landesfamilienpass, den man ab 3 Kinder beantragen kann, um in manche Museen, Schwimmbäder etwas billigeren Eintritt zu haben. Das mit dem …“ob man sonst keine anderen Hobbies hätte“, kenn ich auch gut. Nee hab ich leider nicht, zu was anderem komm ich nicht, ist doch ne schöne „Freizeitbeschäftigung ;-)!

    Kann mich Karla nur anschließen, hat sie schön geschrieben.

  9. Gundi Says:

    Den Karnickelschein kenne ich noch aus meiner Kindheit (jahrgang 1958, damals gab es noch häufiger Mehrkindfamilien), darunter habe ich, offen gestanden, noch nie etwas Böses vermutet. Aber, was ich eigentlich sagen möchte. Familiengründung scheint so wie auch Krankheiten als Freibrief verstanden zu werden, anderen Leuten in ihr Leben rein zu reden. Ich habe ja in der Zeit, in der du vier Kinder bekammst nochg nicht einmal zwei zustande bekommen :-))). Jedenfalls wurde ich zuerst nach zwei Jahren dauernd gefragt, wann denn das Zweite käme. Und als ich dann nach knapp fünf Jahren erneut schwanger war, ist wirklich jeder von einem Unfall ausgegangen oder hat uns sehr bemitleidet, dass wir ja jetzt wieder von vorne anfingen ( als wir sagten, dass wir uns das sehr wohl überlegt hätten, wurden wir für verückt erklärt) und uns erklärt, dass es ja dann zwei Einzelkinder wären. Und ich glaube sogar, dass es einige Leute wirklich geärgert hat, dass unsere Beiden so sehr innig verbunden sind. Was geht es um Himmels willen andere Leute an, wie ihr oder wir oder andere Leute ihre Familien planen oder auch nicht?
    Ich finde es großartig mit vier (oder mehr) Kindern – bei euch! Und wunderbar mit zwei Kindern bei uns. Und ich kenne auch eine unglaublich liebenswerte Frau, die ein, ursprünglich ungeplantes, Kind zu einer großartigen jungen Frau erzogen hat.
    Viele Grüße aus Hamburg

  10. kassiopeia Says:

    @Karla: Ich danke dir! Ich ich würde so gerne noch viel mehr schreiben, aber ich kann nicht. Ich fühl mich gar nicht
    missverstanden von allen. Ich ärgere mich manchmal. Das hier erwähnte, habe ich schon mindestens einmal gehört,
    aber es interessiert mich immer weniger (wenn ich nen guten Tag habe). Aber ich dank dir für deine lieben Zeilen.
    PS: Frech, was man dir da an Kopf geschmettert hat, hoffentlich war es eine junge verzweifelte unfruchtbare
    Gernkindhaberin! Aber einer 26Jährigen so einen Stress machen? Wozu? Jeder so wie er kann und mag, gibt eben
    nicht die Strickjacke, die allen gefällt und passt!