Nebenbei bemerkt

Vor 10 Jahren trug ich nur schwarz, war depressiv und ach lassen wir das und hörte nur Blackmetal. Ich war
16 und feierte das erste Mal ohne meine Eltern. Ich hatte mich schön zurecht gemacht und war in die Stadt
gefahren. Schon um 20 Uhr hatte man nichts mehr sehen können, alles war neblig und verraucht. Es war ein
seltsamer Abend gewesen. Pünktlich zum Jahreswechsel stand ich also in einem Zimmer einer Berliner
Wohnung, bei weit geöffneten Fenster und es gröhlte aus der Anlage: „Yeah! This is armageddon!“. Das war
mein Leben. Als würde alles Unglück der Welt in meinem Herzen liegen.
Gestern hatte ich mein drittes Kind auf dem Arm, schaute rüber zu meinem Mann, den ich liebe und der
unser viertes Kind im Arm hielt und neben uns standen unsere großen Kinder mit leuchtenden Augen, die
das Feuerwerk bestaunten umgeben von unseren Freunden. Und ich war so dankbar und glücklich in diesem
Moment.
Glück und Unglück liegen oft nahe bei einander. Und beides ist vergänglich. Eigentlich tröstlich zumindest,
wenn es mal nicht so gut läuft…

2 Responses to “Nebenbei bemerkt”

  1. misslavender Says:

    gegönnt sei es ihnen. von herzen.

  2. alamne Says:

    Oh, du machst mir immer wieder Gänsehaut! Schön, dass du so glücklich bist!