Vom Dauerschwangersein

Gestern Abend ist mir etwas bewusst geworden. Wenn ich vor einem Jahr ein Foto eines
Ultraschallbilds sah oder einen schönen, runden Bauch- da hüpfte mein Herz und schrie:
„Ich will auch!“ Ich wollte auch wieder ein Ultraschallbild in den Händen halten, ich wollte
auch wieder rund sein, ein Kind erwarten mit allem Kopfkino, das dazu gehört.
Mittlerweile ist das nicht mehr so. Ich freue mich, aber anders. Aus der Ferne, aufrichtig mit.
Aber ich möchte das nicht unbedingt für mich. Vielleicht ändert sich das ja noch einmal,
aber wenn ich an Schwangerschaft denke, denke ich an sehr unschöne letzte Wochen, in
denen ich nicht mehr konnte, wie ich wollte und schlussendlich aufgegeben habe.
Mittlerweile hüpft mein Herz nur noch, wenn ich Frischgeschlüpfte sehe, weil da so viele
wunderbare Erinnerungen mit verknüpft sind und ein kleines bißchen Wehmut schwingt da
auch mit. Das sind die Augenblicke, die geblieben sind, in denen ich fühle, dass ich noch
einmal gerne so etwas Wunderschönes erleben möchte. Vier Ü-Eier habe ich schon. Und in
meinem Herzen ist noch ein kleines bißchen Platz für mehr. Und vielleicht… eines Tages
ist dann auch beim Anblick von Frischgeschlüpften nur noch diese aufrichtige Freude- aus der
Ferne.

10 Responses to “Vom Dauerschwangersein”

  1. Eva Says:

    Ich denke auch oft darüber nach, ob nach Vieren nun „Schluss“ ist. Das ist Abschied von so vielen Ereignissen, die dann nicht mehr wieder kommen. Kein Stäbchen mit zwei Strichen mehr in der Hand halten und feststellen, dass dieses tolle Herzklopfen auch beim 3. Mal noch so heftig ist. Oder die Angst vor der Geburt genauso stark. Und das Stillen sich einfach so so wunderbar und innig anfühlt. Und das jedes Baby einfach ganz lecker duftet, immer wieder.
    Hach ja, das ist schon irgendwie Abschieds-Schmerz-Gefühl.

  2. kassiopeia Says:

    Ich wünsche mir ganz bestimmt noch ein Kind, aber der Fokus hat sich verschoben, der Weg ist nicht
    mehr nur das Ziel…

  3. agichan Says:

    eine wertvolle erkenntnis. und schön. und hach. du kluge frau.

  4. kassiopeia Says:

    Ach du, ist gut jetzt! :)

  5. KatjaW Says:

    Ich genieße diese Schwangerschaft als letzte. Oder jedenfalls so, als ob es die letzte wäre. Immer wieder nehme ich ein wenig Abschied, damit ich anschließend wirklich abgeschlossen habe. Wenn wir nicht dieses dritte Körnchen bekommen würden, wären wir zum einen nicht komplett und zum anderen wäre da für mich immer noch etwas ‚offen‘ gewesen, nicht beendet.

    Und ich bin jetzt SO froh, dass ich noch einmal diese Chance habe! Eine Freundin von mir wünscht sich nämlich auch ein drittes Kind, aber der Mann macht nicht mit und für sie fehlt einfach dieser ‚Abschluss‘.

    Der Gedanke, dass dieser Lebensabschnitt der ‚Babyjahre‘ bald vorbei ist, ist seltsam und erfüllt mich jetzt schon mit Wehmut. Man hat das Gefühl, doch grade erst ‚angefangen‘ zu haben! Und auch bei mir schrie im letzten Jahr alles „Ich auch, ich auch!“ sobald ich Neuigkeiten von Schwangerschaften und Geburten hörte. Am ’schlimmsten‘ war es sowohl bei Martha, als auch bei Ida jeweils um den 1. Geburtstag herum, vielleicht ist das ja sogar genetisch bedingt? :) Wie auch immer, ich bin gespannt, ob ich dann auch nach Körnchen noch dieses Gefühl habe, oder eher nach vorn schauen kann.

    Aber du bist ja auch viel jünger als ich, du kannst dir ja mit dem nächsten Baby tatsächlich noch Zeit lassen!

  6. Patricia Says:

    Ja, dieses Abschiednehmen kenne ich auch aus meiner dritten Schwangerschaft. Und bei schwangeren Bäuchen habe ich mittlerweile auch nicht mehr das Gefühl, ich will jetzt unbedingt noch einmal – klar, duftende Neugeborene sind da schon etwas anderes. Aber momentan (und ich habe den ersten Geburtstag von Nummer 3 jetzt überschritten :-) ist für Körper und Seele klar, dass es gut so ist, wie es ist. Wenn ich fünf Jahre jünger wäre, wäre das vielleicht aber auch anders …

  7. alexxblume Says:

    Mir geht es jetzt während meiner dritten – und auch aus Altersgründen definitiv letzten – Schwangerschaft schon so. Ich freu mich sehr auf unser Kind, aber ich spüre für mich, dass das nun definitiv genug ist und dass ich es nicht mehr betrauern muss, in Zukunft nicht wieder schwanger zu werden. Nach der letzten Schwangerschaft war das nicht so. Da war für mich noch was offen, genau wie für dich. Aber du hast ja wirklich noch viieel Zeit, das find ich toll. Ich war fünf Jahre älter als Du, als ich meinen ersten Sohn in den Händen hielt… und in zwie Wochen werde ich 41. Seufz.

  8. eva Says:

    wehmut wird glaub ich immer ein wenig bleiben!
    aber meine momentane situation zeigt mir auch, dass ich nun an meiner persönlichen belastungsgrenze bin. und darin auch noch eine schwangerschaft, ich würde glaub ich durchdrehen. ich weiß, dass ich es natürlich schaffen könnte, aber mit welchen verlusten?
    ich bin grad in der phase: „3 Kinder aus dem gröbsten raus und was nun?“ jetzt muss ich mich wieder MIR zuwenden, unserer partnerschaft (die bedarf extreme pflege grad) und dem -natürlich- seelenheil der kinder. haussanierung, was ist mit wieder-arbeiten, geht das überhaupt, dann umzug irgendwann, es geht immer weiter, und wo bleibe ich? die dauerversorgerin, die dauer-organisatorin der familie. ich werde nächstes jahr 40, das jahrzehnt des klimakteriums (herrjeh, das auch noch ;D ) und und und. schwangerschaft- das ist in weite ferne gerückt.

    ABER: ich freue mich wahnsinnig auf meine (hoffentlich) zahlreichen enkelkinder uns später an weihnachten mit mindestens 16 personen am tisch zu sitzen und zu denken: alle von uns :)

    lg eva

  9. kindelfind Says:

    Bei mir ist es umgekehrt. Die Schwangerschaft (ich lege jetzt mal den Mantel des Schweigens über die ersten 3 Monate) war eine wunderschöne, magische Zeit. Das würde ich gerne noch einmal erleben. Dafür war die Neugeborenenzeit…ja eigentlich das ganze erste Jahr…geprägt von Sorge, Anspannung, Unsicherheit. Unsere Tochter war permanent krank, wir ständig im Krankenhaus. Die Geburt liegt jetzt drei Jahre zurück und noch immer überkommt mich so eine gewisse Nervosität, wenn ich Neugeborene sehe. Keine Spur von „Ich will auch.“ Woran ich arbeiten sollte, denn grundsätzlich wollen wir ja schon ein Zweites.

  10. Klara3 Says:

    Abschied-Schmerz-Gefühl…, ja sehr, kenne ich auch! Ich habe drei Kinder und ein wenig Platz ist da noch im Herzen, vielleicht nicht 2010, aber bestimmt später, dass so richtig Schluss mit wundervollen Schwangerschaften sein soll, kann ich mir nicht vorstellen. Nach unserem 2. Kind war mir sofort klar, dass da noch ein 3. kommen muss, nun ist dieses Gefühl nicht so brennend…, schön, dein Beitrag und schön, dass andere es ähnlich sehen!!!