Kartoffelsuppe

Zwei oder drei Wochen vor Bens Geburt traf ich zum ersten Mal die Hebamme, die mich beim
Stillen begleiten wollte. Ich glaube, sie merkte sehr schnell, wie wichtig mir das Wochenbett
diesmal war und darüber sprachen wir ausführlich. Sie meinte, wenn jemanden so gar nichts
einfiele zur Geburt, wäre eine warme, frisch zubereitete Mahlzeit das Allerbeste für eine
Wöchnerin. Ein paar Minuten später saß ich mit einer lieben Freundin beim Frühstück in einem
Café und erzählte ihr von diesem Gespräch.
Am ersten oder zweiten Abend mit Ben stand er da vor unserer Tür, der große Topf mit der
leckersten Hühnerbrühe, die ich je gegessen hatte. Gierig hatte ich mich auf die Brühe gestürzt:
Ein Festmahl.
Am Samstag kochte ich einen großen Topf Kartoffelsuppe, nicht für uns, sondern eben für jene
liebe Freundin, die vor kurzem Zwillinge geboren hat. Ihr viertes und fünftes Kind. Vor ein paar
Monaten war sie es, die mir leckere Hühnerbrühe brachte und endlich konnte ich mich so
bedanken.
Falls Sie also jemanden kennen, der dringend etwas Warmes braucht, denken Sie dran: Die
(Nächsten)Liebe geht eben auch durch den Magen! Vergessen Sie die Scheu, es könnte nicht
munden, einfach kochen und vor die Tür stellen!

7 Responses to “Kartoffelsuppe”

  1. IneS. Says:

    Mir wird grad ganz warm ums Herz, als ich das lese. So hatte ich voriges Jahr einfach so, weil ich das Bedürfnis hatte, unserer Nachbarin (die auch Kindergärtnerin in unserem KIGA ist) eine Hühnerbrühe, weil sie krank zu Hause lag und Stimmbandentzündung hatte (oder wars Kehlkopfentzündung? Ich weiß es nicht mehr). Jedenfalls konnte sie am Telefon nicht sprechen und legte wieder auf, sie antwortete dann mit SMS, weil ich eigentlich fragen wollte, ob ich vom Einkaufen was mitbringen sollte…

    Noch heute spricht sie mich auf diese unglaublich leckere Hühnersuppe an, das hat offenbar einen tieferen Eindruck hinterlassen, als ich jemals in kühnsten Träumen hätte glauben mögen. Dabei wollte ich doch nur… irgendwie helfen… *hach*…

  2. Patricia Says:

    Jaaa – das Bekochen vor allem nach Geburten hat bei uns auch Tradition. Ich hatte das große Glück, von meiner Freundin in den ersten Wochen regelmäßig immer mal wieder bekocht zu werden und konnte mich 9 Monate später revanchieren, als sie selbst ihr drittes Kind bekam. Ich glaube, viele Leute kommen auf solch „banale“ Dinge gar nicht …

  3. Schussel Says:

    Das ist wunderbar! Hühner- wie Kartoffelsuppe. Finde ich toll.

    Ich hatte auch erst kürzlich auf einem amerikanischen Blog davon gelesen, dass es dort den Brauch gibt, dass mit Freunden/Verwandschaft etc. vor der Geburt ein „Essensdienst“ fürs Wochenbett organisiert wird. Jeder kriegt einen Tag zum Kochen, oder spendet Gutscheine für den Pizzadienst, oder was auch immer – und so sind die frischgebackenen Eltern samt Geschwister in den ersten Tagen rundum versorgt. Das fand ich toll und fände es noch viel toller, wenn das für alle neuen Eltern möglich wäre. (und es hatte einen Namen, ich kann mich nur nicht daran erinnern, welchen…)

  4. Martina Says:

    Oh ja – das ist sehr, sehr schön… Die Idee, die Durchführung, die „Revanche“,… *Hach! :-)

  5. BabyDreamers Says:

    mhhhh lecker!
    So ein wenig Wasser mit Gemüse kann eine so schöne Wirkung haben!
    Das ist auf jeden Fall eine schöne Tradition und wird von mir bei nächster Gelegenheit im Freundes- und Bekanntenkreis eingeführt!

  6. die_schottin Says:

    Meine Eltern haben uns hier die ersten Tage nach der Geburt bekocht und sogar eingekauft. Wunderbar war das. So kann man sich ganz auf das Baby konzenztrieren.

  7. eva Says:

    *hühnersuppeköcheltseit3stdaufdemherdfürunsangeschalgenen5nachkarneval*