Wo bleiben wir?

Irgendetwas läuft gewaltig schief. Und ob es nun nur schlechte Kommunikation ist oder wirklich
eine erschreckende Einstellung ist mir noch nicht ganz klar. Gibt es zwischen einem normal
entwickelten Kind, einem dass sich selbst Wissen und Fähigkeiten aneignet und einem Kind, dass
dringend Therapie braucht in welcher Form auch immer nichts mehr? Bei einem Elterngespräch
hörte ich folgende Sätze: „…kann schon alle Farben, dass finden wir toll. Aber die Formen können
noch nicht korrekt benannt werden… (Die Rede ist von Viereck, Dreieck, Kreis.) Noch sehen wir
da aber keinen Therapiebedarf.“ oder diesen hier: „…hält den Stift noch nicht so gut, aber da
sehen wir noch keinen Therapiebedarf.“ oder wie wärs mit dem hier: „…vertauscht folgende
Buchstaben, aber wir sehen da noch keinen Therapiebedarf.“ Was mir dabei auffällt ist, wo
bleiben wir? Warum zieht man die Eltern nicht heran? Warum sagt einem niemand: „Üben Sie doch
mit dem Kind mal die Formen.“, „Achten Sie doch bitte vermehrt auf die Stifthaltung.“ oder „Sprechen
Sie doch noch deutlicher die Wörter nach.“?! Wissen Sie wie oft so ein Elterngespräch statt findet?
Einmal im Jahr, höchstens zweimal. Dieses Jahr ist noch alles im grün beziehungsweise gelben
Bereich, aber was ist, wenn ich nächstes Jahr komme? Ist nächstes Jahr dann schon Therapiebedarf?!
Ich ziehe etwas aus diesen Sätzen. Ich. Aber das tun doch nicht alle Eltern. Nicht alle können das.
Wo bleiben da die Eltern? Wo bleiben wir? Warum werden wir nicht gebeten aktiv zu werden?
Können wir unseren Kindern nicht bewusster die Formen zeigen ohne Druck? Können wir nicht
noch einmal bewusster hinhören, wenn die Kinder sprechen? Ist das nicht unser Job? Ich kaufte
meinem Kind nun speziell geformte Stifte und informierte die Erzieherin heute, dass ich diese
in den Kindergarten mitgeben werde. Mein Kind ist Linkshänder und es ist niemand da, von dem
man durch Nachahmung lernen könnte, wie man den Stift richtig hält. Mir war es bislang nicht
so wichtig. Ich dachte naiv nicht daran, dass das von Belang sein könnte. Nun gibt es eben diese
Linkshänderstifte. Und wissen Sie, was mich diese wirklich liebe Frau fragte? „Sind die denn nicht
so teuer?“- Wen schert es? Egal. Lieber zahl ich jetzt ein paar Euro für einen Stift, anstatt das ich
in zwei Jahren mit einem Vorschulkind dringend noch zur Ergotherapie muss. Mit einem Kind,
dass sich dann schwerer tun wird mit dem Umlernen. Ich bin da. Ich bin die Mutter dieser Kinder
und ich bin kompetent. Das ist mein Job. Ich mache diesen Job gern, ich will nicht nur zugucken,
wie andere meinen Job machen. Meine Kompetenzen haben Grenzen, aber genau darum ärgert
mich, dass man nicht darauf aufmerksam gemacht wird, aktiv zu werden, bevor es überhaupt ein
Problem gibt, sondern erst reagiert, wenn es zu einem geworden ist.

13 Responses to “Wo bleiben wir?”

  1. Martina Says:

    Viele Eltern lieben Therapien. Eine Dame aus dem Schulreferat sagte einmal, es gehöre doch schon zum guten Ton, dass ein Kind beim Logopäden oder Ergotherapeuten war. Mir blieb die Spucke weg.

    Gib doch den Pädagoginnen den Hinweis, dass eine andere Formulierung hilfreicher – und elternanimierender wirken könnte… Genau so, wie Du es in Deinem letzten Satz oben geschrieben hast. (Den unterschreibe ich vollumfänglich)

  2. stadtfrau Says:

    ich kenne diese praxis der elterngespräche überhaupt nicht, gabs in unserem kindergarten schlichtweg nicht. ich denke, wenn bei einem kind ein förderbedarf auffallen würde, hätte man es den eltern unaufgeregt mitgeteilt und das wars – aber doch nicht wegen stifthaltung, formen nicht erkennen etc.!? ich finde das lächerlich. zumal das ja wohl auch zum „aufgabenbereich“ eines kindergartens gehört, das sind doch sachen, die im normalen kindergartenalltag nebenbei einfließen.
    gibt es in diesem kindergarten dann auch keine linkshänderscheren oder wie?

    das wort „therapiebedarf“ wegen solcher nichtigkeiten – furchtbar finde ich das!

  3. Jinlys Says:

    Ich finde das traurig. :-(

    Du machst das genau richtig – drauf achten und da sein.

  4. Patricia Says:

    Diese Form der Elterngespräche genau 1x im Jahr kenne ich auch, und ich ärgere mich regelmäßig über sie, eben weil den Eltern Dinge erzählt werden, die sie schon viel früher hätten wissen sollen – und in unserem Kiga kommt noch hinzu, dass er selbst sich ÜBERHAUPT nicht in der Verantwortung fühlt. Bei uns läuft das eher so: Das Kind hält den Stift nicht optimal, da müssen die Eltern dran arbeiten. Das Kind hält beim Schneiden die Schere schief, das müssen die Eltern üben. Sicher, machen wir auch alles – aber man kann es nicht voraussetzen, und außerdem: irgendwo sehe ich auch den Kiga selbst in der Pflicht …

  5. Alexandra Says:

    Ich muss hier mal kurz eine Lanze für die Erzieher brechen. Wir haben nun drei total unterschiedliche Kinder und bei jedem Eltern-Erzieher-Gespräch höre ich immer wieder wie toll es ist so eine interessierte Mutter vor sich zu haben. Ich weiß nicht wie oft ich die Klagen von wirklich netten, freundlichen Erziehern gehört habe, dass Eltern sehr schnell aggressiv und unfreundlich werden, wenn man „Auffälligkeiten“ an ihren Kindern kundtut.

    Erst vor 2 Wochen hatte ich wieder so ein Gespräch. Wir standen kurz vorm Delfin4-Test und ich hatte bedenken das unsere Mausi (4) nicht reden würde. Nicht weil sie es nicht kann sondern weil sie in solchen Situationen extrem schüchtern ist. Meine bedenken waren unnötig, aber die Mutter neben mir der man sagte sie solle etwas deutlicher mit ihrem Sohn reden ist regelrecht gemein geworden. Gemein zur Erzieherin, gemein zu anderen Kindern und gemein zur Einrichtung. Ich kann also durchaus nachvollziehen, warum man sich diesen Stress nicht antut. Und die Eltern die etwas tun wollen, können ja eigentlich sehr gut zwischen den Zeilen lesen und ziehen ihre Konsequenzen ( so wie du und ich z.b.).

    Direkte Elterngespräche gibt es in unserem „neuen“ Kindergarten übrigens auch nicht, aber wenn man nachfragt gibt es sehr schöne Gespräche zwischen Tür und Angel sozusagen. Ich denke einfach, dass wir Eltern die Verantwortung mit der Geburt bekommen haben und die nicht einfach auf die Erzieher abwälzen können.

  6. kassiopeia Says:

    @Alexandra: Du musst für mich keine Lanze für die Erzieher brechen. Ich bin sehr glücklich mit unseren, nur das
    fiel mir auf. Ich höre auch oft Lob, aber da sind wir doch nicht in der Minderzahl. Und ja, da hast du bestimmt recht
    mit der elterlichen Aggression, aber dann nichts mehr sagen, ist auch kein idealer Weg. Eine Freundin meinte, ich
    solle bitten mir zu sagen, was ich tun kann. Aber das war es schon. Und optimal ist anders. Zumal das mir kaum
    weiter hilft, denn ich lese ja zwischen den Zeilen und wirklich mehr Infos bekam ich so auch nicht.

    Ich möchte aber gesagt haben, dass es hier nicht primär um Verstehen wollen geht oder darum seine Pflichten
    als Eltern nicht wahr zu nehmen, sondern auch darum, dass die Chemie stimmen muss, um sowas zu hören. Und
    viele Eltern können das nicht Hören aus vielfältigsten Gründen.
    Persé davon auszugehen, alle Eltern seien aggressiv und nichts mehr zu sagen, ist genau so wenig hilfreich wie
    davon ausgehen die Erzieher müssten die ganzen Arbeit tun und man wäre als Eltern ja Vogelfrei.

    Viele Sachen entgehen einem einfach. Ich finde es toll so gut informiert zu sein, ob zwischen Tür und Angel oder
    in einem festen Gespräch. Unsere Kinder sind täglich 6 Stunden dort und manche Dinge sah ich nicht, weil sie
    mir nicht wichtig waren. Das meinte ich oben mit „naiv“. Stifthaltung? Formen? Sowas kontrollier(te) ich nicht, aber
    die Erzieherinnen achten für das Gespräch im Vorfeld eben genau auf sowas ->Beobachtung. Ich profitiere also
    ganz klar von den Erzieherinnen, weil sie auf mein Kind einen anderen Blickwickel haben und im Gegenzug
    berichte ich aktuell und genau, was zu Hause los ist, damit die Erzieherinnen gut informiert sind. Es geht da nicht
    um irgendwas abwälzen, sondern darum dass sie für 6 Stunden die Verantwortung und auch ein Stück weit
    Erziehung für meine Kinder übernehmen und man einfach immer im Gespräch bleiben sollte und sich gegenseitig
    den Rücken stärken.

  7. Alexandra Says:

    Aber die Frage ist ja, wie weit geht die Arbeit der Erzieher. Sie weißen dich darauf hin, dass dein Kind gewisse Sachen noch nicht kann. Vielleicht bist du der Meinung, dass es ja auch noch Zeit hat. Wieviel Arbeit muss ein Erzieher übernehmen.

    Ich bin einfach der Meinung er sollte mir seine Beobachtungen mitteilen, aber ob dann Ratschläge kommen müssen oder ein schauen sie da mal besser drauf, da bin ich mir sehr unsicher.

    Ich denke auf nachfrage wäre es nett wenn der Erzieher tipps gibt, aber das müssen sie nicht. Manchmal können sie es einfach auch nicht, weil unsere Kindergärten einfach zu voll sind, aber das ist ein generelles Prob in Deutschland.

    Ich hab mal ein längeres Praktikum im Sozial- und Jugendamt gemacht und bin seit dem lauter Verteidiger dieser beiden Institutionen. Manchmal ist es einfach zuviel Arbeit für einen Menschen und es gehen leider Sachen unter oder man muss einfach auf den gesunden Menschenverstand des anderen vertrauen.

    Also lautet einfach die Frage was willst du von einem Erzieher? Soll er dich an der Hand nehmen und dir alles klar erzählen oder kann er von einem Erwachsenen erwarten, dass er die logischen Konsequenzen aus solchen Gesprächen zieht? Ich denke man kann schon erwarten, dass die Eltern mitdenken.

  8. Patricia Says:

    @Alexandra: Ich denke, darum ging es gar nicht, sondern zum einen um die unglückliche Formulierung des „Therapiebedarfs“ und zum anderen darum, dass man eventuell regelmäßiger zwischen Tür und Angel Rückmeldung geben könnte. Ich gehöre im übrigen auch nicht zu den aggressiven Eltern, bei denen die Erzieherinnen Angst haben, etwas zu sagen – ich würde mich bei unserem Kindergarten nur freuen, wenn sie das mit der ErziehungsPARTNERSCHAFT ernst nehmen würden und nicht nur von den Eltern fordern, sondern sich selbst auch in der Pflicht sehen würden, wie in einer Partnerschaft, mit annähernd gleicher Verteilung der vorschulischen Pflichten.

  9. Sandra Says:

    Ich bin selber Erzieherin und nun in der Rolle der Mutter im Kindergarten. Puh, es ist schwierig. Mir war es immer wichtig den Eltern viel Information zu geben, Feedback egal ob nun positiv oder vorsochtig hinweisend (um hier nicht „negativ“ zu nennen) Ich hba las Feedback oft gehört dass es gut ist zwischendurch Tipps zu bekommen, manche wissen zB nicht, das es Hilfsmitttel gibt.
    Jetzt sehe ich, ich muss nachfragen. Ich finde die Erzieherin super, sie trifft meinen Geschmack was Pädagogik anbelangt. Und doch suche ich nach Informationen und muss ebene vieles erfragen wo ich denke “ ich hab sowas früher einfach erzählt“ Man muss dazu sagen, die Bedingungen in den Kitas sind hart, als Erzieherin für 25Kinder verantwortlich sein musste ich auch, aber ich musste permanent über alles und jedes Buch führen, dokumentieren und schriftlich fixieren. Das ist heute so und raubt unglaublich viel Zeit,Kraft und Energe die letztendlich den Kindern fehlt. Das ist schlimm, aber nicht immer unbedingt nur Schuld der einzelnen Mitarbeiter.
    Dann wollte ich noch einen persönlichen Tipp geben, ich bin nämlich Linkshänder;-) es gibt anstatt spezieller Stifte ( die ja nun wirklich unverschämt teuer sind) solche Gummi Dreiecke, die man über jeden normalen Stift drüber schieben kann. Diese sind relativ günstig und man kann nur den Stift richtig halten. Was ich persönlich noch wichtig finde ist: das Blatt nicht gerade vor das Kind legen, sondern leicht nach Rechts schräg verschoben. Können sie sich das vorstellen??? Dann hat die Hand nämlich einen normalen Winkel und verkrampft sich nicht, das hilft unglaublich viel! Ich hatte oft Kinder die sich schwer taten und mit diesem sehr einfachen Trick echte Fortschritte gemacht haben. Zur Not könnte ich das mal fotografieren…
    Viele Grüße und viel Glück!
    Sandra

  10. Alexandra Says:

    @sandra genau so meinte ich es. ich glaube jede erzieherin geht mit einem idealbild an ihren job ran. sonst wäre sie wohl eine schlechte erzieherin, aber der alltag und die geringer betreuerdichte machen ein ideale umsetzung einfach schwer. natürlich gibt es aber auch unter den erziehern perlen und schwarze schafe. aber es sind halt auch nur menschen.

    @partricia ich habe bei uns im kiga immer das gefühl, dass sie dieses „aber ich sehe noch kein therapiebedarf“ sagen um die eltern nicht zu schocken. und manche eltern werden aber auch erst wach, wenn das wort therapie fällt vorher läuft es halt. irgendwie.

  11. eva Says:

    Ich liebe unsere Klassenlehrerin von Samuel, die uns anrief, weil ihr auffiel, dass Samuel viel zu oft „Demacht“ anstatt „Gemacht“sagt etc. Und dass sie gern direkt am Anfang, bevor sich etwas einschleift, etwas unternehmen würde und gern besprechen möchte, wie wir vorgehen. Und dass Samuel ja so sensibel sei und dass sie erst mit uns eine Strategie erörtern wolle.
    Das nenn ich eine kompetente Klassenlehrerin !
    Ich find es gut, was Du schreibst. Wahrscheinlich WOLLEN einige Eltern so etwas wie „kein Therapiebedarf“ hören?
    LGEva

  12. Marion Says:

    Hier auch Linkshänder.

    Zur richtigen Handhaltung gab es bei uns aus dem Schreibwarengeschäft eine Schreibtischunterlage für Linkshänder. Dort ist genau aufgezeichnet, wie das Blatt liegen soll, ebenso wie die rechte Hand das Blatt halten soll.

    Natürlich teurer als normale Unterlagen (hier 12 €) – aber das war es mir ebenso wert.

    Es hilft ihm sehr und vereinfacht eben das Schreiben und malen weil er nicht verkrampft die Hand hält. Ich kannte das auch nicht, war aber ein Tipp der Klassenlehrerin. Musste aber bestellt werden.

    LG Marion

  13. kassiopeia Says:

    @Alexandra: So wie der Erzieher in der Lage ist mir zu sagen, dass Handlungsbedarf besteht, weil ein Zeitfenster
    verpasst wurde und wir zur Therapie müssen, sollte ein Erzieher in der Lage sein mir zu sagen, dass es Zeit ist
    genauer auf Bestimmtes zu achten.

    Es gibt Kinder, die sind bis zu 10 Stunden im Kindergarten und da übernehmen die Erzieher eine ganz entscheidene
    Rolle. Und ich wenn die Kindergärten nicht als Verwahranstalt gesehen werden möchten, gehört ein ehrliches Wort
    dazu, auch wenn man Angst hat, die Eltern könnten angepisst reagieren. Schweigen ist keine Option. Und nur
    im Extremfall in Kontakt mit Eltern zu treten, ist Bestärken an der falschen Stelle.

    Ich hab auch mehrere Praktika gemacht und ich weiß auch, dass die Situation nicht immer ein leichtes ist, aber
    auch ich hab die Erfahrung gemacht, dass ein ehrliches Wort besser ist als ein Herumsäuseln. Man kann schwer
    beides haben, ernst genommen werden in der Funktion als Erzieher und gleichzeitig -so wie du es siehst?- die
    alleinige Verantwortung bei den Eltern sehen. Jedenfalls ist das meine Meinung.
    Ich bestärke die Frauen im Kindergarten, sage offen wenn mir was missfällt und wir sind immer im Dialog, damit
    die Kinder erleben, dass wir gemeinsam an einem Strang ziehen. Ich nehme diese Arbeit dort verdammt ernst und
    behandele unsere Erzieher mit Respekt, so wie ich es mir auch gewünscht habe und ernte dafür auch super
    freundliche Erzieher.

    Und da sind wir dann wirklich verschiedener Meinung, für mich ist es enorm wichtig zu hören, dass man mit
    Prävention an der richtigen Stelle verhindern kann, dass nach einer gewissen Zeit ein Handlungsbedarf/
    Therapiebedarf besteht.
    Ganz ehrlich, woher soll ich als Mutter von nur zwei Kindergartenkindern wissen, was sie können sollten, laut
    einem Plan, wenn mir dieser Plan nicht vorliegt? Ich sehe meine Kinder. Sie sind toll. Woher soll ich wissen,
    dass es so langsam angebracht wäre, die Formen zu können? Allein durch logisches Denken und bei einer
    Freundin, die nun kurz vorm Schulstart steht mit ihrem Sohn, weiß ich WIE wichtig es ist, den Stift richtig zu
    halten, denn der hockt nun bei der Ergotherapie wegen der Stifthaltung. Ein „wenn sie es ihm nicht zeigen
    und er es von allein nicht lernt, braucht er Therapie.“ ist nicht zu viel verlangt. Und da seh ich auch nicht, dass
    ich als Mutter meinen Job nicht gut mache. Sondern ich lerne mit jedem Kind mehr dazu, beim vierten weiß
    ich worauf es ankommt. Aber was ist mit den Eltern, die blauäugig abwarten mit ihrem einem Kind? Woher
    sollen die wissen, dass es dringend von Nöten ist, dass das Kind den Stift richtig hält, wenn sie am
    Morgen schnell vor ihrem langen Arbeitstag in den Kindergarten hechten um sich anzuhören, was das liebe
    Kind kann oder nicht kann.

    Es bringt nichts sich darüber auszulassen wie schrecklich die Situation für die armen Erzieher ist, es ist nunmal so
    wie es ist, man kann natürlich viel erreichen und muss nicht alles hinnehmen, aber alles zu entschuldigen mit
    einem denen gehts ja so schlecht, dass funktioniert so nicht, denn vielen Eltern geht es auch so schlecht und
    da wird auch erwartet, dass sie ihren Teil des Jobs (Kindererziehung) gut machen.

    @Marion: Die Unterlagen hab ich schon bestellt :) Eine für zu Hause und eine für den Kindergarten.

    @Eva: Ich will keinen Therapiebedarf hören :) Wenn ich an erster Stelle verhindern kann, dass es überhaupt so
    weit kommt. Es gibt, wie ich ja nun weiß, Dinge da sind einem die Hände gebunden, da endet die eigene
    Kompetenz, aber es gibt nur zu Hauf Situationen, wo man das Ruder auf eigene Faust noch mal rumreißen kann,
    bevor fremde Hilfe nötig wird :/

    @Sandra: Es ist wirklich schwierig und ich mag mir gar nicht ausmalen wie es ist, wenn man als Erzieher
    auf der anderen Seite steht, aber umso mehr hab ich mir von einer Erzieherin erhofft, da sie das alles bei einem
    ihrer Söhne mitgemacht hat. Ein offenes Wort an dieser Stelle ohne „Therapiebedarf“ wäre wünschenswert
    gewesen.
    Diese Haltung kenn ich eben jetzt von diesen Unterlagen. Auf denen ist ein Blatt abgebildet, genau so wie
    du es beschreibst. Kostet eben um die 12 Euro, aber die Kinder können da genau sehen wie das Blatt am besten
    liegt und zudem ist eine Hand drauf, damit die auch einen Platz bekommt, die rechte.
    Und diese Nuppsies für die Stifte- habe ich gelesen- verschwinden sehr leicht. Und da wären sie meine drei
    Probleme: Baby, Kleinkind und Kind, dass die Dinger gerne wieder loswerden würde. Ich muss ganz ehrlich
    sagen, dass ich jetzt lieber diese Stifte kaufte mit denen er es fühlen konnte und mit denen eine Woche nun
    mittlerweile reichte, damit er mit anderen Dreieckstiften die gleiche Haltung hatte. Hat sich also durch und
    durch gelohnt :) Und natürlich saß ich auch daneben und zeigte es ihm immer mal wieder.

    Und das ist der Punkt ich bin so erleichtert. Er kann nun mit fast vier Stifte von allein richtig halten, weil ich aus
    dieser einen Botschaft etwas zog. Andere Eltern konnten es nicht und sitzen mit (fast) 6Jährigen beim Ergotherapeuten-
    und es ist nicht nur deren Schuld. Der Grund für diesen Post ist diese Einstellung: Entweder entspanntes
    Abwarten und alles ist schön, oder es ist bereits zu spät. Dazwischen scheint es im Augenblick nichts zu geben
    und das ist schade und für viele fatal.