5 Monate mit Ben

Ben

Mein lieber kleiner Ben,

wenn du so neben mir liegst, ich dich stille und du mich mit deinen Kulleraugen anstrahlst,
unweigerlich anfangen musst ganz doll zu grinsen und dabei deinen Mund weit aufmachst und
das Trinken dabei völlig vergisst, ja dann möchte ich einfach nur für diesen einen Moment
die Zeit anhalten… Für dein Lächeln… Die Welt steht still, wenn du mich anlachst…
Gestern Nacht kuschelte ich mich wieder an dich, so nah, denn diese Momente werden seltener
und wenn du dann so auf der Seite mir zugewandt liegst, du an mir, ich dich atmen hören
kann, dich schnuppern kann, deine Häarchen fühlen kann, dann ist es für einen Augenblick
als wären wir wieder eines, du ein Teil von mir, ich schützend um dich.
Noch immer fliegt dieser Duft in meine Nase. Dieser Duft. Manchmal gehe ich in der Nacht
ganz nah an deinen Kopf nur um eine Nase deines Dufts zu erhaschen, mittlerweile kitzeln mich
dabei deine Haare. Haare, die so blond geworden sind und dicht, und die dir vom Kopf abstehen.
Und ich liebe deine Lippen. Sie sind so rosig, so schön geschwungen und so groß. Zum Knutschen
einfach. Und von deinen Kulleraugen fange ich lieber erst gar nicht an…

Die letzten Wochen brachten soviel Neues. Du hast gelernt, dich vom Bauch auf den Rücken
und anders herum zu drehen. Seitdem drehst du dich ohne Teppich wie ein Propeller. Du
beschäftigst dich immer länger allein und auch von deinen Geschwistern. Es ist nicht mehr so
wichtig, dass ich da bin. Aber wenn es dir schlecht geht, dann darf nur ich dich tragen und
das tue ich gern, auch wenn mein Rücken von der ungewohnten Haltung schnell weh tut.
Du liegst mittlerweile mehr auf dem Boden und nimmst teil an unserem Leben, als dass du
getragen wirst. Du beobachtest uns beim Mittagessen oder mich beim Haare föhnen oder
die Großen beim Spielen im Zimmer. Du bist immer dabei. Einfach mittendrin. Und du bist
gar nicht bös, wenn du mal getreten wirst. Du bist tapfer. Es sei denn ein Spielzeugauto
kommt geflogen oder dein Bruder fährt dir ins Gesicht, da hört der Spaß bei dir dann doch
auf- verständlicher Weise.
Ein Tagesablauf hat sich eingeschlichen und ich musste Abschied nehmen von unserem geliebten
Einschlafstillen im Schlafzimmer. War es nicht erst gestern, dass ich dich loslassen musste
und dich im Schlafzimmer betten? Nun hieß es raus aus dem Ehebett. Zumindest bis wir
zusammen ins Bett gehen können, denn ich habe Angst, den Zeitpunkt zu verpassen, an dem
du heraus fällst durch dein Gekruschtel. Jetzt liegst du abends nach dem Stillen erstmal in
deinem eigenem Bett. Und die ersten Tagen fühlte es sich ganz seltsam an. Irgendwie tut es
das noch immer. Morgens, bei deinem ersten Nickerchen versuche ich auch dich dort zu betten.
Aus dem selben Grund, aber mittags da liegen wir zusammen im großen Bett und das genieße
ich so sehr. Auch das erste Stillen in der Nacht, wenn ich jedenfalls nicht gerade schon geschlafen
habe und gar nicht weiß wie mir geschieht, weil du plötzlich trinkst.
Du hast in der letzten Woche dein erstes Fläschchen bekommen und ich war nicht da. Ich war
aus und zur Sicherheit hatte ich mir noch etwas Milch ausgestrichen. Ich überlies dich deinem
Papa mit den Worten, ich würde mich auf ihn verlassen, er wüsste ja wie es geht. Du hast die
65 ml getrunken und weiter geschlafen- ihr wusstet schon wie es geht. Und das nachdem du
zwei Tage vorher das erste Mal in deinem Leben einen Nuckel nahmst. Du hattest die Spuckerei
und wolltest trotzdem Trost und Saugen und da half doch tatsächlich der Nuckel. Mittlerweile
interessiert er dich aber schon gar nicht mehr und ehrlich gesagt, nur so unter uns, bin ich
erleichtert, denn diese Nuckellosigkeit gehört doch zu dir!
Am Wochenende habe ich dir Bananenmatsch gefüttert, aber den Dreh raus hast du noch nicht.
Ich konnte nur nicht mit ansehen, wie du gierst und fuchtelst. Und deswegen hast du schon
an Birne gelutscht, an Zitronenkuchen, Kartoffelbrei. Wir nähern uns wieder einmal völlig
unverkrampft der Beikost, aber das braucht Zeit und die nehmen wir uns einfach mal und zwar
viel davon.
Denn die Zeit rennt. Als ich ein Foto von dir im Bett machte am Wochenende, da wurde mir
irgendwie ganz schwer ums Herz, ich konnte nicht glauben, dass das erste Bild, das die Welt
hier je von dir sah, das erste Bild in diesem Bett von dir schon wieder 5 Monate als sein soll.
Du warst schon immer da- so fühlt es sich an. Und es gibt nichts, was schöner sein könnte als
du hier, bei mir, bei uns.

16 Responses to “5 Monate mit Ben”

  1. 5kidsmami Says:

    Die Zeit vergeht so schnell, einen wunderschoenen Text hast du wieder geschrieben.
    Der kleine Ben ist schon so gross geworden, er sieht so suess aus (ich koennt ihn gerade mal durchknuddeln) :-)

  2. DasDanny Says:

    Ich bin wieder einmal so sehr zu Tränen gerührt….

  3. Anne Says:

    Wenn ihr ihn weiter in eurem Bett haben wollt, gibt es auch so Bettgitter, z.B.: http://www.baby-walz.de/Sicherheit/Bettgitter/group/289/L/0/Produktuebersicht.a830.0.html

  4. Katrin Says:

    Mal ne ganz ehrliche Frage: wenn deine Kinder später mal aus dem Haus sind – hast du dann überhaupt noch irgend etwas in deinem Leben? Selber nie wirklich das Leben kennengelernt, keinen Beruf, keine Lebenserfahrung, die Welt nicht kennengelernt aber 4 Kinder in die Welt setzen und offenbar überhaupt nichts eigenes im Leben haben? Was willst du deinen Kindern vermitteln? Ausser die Muddi die zuhause sitzt und ganz offensichtlich keine Ahnung von der Welt hat? Wenn deine Kinder mal 18 Jahre alt sind – musst du dir dann von Ihnen die Welt erklären lassen? Willst du deinen Kindern nichts bieten? Nichts beibringen? Nichts von der Welt zeigen ausser eine kleine Stadt, eine kleine Wohnung? Nicht in der Lage sein, deine Kinder zu fördern und zu fordern, wenn sie es mal wünschen? … ich finde das erschreckend und ein ganz furchtbar abschreckendes Beispiel. Ich wünsche dir wirklich, dass deine Kinder möglichst spät anfangen Fragen zu stellen, die du nicht wirst beantworten können…

  5. CooKie Says:

    Da muss ja jemand ganz schön neidisch sein. Kriegst du überhaupt irgendwas mit? Von wegen nicht fördern und so…

  6. Fr.SchokoPerle Says:

    Sag mal Katrin,

    woher weißt du denn das Fr. Kassiopeias Horizont so beschränkt ist? Und wer gibt vor das man als „Muddi die zu Hause sitzt“ keine Ahnung von der Welt hat? Und was bedeutet fördern? Ihnen für jede Note die sie in der Schule gut schreiben, einen Hunderter zustecken? Denn aus deinem Kommentar geht ja hervor, dass du aufs Materielle anspielst.

    Wäre es dir denn lieber, sie würde 2 Kinder haben, voll arbeiten und ihre Kinder von einer Lernförderpillepalle Gruppe zur nächsten mit der Kinderfrau zu schicken? Damit ihre Kinder dann mit 18 beim Psychologen oder wegen dieverser Vorstrafen vorm Richter sitzen und nicht wissen was die Welt wirklich bedeutet?

    Ich bin mal gespannt was dein Bild der perfekten Muddi ist.

  7. Mudder Seemann Says:

    Katrin, wenn man keine Ahnung hat sollte man einfach mal …..

    Liebe Frau Kassiopeia,

    es wird immer Menschen geben, die ihr Leben durchplanen und das ihrer Kinder ebenso – ob diese Kinder glücklichere Menschen werden, weil sie eine erfahrenere Mutter haben der es allerdings an herzensgüte fehlt – das wage ich zu bezweifeln. Denn nur ein Mensch, der eben nicht mit so viel Liebe und Herz durchs Leben geht wie Du, kann solche Texte voller Hochmut schreiben – und wie heisst es so schön: Hochmut kommt vor dem Fall!

    Nimm es nicht persönlich – nur Menschen, die einem etwas bedeuten sollten das Herz und die Seele erreichen!

    Liebe Grüße

    Mudder Seemann

  8. kassiopeia Says:

    @Katrin Wenn Sie mir eine Frage gestellt hätten, wenn Sie tatsächlich Interesse an einer Antwort hätten,
    könnte ich mir die Mühe machen und etwas dazu sagen. So nicht.

  9. Ansku Says:

    Du nimmst diesen Kommentar von Katrin aber nicht wirklich ernst, oder? ;-) Ich musste beim Lesen sehr sehr schmunzeln.

    Ganz im Ernst: Ich hab Dich kennengelernt, ich lese hier seit der Schwangerschaft mit Tom mit und ich kenne kaum jemanden, der sich mehr Gedanken über die Förderung seiner Kinder macht als Du. :)

    Der eine lebt sein Leben so, der andere lebt sein Leben so. Die Kunst ist, das Leben und die Entscheidungen eines Menschen zu tolerieren. Aus solchen Kommentaren spricht der pure Neid.

    Alles andere hat Mudder Seeman bereits gesagt.

  10. Sibylle Says:

    Katrin,

    eigentlich weigere ich mich solchen dümmlichen trolligen Kommentaren auch nur Beachtung zu schenken. Aber weil es hier um einen lieben Menschen geht und absolut dämliche Vorurteile vertreten werden, sage ich doch etwas dazu.

    1. Woher nehmen Sie das Recht und das Wissen der Blogautorin Lebenserfahrung und Wissen abzusprechen. Haben Sie schon jemals einen Eintrag hier gelesen und gesehen mit wievielen Gedanken sich die Autorin an ihre Kindererziehung begibt? Wesentlich mehr Reflektion und Hirnschmalz blitzen da durch als ihr Eintrag bei Ihnen jemals vermuten läßt.

    2. Warum ist nur eine bis zum Höchstmaß schulisch/akademisch/beruflich gebildete Mutter eine gute Mutter? Wieso sagen nur öffentliche Zertifikate etwas über den Bildungsstand eines Menschen aus?

    3. Wer sagt, daß man in Anwesenheit von Kindern nicht mehr lernen/leben kann?

    4. Was zum Teufel gibt Ihnen das Recht über die Art und Weise wie andere Familien leben, planen sich weiterentwickeln zu urteilen? Wie wenig Reflektiert und Mitdenkend kann man sein?

    5. Woher kommt bitte die Aussage, diesen Kindern wird nichts geboten? Soll man Kindern im Alter von 5 Monaten bis 5 Jahren ununterbrochen fördern? Würden Sie mal mitlesen würden Sie sehen, daß die Kinder altersgerecht gefördert und unterstützt werden. Oder reicht das nicht? Müssen die Kinder in diesem Alter schon einen vollen Stundenplan haben, damit aus Ihnen wertvolle Mitglieder der Gesellschaft werden? Stundenpläne ohne Zeit für freies Spielen, Kuscheln, Kind sein?

    6. Was sind das denn für Mütter, die ihren Fokus auf Karriere und Selbstverwirklichung haben, bei denen das die Kind(er) zum „Must-Accessoir“ mit einem volleren Terminplaner als der eines Managers herangezogen werden. Die Förderung, Bildung, Aktivitäten ohne Ende haben, aber wenig Zeit mit Mama, wenig Zeit zum Kind sein. Ich denke die gesunde Mischung macht es und wenn jemand seinen Fokus zunächst auf seine Kinder legt, dann ist das ganz alleine seine Angelegenheit und keine Angriffsfläche.

    7. Ich kann nicht allzuviel über die angegriffene Familie sagen, aber eines von Herzen, diese Kinder werden geliebt, sehr geliebt und diese Kinder laufen alles andere als nebenher und eher wird sich zerrissen als einem Kind nicht die der Situation notwendige Aufmerksamkeit zu geben. Diesen Kindern wird versucht mit allen ihren Eigenheiten gerecht zu werden. Das ist es was Kinder in diesem Alter brauchen, das ist es was sie stark, klug und wachsen läßt.

  11. CooKie Says:

    Sybille, das unterschreibe ich jetzt mal.

  12. Mudder Seemann Says:

    Ich muss ja ganz ehrlich sagen, dass man bei dem Beispiel von Katrin mal wieder gut sehen kann, dass Bildung und Intelligenz nicht unbedingt Hand in Hand gehen müssen …. ;)

  13. DasDanny Says:

    LOL Mudder Seemann *kaputtlach*

    und Sibylle hat es voll und ganz auf den Punkt gebracht.

    Solche Menschen wie Katrin, sind einfach nur arme Würstchen der Gesellschaft.

    Kassiopeia, Du machst das alles schon richtig ;-)

    Liebe Grüße
    Danny

  14. Minizickenmama Says:

    Warum nehmen sich manche Leute das recht raus über Menschen zu Urteilen die sie so gar nicht kennen können? Jemanden einschätzen ohne jemals mit ihm gesprochen zu haben?

    Ich hoffe, liebe Frau Kassiopeia, dass du den Beitrag von Katrin nicht all zu ernst nimmst, du machst das ganz wunderbar hörst du? Dein Beitrag ist einer von denen bei welchen mir das Herz aufgeht. Die Zeit fliegt und wie gern würde nicht jeder von uns einmal die Zeit anhalten?

  15. Morphium Says:

    Wer ist Kathrin?
    Und von welchem Planeten kommt sie, er oder es?
    Möchte ich, das meine Kinder später mal die Rente dieser Person finanzieren?
    Nö.
    Also Frau Kassiopeia, auch wenn wir uns nicht persönlich kennen. Ich finde sie ziemlich klasse.

  16. kassiopeia Says:

    Ihr seid alle wirklich unglaublich, wisst ihr das eigentlich? Alle hier zusammen! Ich danke euch von Herzen, für
    soviel liebe Worte!