Archive for Mai, 2010

Ich schmolz dahin,

Sonntag, Mai 30th, 2010

als Tom nach dem Wickeln die kleinen Arme um meinen Hals schlang und singsangte:
„Ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich!“

Tom ist 2 Jahre und 2 Monate alt.

Zwei Wochen

Sonntag, Mai 30th, 2010

wohnen wir jetzt hier. Und es ist einfach nur schön. Immer noch ein bißchen ungewohnt, noch kennt
man nicht jeden Lichtschalter und jede Ecke und Kante, aber es fühlt sich langsam heimisch an. Wir
genießen, die am Freitag eingebaute Traumküche, die zwar noch nicht ganz fertig ist, aber wer das
Provisorium vorher gesehen hat, weiß das es schlicht ein Traum ist, unser Traum. Mit Geschirrspüler!
Sie haben ja keine Ahnung wie wenig Lust wir in den letzten zwei Wochen hatten überhaupt noch
irgendetwas abzuspülen und jetzt ist sie endlich da! Ich sollte ihr vermutlich vor lauter Dankbarkeit
einen Namen geben… Aber ich kaufte ihr feines Salz und Klarspüler und die guten Tabs. Möge Sie
uns ein langes Leben begleiten! Dafür brauchen wir dringend neues Geschirr. Irgendwie wird das am
Abend knapp. Die Kinder fragten heute Abend schon irritiert, warum sie aus Plastikbechern trinken
müssen als die Geschirrspülmaschine lief.
Beim Küche einräumen hätte ich am liebsten noch mal geweint: so viel Zeug! Dabei ist es nicht mal
so viel. Ich schmeiße weg, was ich wirklich nicht brauche, aber trotzdem: hier noch
Weingläser und da noch ne Auflaufform und hier noch ein Teedöschen und da noch… und dazu diese
Menge an Papier- abartig. Unbedingt zum Verzweifeln. (Luxusprobleme, sagen Sie es ruhig laut.)
Der Mann könnte derweil endlich wieder eine nette Arbeit finden. Ich möchte endlich meinen Alltag
wieder aufnehmen. Ich mag mir nicht immer wieder und wieder Sorgen machen müssen. Sie da,
suchen Sie einen fähigen Web-Entwickler? So zufällig? Es langt nämlich. Ich mag nicht mehr ewiger
Optimist sein. Bitte, danke.
Dieses Gästezimmer alias Hobbyraum dort unten im Keller ist viel zu groß. Pure Verschwendung von
Raum. Auch wenn meine Eltern letzte Woche dieses riesige Bett mit echten Matratzen sehr, sehr zu
schätzen wussten. Dafür ist es einfach zu groß. (Luxusprobleme, sagen Sie es ruhig noch lauter!)
Ich war noch nie, also natürlich schon, aber es liest sich viel besser so, ich war noch nie so glücklich,
wie an Abenden, an denen ich draußen noch mal in Ruhe werkeln kann. Ich legte heute das zweite
Beet an, nachdem mir aufging, dass das zum Mähen einfach mal viel besser ist, wenn man was
eingepflanzt hat und netter schaut es auch aus. Gestern legten wir gemeinsam das erste an und
gestern im Dunkeln bei Regen setzte ich meine Spiere in den Vorgarten, es war mir ein Bedürfnis!
Frau muss immer alles sofort machen, immerhin hatte ich kein Nachthemd an! Das ist doch schon
mal was.
Ich liebe Rosen. Nicht diese Dinger, die üppig auseinander fallen, sondern diese dicken, gefüllten
englischen Rosen… Nie im Leben hätte ich gedacht, dass mir sowas gefallen könnte. Aber ich liebe
sie. Und ich möchte noch viel mehr kaufen! Wenn dieses Gelddingnesproblem von weiter oben im
Text nicht wäre, durchaus eine Option, denn obwohl mir der Gatte nie einen Rosengarten
versprochen hat, trägt er sie heldenhaft in den heimischen Garten.
Die Kinder sind täglich draußen. Draußen bedeutet seit zwei Wochen nun nicht mehr, den Weg
hin zum Kindergarten und zurück, sondern richtig echtes Draußen, mit Bobbycar, Laufrad und…
Ja und!? Juhu, seit Dienstag auch Fahrrad! Ich bin so stolz und überwältigt von unserer Tochter!
Letztes Wochenende schielte Tom in Richtung Laufrad und weil wir sehr dominante Eltern sind,
nahmen wir ihres, bauten es um damit Tom Probefahren konnte. Wir waren allerdings zu faul hin
und her zu schrauben, damit Zoe und Tom sich abwechseln, also versprachen wir Zoe endlich
ihr Fahrrad. Da es oben in der Altstadt nie Sinn gemacht hätte ihr eines zu kaufen, weil sie es
einfach nicht fahren, geschweige denn lernen hätte können, kauften wir eben keins. Nach einem
langem Wochenende voller Fragen, wann denn nun genau dieses Fahrrad gekauft werden würde,
wurde es gleich am Dienstag nach Pfingsten am Nachmittag mit der gesamten Familie ausgesucht
und nach Hause geschleppt. Ganz tapfer, während 3/4 der Männer beim Friseur waren um sich
aufzuhübschen. Zu Hause stärke sich das Kind mit einem Eis und rannte raus zum neuen Rad.
Die Stützräder hatte ich gleich im Geschäft abbauen lassen, da das Kind seit zwei Jahren sicher
das Likeabike fuhr. Wie schon immer, ließ ich Zoe in Ruhe. Ich kann mich gut an das Drama des
Fahrradfahrenlernens erinnern. Meine genervten Eltern, mein Kreischen. Nö, dachte ich wie immer,
soll se mal alleine machen. Und siehe da: Erst rollte sie damit wie mit dem Laufrad, fand den
Schwerpunkt, nahm Schwung und zog das letzte Bein auf die Pedale, um los zu treten. Am Dienstag
Fahrrad gekauft, am Dienstag Fahrradfahren gelernt. Ohne Weinen, ohne Kreischen, ohne Meckern,
sie lernt alles in ihrem eigenem Tempo und ich bringe nichts aktiv bei. Klappte bisher sehr gut,
ob beim Malen, Farben, Zahlen, Rechnen. Sie fragt, ich antworte. Ich rede, sie hört manchmal zu. In
diesem Fall: Sie übt, ich gucke zu… und jubel! Schon mal erwähnt wie toll diese Kinder sind? Ich liebe
sie und ihnen beim Großwerden zu zuschauen!

Zoe ist 5 Jahre und 6 Monate alt.

Farbe bekennen 2010- BLAU & ROT

Samstag, Mai 29th, 2010

Ein neues Fotoprojekt. Jede Woche eine Farbe, gesehen bei ihr und für eine gute Idee befunden!

Momentaufnahme

Samstag, Mai 29th, 2010

Tom sitzt gern am Tisch und gießt sich, wenn niemand hinsieht schwungvoll in sein Glas ein.
Ben krabbelt durchs Wohnzimmer und räumt munter Spielzeug aus dem Körbchen.
Zoe tanzt singend durchs Haus und könnte das viel besser draußen im Garten, weiter weg.
Noah kommt gleich vom Arzt mit beinah 41°C Fieber, noch ist es keine Streptokokkeninfektion.

Gestern und Heute

Samstag, Mai 29th, 2010

Vor über 5 Jahren weinte ich dicke Kullertränen, als ich ihre Kleider in Grösse 56 aus ihrem kleinen
Schrank heraus räumte, immer ganz im Moment, alles abtrauern. Also rollten die Tränen die
Wangen runter… und dann war auch gut…

Nicht ahnend, dass dieses Mädchen in ein paar Jahren vor mir stehen würde…
Zoe: „Mama, haben wir noch Eis da?!“
FrauK: „Nein, leider nicht.“
Zoe: „Mama, ich schau nur kurz in den Kühlschrank, dann kann ich dir glauben…“

Öhm. Ja. Wächst die jetzt weiter so schnell? Aufhören!

Zoe ist 5 Jahre und 6 Monate alt.

Stell dich nicht so an?

Freitag, Mai 28th, 2010

Ein Kind erwarten inmitten von Klein-Bloggersdorf ist für eine Frau eine wunderschöne Erfahrung.
Nirgendwo sonst kann man so offen sprechen und wird so gut gehört. Man hofft, man bangt, man
grübelt, man freut sich- nie allein. Man wird von anderen Frauen liebevoll begleitet und erwartet
gemeinsam ein Kind. Ein Kind, das schon so eingebettet ist in eine Gemeinschaft bevor es überhaupt
geboren wird. Kinder, die hier das Licht der Welt erblicken, werden sehnsüchtig erwartet und geliebt.

Und das ist auch gut so! Ich las neulich erst in einem Artikel, dass heutzutage um das Schwangersein
ein Gewese gemacht werden würde, als handele es sich um eine ernstzunehmende schreckliche
Krankheit. Für solche Aussagen habe ich keinerlei Verständnis. Es ist für mich eine unmöglich
erfüllbare Erwartungshaltung zu verlangen, Frauen sollten sich einfach mal ein bißchen zusammen
reißen, sei ja nichts weiter dabei, ist ja nur Arterhaltung so eine Schwangerschaft.
Ich finde, Frauen sollten noch viel mehr Aufmerksamkeit bekommen für eine solche Leistung im
Leben. Nicht jede Frau spaziert leichtfüssig durch diese 40 Wochen. Eine Schwangerschaft ist nicht
immer die natürlichste Sache der Welt. Für viele Frauen ist es ein langer Weg bis dorthin. Manche
leiden die ersten 12 Wochen unter Übelkeit und Erbrechen, dauerhafte Pilzinfektionen,
Blasenentzündungen, Hormonschwankungen, schmerzende Brüste, Akne, Schlafstörungen, Ängste,
Depressionen- ein paar leiden darunter nicht nur die ersten Wochen, sondern die gesamte
Schwangerschaft über. Eine Schwangere hat 1l mehr Blut in ihrem Körper, ihre Körpertemperatur
erhöht sich um 1 Grad, dazu verändern sich Gleichgewichtssinn, Atmung, körperliche Fitness und
der Kreisslauf, sie muss lernen mal mehr, mal weniger mehr Kilos mit sich herum zu tragen, ganz
zu schweigen von Risikofaktoren in der Schwangerschaft, die Medikamente, Bettruhe, weitere
Diagnostik notwenig machen. – all das ist eine großartige Leistung.
Frauen müssen von jetzt auf gleich lernen für einen anderen Menschen Verantwortung zu
übernehmen. Das fängt damit an, dass man sich entscheiden muss, wo und wie möchte ich betreut
werden, wie oft und in welcher Form möchte ich untersucht werden? Schade ich meinem Kind, wenn
ich eine Untersuchung machen lasse oder schade ich ihm wohlmöglich, wenn ich sie nicht machen
lasse? Hatte ich jemals Windpocken und bin ich immun gegen Ringelröteln? Lass ich mich mit
einem neuen Impfstoff behandeln oder gehe ich das Risiko ein mich an einer für mich und mein
Ungeborenes gefährlichen Krankheit anzustecken? Man ist von einer Minute auf die andere
verantwortlich für einen neuen Menschen. Man trifft Entscheidungen von denen man inständig hofft,
es seien die richtigen.
Eine schwangere Frau muss schnell lernen sich gut zu kennen. Brauche ich einen Kinderwagen oder
bin ich der Tragehilfen-Typ. Wenn ja welche eigentlich? Welcher Typ Mutter könnte ich sein? In dem
Dschungel von Dingen, die ein Baby brauchen könnte, muss ich als werdende Mutter entscheiden,
welche mein Kind tatsächlich brauchen wird. Und plötzlich baut man ein Nest. Für einen Menschen,
den man gar nicht kennt, der aber dennoch so präsent ist.
Eine Schwangerschaft ist keine furchteinflössende Krankheit. Aber sie verändert das Leben. Man wird
zur Mutter. Der positive Schwangerschaftstest ist der Start für das unbekannte Leben mit einen kleinen
Menschen. Das große Abendteuer erwartet einen zwar erst nach der Geburt, aber es sind die ersten
Wochen die einen langsam verändern und vorbereiten. Es ist nur natürlich, dass dieser Zeit im Leben
einer Frau, die sie statistisch gesehen nur ein oder zweimal erlebt soviel Beachtung geschenkt wird.
Und dieser Raum ist wichtig. Ein bißchen mehr Respekt, Ehrfurcht und Achtung für das Behüten,
Bewahren und Beschützen des Lebens unter dem Herzen einer Frau, für den Mut, alles was sie hat in
eine Waagschale zu werfen ist da durchaus angebracht. Denn eines morgens wachte sie auf und ihr
wurde klar, dass sie wirklich und tatsächlich ein Baby erwartet, sie trägt es in sich- den ganzen Tag,
bei allem was sie tut ist es dabei, sie kann es spüren, es bewegt sich, es sucht ihre Nähe, es hört sie
und spürt sie immer- eine Einheit, zwei Menschen, die sich näher nicht sein könnten.
Wenn ein Mann eine Auszeit von seiner Verantwortung als Vater und Ehemann braucht, geht er zur
Tür hinaus und eine Runde spazieren. Allein. Wenn eine schwangere Frau eine Auszeit haben möchte
von ihrer Verantwortung, kommt sie zwar zur Haustüre hinaus, aber allein ist sie nicht. Bei jedem
Schritt den sie tut, bei jedem Gedanken den sie hat, ist das Kind unterm Herzen da.
Eine Schwangerschaft bewusst erleben ist und bleibt er beste Weg um sich langsam einzulassen auf
den neuen kleinen Erdenbürger mit seinen unbestimmten Bedürfnissen, dem neuen Ich und dem
Leben zu Zweit außerhalb der Symbiose…

Daheim

Mittwoch, Mai 26th, 2010

Ein kurzer Blick. Eine Momentaufnahme.

Projekt Farben sehen

Montag, Mai 24th, 2010

Heute endet das Projekt Farben sehen. Und da ich so motiviert gestartet war und durch den Verlust,
von Telefon und Internet gleich wieder ausgebremst wurde und mich im Anschluss mit Post- Umzugs-
Burnout selbst ausbremste, beende ich heute das Projekt ebenso motiviert wie es für mich begann
mit Bunt:

Als ich heute morgen im Bad der Kinder stand und diese vier Bürsten sah, ging mir gar Tiefsinniges
durch den Kopf, in etwa das hier: „Boah, ich hab wirklich vier Kinder…“

Nicht so gut

Montag, Mai 24th, 2010

(Achtung Spießerpost!)

Wenn man weiß, dass man in ein Reihenhaus gezogen ist, durch das der Wind so richtig gut durch
pfeift, wenn man Terrassen- und Haustür gleichzeitig öffnet, sollte man zumindest einen Schlüssel
dabei haben, wenn man zum Gießen des Vorgartens zur Vordertür hinaus tritt. Wäre gut gewesen.
Naja, wenigstens war die Terrassentür noch auf… Also ging ich einmal um die ganze Siedlung
herum und genoss die Abendsonne noch so ein bißchen, um mich dann beim Erklimmen der
abgeschlossenen Gartentür noch einmal sportlich zu betätigen…

8 Monate mit Ben

Sonntag, Mai 23rd, 2010

Heute genau ist Ben Mino 8 Monate alt geworden. Und pünktlich zu diesem Monatsgeburtstag krabbelt
er tatsächlich vorwärts! Ich bin überwältigt! Am Umzugstag fing er an rückwärts zu krabbeln und ich
hoffte nur die ganze Zeit davor, er möge sich damit Zeit lassen bis nach dem Umzug… Er ist doch noch
so klein und krabbelt jetzt vorwärts. Langsam und angestrengt, aber er kann es! Und erzählt. Nur ditditdit,
datdatdat und brummt, aber in unterschiedlichsten Tonlagen, damit man weiß, ob es noch Zeit ist oder
schon längst zu spät und er gleich schreit… Und der quietscht vielleicht laut, so ein Kind hatte ich noch
nie :)