Der letzte fast normale Freitag (hier)

Heute war im Kindergarten das große Familienfest. Die Vorschulkinder führen wie jedes Jahr ein
kleines Stück auf und deren Eltern werden sentimental. Dieses Jahr hat es auch mich erwischt,
denn mit einem Mal wurde mir bewusst, dass unsere Tochter nächstes Jahr hier etwas aufführen
wird. Und alle da sein werden. Mich wühlte diese Vorführung der Kinder sehr auf. Da waren so
viele Eltern, so viele Familienangehörige, wenn man da nicht ins Grübeln gerät wo sonst? Und
was beschäftigte mich dort? Sie werden es nicht glauben, ich fragte mich, ob wir noch eine Kind
bekommen sollten. Oder ob wir dem Ganzem ein Ende setzen. Ich sauge ja alles auf, was
in meiner Umwelt so gesagt wird und geschieht, von daher denke ich desöfteren an unsere
Familienplanung, aber heute erwischte es mich eiskalt. Ich dachte an die kommende Aufführung,
den Rausschmiss aus dem Kindergarten, die Schulzeit, die Hausaufgaben, ob ein anderer
KIndergarten in Betracht kommt… Sowas halt.
Ich fühle mich von meinen vier Kindern gefordert. Ohne Frage. Permanent. Erst heute Abend als
ich meine Nähmaschine zu den Kisten stellte, die schon ins Haus können, dachte ich daran das
ich wohl für sehr, sehr lange Zeit kaum Zeit haben werde zum Nähen. Selbst wenn alle Kinder am
Vormittag in Schule und Kindergarten sind, werde ich genug zu tun haben. Ich habe jetzt schon
genug zu tun.
Eine liebe Freundin saß heute in meiner Küche, zu Recht gestresst und meinte, sie hätte so wenig
Zeit und sei nur gestresst. Sie arbeitet halbtags und Freitag wäre ihr freier Tag, den sie heute
laufend und fahrend von A nach Z (nicht B) verbrachte. Aber als sie weg fuhr und ich neben Ben
lag, der momentan einer kleinen Klette gleicht, dachte ich daran, dass ihr wenigstens die Ruhe
dazwischen bleibt. Für mich ist laufen ohne Kinder purer Luxus. Allein sein und atmen, zwei
Arme für irgendetwas haben, niemand der redet oder dem ich zuhören muss- das ist für mich
Luxus.
Eine andere liebe Freundin fiel mir in dieser Woche ins Wort als eine gemeinsame Bekannte beim
Turnen diesen Satz fragte: „Wie ist das so mit vier Kinder? Ich bin ja mit meinen schon total
ausgelastet.“ Und meine Freundin sagte für mich, es wäre einfach anders, aber doch sicherlich
nicht anstrengender. Ich sah sie bewusst an und konnte nicht anders als zu sagen: „Verdammt,
es ist anstrengender.“ Denn so empfinde ich das im Moment. Ich liebe meine Minimonster und
wenn sie mich morgens im Bett überfallen und alle vier über mich drüber klettern ist das
überwältigend, aber auch schön ist, dass mein Mann mich jeden Morgen länger schlafen lässt
und die Kinder mit rüber nimmt und sie anzieht- mein Luxus. Ich liege allein im Bett. Niemand
redet, niemand berührt mich. Herrlich!

7 Responses to “Der letzte fast normale Freitag (hier)”

  1. Die Muschelfrau Danny Says:

    Du Liebe :-)

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass noch ein Klitzeklein in eure Mitte unwahrscheinlich gut passen würde ;-)

    Natürlich hast Du viel Auslastung, aber ohne die „fantastischen Vier“ (oder irgendwann mal fünf/sechs??) würde Dir doch mächtig was fehlen, hm??
    Ja es ist verdammt anstrengender, aber ich glaube dazu gehört im Moment auch die Tatsache, dass ihr mit vier Kindern umzieht!!
    Wenn alles an seinem Platz steht, und der „Alltag“ wieder eingekehrt ist, hör mal in Dich rein ;-)

    Ich würde auch noch mal ein Baby bekommen, wenn ich könnte ;-)

    Alles Liebe
    Danny

  2. Laudi Says:

    Wir selbst haben zwei Kinder, im Alter von fast 9 und 2 Jahren und grad noch ein Besuchskind im Alter vom Großen. Mein Mann fragt mich grade ob ich mir vostellen könnte alle 3 wären unsere.
    Ne, tut mir leid. Mir „reichen“ zwei. Ich glaube nicht, das ich mit diesem Stress umgehen könnte.
    Genau aus den Gründen, die Du gerade angesprochen hast. Immer eines von den Kindern, die was wollen, brauchen usw. Hat nichts damit zu tun, das ich nicht mehr als zwei Kinder lieben könnte. Nur hätte ICH keine Luft mehr zum atmen. Ich habe große Achtung vor Dir. *meinenHutzieh*
    Ich wünsche Dir/Euch ein schönes Wochenende und einen schönen Muttertag.

  3. frau siebensachen Says:

    ja, so ganz-alleine-zeiten sind schon toll zum kraftschöpfen!
    aber überleg dir dasnochmal ne weile mit nem weiteren kind ;-). lass die anderen erstmal größer werden, sie sind ja recht nah aneinander. wenn du dann nochmal lust hast, kannst du ja nochmal zwei nachlegen.
    schulkinder sind nochmal ein anderes kaliber, ich glaub grad immer, mich tritt ein pferd, wenn meine neunjährige den mund aufmacht – frech wie straßendreck und hemmunglos unverschämt (zuhause). lust auf noch ein baby hätt ich schon, aber mit den größeren zusammen (9, 5, 3) würde das wohl meine kräfte übersteigen. außerdem bin ich schon über 40… aber ich kenne diese gedanken nur zu gut, sind aber *glaub* massiv hormonell bedingt! mutter natur will uns halt unbedingt noch eins aufschwatzen:-)

  4. PaulaQ Says:

    Oh, das könnte ich jetzt auch unterschreiben, und bei uns turnen nur drei Kindelein durchs Haus. Aber als der Kleinste ein halbes Jahr alt war, hatten wir noch für zweieinhalb Tage die Woche ein Tageskind, im gleichen Alter wie der mittlere Bube (damals zweiundeinbißchen) und da war ich echt geschafft! Ich habe großen Respekt, wie Du das mit den vier kleinen Menschlein so jeden Tag schaffst…und es ist anstrengend! Ich bin nach bald sieben Jahren (bei uns wird das erste Kind jetzt im Herbst schon in die Schule gehen, wie die Zeit doch verfliegt) soweit, daß ich oft auch mal „Nein!“ sage, wenn es mir zuviel wird, denn viele denken, ach, da springen ja eh schon so viele Kinder rum, da fällt eins mehr doch gar nicht mehr auf! Und jedes weitere Kind macht sich bemerkbar! Da bin ich abends meist auch einfach „ohrmüde“ und mag nicht mehr kommunizieren…zumindest nicht in gesprochener Form, schriftlich geht grad noch! ;)

  5. kassiopeia Says:

    Vielleicht liegt es wirklich am Umzug. Aber ich merke einfach, dass ich meiner Grenze von „Ich liebe es und komme nicht
    zu kurz“ sehr nahe bin. Das ist schön. Ich wünschte mir das immer herbei, dieses Gefühl von (Er)füllung. Ich machte es
    mir schon bei Ben nicht leicht. Aber noch ist sie die…Sehnsucht. Ich befinde mich auf der Zielgeraden. Und das ist genau
    das richtige. Ich weiß nur nicht mit wieviel Kindern ich letzen Endes wirklich einlaufe- vier oder fünf… :)

  6. 5kidsmami Says:

    Ich unterschreib das mit dem „es ist anstrengender“. Wer es nicht kennt, kann dazu auch nicht viel sagen.
    Genieße deinen „Luxus“, den du mit 4 Kindern hast so lange du kannst, mit 5 wird es nicht einfacher. Aber man nimmt es noch gelassener :-)
    Drück dich!

  7. jo Says:

    3 sind schon sehr anstrengend, es gibt einfach keine Auszeit tagsüber. Deswegen bin ich sehr dankbar, dass ich – egoistischerweise – die Kinder mittlerweile auch alle 3 gemeinsam, öfter mal abgeben kann. Da gibt es eine liebe Cousine, die keine Kinder hat und sich meine liebend gern einen Nachmittag ausleiht. Ausserdem habe ich meinen Job und jetzt das Streichen ;-), da geniesse ich die Ruhe. Ich kann Dich also sehr gut verstehen…