Der wirklich letzte Sonntag oder noch 6 Mal schlafen

Ich kanns kaum glauben. Ich habe eine, nein eigentlich zwei wunderbare hilfsbereite Freundinnen,
aber eine half heute zum zweiten Male Kisten und Kleinkram fahren. Ich bin so dankbar. Denn viele
hüllen sich plötzlich in Schweigen so kurz vor dem Umzug. Es wird hier leerer und nimmt dafür
dort immer mehr Formen an.
Dafür wird immer klarer, dass vor uns nicht nur im wörtlichen Sinne ein weiter Weg liegt. Es wird
einfach deutlich wie sehr wir und vorallem wie lange wir schon unseren Weg nach Hause gehen und
wie die Kinder diesen Weg verinnerlicht haben. Sie dürfen bestimmte Teilstrecken allein gehen und
ich vertraue ihnen, dass sie an bestimmten Stellen automatisch warten bis ich hinter her komme. Sie
hören auf das Kommando „Stop“ und so ist der Weg Heim relativ entspannt. Relativ. Wachsam ist
man als Elternteil bei so kleinen Kindern wohl immer.
Aber das jetzt zerrt. Ich bin angespannt. Die Kinder kennen den neuen Weg, die neue Umgebung
noch nicht und wir unsere Kinder in ihr nicht. Als wir am Mittwoch über die Strasse zur gegen
überliegenden Bushaltestelle laufen wollten, „übersah“ das Tochterkind die Insel, kennt ihre Funktion
nicht und lief fast in ein Auto. Ich kreischte und mein Herz setzte aus. Heute lief Noah einfach über
die Einfahrt zur Tankstelle und wollte eben zu uns zurück laufen, als ein Auto einbog. Ich kreischte
erneut. Aber dermaßen schrill, dass mir meine eigene Stimme Angst machte. Kommando zurück.
Die Kinder laufen wieder am Wagen. Wir wohnen eben nicht mal eben gemütlich verkehrssicher.
Viele Straßen, Einfahrten, (zu schnelle) Autos und noch mehr zu sehen. Wir üben und derweil ziehe
ich die Zügel wieder enger, sonst bekomm ich nicht vom Umzug graue Haare, sondern nur vom
nach Hause laufen. Und das muss ja nicht…

2 Responses to “Der wirklich letzte Sonntag oder noch 6 Mal schlafen”

  1. Martina Says:

    Ach, die potentiellen grauen Haare färbst Du einfach über! :-)

    Der Rest gibt sich – die kritischen Stellen meistert Ihr gemeinsam und an den harmlosen lässt Du sie laufen! Du machst das mit den Lütten ganz großartig – nach Luft schnappen gehört dazu (ich glaube, das tun unsere Eltern bis heute noch!), Du bereitest ihnen einen wunderbaren Start ins Leben da draußen – und darauf kommt es an!

  2. Seelenbalsam Says:

    Umzüge sind immer etwas Besonderes, das ist ein Loslassen, ein verstehen, ein Hinsehen, ein Achtsamsein und ich denke, so wie du es lernen wirst, dich auf das neue Leben einzustellen, werden es die KInder auch lernen. Die Kinder haben nur einen Vorteil, wenn sie Fehler machen ,’die Mama wirds schon richten‘,…die Mama trägt die Verantwortung, und darum müssen wohl ein paar graue Haare schon drin sein. LG Seelenbalsam