Von großen Großfamilien und Vergrößerten Angriffsflächen

Am Wochenende hab ich mit dem Gatten zusammen eine Doku über die Familie Hofmann-Wellenhof
gesehen. Die Eltern von 9 Kindern waren unheimlich sympathisch und auch witzig. Aber eben auch
Eltern, die sich sorgen und mitleiden. Solche Dokus sind ganz wunderbare Fenster, um mal einen
klitzekleinen Einblick in das Leben einer Großfamilie zu haben. Bei manchen Sätzen musste ich lachen,
bei anderen nickte ich wissend und dann wieder wurde ich nachdenklich. Kann man so viele Kinder
wirklich wollen, werden diese Familien gefragt. Und auch wir kennen diese eine Phänomen.
Väter werden eigentlich nur noch gefragt, ob wirklich alle von ihnen und dieser einen Frau sind und
wenn diese Frage beantwortet wurde, ist es Zeit die Mütter zu bemitleiden. Ich kann mich eigentlich
nicht beschweren. Die Menschen sind immer hilfsbereit und freundlich. Aber sie leiden auch mit. Als
hätte ich eine schreckliche Krankheit: viele Kinder… Natürlich bin ich müde und es ist anstrengend,
aber es macht doch Spaß. Ich wollte das so. Wir wollten das so. Ich befürchte, dass es für sehr viele
Menschen einfach nicht vorstellbar ist, wie das zu leben ist. Dabei ist es so einfach. Eigentlich. Nur
ein bißchen mehr von allem. Das Großfamilienleben ist dann doch scheinbar eine andere Welt. Und ich
selbst gestehe zu jeder Frau auf zu sehen, die noch mehr Kinder hat als ich. Ehrfürchtig und voller
Bewunderung. Aber sie tun mir nicht alle leid.
Einer der Schlusssätze von Herrn Hofmann-Wellenhof hat mich sehr berührt: „Wer Kinder hat,
vergrößert die Angriffsfläche des Schicksals.“ Und wie konnte ich da nur nicken…

Lachen musste ich doch sehr, als der Mann über seine Frau sagte: „Meine Frau ist eine energievolle,
konsequente Frau. Sie hat nur einen Fehler, dass sie unter Unordnung geradezu körperlich leidet…“
Da musste der Gatte ganz arg nicken…

13 Responses to “Von großen Großfamilien und Vergrößerten Angriffsflächen”

  1. Pfarrfrau Says:

    Hier auch: ausdauerndes Nicken. Tze. Ich mag Aufräumen.:)

  2. alexxblume Says:

    Ach jaaa, ich fühle mich sehr angesprochen von Deinen Worten, mir geht das auch immer so, wenn ich Dokus über kinderreiche Familien sehe… Nun werde ich niemals dazu zählen, dafür hat mir rechtzeitig der richtige Mann gefehlt. Aber berühren tut mich das immer und ich kann nur unterschreiben, dass Ehrfurcht und Bewunderung passende Begriffe sind für das ,was ich fühle, nicht aber Mitleid! Ich finde es so toll, wenn jemand das Glück und den Mut hat, eine Großfamilie zu gründen…

  3. Wolfram Says:

    @ N°1: Gut und schön – aber mein Büro ist tabu!

  4. kassiopeia Says:

    Um Himmels Willen, da ist es am schlimmsten… By the way: Nils räum deine Arbeitskammer endlich auf! :)

  5. Wolfram Says:

    Mag ja sein – aber DA IST MEINS. Ich darf ja schon weder in der Garage noch im Keller noch auf dem Dachboden – also bleibt mein Büro.
    (Zumal da die Dienstgeheimnisse lagern – und ich will schon, daß die so lagern, daß sie geheim bleiben… ;))

  6. Patricia Says:

    Oh, wenn ich könnte, hätte ich gern eine Großfamilie. Funktionierende Großfamilien sind ein wunderbarer Mikrokosmos! Bei mir wird es aber eher am Alter scheitern, fürchte ich – wenn ich zehn Jahre früher mit der Familiengründung angefangen hätte (also 10 Jahre früher den Mann kennen gelernt hätte, mit dem ich Kinder möchte), denke ich, wären auch mehr als drei dabei herausgekommen … Aber MitLEID, warum? Wie du so schön sagst: Kinder sind doch keine Krankheit – sie machen zwar ab und an müde, dafür erfüllen sie das Leben mit so viel kunterbuntem Sein, dass da eher Neid als Mitleid angebracht wäre …

  7. Cecie Says:

    wenn es die familie ist, die ich denke, dann habe ich von denen auch schon einblicke gesehen und ich erinnere mich am meisten, dass ich die frau für ihre güte, liebe, gelassenheit bewundert habe und gleichzeitig beeindruckend fand, dass sie alles im griff hatte ohne jemals laut zu werden. und damals sagte ich zum drachen: das wünsche ich mir auch, dass ich irgendwann so eine mutter sein kann (noch lichtjahre entfernt, aber der vorsatz ist ein anfang, oder? ;o)

  8. stadtfrau Says:

    oh, die familie kenne und liebe ich! also auch nur vom fernsehen ;), im orf gab es schon öfter beiträge über sie. einfach bewundernswert und sehr sympathisch – und auch „inspiration“, finde ich!

  9. Eva Says:

    Ich fühle mich bisher von meiner Umwelt nicht bemitleidet. Und ich würde immer wieder 4 bekommen. Ja, würde ich!!

  10. kassiopeia Says:

    @Eva: Wo wohnt ihr denn? Hier massig alte Damen, die mich mitleidig ansehen und Dinge sagen wie: „Aber da wissen Sie
    abends schon was sie geleistet haben.“ Die sind nett diese Damen, keine Frage, aber ich tu denen von Herzen leid! :)

  11. Jinlys Says:

    Ohja, da kann ich sehr gut nachfühlen!

    Ich habe irgendwann selbst einmal einen Artikel dazu geschrieben. Dass ich ständig doof angeguckt werde, mir einen dummen Spruch nach dem anderen fange, wenn ich erzähle, dass ich mir fünf Kinder wünsche. Waaas? Das kann doch nicht Dein Ernst sein?!

    Ja, wieso denn nicht? Ich stelle es mir anstrengend, aber eben auch unheimlich schön vor.

    Jetzt bekommen wir das zweite, und wenn wir sehen, es klappt nicht, dann müssen es auch nicht auf Biegen und Brechen fünfe werden. Aber ich bin eigentlich zuversichtlich.

    Es ist so schade… mit mehr als drei Kindern ist man gleich als irgendwie asozial verschrien. Als wären das alles Unfälle gewesen, oder als würde man allen Ernstes Kinder bekommen, einzig um das Kindergeld abzusahnen.

    Letztens war bei Wer wird Millionär ein Chefarzt als Kandidat mit sieben Kindern. (Und ja, alle von der gleichen Frau, auf Nachfrage.) Da war das ganze Publikum verwirrt, denn ein Chefarzt braucht doch wohl sicher nicht das ganze Kindergeld? Ja wieso zum Henker hat er dann sieben Kinder?

    Alles Liebe wünsch ich Dir, lass Dich nicht ärgern von den ganzen doofen Blicken und Sprüchen. (Ich denke mir dann immer: Ach, im Alter werde ich da sitzen, unglaublich glücklich mit einer ganzen Schar Enkel, und ihr werdet alleine in Eurer kargen Wohnung hocken.)

  12. Ines Says:

    Es fehlt die Normalität, die Normalität Kinder zu haben, mehr als nur eins oder 2. Als Geologenkind2 kam hieß es „Naja da könnt ihr ja jetzt aufhören, habt ja von beiden etwas“ – Warum? Warum muß man einen Jungen und ein Mädchen haben um glücklich zu sein? Ich hätte auch gern mehr Kinder, aber dann kann ich mich komplett von meinem Beruf verabschieden, es ist jetzt schon kompliziert, leider. Es ist leider nicht normal Kinder zu haben, schon gar nicht so viel. Und die alten Damen die dich mitleidig angucken mit dem Kommentar „Aber da wissen….“ die sind wissend, würde ich denken. (Ach das ist so ein Thema da schreibt man gern Romane dazu – ich laß es einfach und folge mal den link ;-))

  13. Definition: Grossfamilie « Madame Butterfly & Freund Blase & Erna Zackenschwert Says:

    […] gesagt: Es ist ganz einfach, eigentlich, nur ein bisschen mehr von allem. von → Der Lauf der Welt, Glück ist…, In mir ← Töpfchentraining mit Katze […]