Selbstgespräche

Stehe vor meinem Kühlschrank, den ich heute kurz auswischte und frage mich, warum mein
Kühlschrank so verdammt aufgeräumt aussieht, alles mögliche so aufgeräumt ist, aber ich
nicht. Ich bin nicht aufgeräumt. Im Moment bin ich zerstreut. Wie mein Sekretär. Der sieht
aus… Alles was nicht zugeordnet werden kann, alles was erst irgendwo hinsortiert oder
abgeheftet werden muss, landet erst einmal dort. Er fundiert als Zwischenlager.
Nur wenn einer kommt, mach ich die Klappe lieber zu und alles ist fein und sieht nett aus. Nur
darf niemand ne Schere, Klebeband oder gar einen Stift suchen, solange der Besuch da ist,
denn erst fällt einem alles entgegen und dann geht die Klappe nicht mehr so richtig zu…

5 Responses to “Selbstgespräche”

  1. 5kidsmami Says:

    Wie ähnlich wir uns mal wieder sind! Ich hab auch so ein Zwischenlager. Wehe einer macht den Schrank auf, wenn Besuch da ist, dann wirds peinlich. Obwohl ich das Lager „hasse“, den als Sekretärin kann ich dieses Chaos nicht leiden, wenn ich was suche, grrrrrrrrr!

  2. GZi Says:

    Ich erkenne mich wieder… nur dass der Kühlschrank auch nicht aufgeräumt ist…. Es sollte sich (schon länger) etwas ändern… aber der Anfang ist schwer…

  3. quattro-mum Says:

    Metapher…?!
    Ich lese hier jeden Tag sehr gerne, weil es mir oft so vorkommt, als ob du ein Spiegel zu mir wärst. Aber ich weiß nicht, was dich gerade allgemein so traurig macht. Ich kann nur vermuten.
    Ist es das, dass es nicht klappt, schwanger zu werden? Ich denke es ist quatsch zu sagen: „du hast doch vier, sei froh über die, die da sind“ wenn man sich aber ein fünftes wünscht. Wir versuchen es zur Zeit auch wieder, und auch bei uns hat es noch nicht geklappt. Aber mich belastet es (noch) nicht so sehr wie dich.
    Helfen dir solche Abende wie vor ein paar Tagen mit deinem Mann nicht, neue Kraft zu schöpfen? Oder vielleicht nimmst du dir einfach mal Zeit für dich, für etwas was dich ausfüllt. Etwas was du vielleicht schon länger gerne mal machen wolltest, aber für was im normalen Alltag die Zeit fehlt?
    Ich hoffe und wünsche dir von Herzen, dass es dir bald besser geht mit dir Selbst.
    Ganz liebe Grüße

  4. kassiopeia Says:

    @GZi: Ich bin einfach zerstreut. Und unheimlich empfindsam im Moment. Und das beginnt bei mir, genau. Und ich weiß nicht… wo ich genau anpacken soll.

    @quattro-mum: Ihr wollt auch noch ein Kind? TOLL!
    Ich bin nicht recht traurig. Oder vielleicht doch? Ich bin zerstreut und super empfindsam. Ich bin oft neidisch, so richtig grün vor Neid und sehe Gespenster, fühl mich nicht genug verstanden und „geliebt“ und bin generell einfach durch den Wind, rastlos. Hab im Kopf tausend Pläne und weiß nicht, wohin zuerst. Vielleicht ist es schon der Kinderwunsch und ja es tut unheimlich gut mal nicht diesen ganzen Scheiß zu hören, wir hätten ja schon vier, oder all die anderen zauberhaften Sätze, die man so hört und die bestimmt gut gemeint sind.
    Der Abend tat unheimlich gut, aber es sind a) zu wenig und b) fehlt mir hauptsächlich Zeit mit mir, Raum für meine Spinnereien. Ich sortier mich neu. Wo mit vieren meine Prioriäten sind. Ich hatte das bisher nach jedem Kind- dieses mich selbst neu sortieren, aber eigentlich immer viel, viel eher. Mit einem Jahr ist schon sauspät.
    Mir fehlt meine Mitte. Und das frisst mich auf. Ich horche in mich und verstehe es noch nicht.

  5. die_schottin Says:

    Geht es uns nicht allen so? Ich habe auch so einen Schrank. Da liegt auch diese olle Verwaltungspost drin, der zwar geöffnet, aber nur alle paar Monate sortiert wird. Ich hasse Ablage, schon im Büro, aber da wurde ich wenigstens dafür bezahlt. Und diese Unaufgeräumtheit bei Dir selbst, so ganz tief drinnen, das wird schon. Hab etwas Geduld!