Blogxperiment

Hier und da Thema im Moment: die Kommentarfunktion in Blogs. Neph hat einen schönen Beitrag
geschrieben, den man auch kommentieren kann. Da steht bei ihr „Kommentare sind die Sonne der
Blogs“. Darüber dachte ich in den letzten Tagen nach, zugebenen etwas zynisch: Klar, dachte ich.
Wenn man auch annehmen kann, dass die Sonne einem das Gesicht wegbrennt oder man ne Allergie
bekommt. Ich dachte an meine geliebten Rosen im Garten, die während des Sommers verbrannten,
weil die Sonne so sehr drauf knallte. Was im Umkehrschluss auf gar keinen Fall heißt, dass mir
die Kommentare so die Tür einrennen. Ich dachte einfach nur an den Vergleich, dass Sonne im Herbst
einem so das Herz erwärmen kann, aber im heißesten Sommer einem eben auch auch die Luft nehmen
und auf den Kreislauf schlagen kann.
Blogs wurden geschlossen, einfach weil man keine Lust mehr hatte sich Fremden zu präsentieren.
Mir macht das Bloggen noch Spaß. Aber nicht täglich. Und das schon länger. Ich will etwas ändern.
Und so richtig, weiß ich noch nicht was. Aber es kann nicht sein, dass etwas das Spaß macht so
dermaßen umschlägt, dass man schläft schlecht, am PC sitzt und Mails schreibt, während das
Kind gern spielen möchte und es womöglich noch anblafft, obwohl man jemand anderen mal kräftig
zu Sau machen will oder anstatt gemütlich auf der Couch zu sitzen, dreimal überlegt und zwei
Stunden an einer Antwort sitzt um dann doch wieder nur missverstanden zu werden. Ein
Wochenende verkommt, zu einem Internet-Erklärwettbewerb.
Wird das geschriebene Wort überbewertet? Ist es einfach nur nicht ausreichend genutzt, dass das
immer zu passiert und man missverstanden wird oder gibt es diese Schablonen wirklich?
Ich weiß wer ich bin, aber wen lesen hier andere? Passt das überein? Ich möchte wie gesagt,
weder neu anfangen noch aufhören. Ich möchte auch nicht das Bloggen neu erfinden. Aber ich
teste jetzt mal was:

30 Tage ohne Kommentare.

Einfach weil ich keine Meinung dazu habe, ob mich die abgeschaltene Kommentarfunktion jetzt
überhaupt juckt.
Und ich werde darüber schreiben, wie das so ist, sich das anfühlt für jemanden, der beinah
5 Jahre alles diskutierte. Ich stelle mir folgende Fragen: Verändert sich meine eigene Schreibe
ohne Kommentare? Werde ich mich freier fühlen? Und mich mehr trauen mich unbeliebt zu
machen? Würde ich überhaupt irgendetwas anders schreiben? Oder bin ich nicht so oder so
wie ich bin und schreibe genauso wie ich denke, weil ich mir ja im Alltag genauso Gedanken
mache, welche Worte ich wähle, wenn mir jemand gegenüber sitzt? Schreibe ich bewusst
Einträge nicht aus Lustlosigkeit auf die Reaktionen? Verpass ich überhaupt was? Oder lesen viel
zu viele still und heimlich das Blog und es fällt nicht mal auf, ob Kommentare fehlen? Oder werde
ich anfangen mich zu langweilen, weil ich hier quasi allein bin?
Fakt ist, die Kommentare nehmen ab. Es gibt so Beiträge die sind unerwartet Magneten für eine
Schar Kommentatoren und wieder andere werden überraschend leise überlesen. Ich bin auch
nicht dumm, es gibt andere unzählige Möglichkeiten als Leser seine Meinung kund zu tun.

Aber jetzt auf ins Abenteuer… Tag 1 hat schon begonnen.

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