Ich könnte…

wieder gehen. Wieder eine Pause machen. Und eigentlich ging es mir
in der Pause irgendwann gut. Vielleicht würde das wieder helfen.
Eine Pause. Oder ich könnte täglich einfach weiterhin ganz viel Luft
holen, das wichtige weglassen und weiterhin nur das schreiben, was
schönes passiert, weil es schließlich das ist, was am Ende zählt.

Das schönste, was ich in den letzten zwei Wochen gehört habe war von
einer lieben Frau: „Es ist schön, dass es dich gibt.“ Diesen Satz
werd ich nie vergessen.

Und genau diese Frau sagte gestern in der Spielgruppe, „Ich bin
nicht immer so.“, dabei war einfach nur alles wuselig. Ich hab sie
nur gedrückt. Weil ich sie in dem Moment auch so gut verstehen konnte.

Ich bin nämlich auch nicht immer so.

Ich war soweit. Schon vor dem Urlaub. Aber es war keine Zeit zum
zurück kommen. Dann war der Urlaub und der war so unendlich schön,
dass ich keine Lust hatte zurück zu kommen. Dann wollte ich nicht
zurück kommen, nur weil ich wieder schwanger bin. Und dann war es zu
spät um überhaupt noch jemanden zu sagen, dass ich schwanger war.
Jeden Tag hatte ich dokumentiert und dann war es einfach zu spät um
noch mit jemanden Freude zu teilen.
Ich dachte, ich würde das schon schaffen. Keine große Sache. Aber das
ist es. Es ist eine große Sache. Und ich leide. Es tut weh. So sehr.
Und ich komme auch nicht zur Ruhe. Die Ergebnisse der
Blutuntersuchungen stehen noch aus und mein Körper signalisiert mir
auch mit allem, was er hat, das nicht alles in Ordnung ist.

Dennoch fällt es mir schwer, hier überhaupt noch darüber zu schreiben
oder anderswo wie es mir geht. Aus Angst, dass es ein Selbstläufer wird
und ich über nichts anderes mehr schreibe und den Blick für das schöne
verliere und auch ja aus Angst, dass die Menschen es nicht mehr hören
können. Aber was soll ich dann tun? Es ist kein blöder Film, den ich da
schaue und über den ich rede, es ist mein Leben im Moment. Und so wie
es wunderschöne Momente gibt, mit einem ersten Schulfest, der ersten
gebastelten Schultüte und dem Aussuchender Klamotten für den großen
Tag, netten Nachmittagen und Abenden mit Freundinnen und dann
trotzdem liege ich abends im Bett und möchte meine Fingernägel in mein
Handgelenk bohren, um mich davon abzulenken, von den Erinnerungen aus
den vergangenen Monaten, die mich nicht loslassen. Aber das darf ich
auch nicht.

Ich weiß auch, tief drinnen, dass ich nicht aufgegeben habe, ich fahre
täglich Bus, ich kümmere mich um mich selbst, wo es geht. Aber es ist
so zwischendrin. Ich fühl mich nicht ausbalanciert. Und weil ich das
aber sein will, frustriert es nur noch mehr das es einfach nicht
gelingen mag. Ich brauch eigentlich Zeit, aber die im Alltag finden,
ist gar nicht so einfach. Alles dauert einfach länger, hab ich das
Gefühl.

Aber ich habe Ideen. Und noch andere Wünsche. Und manchmal macht es
sogar Spaß wild in die Zukunft zu planen. Und am Ende weiß ich auch,
wie verzweifelt wir schon in der Vergangenheit waren, was wir alles
zusammen durch gemacht haben allein in den Schwangerschaften der
Kinder, die bei uns sind. Trotzdem haben wir es irgendwann geschafft
mit dem erlebten zu Leben. Wir haben die Blutungen, vorzeitigen
Wehen, das viele Fruchtwasser, die Feindiagnostik, die Neo-Intensiv,
zwei OPs, Fahrten mit dem Krankenwagen, all die Sorgen, die Tränen
irgendwann los lassen können.

Aber dafür braucht es so verdammt viel Zeit, Nähe und Verständnis.
Aber die Trauer um verlorene Kinder einfach los zulassen ist verdammt
schwer, weil man das Gefühl hat, sich so noch weiter von ihnen zu
entfernen, zumindest empfinde ich das so im Moment.

46 Responses to “Ich könnte…”

  1. Marion Says:

    Hallo! Ich kann schon irgendwie verstehen, dass es Dir geht, wie es Dir eben zu gehen scheint …aber…
    Du machst hier sehr intime Geständnisse Deines Gefühlsleben und ich fasse das nun mal als „Ansporn an die Allgemeinheit“ auf, mal was dazu zu schreiben.
    Du hast keine Kinder verloren, Kinder, die Du auf dem Arm hattest, mit denen Du gelacht, geweint, Nächte durchgemacht hast, deren Leuchten in den Augen Du kennst, deren Duft Du eingesogen hast, deren Haar Du gestreichelt hast. Du hast eine Hoffnung darauf verloren, Deine Sehnsucht danach wurde nicht erfüllt… in Deinem Körper ist etwas passiert, was mit diesem Kind in Dir wenig zu tun hatte. Ein biologischer Vorgang wurde abgebrochen, weil irgendwas nicht stimmte…aber ein Kind verloren, wie oben beschrieben, hast Du zum Glück nicht.
    Natürlich ist es dennoch schlimm…man wünscht sich ein Baby. So sehr.
    Aber vielleicht kann es Dir gelingen, nach vorn zu sehen und nicht immer nach hinten, zum Verlust hin. Denn das, was Du hast, ist da. Jeden Tag. Und mehr war da noch nie. Ausser der Hoffnung und Deiner Sehnsucht und Deiner Vorstellung wie es sein könnte.
    Ich „kenne“ Dich mittlerweile so weit, dass ich mir denken kann, dass Du meinen Beitrag als Angriff auffassen könntest. So ist es nicht gemeint. Eher als Wachrütteln…
    Du steckst in einer gefährlichen Abwärtsspirale…

  2. kassiopeia Says:

    Ein schönes Wort. Zu gehen „scheint“. „Aber“?! Wenn Sie mich kennen (?) würden, wüssten Sie wie wenig hilfreich diese Worte sind.
    Das sind hier keine intimen Geständnisse, das ist ein Teil meines Leben im Moment. Intim? Intim sind ganz andere Sachen.
    Woher wissen Sie wie es sich anfühlt? Haben Sie selber Kinder als biologischen Vorgang gehen lassen müssen und denken nun
    Sie hätten den ultimativen Weg gefunden andere betroffene Frauen mir Worten zu heilen? Wenn ja, bei mir wirkt das nicht. Tut mir
    leid. Wenn Sie das so selber empfinden, ist das großartig. Aber ich habe in den vergangenen Monaten ein Stück von mir gehen lassen,
    vor allem mit einem Kind, dass schon 12 Wochen alt war. Ich liebte diese Kinder, mein Mann auch, ob Sie das nun verstehen oder nicht,
    es ändert rein gar nichts an dieser Tatsache und es tut mir leid, es ändert auch nichts an Stein auf dem Friedhof und was all das mit
    unserer Familie gemacht hat.
    Wenn Sie mich kennen würden, wüssten Sie, dass ich das nicht als Angriff werte, und Sie hier die arme Frau sind, die nur missverstanden
    wird, sondern wenn Sie sich wirklich Gedanken darüber gemacht hätten, mit welchen Worten Sie helfen könnten, hätten Sie nicht
    noch mit Worten in Wunden gebohrt. Abwärtsspirale? Weil ich mich mit meinem Kummer auseinander setze, einem Kummer, der vier
    Wochen alt ist. Gehts noch? Haben Sie wirklich eine Ahnung wie das ist? Immer wieder, drei mal hinter einander in 6 Monaten drei Kinder
    zu verlieren, aber natürlich nicht, denn Sei sehen ja da keine Kinder. Kaum hatte ich mich erholt, kam der nächste Rückschlag. Das ich
    jeden Morgen aufstehe ist ein kleines Wunder. Ich hätte jedes Recht der Welt zusammen zu brechen.
    Wenn Sie mich kennen würden, wüssten Sie verdammt noch eines, was ich hier täglich leiste. Es ist anmaßend und herablassend mir zu
    sagen, ich wüsste mein Glück nicht zu schätzen (Ich müsste ja nur mal gescheit hinschauen) und im übrigen ist das so, als würde ich einem
    Menschen nach dem Verlust der Mutter sagen, es wäre ja nicht schlimm, schließlich gäbe es noch den Vater.
    Ich brauche nicht wachgerüttelt werden. Aber wissen Sie was das mit mir macht? Das ich mich weiter nach innen kehre, weil Sie
    vermutlich nicht die einzige sind, die mich wachrütteln will. Weil so viele Menschen so gut Bescheid wissen. Was das mit mir macht? Das
    große Bedürfnis auslösen mein Blog zu löschen, weil überall Belehrung ist, es besser zu machen. Sogar in Trauer. Unglaublich.
    Ich bin in Trauer, möchten Sie mir das absprechen? Wenn Sie das hier stört zu lesen, dann gehen Sie einfach. Sie sind nicht gezwungen,
    dass hier alles zu lesen.
    Es ist als würde man Ihnen alle vermeidlichen Fehler aufzeigen vor aller Welt, und Sie auch noch mit der Nase reinstoßen: „Guck nur, wie
    du gerade versagst. Reiß dich zusammen. Mach das besser!“ Das nennen Sie wachrütteln? Wäre es nicht viel schöner, zu sehen, zu
    fühlen und erspüren, was ich hier gerade tue und leiste? Ein(!) scheiß Minibeitrag, in dem ich mich traue mich zu öffnen und schon so kluge,
    gut gemeinte Ratschläge.

    Und wenn Sie sich jetzt bestätigt fühlen müssen in ihrer Angriffstheorie, nur zu. Ich habe natürlich in der Trauer nicht nur mein Recht verloren
    im Recht zu sein, sondern auch meine andere Meinung kund zu tun. Wenn Sie mich nur wirklich kennen würden, wüssten Sie, dass
    das hier absolut unnötig war.

    Ich habe das nicht geschrieben, weil ich wollte, dass man mir Tipps gibt, egal wie gern man mich mag (mochte), sondern weil ich möglichst
    authentisch weiter bloggen will. Zwischen all dem Alltag ist auch Raum für das Verlorene.

  3. Julia Says:

    Ich bewundere Ihre Stärke und diese Beständigkeit,die sie trotz allem immernoch ausstrahlen.
    Natürlich ist es sehr schlimm, 3 Kinder hintereinander zu verlieren und ich denke nicht,dass das nur ein biologischer Vorgang war,denn sowie man weiß,da ist ein neues Lebewesen auf dem Weg zu uns,da freut man sich doch und liebt es jeden Tag ein Stückchen mehr!
    Keiner,der das selbt erlebt hat,kann sich glaube ich vorstellen,wie schrecklich das ist und ich finde,dass niemand,der das nicht auch mitgemacht hat, darüber urteilen darf!
    Nehmen Sie sich solches Gerede nicht zu Herzen. Auch wenn es schwer ist,aber irgendwie müssen Sie sich ja wieder zu sich selbst finden..
    Und keine Sorge,ich kann ja nur für mich persönlich sprechen,aber genervt bin ich von Ihnen und ihren Posts nich lange nicht,denn wie Sie schon gesagt haben: Das ist im Moment ihr Leben. Und wen das nervt,der muss ja hier nicht mitlesen!
    Liebe Grüße und viel Kraft,
    Julia

  4. kassiopeia Says:

    Nur ganz kurz, weil wir auf dem Weg zum Spielplatz sind: Einfach Danke!

    Und klar wird es auch Frauen geben, die solche Verluste so verarbeiten. Das spreche ich auch keiner Frau ab. Im Himmels Willen. Nicht jeder Mensch, muss darunter leiden. Aber das heißt eben leider auch(!) nicht, dass jede Frau/jeder Mensch es so „gelassen“ nimmt, nehmen kann. Für mich ist es eine einschneidene Zeit in meinem Leben. Für mich. Und genau, es ist mein Blog. Meine Gefühle.

    Es tut gut, dass mich jemand versteht und meinen Unmut bei genau solchen Sätzen.

  5. Julia Says:

    Freut mich, dass ich dir was Gutes tun konnte ;)

  6. Katrin Says:

    nur ganz kurz, weil ich ganz entsetzt bin über das, was Ihnen so alles im Alltag – oder besser im Blog „begegnet“.

    Sie haben Kinder verloren, aber Hallo, was denn bitte sonst? Daran gibt es keinen Zweifel. So.

    Und nun noch:
    Suchen Sie bitte weiter nach ihrem Weg, mit dem Leben umzugehen. Sie werden ihn gewiss finden. Mit Trauer, Glück, Verlust, Angst umzugehen, dafür gibt es keine Rezepte. Nur vielleicht Anregungen, bei denen man GANZ PERSÖNLICH für sich abwägen muss, ob dies oder das ein machbarer und passender Weg zu sein scheint oder eben nicht. Freuen sie sich, ärgern sie sich, empören sie sich, schreien sie, freuen sie ishc, lachen sie… tun sie einfach das, was sie tun oder probieren wollen und wonach ihnen ist, das steht ihnen zu!!!!!… auf der Suche nach einer Möglichkeit des „Umgangs“ mit all dem Schlimmen, was Ihrer kleinen-großen Familie widerfahren ist. Bleiben Sie authentisch und lassen Sie sich nicht entmutigen – letzteres geschieht schon häufig genug von ganz allein. Und wenn sie meine Zeilen nun als blöd/ doof/ unpassend als störend empfinden, dann ist auch das Ihr Weg damit umzugehen. – Ih hoffe aber, nicht missverstanden zu werden, aber mit geschriebenem Wort ist das ja manchmal so eine Sache. Ich möchte nur, dass Sie sich nicht entmutigen lassen, hier zu sein, weil sie sich hier – in ihrem kleinen Blog-Zuhause – wohlfühlen sollen!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Herzliche Grüße … nun wurde es doch etwas mehr!

    Wer hier genervt sein sollte, der kann doch ruhig weiterklicken… ich bin es nicht – im Gegenteil.

    Und noch etwas: ich war häufig sehr dankbar für Ihre Zeilen. Haben sie doch mein Herz berührt und mir vieles gezeigt….. DANKE!

    Katrin

  7. Wolfram Says:

    Ich lese ja meist still mit und mache mir nur meine Gedanken.
    Aber jetzt habe ich das Gefühl, ich muß was schreiben. Und das ist insofern paradox, als ich mir in gewisser Weise damit widerspreche.

    Es war verd***t viel in den letzten Monaten. Mehr, als ein Mensch ertragen kann.
    Was ich herauslese aus deinen letzten Beiträgen, ist etwa dies: du versuchst, dich dem Schmerz, der Trauer zu stellen, du willst aber auch die Gegenwart, die Lebendigen um dich herum, deine Kinder und deinen Mann und einige andere Menschen, nicht vergessen, nicht verdrängen. Du möchtest beidem gerecht werden und fürchtest je die anderen zu vernachlässigen…
    Ich kann mir vorstellen, daß es dir gut täte, wenn dir jemand dabei hilft, dieses Gleichgewicht zu finden. Es ist nicht immer das gleiche, es wechselt je nach Situation, manchmal hat dieses Vorrang und manchmal jenes. Aber du brauchst ein Gleichgewicht, um leben zu können.

    Jemanden zu haben, den du regelmäßig triffst, von dem du weißt: mit dieser Person kann ich besprechen, was mir zuviel ist, wo ich nicht klarkomme – ich glaube, das täte dir jetzt gut. Vielleicht ist das Blog jetzt auch nicht mehr der richtige Ort, um über deine Trauer zu sprechen. Blogger und Blogleser sind liebe Leute, aber nur selten wirklich Lebensbegleiter. Dafür sine sie zu weit weg. Und haben doch oft nicht den nötigen Abstand beim Lesen, um den Überblick zu gewinnen. Und das Blog ist so immer da, da kannst du zu jeder Tages- und Nachtzeit was reinschreiben und bist fast sicher, eine Reaktion zu bekommen… hast aber andererseits auch keine festen Zeiten, auf die du zugehen kannst. Und das hilft nicht, Struktur wiederzufinden.
    Versteh mich recht, du schreibst in dein Blog, was du willst. Und wir Leser lesen, was wir wollen. Das ist das Prinzip Blog. Es erscheint mir nur grad für dich nicht hilfreich, das Blog zur Lebenshilfe zu bemühen.

    Und mit dem, was ich geschrieben habe, machst du, was du willst. Es ist dein Leben, und ich habe mich ungefragt geäußert. Aber selbst die Menschen, die zu mir kommen und Rat suchen, müssen am Ende selbst entscheiden, welchen Weg sie gehen. Das kann ihnen niemand abnehmen. Ich kann nur sagen, „guck mal, da ist ein Weg, hast du den schon gesehen? Vielleicht ist der ja was für dich.“ Und bei Menschen, die ich konkret vor Augen habe, kann ich sagen, „ich geh auch ein Stück mit“. Mit dir kann ich das nicht, denn ich bin für dich nur eine IP-Adresse mit einem Namen und einem Avatar. Als Wegbegleiter braucht man aber richtige Menschen aus Fleisch und Blut mit Augen und Ohren und Händen.

  8. Anja Says:

    Ich kann Ihre Gedanken gut nachvollziehen und glaube, dass Sie auf dem, für Sie, richtigen Weg sind. Von wegen Abwärtsspirale! Sie setzen sich mit sich und Ihrer Trauer auseinander. Wer sind wir, darüber zu urteilen auf welche Weise Sie Ihr Leben meistern? Ich empfinde Sie als starke Frau und wünsche Ihnen viel Kraft besonders für die nächste Zeit! In Gedanken bin ich oft bei Ihnen und Ihrer Familie. Herzliche Grüäss, anja

  9. mona Says:

    auch ich muss mich jetzt einfach äußern. natürlich sind es drei kinder, die du verloren hast. was denn sonst? manchmal sollte man einfach schweigen, wenn man nichts weiter zu sagen hat als dinge, die dem betreffenden so gar nicht helfen. abwärtsspirale? schwachsinn!!!
    ich habe ein kind in der 11. woche verloren und mag mir nicht ausmalen, wie es mir mit drei solchen verlusten gehen würde…
    herzliche grüße
    mona

  10. Marion Says:

    Schade, dass Du mich mißverstehst.
    (Komisch immer diese Diskussion, dass man gefälligst die Klappe zu halten hat, wenn man nicht der gleichen Meinung ist, wie der Schreiber und die Anhänger. „Dann geh doch woanders lesen“. Hm…öffentliches Blog.)

  11. kassiopeia Says:

    @Katrin: Mich haben die Worte wirklich sehr bewegt. Sehr. Da gibt es gar nichts misszuverstehen.
    Genau das meine ich, es gibt keinen Weg für alle. Für nix.

    @Wolfram: Du hast recht. Und ich warte jetzt schon eine lange Zeit auf so eine Person. Aber wenn ich nicht darüber schreibe, heißt es eben auch nicht, dass ich nicht an so was denke und insofern hast du recht. Es ist immer nur ein kurzer Blick vom Leser auf den Menschen im Blog und ein Blickwinkel pro Leser. Egal wofür. Ich wollte mit meinen Kommentarzeilen auch niemanden verletzen, im Gegenteil ich wollte mir nur Frust von der Seele schreiben. Aber das Unverständnis scheint noch immer genauso groß. Zurück zu deiner Idee. Bis dahin, bis so jemand da ist, muss ich meinen Balance allein finden. Und ja das ist gar nicht so einfach. Aber das Blog, ist nicht nur für die Unterhaltung Dritter. Mir bedeutet mein Blog unheimlich viel. Ich lese so gerne selber zurück. Es ist ein Stück lebendige Erinnerung. Schönes wie Trauriges. Mit und ohne Kommentare. Auch wenn letztere einen auch verändern und bewegen (können). Deswegen ist beides hier, Freud und Leid und weil ich keine Kraft hatte von dem genau du schreibst, war hier auch gerade 2 Monate Sendepause. Ich hätte nicht damit umgehen können. Ich war einfach so wie ein Fähnchen im Wind. Ja, also alles hat eine Grenze.

    @Anja: Das ist lieb. Wie gesagt ich wollte hier niemanden an den Pranger stellen, aber selber dastehen muss ich auch nicht. Für alle gibt es eine Grenze. Und die hab ich gesteckt. Hoff ich.

    @mona: Danke dir. Es muss einfach nicht so sein, ich weiß das schon. Es gibt Frauen, die gucken dann einfach nach Vorne. Und das ist okay. Das tue ich ja auch. Aber es dauert eben länger und ich mach das auf meine Weise.

    @Marion: Ich glaube nicht, dass es der richtige Ort und vor allem der richtige Zeitpunkt ist für diese ausgelutschte Diskussion. Und ich glaube es gibt im Netz genügend Antworten von Bloggern für solche meiner Meinung nach (dreisten) Aussagen von Blog-Lesern/Konsumenten, es sei ja immerhin ein öffentlicher Raum. Immerhin bin ich ein Mensch hier vor Ihnen! Das sollten Sie nicht vergessen und wenn ich mir für Sie die Zeit nehme Ihnen zu antworten, wäre es schön, wenn Sie sich mit meinen Worten auch ernsthaft auseinander setzen würden, anstatt auf ihr Recht zu Verletzen bestehen würden und genau das haben Sie getan, mich verletzt- auch wenn es nicht Ihre Absicht war. Und genau darauf habe ich geantwortet. Wo bleibt da mein Recht auf eine andere Meinung? Ich habe Ihre ja schließlich frei geschalten und Ihnen die Möglichkeit gegeben mit mir zu sprechen. (Ich bin auch nur ein Mensch und wenn mir danach ist zu fluchen ist das mein gutes Recht als normaler Durchschnittsmensch. Muss ja nicht immer alles buchdruckreif sein.)

    Und ja es tut mir leid, ich weiß nicht, was es an Ihrer Aussage misszuverstehen gibt, sonst geben Sie sich einen Ruck und versuchen es noch mal. Aber ich sehe hier ganz einfach zwei Meinungen. Sie sind der Meinung es war zwar schlimm, aber kein richtiges Leben. Punkt. Ich bin da anderer Meinung. Dritte/andere Leser auch. Und wenn Ihnen nicht gefällt, dass man nicht Ihrer Meinung ist, dann dürfen Sie genauso wenig hier schreiben, wie Sie mir letztendlich absprechen hier von Ihren Worten betroffen zu sein, weil mein Blog ja „öffentlich“ ist. Das ist hier nicht nur ein Blog. Irgendein Roman. Sondern hier gehts um mich. Ich bin hier. Ich bin echt.

    By the way sehe ich hier nicht ausschließlich nur „Anhänger“ schließlich sind Sie auch noch hier oder?

    Zu guter Letzt. Ich würde nie zu einer Frau sagen, sie wäre kalt und herzlos und hätte das Kind sowieso nicht verdient gehabt, nur weil sie anders als ich mit einer Fehlgeburt umgeht und nicht so trauert wie ich. Warum dann muss ich mich damit auseinander setzen und bin hier vielleicht sogar in Ihren Augen ein unbelehrbarer trauernder Sturkopf, weil ich mir mein Recht erschreibe, traurig sein zu dürfen und das auch öffentlich?

    Und zu Ihrem Unverständis, zum Thema Diskussionskiller. Es gibt da Unterschiede. Ob man seine Meinung kund tut und wüst beschimpft wird. Was Sie nicht werden. Man versteht Sie nur nicht, ist nicht Ihrer Meinung. Und angehalten wird dann noch einfach den Mund zu halten. Das hat doch niemand gemacht? Ich habe Ihnen nur gesagt, dass Ihr Wohlwollen nicht ankam.
    Und an zweiter Stelle gibt es Leser, die gewollt irgendwo hingehen nur um anderer Meinung zu sein und sich aufzuregen. Ja und zu denen sagt man zu recht, warum nur tust du das an? Hast du zuviel freie Zeit. Ist ja blöd. Irgendwie nur Blogs zu kommentieren um sich mit anderen zu streiten. Aber das hat Ihnen ja niemand unterstellt oder?

    Was ich Ihnen ans Herz legte, ist nur schlicht realistisch. Wenn Sie mir dabei im Moment nicht zusehen können und ich Ihnen auf den Keks gehe am Ende, verstehe ich dann(!) in dem Moment nicht, warum Sie dann noch hier lesen sollten, um Ihrer selbst willen. Kriegt man ja Herzprobleme auf Dauer. So geht es mir zumindest und ich lese dann an solchen Orten nicht mehr, wenn auch temporär. Nur mal so als kurze Erklärung.

  12. Anja Says:

    Ich will mich da jetzt gar nicht groß in die Diskussion reinhängen (vor allem weil ich finde, daß es da eigentlich nicht zu „diskutieren“ gibt). Du schreibst ein Blog, und so wie ich das verstehe, ist das eine Art Tagebuch zu schreiben, Gedanken zu ordnen, festzuhalten, loszuwerden. Ob nun gut oder schlecht, fröhlich oder traurig. Manche Gedanken bekommt man eben erst zu greifen, wenn sie schwarz auf weiß vor einem stehen, manchen Wust kann man nur so sortieren, später wieder aufgreifen oder ablegen, weil erledigt. Und die Öffentlichkeit des Blogs hilft dabei, sich wirklich mit den Gedanken auseinanderzusetzen, weil man sie eben so formulieren muß/möchte, daß auch andere sie verstehen (im Gegensatz zum normalen Tagebuch, wo man vielleicht nicht so ins Detail geht – nach dem Motto: Ich kenne mich ja und weiß wie ich das meine) – zumindest geht es mir so.
    Ich denke, das sollte man sich als Blogleser immer wieder bewußt machen – daß man in einem Tagebuch liest, auch wenn es öffentlich ist. Und mit ein bißchen Empathie merkt man sicher auch, wann ein bestimmter Kommentar/die eigene Meinung dem Schreiber hilft, und wann er wahrscheinlich einfach nur verletzt. Sich überlegen, ob man das auch tun würde, wenn es ein guter Freund erzählt hätte. Finde ich.

  13. Frische Brise Says:

    Einfach mal ein dickes ❤ für Dich!

  14. Nathalie Says:

    Hm,
    also ich denke, dass niemand der nicht selbst einmal in einer ähnlichen Situation war, nachempfinden kann was du fühlst.
    Ich habe selbst zwei Kinder verloren, habe auch getrauert, gewütet, geweint, war zornig und verzweifelt, habe verdrängt und zugelassen, gekämpft und am Ende glücklicherweise auch gewonnen. Glücklicherweise, ich bin sehr dankbar dafür, weil ich weiss dass mein Glück nicht selbstverständlich ist… Erst die Geburt meiner ersten Tochter hat auf eine gewisse Weise wieder etwas in mir gut gemacht, seitdem kann ich traurig sein aber akzeptieren, dass ich da zwei Seelchen gehen lassen musste.
    Jeder geht anders mit so einem Verlust um, manchen hilft es, das Geschehen mit Abstand zu betrachten, es nicht zu nah an sich ranzulassen, es zu verdrängen und es irgendwann ganz tief in irgendeiner Schublade zu vergraben.
    Für mich ist das nichts und ich halte das auch eher für ungesund. Ich denke Dir geht es ähnlich. Du musst da durch, deine Trauer leben, darüber reden/schreiben, es zulassen auch um deinen gegangen Kindern gerecht zu werden! Wer bestimmt über den Wert eines Lebens, sei es noch so neu????
    Fühl dich ganz lieb gedrückt und schreibe soviel du willst, wenn es dir gut tut, ich lese immer gerne bei dir, und es stimmt mich eher traurig nichts von dir zu lesen!!!!

    Nathalie

  15. neph Says:

    Liebe Kassiopeia, ich habe noch immer keine Worte für Deinen Verlust, oder Angst, nicht die richtigen zu finden oder…. ich weiß nicht, jedes Wort von Verständnis und Mitgefühl kommt mir anmaßend vor. Doch ich denke an Dich. Immerzu ein bisschen und ich wünsche Dir von Herzen, dass diese Balance wiederkommt, dass die Zeit die Wunden etwas besänftigt. Wenn das sonst schon nichts kann.

    „Was leidest du denn rum, das tut dir doch nicht gut, das war ja gar nicht schlimm“… ist ein großes narzisstisches Missverständnis, liebe Marion. Denn was gut tut und was schlimm ist, das ist in höchstem Maße subjektiv und Ihre Maßstäbe, Normen und Ansichten sind, wie da oben ja nun wirklich ohne persönliche Anklage stand, nicht dieselben wie die der Frau Kassiopeia.
    Annehmen, entschuldigen und seine eigenen Ansichten, Normen und Maßstäbe für das eigene Leben weitergelten lassen und die fremden eben für die fremden Leben, das würde ICH Ihnen jetzt raten. Das ist nicht nur Toleranz, es ist auch Respekt. Oder wie würden Sie sich fühlen, liebe Marion, wenn man ihre Ansichten von einem nicht-existenten Leben vor der Geburt als krankhaft realitätsfern bezeichnen und sie bekehren und davon heilen möchte? Das wäre doch ganz schön distanzlos und anmaßend, oder?

  16. fishly Says:

    Die Feststellung, dass man mit dem Loslassen der Trauer auch ein Stück den Menschen um den man trauert loslässt, für diese danke ich dir. Danke, dass du das diffuse Gefühl, das ich diesbezüglich hatte auch kennst und auch so gut benennen kannst.
    Du hast meinen ganzen Respekt dafür, wie du diesen täglichen Spagat zwischen Trauer und Leben meisterst, dass du den Blick für die kleinen Dinge des Alltags nicht verlierst und trotz all dieser Belastungen jeden Morgen aus dem Bett kommst. Ich denke zur Zeit viel an dich (auch, wenn ich weiß, dass das dir nicht helfen kann, bei dem was du erlebst)

  17. Frau Federschwarz Says:

    Mir fällt nix ein, was nicht als Angriff gegen Marion gewertet werden könnte. Und meine Mutter hat mir beigebracht: wenn du nichts Nettes zu sagen hast, dann halt den Mund. Ich halte mich beileibe nicht oft an diesen Spruch, aber heute mache ich daraus eine Tugend.

    Liebe Kassiopeia – du weißt, wie ich denke und fühle. Es ist alles bereits gesagt. ♥ (mein Angebot steht *drück*)

  18. Pfarrfrau Says:

    Danke, Frau Federschwarzes!

  19. kiri Says:

    ich möchte was ganz anderes loswerden… du schreibst, du hast wenig zeit für dich, hast pausenlos etwas zu erledigen, einen anstrengenden tag (nacht), wenig geld usw…
    dafür hast du dich doch entschieden ! da musst du jetzt durch !
    was ich zb gar nicht nachvollziehen kann, ist, das bei dem tod eures 2. kindes, dein mann auf seiner seite geschrieben hat, das ihr euch nicht mal die beerdigung leisten könnt, das ihr eure eltern/ grosseltern um finanzielle hilfe bitten wollt…
    warum um himmels willen , wollt ihr dann noch mehr kinder ???????? wenn ihr nicht mal selber für sie sorgen könnt ????!!!!
    mit den jahren werden sie grösser und haben noch mehr bedürfnisse … und könnt ihr euren kindern je 15.000 euro geben wenn sie eure hilfe dann brauchen ????
    denkt ihr eigentlich auch mal an später oder verlässt ihr euch nur auf andere???

    Kiri

  20. Marion Says:

    Mit solch einer Empörung habe ich gar nicht gerechnet. Und nun möchte ich noch folgendes dazu sagen.
    Natürlich steht jedem frei zu trauern, wie er es vermag und es sein muß für den Menschen ganz persönlich. Nun gibt es aber auch in der Trauer unterschiedliche Heftigkeit, mit der man diese durchlebt. Manchen zieht es komplett den Boden unter den Füssen weg, anderen weniger. Aber irgendwann, ganz langsam, finden sie wieder ins Leben zurück. Andere tun das nicht. Sondern bewegen sich weiter in einem Wirbel aus Gedanken, Wut, Traurigkeit, ich weiß nicht was…davor warne ich. Denn es macht einen kaputt und läßt nichts neues zu.
    Auch ich sehe es so, dass da durchaus ein Mensch gehen mußte, auch wenn dieser erst wenige Wochen oder Tage im Bauch gewachsen ist. Anderes habe ich auch nicht behauptet(außer, dass dieses junge Leben durch einen biologischen Vorgang beendet werden kann).
    Das, was wohl mißverstanden wurde ist folgendes: wenn ich ein Kind habe, mit ihm eine Zeit gelebt habe, es kenne, liebe, es zu meinem Leben gehört, und ich verliere dieses Kind…oh mein Gott, ich weiß nicht, wie ich weiter leben könnte, wäre es meins. Ich glaub, ich könnte es nicht und würde in meiner Trauer versinken.
    Aber diese ungeborenen Kinder sind Kinder ohne Gesicht(nicht im negativen Sinne!). Wir haben sie nicht gesehen, angefasst, sie berührt, wurden nicht von Ihnen berührt. Sie streiften unser Dasein für einen kurzen Augenblick. Und alles was daraus erwuchs sind unsere ungelebten Vorstellungen einer Zukunft, zu der es nicht mehr kam. Ich persönlich finde einfach, es macht einen Unterschied, seinen Vorstellungen und Sehnsüchten nachzutrauern, oder einem Menschen, den wir gekannt haben, mit dem wir gelebt haben. Denn an dem Verlust eines geliebten Menschen, der bereits außerhalb des Mutterleibs gelebt hat, der seine Biografie hat, seine Spuren hinterließ, daran kann ich nichts ändern. Man muß es hinnehmen und wie schrecklich kann und muß das sein.
    Aber der Verlust eines Ungeborenen ist für mich etwas anderes…Mit dem Beginn des Lebens, das in mir wächst, wachsen zuallererst meine Gedanken, meine Gefühle als Mutter (und auch die der restlichen Familie)- wie wird es sein, dieses Kind, wird es ein Junge oder MÄdchen, wann wird es geboren usw. Man freut sich darauf, es ist ein Wunschkind, erseht, erwartet, erhofft. Doch dann geht dieses Kind. Und zurück bleibt dieser ganze Gedankenberg aus unseren Köpfen. NIchts davon hat dieses Kind dazu beigetragen als seine schlichte Existenz. Das, was wir betrauern, ist natürlich der Verlust dieses Kindes…aber nicht seine Person als solche. Und DAS ist ein sehr großer Unterschied, der helfen KANN, wenn man es sehen mag. Ich kann es leider nicht anders erklären, hoffe, es war verständlich, wie ich es sehe.
    Kassiopeia, ehrlich, ich wünsche Dir von Herzen, es möge Dir gelingen, mit Deiner Trauer, wie auch immer sie sein mag, umzugehen. Und noch viel mehr wünsche ich Dir, dass Du ohne weitere Verluste leben darfst und hoffentlich bald Dein fünftes Kind in Armen halten wirst.
    Und ihr anderen, die ihr immer so rasch mit Euren Urteilen seid: es geht nunmal jeder anders mit den Dingen des Lebens um. Das mal stehen zu lassen, ohne gleich loszudonnern, hätte auch was mit Respekt zu tun…keiner ist hier besser oder schlechter als der andere. Es geht lediglich um verschiedene Meinungen und Ansichten und auch um verschiedene Wege, mit der Trauer umzugehen.

  21. kassiopeia Says:

    Dir Kiri,

    ich finde es zauberhaft, dass du einen Tag wie heute wählst, um endlich mal zu sagen, was dich bewegt. Und finde es großartig endlich mal einen Leser kennen zu lernen, der wirklich gewissenhaft aufsaugt, was ich schreibe und parallel so beflissen das Blog meines Mannes liest. Und endlich mal jemand, der den Blick für das wirklich wichtige im Leben hat. Danke.

    Danke für diesen Erguss, der mir den Feierabend versüßt. Ein Statement voller Wahrheiten. Stimmt, jetzt wo du es sagst, was beschwere ich mich eigentlich? Ich habe es doch so gewollt. Hättest du mich nicht darauf hingewiesen, hätte ich einfach minütlich weiter gejammert. Unglaublich.Und wenn du das nächste Mal den Bus verpasst, denke daran, nur du hättest das ändern können, warum bist du nicht schneller gelaufen? Es ist natürlich göttliche Auslese, arme Menschen sollten keine Kinder bekommen- du hast so recht. Und wir Eltern hier und unsere vielen Kinder in einem 160qm Haus lassen es von Armut nur so strotzen, wir haben es nicht anders verdient als diese Kinder zu verlieren, denn wer arm ist, sollte doch keine Kinder bekommen. Ja, wann verstehe ich es endlich? Schade auch, dass da deine Fülle an Ausrufezeichen in meinem jämmerlichen Hirn nichts ausrichten können.
    Frechheit oder?
    Wenn du mehr Stoff brauchen solltest für deinen Großfamilienhass, dann schaue dir doch die Doku an „8Kinder und glücklich“ denn stell dir vor, da sind Menschen, die haben sogar noch vier Kinder mehr und sind genauso armseelig wie wir.

    Wenn ich noch wüsste warum ich meinen Kindern 15.000Euro leihen sollte? Und sag mal, das gleichzeitig oder in Etappen, wie malst du dir das aus? Ich kann ja auf so kluge Fragen gar nicht gescheit antworten, wenn ich das nicht weiß, so gänzlich ungebildet und im Vermehrungswahn. Und du hast vergessen mich zu fragen, ob sie finanziell versorgt sind im Falle einer Scheidung oder Tod. Aber ach ja, Mensch so ein Zufall darüber hab ich ja noch nie gebloggt. Schade auch. So ein Mist.

    Weißt du was, beschere mir doch die Ehre und hol noch Freunde von dir her, die mir mal wieder erzählen wie armseelig und hirnlos ich doch bin, dass ich überhaupt keinen richtigen Job habe. Oder noch besser, viel zu jung bin. Oder warte, meine Kinder so dumm sind? Oder warte hässlich?

    Du hast so recht, wir sind so arme Kreaturen und es ist gut, dass es Menschen wie dich gibt, die uns endlich mal darauf hinweisen und uns nicht nur nach dem Mund reden. Ich danke dir!

    Aber es ist großartig, dass du an einem Tag wie heute deine Hilfe so darbietest. Immerhin bitten wir ja ständig Dritte um Hilfe. Soll ich dir meine Kontonummer noch sagen? Wir haben es ja wirklich nicht Dicke. Oder bist du selber gerade blank, weil dein LA Urlaub gerade abgebucht wurde?

    Ohne Menschen wie dich, die einem wirklich mal die wichtigen Fragen stellen, was wäre die Welt da arm. Danke!

  22. neph Says:

    (jetzt habe ich vor lauter lachen gerade auf meinen Monitor gespuckt)

  23. kassiopeia Says:

    @Marion: Diese Kinder haben aber ein Gesicht. Einen Namen. Sie sind meine. Es gibt Erinnerungen an sie, wenn auch in meinem Bauch. Ich finde es wirklich rührend, dass du versuchst mit Händen und Füßen zu erklären, was du meinst. Aber ich sehe und erlebe, fühle das ganz anders. Sie sind und bleiben meine Kinder, nicht nur eine Fantasie. Ein Kind habe ich sogar gespürt. Sie waren da. Sie haben uns alle berührt. Bewegt und verändert, dass können nur Menschen, die man liebt. Ich gebe nicht auf, aber ich trauere aufrichtig um dieses verlorene Glück und wenn ich könnte, würde ich sie sofort auf der Stelle alle zu mir holen. Weil ich sie liebe. Ich bin ein Mensch, der sofort eine enge (Ver-)Bindung zu diesen Ungeborenen hat. Ich kann nicht anders. Sie sind ein Teil von mir und dann aber auch ein ganz neuer Teil. Niemals könnte ich sagen, sie wären weniger wert. Oder es wäre weniger schlimm. Ich gäbe nie eines meiner anderen Kinder her. Aber da ist es schlicht egal, wer. Ob geboren oder nicht. Es nimmt sich am Ende nichts. ich liebe sie doch alle.
    Du schreibst sie hatten kein Gesicht. Im Endeffekt hast du recht, ja leider. Und beim Manschgal ist genau das, das Problem des Abeschiednehmens, denn er hatte ein Gesicht. Ich durfte es nur nicht sehen. Wenn man sich mal eine Zeitlang intensiv mit Trauerhilfe beschäftigen musste, weiß man wie wichtig genau das ist, beim Verabschieden des Kindes und Begreifen des Todes ist. Das Kind sehen. Es war da. Ein echtes Kind.
    Deinen Zeilen entnehme ich, dass du so etwas noch nie durchleben musstest, Gott sei Dank! Und selbst wenn, ist es eben nicht gesagt, dass du das fühlen würdest, wie ich es tue, aber vielleicht ja doch.

    Ich bewahre mir meine Erinnerung. Meine Liebe. Mehr nicht.

    Ich trauere nicht um mich und meine Gedankenberge, sondern um jedes einzelne Kind, als ÜEi, jedes Wesen, dass ich nur so kurz kennen lernen konnte, und von dem ich soviel verpasst habe. Aber jedes Kind lebte mit uns. Und trug nicht durch uns, sondern seine bloße Existenz zu unseren Leben bei. Das ist reine Liebe. Für mich. In ihrem Ursprung, anders kann ich meine Sicht der Dinge nicht erklären.

    Wir sind verschiedener Ansicht. Du wolltest helfen, ich verstehe das. Aber lass mich einfach auf meine Art Abschied nehmen. Bitte. Danke für deine lieben Wünsche.

  24. Frau Federschwarz Says:

    (Mir fällt da spontan der Clip mit dem Rocker und der Altervorsorge ein – Samma Digger? Macht ihr nich was andres in Sachen Altervorsorge? – Wieso? Ein Haus reicht doch…)

    Meine Güte Kiri, du hast recht! Ohne minimum 15000 Ocken auf dem Konto, dem an dem Kind im Ernstfall mal eben so nebenbei in den Hintern pusten kann wird kein Kind jemals glücklich werden!!!

    Danke für den Lacher zu später Stunde ;)

  25. blumenpost Says:

    Bleib bitte ganz genau so wie du bist, so aufrichtig und voller Liebe.

  26. kassiopeia Says:

    @Blumenpost: Danke.

    Und am Ende schade, dass ich nicht die Zeit hatte, all den anderen lieben Menschen hier in den Kommentaren zu antworten. Morgen aber ganz bestimmt. Also heute. Gute Nacht.

  27. RuSie Says:

    Entschuldigung, ich halt mich ja sonst raus hier, aber hier platzt mir echt der Kragen! Hier sind doch teils sehr feinfühlige Menschen unterwegst. Einem Menschen, der verletzt ist, solche Dinge hinzuknallen, liebe Kiri und liebe Marion ist doch echt ein starkes Stück! Das zeigt mir nur, daß Sie, Kiri, bei weitem noch nicht begriffen haben, worauf es im Leben ankommt und Sie, Marion, noch nicht begriffen haben, was ein Leben wert ist! Kiri, Sie können lange suchen, um an dieser Familie irgendetwas assoziales zu finden, wie Sie es sich wahrscheinlich erhoffen. Marion, über Ihren Psychologischen Ratgeber könnte ich echt nur lachen, wenn es nicht so erschreckend wäre! Unglaublich!
    Aber Dich, liebe Kassiopeia, drück ich ganz fest!

  28. Queensize Says:

    Oh man oh man oh man, wat soll man dazu noch sagen, also in Bezug auf manche Kommentare?
    Ich schüttel hier jetzt einfach mit dem Kopf und schicke der FrauKassiopeia einen mentalen Baseballschläger ;)

    Ich stimmer Blumenpost jetzt mal zu und bitte dich einfach zu bleiben wie du bist, anders zu sein wäre ja auch irgendwie anstrengend.

    Übrigens haben wir eigentlich sogar zu wenig Geld für 2 Kinder und bin schon mit einem Kind regelmässig überfordert, aber hey, daran wachsen wir doch.

  29. Katrin Says:

    Oh, nun fällt mir aber gar nichts mehr ein. Liebe Kassiopeia, halte durch!

    In solchen Momenten bin ich heilfroh keinen Blog zu besitzen – und schiebe den Plan, einen zu eröffnen erstmal ein bisschen weiter weg…..

  30. Thia Says:

    Liebe Kassiopeia,

    trotz langer (viel zu langer) Blogpause habe ich immer wieder an dich und deine Lieben denken müssen und habe mir immer vorgestellt, wie liebevoll du von deinen Kindern schreibst und wie dankbar du immer darüber klangst, dass du viermal dieses Glück haben durftest! Nun habe ich die Blogpause zum für euch schmerzhaftesten Zeitpunkt beendet und bin hier mitten in die Geschichte um das Manschgal wieder eingestiegen, was mich tief getroffen hat, habe ich selbst seit Oktober 2 Kinder gehen lassen müssen.

    Ich möchte dich einfach mal ganz ganz doll drücken und dir sagen: Bleib so, wie du bist, du bist ein wundervoller Mensch und ich bin froh, dass ich dich „kennen“ darf! ♥♥♥♥

    (Zu diversen anderen Kommentaren hier sage ich jetzt lieber nichts, möchte nicht meine gute Kinderstube verlieren!)

  31. Isa Says:

    Liebe Kassiopeia,

    ich möchte Ihnen eigentlich nur ganz viel Kraft schicken!
    Ich bin wirklich beeindruckt von dem was Sie hier schreiben, was Sie fühlen, wie Sie damit umgehen..
    Wie hier schon gesagt wurde bleiben Sie einfach genau so wie Sie sind ♥

  32. Anja Says:

    Liebe Kassiopeia,

    jetzt muß ich doch nochmal was dazu sagen, du scheinst mir doch sehr undankbar zu sein. Da macht sich endlich mal jemand (Kiri) die Mühe, eure Situation gründlich zu analysieren und opfert den Samstagabend dafür, Dir liebevoll und voller Herzenswärme die Augen zu öffnen. Samstagabend – da haben doch die meisten Menschen heutzutage nur noch mit sich selbst zu tun, statt sich um das Seelenwohl anderer zu kümmern! Allein welche Zeit es kostet, soviele Frage- und Ausrufezeichen zu tippen! Und das weißt du nicht zu schätzen?!?

    ;-)

  33. Christina Says:

    Liebe Kassiopeia,

    Ich will mich eigentlich gar nicht zu den vorherigen Beiträgen äußern,da mir die passenden Worte fehlen..aber eins möchte ich dir sagen und ich hoffe du kannst dich daran ein bisschen erfreuen-

    Weißt du warum ich täglich auf dein Blog komme?

    Für mich (bald 25) bist du ein Vorbild, ich liebe deine Art für die Kinder zu leben-
    Ich liebe es, wie du mit viel Wärme über deine Familie schreibst und ich finde es ist so viel (mehr) wert, dass du dein Glück mit/in den Kinder findest und dich das ausfüllt!
    Ich lese nie irgendwas von materiellen Verlusten, oder das du dich nicht beruflich verwirklichen kannst etc( wie man es sehr oft bei anderen Muttis liest) sondern das du in der Familie dein Glück gefunden hast. …

    Ich finde deine Gedanken durchaus berechtigt,ebenso die Trauer.
    Kinder haben sehr wohl „Gesichter“, sobald man von ihnen weiß, steckt man all seine Hoffnungen,Gedanken und Liebe in sein Kind und ich glaube es ist egal wann man es verliert, es zieht einem den Boden unter den Füßen weg…

    Liebe Grüße
    Christina

  34. Suse Says:

    Zufällig bin ich auf diese Seite geraten und finde es schade, dass hier wirklich nur Meinungen akzeptiert werden, die gleicher Natur sind.

    Du offenbarst hier doch sehr private Dinge und das ist Dein gutes Recht. Und umso besser, wenn es Dir hilft, mit den sehr schweren Situationen klar zu kommen. Aber nicht jeder, der hier mal einen anderen Standpunkt vertritt, hat nicht auch Schlimmes erlebt. Vielleicht kann und will er es nur nicht vor allen ausdiskutieren. Du hingegen hast es doch zugelassen, dass alle mitlesen und mitfühlen und kommentieren dürfen. Ich finde daher haben es z.B. Marion bzw. Kiri nicht grundsätzlich verdient, hier gleich von anderen angegriffen zu werden bzw. von Dir ellenlang zu hören, wie wenig Ahnung sie von Deinem Leid haben.

    Ich selbst habe aber auch sehr viele schlimme Schicksalsschläge erlebt gerade auch mit meinem Eltern. Ich selbst habe auch zwei Kinder verloren. Auch in der 14 Woche. Allerdings mit viel mehr zeitlichem Abstand. Und ich muss Dir sagen, ich kann Dich leider nicht verstehen und finde auch, Du brauchst dringend Hilfe. Ich habe als Kind sehr unter unserer familiären Situation gelitten und ich weiß selbst von meiner Tochter, die den Verlust des zweiten Kindes miterlebt hat, wie sie darunter gelitten hat, wenn es mir schlecht ging. Kinder wissen nicht , dass sie nicht daran schuld sind. Sie denken, sie sind schuld an Mamas Trauer. Ich war auch jahrelang eher so deppressiv eingestellt (allerdings vor den Kindern) – habe gegrübelt, damit kostbare Lebenszeit verschwendet. Es hat nichts gebracht. Irgendwann habe ich mehr gelernt, zu schätzen, was ich habe und dass man das erhalten und pflegen muss. Und Kinder sind ein Segen und bringen einen täglich zum Lachen, auch wenn man mal traurig ist.

    Ich denke ich kann nachvollziehen, wie schmerzlich Deine Verluste sind. Wir waren sprachlos. Konnten damals nicht kommunizieren und viele auch uns nahestehende Personen konnten ebenfalls nicht nachvollziehen, wie schmerzlich es für uns war. Es gab Personen, die haben sich von uns distanziert, weil sie unseren Rückzug nicht akzeptierten.

    Allerdings kann ich nicht nachvollziehen, wie man seinem Körper und auch den bereits vorhandenen Kindern immer wieder in so kurzer Zeit solche Anstrengungen und Verluste zumuten kann. Dein Körper schreit nach einer Pause. Kinder zu bekommen sollte keine Art „Fließbandproduktion“ sein. Eben weil jedes Kind etwas Besonderes ist und Deinen gesunden Körper und Geist und Seele zum wachsen braucht. Mit diesen kurzen Abständen nimmst Du Ihnen doch gerade das Besondere, Einzigartige. WArum wird außerdem eine weitere Schwangerschaft innerhalb eines Jahres nach der Geburt eines Kindes als Risikoschwangerschaft behandelt? Du hattest solch ein Glück, dass Deine vier Kinder gesund sind. Es kommt so häufig vor, dass die Kinder krank sind, z. B. auch bei uns. Warum musst Du das Schicksal so rausfordern? Gönn Dir eine Pause. Du bist doch wirklich noch jung und hast vier gesunde Kinder!!! Sie brauchen Dich mit einem ehrlichen Lachen von innen heraus. Es ist nicht alles vorbei! Sollen sie das Gefühl bekommen, dass sie Dir nicht ausreichen? Und Du bist auch jemand, ohne dass Du schwanger bist. Jede Mutter weiß, was Du jetzt schon leistest.

    Ich weiß, dass auch ich jetzt ein Angriffsziel bin, da ich nicht ganz Deiner Meinung bin. Aber dann liest Du selbst nicht genau, was Dir andere versuchen zu sagen. Schriftlich ist eh schwierig von wegen Interpretation und so. Aber mir kannst Du nicht vorwerfen, dass ich nicht weiß, was Schmerzen und Trauer usw. sind. Auch das wäre eine Anmaßung.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Geduld und Euren Kindern eine glückliche Mama, die Lachen kann, ohne im Hinterkopf traurig zu sein. Und vielleicht brauchst Du auch wirklich diesen langen Leidensweg um zu merken, dass Du schon das Glück gefunden hast, auch wenn es vielleicht noch nicht vollständig ist. Und ich denke, wenn Du irgendwann zu Meinungen, die erstmal andersgesinnt klingen sagen kannst: „Ja, ein Fünkchen Wahrheit ist drin.“ , dann geht es Dir besser. Denn das Leben ist nicht schwarz oder weiß – sondern bunt.

    Liebe Grüße,

    Suse, die es wirklich nicht böse meint!

  35. Katrin Says:

    Anderer Meinung zu sein, bedeutet aber nicht, der anderen vorzuschreiben, wie „man“ mit der Situation umzugehen hat. Das ist ein schaler Grat, wenn man anderen doch nur helfen möchte – was ich mitnichten irgendjemandem hier absprechen möchte! Aber auch das hat etwas mit dem oben genannten Repekt zu tun.

  36. Evi Says:

    Nein Suse Du meinst es nicht böse.
    Aber du „weisst es besser“.
    Du meinst Frau Kassiopeia braucht es ja „nur“ so zu machen wie du vorschlägst und dann ist alles wieder gut. Teilweise unterstellst du ihr sogar zwischen den Zeilen, sie wäre selbst schuld an ihrem Unglück (kurze Abstände zwischen den Schwangerschaften, Herumgrübeln…).
    Und das ist einem Menschen in Trauer gegenüber (Trauern ist etwas anderes als „immer grübeln“) …ähm… unangebracht.

    Suse, du kannst sehr gern deiner Meinung bleiben, dass DU am besten so und so mit deiner Trauer umgehst.
    Aber das kannst du nicht 1 zu 1 übertragen auf jemand anders und dann auch noch sagen, selber schuld, wenn du traurig bist, du machst es ja anders als ich.

    Ich könnte noch mehr im Einzelnen auf deinen Kommentar eingehen aber ich möchte mich nicht so aufregen.

    FrauKassiopeia, fühl dich gedrückt!

    liebe Grüße
    Evi alias evizentrum

  37. Julia Says:

    Ich habe auch nicht gegen freie Meinungsäußerung, im Gegenteil, das ist manchmal sogar sehr förderlich!
    Doch finde ich,dass man sich mit sowas zurückhalten sollte,wenn man weiß, dass diese Person ohnehin schon sehr verletzt ist und die Texte hier schreibt, um mit der eigenen Trauer und der eigenen Geschichte fertig zu werden.
    Ich persönlich finde es dann gefühllos,dieser Person vorschreiben zu wollen,wie sie zu trauern hat,oder was sie alles falsch macht!

    @Kassiopeia: Ich bewundere dich,wie ruhig du trotz solcher Kommentare bleibst. Lass dich nicht von deinem Weg abbringen,denn das ist DEIN persönlicher Weg,für dich und deine Familie!

  38. denise Says:

    Ich wünsche dir/ euch von ganzem Herzen das sich euer Wunsch nach weiteren Kindern erfüllt. Das ist euer Leben, eure Planung – und nur ihr allein Entscheidet darüber, was für euch das beste, schönste und richtige ist. die Doku 8 Kinder und glücklich habe ich mir schon x mal im internet angeschaut, weil ich diese Familie wahnsinnig toll finde. Aber leider haben auch sie das Problem das sie sich immer erklären müssen, schade. Ihr habt so tolle Kinder und du bist so eine liebevolle Mama und ich bewundere dich. Schade das es heutzutage nur noch ums Geld geht! Auch mit weniger Geld kann man sich gut um eine Familie kümmern. Und ihr seit weiß Gott nicht arm nur weil ihr eine Großfamilie seit mit Kinderwunsch, ganz im Gegenteil, ihr seit reicher als manch anderer weil ihr noch Liebe in eurem Herzen tragt.

    Lg Denise

  39. 5kidsmami Says:

    Liebe Jeanine,

    als 1. schick ich dir ein Lächeln, als 2. ein <3 und als 3. eine dicke Umarmung.

    Ich konnte deinen Beitrag u. die Kommentare in der Eile nur quer lesen, was mir einerseits fast reichte u. andererseits doch neugierig gemacht hat.

    Da ich aber mit 4 von 5 Kindern zum Streptokokkenabstrich muss, da das andere Kind bereits infiziert ist, werde ich versuchen heute abend noch mal hier vorbeizuschauen.
    …..warum ich das jetzt schreib…..klar hätte ich "nur" ein Kind, könnten nicht noch 4 weitere sich angesteckt haben…. :-D dies fiel mir spontan zu dem einen Beitrag ein….
    …hab ja selber Schuld, dass ich so viele Kinder habe!!!! :-)

  40. Sabrina Says:

    Man oh man oh man.

    Liebe Kassiopeia. Ich bin total erschrocken.

    Du brauchst ganz sicher keine Diskussionen und kein „Statt sich so zu fühlen, könnte es dir auch soundso gehen“. Wozu auch? Dir geht es nunmal so, wie es dir geht. Und deine Kinder sind nunmal Kinder, kleine Seelen und nicht bloße Biochemie und ein bissel Protein. Ich verstehe es überhaupt nicht, warum andere dir da den Kopf zurecht rücken wollen/müssen wie auch immer.

    Ich hab ein Seelchen da oben. Es ging letztes Jahr im Frühjahr. Seitdem in diesem Jahr Ostern war, geht es mir langsam besser. Ich habe hier tagelang gesessen und geweint und war völlig unfähig, an manchen Tagen irgendwas zu tun, bis Mann und Sohn wieder da waren. Am ET wars schlimm. Und zu der Zeit, als sich alles jährte. Trauere! Trauere wie du willst, wie du kannst. Und lasse dir da nieniemals reinreden. Und wenn du das Gefühl hast, du brauchst jemanden von „aussen“ dazu, dann wirst du dir irgendwann jemanden dazu holen. Das habe ich auch getan.

    Und habe keine Angst, nicht genug an die Seelchen zu denken. Die sind eh immer da und du vergisst sie nie. Und sie gehen nicht verloren. Da geht ja auch gar nicht. Ich habe mal ein wunderschönes Zitat gelesen. Ich werde es für dich suchen und dir schicken, wenn ich es darf. Mir hat es Kraft gegeben. Glaube mir, du vergisst deine Kleinen niemals.

    Ich drücke dich ganz doll! Und das Zitat muss ich dir unbedingt schicken.
    Du bist ne tolle Frau!

    :-*

  41. Risikomanagerin Says:

    Liebe Kassiopeia,
    ich habe das Gefühl du bist dabei an dem Verlust zu zerbrechen. Ich finde mich in Teilen deiner Worte zu einem vergangenen Zeitpunkt wieder.
    Weil ich nicht mehr wusste was ich tun soll und weil mein Loch so tief war, habe ich mich zu einer Internettherapie für trauernde Eltern entschlossen: http://www.internettherapie-trauernde-eltern.de/
    Ich stand schon auf der Warteliste, aber dann schlich sich unser 2.Wunder ein…und ich konnte die Therapie nicht antreten.
    Vielleicht ist diese Art der Hilfe ja eine Möglichkeit für dich !

    Alles Liebe für dich,
    Risikomanagerin

  42. AnJo Says:

    Liebe Frau Kassiopeia,
    ich las letztlich diesen Blogeintrag: http://plastic.twoday.net/stories/18129847/
    Und ich meine das NICHT in der Kategorie „Alles wird gut, hab dich nicht so“!
    Ich weiss selber, dass man mit dem Verlust leben kann, können muss. Aber die wichtigere Botschaft war für mich, dass es ok ist, trotz all dem Wissen im Kopf, wenn das Herz nicht weiter kann. Dass dieser Mensch mein Herz nie verlässt und das Narben bleiben, daran erinnern und immer wieder schmerzen. Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Liebe auf dem Weg!

  43. Patricia Says:

    Liebe Frau Kassiopeia,

    ich lese dein Blog weiterhin, mir fehlten nur die Worte für das, was ich sagen wollte. Ich kann deine Sehnsucht, deine Trauer und dein „lautes Denken“ sehr gut nachvollziehen. Ein Blog ist irgendwie doch nur eine Schaufensterscheibe, und die Menschen, die dich hier sehen, sehen dich nur von vorn, nicht von hinten und vor allen Dingen nicht in dich hinein. Insofern können viele Urteile nur verzerrt sein. Und was die Ratschläge betrifft, die du von allen Seiten hören musst: Einer meiner Ausbilder im Kriseninterventionsprogramm sagte mal „Im Wort Ratschläge stecken immer Schläge. Darum hört auf, Ratschläge zu erteilen und hört den Menschen zu, wenn sie was sagen. Meist finden sie die für sie passende Lösung ganz allein!“ Und genau das wünsch ich dir jetzt. Genügend Ruhe, um in dich hinein zu hören, und liebe Menschen, die dir zuhören, ohne zu (ver)urteilen.

  44. Sabrina Says:

    Das Zitat, das ich dir gestern versprochen habe (Ich hoffe, du liest es):

    „….Du kannst nämlich nicht verloren gehen. Du bist Liebe. Und Liebe ist Energie. Und Energie kann nicht verloren gehen. Das weiß sogar die Wissenschaft.“

    Ich liebe es. Vielleicht magst du es auch. Ich denke dabei an mein Seelchen. Und deine Seelchen werden auch nicht vergessen und gehen nicht verloren, auch wenn du das befürchtest. Selbst wenn dein Herz einen Moment lang daran zweifelt, dann ist da noch immer die Physik ;-) .

    Liebe Grüße,
    Sabrina

  45. Frau Süd Says:

    Liebe Frau Kassipeia,

    ich habe lange mit mir gerungen ob ich hier kommentieren soll oder nicht. Letztendlich habe ich mich doch dafür entschieden, weil ich Dir ein paar Worte schicken wollten. Ich möchte hier gar nicht auf die geführte Diskussion eingehen, ich möchte auch niemandem unterstellen dass er Dir böses will oder wollte, lediglich eines gebe ich zu bedenken: wenn ich mir Deine Zeilen wirklich durchlese, dann sollte mit gesundem Menschenverstand und guter Kinderstube klar sein, dass ich meinen Mund halte, wenn ich nichts zu sagen habe oder erst Recht wenn ich auf jemanden, der bildlich gesprochen schon am Boden liegt, verbal eintreten möchte. Denn dazu gibt auch ein, egal in welcher Form öffentlich geführter Blog kein Recht!

    Ich bin sicher es war nicht Deine Intention hier eine derartige Diskussion zu entfachen und Du hast Dir auch sicherlich nicht erwartet hier eine „Lösung“ für Deinen Kummer und Deinen Schmerz offeriert zu bekommen, ich verstehe Deinen Blogeintrag mehr als Statement zu Deinem aktuellen Befinden. Und auch finde ich dass Du Deine Situation „sehr gut meisterst“, eben so wie Du dazu in der Lage bist. Das ist nicht leicht, zumal Du Deine Verluste nicht so betrauern kannst wie es jemand tun könnte, der nicht in der Verantwortung steht sich um seine Kinder/Familie zu kümmern und dadurch nicht mal die Stop-Taste drücken kann, sondern weiterhin permanent am alltäglichen Leben teilnehmen muss (auch wenn zweifelsohne selbiges auch über alle Massen positiv ist, nicht dass das hier missverständlich oder negativ klingt!). Oftmals würde ich mir wünschen dass diese Sache mit den Stereotypen funktionieren würde, das Schubladendenken tatsächlich klappt und dass es Universallösungen gibt, die auf alle zutreffen. Das dem nicht so ist, brauch ich glaub ich nicht zu erwähnen. Und so kann Dir hier sicher auch niemand raten was Du am besten tun musst, damit es Dir bald besser geht. Auch ich kann Dir nur viel Kraft, Liebe und Menschen um Dich wünschen, die Dich immer wieder auffangen, unterstützen und Dir die schönen Seiten des Lebens aufzeigen. Und ich weiß ja dass Du diese Menschen, allen voran sicher Dein Mann und Deine Kinder, hast.

    Ich finde es verständlich dass Du so unter dem Verlust Deiner drei im Herzen geliebten und herbeigesehnten Kinder leidest. Ich weiß nicht wie andere Frauen, denen ähnliches widerfährt und die das anscheinend „leicht“ wegstecken wirklich geht und es spielt für Dich auch keine Rolle, denn Du bist Du und nicht jemand anderes.

    Ich möchte Dir noch etwas erzählen und ich möchte gleich vorweg schicken, dass das keinesfalls anmassend klingen soll, denn das was mir passiert ist, ist nicht mit Deinen Verlusten vergleichbar (und auch wenn ich ein Kind habe gehen lassen müssen, so vermag ich nicht im Ansatz nachzuempfinden wie sich Deine Verluste anfühlen!) Auf jeden Fall war ich vor ein paar Jahren in einer Situation die mir schier die Luft zum Atmen genommen hat, ich habe gelitten, geweint, Angst gehabt und ich habe gedacht dass die Schmerzen nie wieder aufhören würden. Trotzdem konnte ich mich nicht verkriechen, denn ich hatte zu der Zeit schon zwei Kinder, die mich zu diesem Zeitpunkt ganz besonders gebraucht haben. Also habe ich mich so gut es ging zusammengerissen und weiter am Leben teilgenommen, ich war ihnen eine (hoffentlich) gute Mutter und habe mich nach Kräften um sie gekümmert und Außenstehende (und auch Nahstehende) haben sicher nicht gemerkt wie es mir tatsächlich gegangen ist. Aber ich habe in dieser Zeit (oft) nicht wirklich gelebt, sondern funktioniert, weil all der Kummer so übermächtig war. Auch heute noch tut es weh wenn ich an das Geschehene denke, sehr sogar und ich musste feststellen dass die Zeit eben nicht alle Wunden heilt. Aber eines hat sich geändert: mit dem Abstand habe ich angefangen zu sehen, dass in dieser Zeit nicht alles dunkel, kummer- und sorgenvoll war, sondern dass es auch sehr viel gutes und schönes gegeben hat. (weisst Du ich meine damit nicht dass ich es nicht in dieser Zeit auch schon gesehen hätte, denn es gab ja viele freudige Momente, aber man sieht die halt nicht „richtig“, weißt Du was ich meine?). Und dadurch hat sich mein Blickwinkel geändert, ich kann heute akzeptieren, dass dieses Leiden zu meinen Leben gehört (hat) und – und das ist für mich so wichtig – während ich die Phase als sehr „dunkel“ empfunden habe, als ich mich in ihr befunden habe, sehe ich sie trotz allem mittlerweile rückblickend als „hell“ mit dunklen Schattierungen quasi (was nicht heisst dass die Geschehnisse dadurch „besser“ oder weniger schlimm wären). Ich weiß nicht ob ich mich jetzt verständlich ausgedrückt habe, es fällt mir schwer das in Worte zu packen.

    Ich wünsche Dir von Herzen dass es Dir bald besser geht. Gib Dir Zeit und setzt Dir nicht unter Druck, Du wirst Deinen Weg finden. Und Du wirst Deine Kinder immer alle im Herzen tragen, die die Du jeden Tag in den Arm nehmen kannst, genauso wie die, deren Seelen Du gestreichelt hast. Und Du musst keine Angst haben, dass Du dich von ihnen entfernst wenn Du sie loslässt, weil sie auf immer mit Dir verbunden sein werden!

    Pass gut auf Dich auf!

  46. eva Says:

    Das, was Frau Süd geschrieben hat, ist toll.
    Dem ist nichts hinzuzufügen :)
    Ich drück Dich und reich Dir noch ein Glas Sekt ;)
    LG Eva