Kein Tag wie jeder andere

Der letzte Tag im Kindergarten. Für Zoe. Nach vier Jahren ist nun
Schluss. Zoe war 2 Jahre und 10 Monate alt, als sie am 10. September
2007 das erste Mal in den Kindergarten ging und heute am 29. Juli 2011
öffnete sie zum letzten Mal die Tür, selbstständig und winkte mir ein
letztes Mal am Fenster mit 6 Jahren und 9 Monaten.

Hand in Hand lief ich heute ein letztes Mal mit Zoe und Noah in den
Kindergarten und schon am Morgen liefen die ersten Tränen. Ich konnte es
nicht verhindern. Und als nur ein paar Stunden später die Vorschulkinder
zur Tür hinaus geworfen wurden, konnte ich auch in diesem Moment die
Tränen nicht zurück halten. Schon als Zoes Freunde geworfen wurden,
durchfuhr mich auf einmal dieser Blitz, wie lange sich diese Kinder schon
kennen, viele Kinder wie Zoe damals nicht mal drei Jahre alt beim
Kindergartenstart, wie klein sie waren und was für unglaublich tolle
große Kinder es geworden sind.

Zum Abschied wurde im Garten der Baumstamm enthüllt, aus dem alle 29
Anfangsbuchstaben der Vorschulkinder geschlagen wurden, die jedes Kind
als Erinnerung für die Erzieherinnen verzieren konnte.

Etliche Erinnerungen gab es mit auf den Weg nach Hause- der Brücke
zwischen dem Kindergarten und der Schule. Zusammen saß ich mit Zoe im
großen Sessel, während ich mit dem Finger über ihre gesammelten Arbeiten
fuhr, als könnte ich die Zeit für einen kurzen Moment anhalten oder gar
zurückdrehen und fühlen, wie das kleine Mädchen damals ansetzte und all
das hier vor mir mir ihren Händen erschuf. Minuten später liegt auf
meinem Schoß der dicke Ordner, den die Erzieherinnen voller Liebe und
Hingabe für jedes einzelne Kind ab dem ersten Tag mit Fotos, Texten und
ein paar Bastelarbeiten füllen von ganz besonderen Tagen- ein wertvolles
Stück Erinnerung zum Abschied.

Ich halte meine Tochter ganz fest und während mir die Tränen die
Wangen runter kullern, ist es als ziehen diese schönen Jahre noch mal
im Zeitraffer an mir vorbei.

Heute war also der Tag. Ein großer Abschied für einen kleinen
Menschen. Abschied von lieben Erzieherinnen, die Zoe ein ganzes Stück
ihres Weges so unglaublich herzlich, voller Wärme begleitet haben. Auch
wenn die Veränderung noch so sanft ist, da Zoe ihre Erzieherinnen beinah
täglich ab Herbst wieder sehen wird können, bleibt es ein endgültiger
Abschied von einem großen Teil ihres bisherigen Lebens und diesen
wichtigen Menschen, die tagein tagaus für sie da waren und die ihr
unglaublich fehlen werden.

9 Responses to “Kein Tag wie jeder andere”

  1. denise Says:

    Bei uns heute genau das gleiche. Mir liefen auch die Tränen. Und auch bei uns gabs jede Menge Erinnerungsstücke. Zur Feier des Tages gabs heut zu Hause für jeden ein Eis mit Heißen Himbereen und Sahne. Ein neuer Lebensabschied beginnt….

  2. Pfarrfrau Says:

    Solch schöne, kunstvolle Bilder! Und das mit dem zur Tür rausschmeissen finde ich toll!

  3. Katrin Says:

    Hier gibt es noch eine Woche Ferienbetreuung im Kiga, dann kommt auch für unsere Tochter der wirklich letzte Tag …
    Ich freue mich allerdings sehr, daß endlich die Schule kommt, denn gerade in den letzten Wochen langweilte sich unser Kind zunehmend und freute sich mehr und mehr auf den neuen Abschnitt.
    Für sie ist es nicht nur der Schulbeginn, sondern auch der Umzug in eine völlig neue Umgebung, ich bin schon sehr gespannt, wie sie das meistern wird.
    Wunderbare Bilder übrigens, Eure Tochter ist eine Schönheit :-)

  4. Tanja Says:

    Ach, mir ist das Herz auch gerade etwas schwer, meine kleine-große hatte gestern auch ihren letzten Tag… Es ist so unglaublich, wie aus diesem süßen Kleinkind ein so großes, kluges Mädchen geworden ist. Bei all der Vorfreude auf den neuen Abschnitt mischt sich bei uns allen auch ein bisschen Wehmut mit ein – zum Glück starten wir ja nach den Ferien mit Tochter Nr. 2. Und sicher werden dann in drei Jahren noch viel mehr Tränen fließen…

  5. Dörte Says:

    Ach, auch von hier ein Riesenseufzer! Meine Tochter ist fast auf den Tag genau ein Jahr älter als Zoe, von daher haben wir den Kindergarten-Abschied schon vor einem Jahr erlebt, aber es war genauso, wie Du es beschrieben hast. Und ich habe auch einiges an Tränen gelassen… Es ist schon ein großer Abschnitt!
    Mir war es auch sehr rührig ums Herz, als ich vor ein paar Wochen zum letzten Mal eine Erstklässlerin abholte. Jetzt geht sie schon bald in die zweite Klasse, und ich glaube, ich muss nicht extra betonen, wie sehr die Zeit gerast ist. Das empfinden hier sicherlich die meisten genauso.

    Auf welche Schule kommt Zoe? Mir ist so, als hätte ich mal etwas von Montessori gelesen?

    Viele liebe Grüße

    Dörte

  6. agi Says:

    (buhuhuhu. diese beiden bilder, wie sie in den kiga läuft.. das ist so.. meine güte, die wachsen viel zu schnell.)

  7. eva Says:

    und: the almighty and everytime everybody wearing tschibo regendress ;))))
    total süß, dieses rausschmeissen. hat mir witzigerweise vorgestern samuels in pension-gehende lehrerin von erzählt, dass diese verabschiedungsart bei ihren enkelkindern im kiga praktiziert würde!
    als samuel verabschiedet wurde aus dem kiga, hatte ich schon morgens pipi in den augen! unser erstes waldkind….er hat das gar nicht realisiert damals. erst, als er mit luzia abholte, dann schaute er, mit dem kopf an die scheibe gelehnt, melancholisch in die bäume und wollte nicht mit hoch kommen. zu gross war der schmerz! hat mir das das herz zerrissen!!!! zum abschied gab es neben fotoalbum etc eine IKEAsitzmatte mit dem spruch: ein platz im wald ist dir immer sicher!
    letzten freitag nun verabschiedung von luzia…nr 2!!! genauso bewegend, wie nun die 2 grossen ihre abschiedsmappen verglichen!!!!!
    und wenn unsere kleine teresa in 2 jahren den wakiga verlässt, geht eine 8!-jährige ähra zu ende. ich glaube, dann setze ich die hasenwiese unter wasser.
    irgendwie wird mir mit den kindern dieses ständige verabschieden und neu-beginnen im leben erst richtig bewusst. mit viel seufzen und rührung. und dabei zu sehen, wie sie, unsere 3 goldschätze, groß werden. ein geschenk.
    lg eva

  8. Ines Says:

    Oh ich kann dich verstehen, geht mir ähnlich, nein genauso.

  9. souffleurlos » Blog Archive » An mein Schulkind Zoe Says:

    […] Da ist soviel Freude, Liebe, Aufregung, ein Abschied und ein Neubeginn. Alles lebe ich aus, der Kindergartenabschied setzte mir sehr zu. Die Zeit ist nicht einmal nur so gerast, wir waren schließlich immer zusammen […]