Archive for November, 2011

Schwarz auf Weiß

Mittwoch, November 30th, 2011

Der erste Teil ist somit ganz offiziell geschafft. Ich freu mich riesigst.

9+4

Mittwoch, November 30th, 2011

Mein liebstes Bauchkind. Gleich geht es wieder zum Arzt und was bin ich aufgeregt, trotz gestern Abend… Ich halt dich! Ich liebe dich! Ich hoffe, wir sehen uns gleich!

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Ich hab dich gesehen, und wie. Und ich bin dankbar für diese Ärztin und genieße seither den Tag. Unseren gemeinsamen Tag. Wir müssen noch soviel schaffen, aber es liegt schon soviel hinter uns. Ich möchte glauben, dass das Blut das Hämatom war. Ich möchte glauben, dass die Ärztin recht hat, ein so großes Hämatom, das würde nicht einfach so verschwinden in vier Tagen. Ich möchte glauben, dass ich nun nie wieder blute oder erst irgendwann in der Schwangerschaftswoche 40+, wenn die Geburt beginnt…
Ach Kleines. Wie gern bin ich deine Mama. Wie gern hab ich dich hier bei mir. Und wie gern würde ich nun endlich, bitte bitte endlich anfangen können, diese Schwangerschaft zu genießen und Gott oder dem Schicksal zu vertrauen.
Wir müssen das einfach schaffen. Wir haben doch jetzt schon soviel mit gemacht. Das muss jetzt reichen. Lass uns nun mit großen Schritten auf den Entbindungstermin zu gehen.

Es hat hier heute nach langer Zeit geregnet, es war so bewölkt und dunkel schon den ganzen Tag. Ich hoffe, ja ich bete gen Himmel, dass das die Wende ist. Das das das Reinigende jetzt war. Und nun alles gut wird.

Es liegt nicht an dir. Vielleicht nicht mal an mir. Unser Leben in Gottes Händen. In Liebe.
Deine Mama

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Ich fühle mich gebrochen. Ich kann nicht sagen, wie sehr. Blut. Erneut. Ich hatte so unendlich große Hoffnung. Ich hatte so ein gutes Gefühl heute, ein Gefühl von „Jetzt wird endlich alles gut!“ und dann vorhin Blut. Erst in der Unterwäsche, dann auf dem Papier. Es folgten bisher wieder entweder nichts oder Schmierblutungen. Ich kann nicht mehr. Ich habe das Gefühl aufzugeben. Ich warte jetzt ab. Entweder es blutet nun richtig schlimm los. Oder aber mein Kleines stirbt ohne das ich etwas tun kann, leiser. Oder es hört auf zu bluten. Ich möchte weinen. Ich kann wirklich nicht mehr. Ich hatte doch so ein gutes Gefühl!
Natürlich ist da auch Hoffnung. Sonst säße ich nicht hier. Ich bete, ich hoffe am Ende, dass es nur noch die allerletzten Reste des Hämatoms sind. Von dem ich doch heute noch so überzeugt war.

Aber es bleibt ungewiss. Ich habe gegeben und gebe weiterhin alles. Ich kann nicht sagen wie traurig ich bin. Wir sind so weit gekommen. Und nun Blutungen immerzu. Ich versteh das nicht. Ich verstehe nicht, warum wir das durch machen müssen. Ich resigniere ein Stück vor der Unberechenbarkeit des Lebens. Und bete trotzdem.

9+3

Dienstag, November 29th, 2011

Ich möchte so sehr glauben, dass wir das schaffen. Ich war den ganzen Tag schon in Hab Acht Stellung, weil ich gestern Nacht plötzlich hellrotes Blut sah. Das war weg und es kam kein deutlich erkennbares Blut nach. Bis vorhin um 15Uhr bei der Ergotherapie von Noah. Ich ging zur Toilette, setzte mich wieder auf den Stuhl, dachte noch: „Huch, ich war doch eben erst auf der Toilette, warum muss ich denn schon wieder? Es fühlte sich auch dick an, wie die Blase. Da sitze ich nun ein zweites Mal auf der Toilette und es macht plopp. Hellrotes Blut. Als bekäme ich meine Tage. Ich war in Panik, mehr als das. Kopflos. Ich rief konfus sofort Nils an. Der sich sofort auf den Weg machte. Gott sei Dank.
Ich weiss nicht wie, aber ich bekam die Kinder unter Tränen und am Telefon irgendwie heim. Dort bemerkte ich dann, dass kein neues frisches Blut nach kam. Es war noch welches dazu gekommen, aber nicht in einem fort.
Ich machte mich dann sofort auf den Weg in die Klinik, als Nils hier war. Zitternd. Bis dahin hatte ich viel geweint und ich beruhigte mich irgendwie. Angekommen wurde ich erstmal gefragt warum ich nicht bei meiner Ärztin wäre. Um halbfünf. Meine Ärztin ist schon nicht mehr da gewesen. Oben wurde ich gewohnt liebevoll bereut. Ein Segen in so einer Situation.
Es war dann bei der Untersuchung scheinbar alles okay und beim Schall sah man mein Kind. So groß schon. Und ich erkannte das erste Mal alles.
Ich durfte dich sehen. Und das macht es schwerer und leichter zu gleich. Leichter weil es unbeschreiblich war. Dein Kopf, dein Bauch, dein Popo, kleine Ärmchen und Beinchen, dein blubberndes Herz. Ich war verliebt. Du hast dich so viel bewegt, dass die Ärztin „lebhafte Kindsbewegungen“ schrieb. Du sahst so stark aus. So groß. So mutig.
Und das Beste, erstmal wieder zeitgerecht entwickelt, 9+3 spuckte der Monitor aus, 2,6cm.
Ich war für den Moment nur froh und erleichtert und da war Gewissheit nach der Blutung. Ich möchte glauben, dass wir beide das schaffen, aber uns werden so viele Steine in den Weg gelegt, dass ist unglaublich. Ich war jetzt schon das vierte Mal außerplanmässig im Krankenhaus. Ich bin bereit alles zu geben, wenn wir beide nur beieinander bleiben können. Nach all der Zeit, ich weiß morgen seit 6 Wochen, dass es dich gibt und seit über 7 Wochen wohnst du unter meinem Herzen, fällt es mir von Tag zu Tag immer schwerer an ein Leben ohne dich zu denken.
Ich weiß, es ist nichts sicher. Ich weiß, es gibt keine Garantien. Aber ich liebe dich so sehr. Ich möchte daran glauben, dass wir das schaffen! Ich will dich lachen sehen, laufen, in den Kindergarten bringen und mich mit dir streiten! Halt dich weiterhin fest! Ich halte mich fest mit all meiner Kraft. Zusammen müssen wird das doch schaffen…

9+2

Montag, November 28th, 2011

Heute morgen wachte ich mit einem fettem Grinsen auf. Laut Ultraschall heute 9+0. 10. Woche. Zehnte! Ich freute mich riesigst. Ganz offiziell.
Dann heute soviel Übelkeit, soviel Bauchschmerzen, soviel Druckschmerz, dass ich sofort wieder das Grübeln begann. Geht es dir gut, da drinnen? Hallo?! Vor lauter Anspannung, fing ich dann an zu weinen. Diese ganze Anspannung, die sich so angesammelt hat über die Wochen. 7 Wochen wohnst du schon unter meinem Herzen.
Und ich bin so zwiegespalten. Ich freu mich riesig auf Mittwoch, darauf dich zu sehen und dann auf der anderen Seite hab ich natürlich riesige Angst, dass irgendetwas nicht stimmt, es dir nicht mehr gut geht.
Ich denk soviel an dich. In Liebe!

9+1

Sonntag, November 27th, 2011

Das klingt irgendwie schon besser als es ist. Laut Ultraschall sind wir ja erst bei 8+6. Aber egal. Wir sind in den Endzügen der 9. Woche. Schon. Erst. Schon. Erst. Und ich hoffe, dir geht es nach wie vor unverschämt gut in mir. So wie am Freitag. Gestern morgen hatte ich noch geblutet und das ist so ein grausliges, schreckliches Gefühl.
Es ist nicht so, dass ich mit Sicherheit weiß, dass das Blut nur bedeutet, das Hämatom wurde abgehen. Sondern die Gefahr ist immer da, dass eine Einblutung zu dir dringt. Denn wenn ich eines im Moment hoffen darf, dann das dein Lebenswille unglaublich groß ist. Du willst zu uns kommen.
Jetzt bete ich jeden verdammten Tag. Jeden Tag, dass das Schicksal nicht wieder entscheidet, dass alles anders kommen soll. Sondern wir am Ende im Juli zu einander finden.

8+6

Freitag, November 25th, 2011

Geliebtes Kind,

bist du das? Oder ich? Das gibt es doch einfach nicht. Heute morgen im Losgeh“stress“ mit deinen Geschwistern plötzlich Blut. Das kann doch nicht sein. Ich kann das Gefühl nicht beschreiben, wie es einem die Brust zuschnürt. Alles still wird. Ich hab nur nach deinem Vater gerufen. Ich habe Glück. Er bleibt heute hier und ich bin sofort ins Krankenhaus gegangen. Ich hatte unglaubliche Angst. So sehr. Um dich! Ich will MIT dir Weihnachten feiern!
Aber ich hatte Glück. Ich hatte eine wahnsinnig liebe Ärztin. Der Grund der Blutung ist ein Hämatom. Mal wieder. Mittelgroß. 1cmx2cm. Aber ich hab dich gesehen und war ganz verliebt. Dein Herzchen blubberte und du hast dich bewegt. Ich konnte dich sehen. Ich war so erleichtert. Und das allerbeste: Du warst wieder 8+4 in der Messung. Immerhin ist die Sorge vom Tisch.
Dafür dreht sich nun alles im Kopf. Wie schlimm ist das Hämatom. Ich liege jetzt wieder. Und ruhe mich aus. Und bete. Die Ärztin war so lieb. „Und Sie wollen unbedingt noch ein Kind?“-„JA!“- „Das kann ich verstehen!“ Und nach dem Schall: „Jetzt beruhigen Sie sich bitte! Stress ist nicht gut für die Schwangerschaft.“ Ich fand das so nett. Und zum Schluss: „Jetzt haben Sie mal ein bißchen Gottvertrauen.“ Es kann natürlich noch alles passieren, das sagte sie auch. Das weiß ich auch. Aber noch ist alles gut. Die Blutung muss nur aufhören. Oder bitte, bitte nicht schlimmer werden.
Bleib bei mir! Halt dich fest! Ich liebe dich und dein Papa dich auch, wie er heute morgen erst schrieb!

Ohne große Worte

Mittwoch, November 23rd, 2011

Man komme ins Wohnzimmer und nehme die Kamera.

PS: Das haben die Kinder nicht von mir.

8+4

Mittwoch, November 23rd, 2011

Zum Ritual geworden, dir schreiben bevor ich zum Arzt gehe. Wie sehr hoffe ich, dass gleich alles okay und am richtigen Platz ist. Wie sehr halte ich seit Tagen die Luft an. Wie sehr wünsche ich dich unter meinem Herzen noch wochenlang bis du soweit bist zu Schlüpfen und ich dich lebendig und in echt ansehen und beschnuppern kann.
Wie sehr ich dich liebe und wie groß und größer die Angst wird. Ich bete zum Himmel, dass du weiterhin unbeirrt trotz meiner Choasgedanken munter weiter wächst, als hätte das eine nichts mit dem anderen zu tun. Ich liebe dich. Sehr. Und bin so dankbar dafür, dass es dich gibt!
Das wirklich Verrückte ist, dass ich annehme, dass du heute aussiehst wie ein Gummibärchen mit kleinen Ärmen und Beinchen. Aber nervös bin ich dennoch. Wie ich es letzte Woche schon an der gleichen Stelle schrieb, damit ich recht behalte, musst du nur einfach stur weiter wachsen und einmal in der Woche bei Ultraschall winken.

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Diese Schwangerschaft verlangt mir soviel ab. Durchhalten heißt die Devise! Nach vorne Sehen! Nicht aufgeben! Hoffen!
Du warst heute zu sehen. Ohne Ärmchen, ohne Beinchen. Aber mit Herzschlag. Was mir Übelkeit und Magenkrämpfe beschwert… Du wurdest wieder zurück gestuft. Letzte Woche 7+2. Statt 7+4. Und in dieser Woche 8+0 statt 8+4. Von 1,13cm zu 1,65cm. Ich möchte weinen, schreien, meine ganze Angst bündeln und in einem See versenken. Es geht alles so schleppend. Es zieht sich wie Kaugummi. Meine Angst nimmt mir alle Luft und ich kämpfe so sehr gegen sie an. Aber ich hab das Gefühl, sie wächst nur, verspottet mich.
Ich liebe dich so unendlich sehr. Du ahnst nicht wie sehr. Und ich kämpfe um dich. Um uns.
Ich gebe dich nicht auf. Ich schicke alle meine Kraft zu dir. Genauso fühlt es sich an. Es bleibt keine für anderes übrig.
Gedanken soll ich mir machen über Pränataldiagnostik. Und ich möchte schreien. Das ich das nicht will. Das ich dich will, wie du bist. Und ich habe eine unglaubliche, unendliche Angst vor der nächsten Woche. Ich liebe dich, hörst du! Bleib hier! Wachse! Lass es dir in unserer Mitte gut gehen!

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Einmal (30min) drüber geschlafen sieht die Welt etwas anders aus. Du bist gewachsen. Du bist gewachsen. Ob nun Tage mehr oder weniger. Du warst ja von Beginn an doch kleiner als ich dachte. Das ist okay. Es ist kein Wettbewerb, du wächst und wächst. Lass dir Zeit. In Liebe.

Ich habe zwei Kinder in Mutterpässen efunden, bei denen das ähnlich war. Ben wurde in der 11. Woche in die 10 Woche gestuft. Und das Manschgal nur eine Woche weiter als wir jetzt sind bei 9+2 zu 8+5. Das sind gute Neuigkeiten. Ich wollt heute das sehen, was ich beim Manschgal eine Woche später sah. Du hast Zeit, ich lass dir alle Zeit. Die Ärztin war zufrieden.

8+3

Dienstag, November 22nd, 2011

Und als würde all das nicht reichen, stirbt noch in der letzten Nacht die Mama einer HerzFreundin, nachdem schon im März erst ihr Vater verstarb. Dieses Jahr… es zwingt mich in die Knie. Ich war schon immer demütig. Aber nun… es erreicht eine neue Dimension. Dieses Jahr ist wie eine Probe. Wir haben schon viel durch gemacht. Wir wurden nicht ausschließlich vom Glück geküsst, aber anscheinend macht das Leben aus, dass es nicht gleichmässig belädt, sondern willkürlich. In Gedanken bin ich bei all den Menschen, die in diesem Jahr so viel von ihrem Glück verloren haben.

8+2

Montag, November 21st, 2011

Herzstillstehmomente.

Nicht genug, dass ich seit dem Wochenende unglaubliche Angst habe, etwas könne mit meinem Bauchbaby nicht stimmen, weil mir über den Kurs nie schlecht war, bekomme ich heute Abend von einer lieben Freundin einen Anruf. Sie hätte Blutungen. Und Angst. 6. Woche.
Mir war schon den ganzen Tag schlecht und bauchschmerzig. Aber nun… Nun ist alles hin. Ich bin so traurig und ängstlich. Ich möchte mich gerne übergeben. Was ist das nur für ein Jahr? Was soll das nur alles?