Geburtsvorbereitung 5.0

Gestern fand er statt, mein erster Termin bei der Geburtsvorbereitung. Das bedeutet mir so unglaublich viel, dass ist so schwer in Worte zu fassen. In Richtung dieser Klinik zu laufen und nur noch Geld holen zu müssen für einen Kurs mit Baby in Bauch. Ich schwebte dahin. Wie oft bin ich in den letzten Monaten da vorbei gelaufen und habe mir nichts sehnlicher gewünscht als dort oben im Kreisssaal zu liegen und zu gebären oder den Mut zu haben mich für die Geburtsvorbereitung und das Yoga anzumelden.
Jetzt saß ich gestern Abend mit 12 anderen werdenden Müttern und 7 Vätern im Kurs. Bis auf eine andere Frau und mir alles Erstgebärende. Das hat was mit mir gemacht. Dieses Leuchten in den Augen dieser Eltern, diese Angst von der sie sprachen. Wir reden einfach nicht von der selben Angst. Diese Eltern haben wie ich damals Angst vor dem Unbekannten. Sie haben sich komplett in ein neues Abenteuer geschmissen und warten mir großen Augen darauf, was mit ihnen geschieht. Ich habe auch Angst, Angst dass noch etwas passiert. Während mein Kind tritt und boxt bleibt da die riesengroße Angst jemand könnte mir mein Kind noch aus den Armen, aus dem Bauch reißen. Dabei hilft leider nicht, dass man salopp sagt: „Ja, passieren kann immer was…“ Genau davor hab ich Angst. Aber es hilft auch, weil diese Eltern davor keine wirklich Angst haben, die existiert bestimmt hier und da im Hintergrund, aber es ist eine andere als meine, sie zeigen mir einen anderen Blickwinkel, das tat so gut. Ich meine das nicht überheblich, nie und nimmer. Ich kann ja fast nach wie vor nicht glauben, dass wir wirklich ein Kind bekommen, dabei bin ich in der 28. Woche schwanger.
Ich weiß nach wie vor nicht, wann auf dem Blog und Twitter und wie erzählen. Ich möchte keine große Zugriffszahlen, ich will meine Schwangerschaft nicht ausnutzen und auch nicht so tun, als wüsste ich wie es geht… Ich will einfach nur mein Glück genießen. Ganz leise und geschmackvoll. Dabei geht nur diese blöde Angst nicht weg, dass wenn ich es so der Welt verkünde, mein Glück zerbricht. Davor hab ich Angst. Dass ich mich zu laut freue. Undankbar wirke oder bin. Denn gerade bin ich sehr dankbar. Ich liebe meinen Emil.
Der Kurs gestern war so schön. Ich wusste nicht, dass Hebamme R. ihn leitet. Mit ihr hab ich Tom geboren und ich mag ihre Art sehr gerne, auch wenn ich sie in den ersten Minuten im Kreisssaal schlagen wollte. Vielleicht war das ja alles ein Trick. Sie hat sehr viele interessante Dinge erzählt, ich hing an ihren Lippen und im Anschluss löcherte ich sie noch. Das tat so gut. Mit ihr zu entbinden, dass wäre wirklich noch einmal was. Toms Geburt war einfach ein Traum. Sie hat viele wahre Sachen gesagt, die in mir arbeiten. Und ich möchte den Gedanken nachgehen, die Haltung zu verändern, damit Emil zu gegebener Zeit eine Chance hat ins Becken zu rutschten. Dass sich nicht alles wie bei Ben wiederholen muss. Auch wenn Bens Entbindung auch so schön war. Es sind halt die Momente, in denen meine Kinder geboren wurden, natürlich bleiben die schön in Erinnerung- irgendwie.
Ja. Das war er also, der erste Teil meines Herzenswunsch zum Herzenswunsch: Die Geburtsvorbereitung. Als würde es nun noch greifbarer. Auf dem Weg dahin, ging ich in Gedanken noch mal durch: Bei Zoe war ich in München, bei Noah hatte ich vorzeitige Wehen und konnte nicht zum Kurs, wenn ich mich recht entsinne, war aber so etwas wie versöhnt, weil ich seit der 12. Woche Yoga gemacht hatte. Bei Tom machten Nils und ich so einen knackigen Wochenendkurs, der zweimal samstags stattfand. Und bei Ben blieb mir das alles verwehrt, weil alles blöd lag mit den Sommerferien. Umso mehr freu ich mich, dass ich gestern wirklich schon dort war. Unglaublich. Ich strahle so ein bißchen. Ich bekomme wirklich ein Kind. Wie diese anderen Frauen auch. Verrückt. Und so wunderwunderschön.

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