Archive for Mai, 2012

35+5

Donnerstag, Mai 31st, 2012

Was für Tage liegen hinter mir. Tage für die ich keine Worte habe, schöne Tage, ernüchternde, berührende, traurige. Was durchströmte mich Sehnsucht beim Berühren meiner Nichte, und was fühlte ich eine schreckliche Hilflosigkeit als ich meine Oma sah. Die Verzweiflung in ihren Augen.
Wie schön und lustig war es doch bei meinen Eltern und wie ernüchternd doch oft. Dinge, die mich so ärgern und mich immer noch berühren nach all der Zeit.
Die Heimreise war sehr anstrengend und ich merkte schon gestern so ein Kranksein in mir hochkriechen. Ich fühlte mich ganz unwohl und schwach. Gestern Abend dann noch schlimmer und schlimmer und heute morgen wachte ich panischst auf und hatte das Gefühl Emil würde sich gar nicht mehr rühren, dass mit dem Unwohlsein und dem bißchen Temperatur, trieb mich in Windeseile unter Tränen und völlig ko in die Frauenklinik. Dort legte man mir mein CTG an und als ich den erlösenden Herzschlag hörte, war dann alles egal. Ich hätte geboren, wäre geblieben, wäre in eine andere Klinik gefahren, ich habe so unendlich große Angst. So so große. Ich bekam Infusionen und wurde später untersucht. Blut passte zu einer Erkältung. Plazenta zeigt erste Verkalkungen, der Gebärmutterhals ist etwas verkürzt, von 4 auf 3cm. Er wird also nicht rausfallen, da man aber Kontraktionen sehen konnte, meinte einer meiner liebsten Hebammen, ich soll mich noch ein bißchen ausruhen, damit wir die 36+0 vollkriegen. Vielleicht werden das die schwersten Wochen für mich bis zur Geburt. Ich habe wirklich große Angst. Und ich dachte heute, wenn mit Emil jetzt was ist, dann können sie mich gleich einweisen. Ich schaffe das nie mehr. Ich liebe mein Kind, ich möchte es einfach nur bekommen, stillen, fühlen, lieben dürfen.

Fies ist, dass es mir bei all der Anstrengung in Berlin wirklich gut ging. Und jetzt das, das Kranksein verunsichert mich total. Noch 31 Tage. Morgen schon Juni. Der herbei gesehnte Juni.

34+6

Freitag, Mai 25th, 2012

Am Anfang der Schwangerschaft habe ich immer gedacht, wenn ich nur weit genug wäre, wäre ich nicht mehr so ängstlich. Aber dem ist nicht so. Ich hangel mich nach wie vor von Tag zu Tag.

33+5

Donnerstag, Mai 17th, 2012

Was ein komischer Tag, ich wäre ja wirklich beunruhigt, wenn nicht mittlerweile so einige sehr komische Tage gewesen wären. Erst Unterleibsschmerzen, dann Pipialarm, dann die eine oder andere Wehe am Abend, gepaart mit Rückenschmerzen. Was bin ich froh, dass heute kein Kind mehr kommt, frühestens morgen :)
Dafür weht Kareen herum. Sie klang auch gut vorhin, ich könnte mir durch aus vorstellen, dass es bald losgeht. Ich wünsch es ihr sehr, ich weiß wie zermürbend diese Zeit des Wartens ist, vor allem wenn man Schmerzen hat und ihre Lütte liegt ja schon so tief. Das ist bestimmt nicht angenehm.
Ich bin nach wie vor unentschlossen, ob wir fahren sollen oder nicht, falls ich mit den Wehen nicht eh ein Kind bekomme, hat sich das erledigt. Ich möchte ja auch hin- auf der einen Seite, auf der anderen eben gar nicht.
Oma liegt im Krankenhaus seit Montag, nur hat mir das niemand gesagt. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie mies ich das finde, dass niemand mir das sagte. Vor allem nur nach meiner Nachfrage rückte mein Vater am Telefon mit der Sprache raus. Hallo?! Sie liegt in Oranienburg und wird aufgepäppelt. Aber wieviel kann ich auf diese Information geben?
Ich bin froh alle meine Kinder zu haben, die mich ablenken und heute Nils an meiner Seite. Mich schreckt das auch, diese Fahrt. Ich bin ja zu allem noch beschäftigt Emil schön drinnen zu lassen und die Aussicht 6 Stunden Zug zu fahren ist nicht sehr schön in mehr als einer Woche. Sitzen wird immer anstrengender und ich merkte heute deutlich, dass ich gestern viel auf den Beinen war ohne Pause. Auch wenn es ein super schöner Tag war, es war anstrengend.
Ich schnaufe nun durch und arbeite mich gedanklich die letzten Meter in die 35. Schwangerschaftswoche.

Gerade geschaut… noch 44 Tage… Sehnsucht!!!

33+1

Sonntag, Mai 13th, 2012

Ach kleiner Mensch,

vorhin etwas ins Bett zurück gezogen, bißchen gepennt und aufgewacht ohne Gerumpel. Natürlich hab ich dich gespürt beim Liegen immer mal wieder. Aber das große Gestrampel fiel heute aus. Eigentlich würde das Sinn machen, wenn du über 2,5kg wiegst, wird es halt einfach langsam eng im Bauch. Aber ich wurde wieder so unruhig. Ich war ja jetzt eine Weile nicht bei der Vorsorge, weil meine Schwiegermama die machen wollte. Dummerweise verschob sich das. Jetzt ist diese Woche wieder so kurz, vermutlich ist die Praxis nur Montag bis Mittwoch besetzt. Natürlich frage ich mich dann irgendwann, ob du noch gut versorgst wirst. Diese Unruhe… ich sah mich schon ins Krankenhaus watscheln, inklusive schlechtem Gewissen, weil ja eigentlich nichts war. Jetzt gegen 19.30Uhr spüre ich das übliche Gerumpel und bin erleichtert. Das Verrückte ist doch, dass theoretisch gar kein Ultraschall mehr gemacht werden sollte. War ja bisher immer alles okay. Aber irgendwie… unsere Geschichte.
Noch 6 Wochen und 6 Tage. Noch 3 Wochen und 6 Tage bis du kein Frühchen mehr bist, noch 1 Woche und 6 Tage bis du hier entbunden werden kannst. Hachz. ♥ Weißt du Emil, 6 Wochen sind doch ein Witz, wenn ich mich erinnere wie wenig sicher ich mich in der 7. Woche gefühlt habe, so weit weg vom Ziel… und jetzt…

Und direkt vor uns eine Woche mit nur drei Tagen, dass ist ja gefühlt fast schon wieder Wochenende. :)

Muttertag

Sonntag, Mai 13th, 2012

Seit Tagen geisterte mir beim Gedanken an den bevorstehenden Muttertag nur durch den Kopf, ob ich Blumen schicken sollte oder Karten schreiben… Am Ende hielten wir dann einen echten Anruf für schöner…
Am Freitag fragte mich Zoe auf den Metern vom Bus heim, ob am Wochenende Muttertag sei und sagte, sie würde dann wohl noch was basteln, was ich abwiegelte, es sei nicht so wichtig, wichtig sei, dass wir zusammen sind.
Heute morgen dann merkte ich erst wie schön dieser Tag ist und realisierte heuer das erste Mal so richtig, dass ich auch Mama bin und als meine vier Minis mich wecken kamen, war ich einfach nur wirklich dankbar, für vier gesunde Kinder…

Eigentlich ein ganz normaler Sonntag in Familie und vielleicht deswegen so besonders, nur dass der liebste Mann mir noch beim Brötchen holen (was er immer tut, er macht auch so gut wie immer unser Frühstück) einen Strauß selber pflückte und das fand ich wirklich süss…

Auch zu diesem Muttertag gehört dieses Jahr, dass ich meine geliebte Oma anrufe, keine 5 Minuten mit ihr sprechen kann, sie sich entschuldigt, sie fühle sich sehr schlecht, sie könne nicht so gut reden, könne kaum bis nichts mehr essen und trinken, fühle sich schwach. Ich sage, dass ich am Muttertag auch an sie denken musste, sie freut sich sehr, fängt vor Verzweiflung an zu weinen und ich schaffe es noch zu sagen, dass ich sie verstehe, sie nicht anrufe um viel mit ihr zu reden, sondern zu zeigen, dass wir an sie denken und wir sie sehr, sehr lieb haben… Nach dem Auflegen weine ich auch, vor Angst, vor Sorge, vor dem was ist und vor dem was noch sein wird.. und tauche dann wieder ab, in meinen normalen Sonntag im Kreise meiner Lieben…

Gestern & Heute

Samstag, Mai 12th, 2012

Das wohl schönste Erlebnis heute war mit dem Tochterkind in Ruhe zur Gärtnerei zu laufen. Einfach nur ein bißchen die Seele baumeln lassen, das hatte ich ihr schon so lange versprochen und mich mindestens genauso lange drauf gefreut, weil ich an den letzten Wochenenden einfach nicht da war. Heute endlich ein bißchen stöbern, schnuppern und Farbe aufsaugen bei dem Regenwetter, gekauft haben wir nur eine Clematis, weil wir die toll fanden, die hatte Charakter, fragen Sie nicht, aber ja auch eine Clematis kann Charakter haben und einen Schopflavendel, weil einer den Winter nicht überlebt hatte.
Kontrastprogramm dazu gestern, eklig heiß, beinahe 30Grad, Kinder im Planschbecken schon den zweiten Tag in Folge, Garten am Abend unter Wasser, Eis & Eiskaffee, nur leider den Kreislauf unterwegs zum Kurs nicht dabei gehabt und nachts in der Siedlung im Anschluss von eigentlich wirklich total lieben Nachbarn empfangen werden, die scheinbar versuchten irgendwas auszuräuchern, ich schwöre es stank wirklich alles, dafür gabs heute Nacht noch die ersehnte Abkühlung.

Habe fertig

Samstag, Mai 12th, 2012

Sieben Monate hat es sich gezogen und jetzt bin ich wirklich fertig. Ich bin unheimlich glücklich. Und mir ist das so wichtig. Nicht weil es so ein toller, gut bezahlter Traumberuf ist, sondern weil ich mir das erarbeitet habe neben vier Kindern. Meiner Seele tut das unheimlich gut, endlich schreiben zu können, welchen „Beruf“ man erlernt hat. Und es war wichtig für die Zukunft, um zu schauen wie realistisch das alles ist: Sich ein Ziel stecken und dahin arbeiten. Ich habe keinen Tag verpasst, ob selbst richtig krank, müde, in Sorge, eigener Kindergeburtstag oder der Kindervater/Göttergatte gar nicht im Lande, denn diese verpassten Tage hätte ich wiederholen müssen.

Alles was noch fehlt ist ein Erste Hilfe Kurs am Kind, für den ich schon angemeldet bin und da darf mir dann auch nichts mehr in die Quere kommen. Ich hab meine Papiere. Mein Zertifikat bekomme ich in wenigen Tagen vermutlich auch. Unglaublich. Ich habs geschafft. Und wenn ich mein Zertifikat in den Händen halte, werde ich nicht davor zurückschrecken ausgiebigst Fotos davon zu machen! :)

32+3

Dienstag, Mai 8th, 2012

Und das Gefühl, du fällst einfach bald unten raus. So ein Druck nach unten seit gestern, zum irre werden. Da ohne Wehen kein Kind geboren wird, so immer die Hebammen, bin ich noch sehr entspannt. Aber es drückt überm Po und generell zieht es nach unten. Kann aber auch so was wie Schwerkraft sein :) Ich merke den Entspurt, dabei hätte ich darauf gern noch warten können, vor uns liegen doch noch fluffige sieben Wochen. Und wenn du dich bewegst, das glaubt einem ja kein Mensch, jeder sagt das sein Bauch wackelt, aber das hier… sprengt echt alles.
Gestern Nacht noch der werdenden Oma ein Bauchbild geschickt und prompt als Antwort bekommen, ich würde aussehen, als hätte ich nächste Woche Termin. Ich hab jetzt diese Meile geschafft, er wäre kein extremes Frühchen mehr, aber noch so 2 1/2 Wochen, um hier bleiben zu können wäre toll. Aber ich vermute mal, ich rechne hier viel zu viel und am Ende bleibst du bis zum bitteren Ende, obwohl ich ja schon immer so ein Gefühl hatte, als kämst du eher. Wir werden es sehen.

32+2

Montag, Mai 7th, 2012

Ich möchte so gern die Zeit krümmen und so ganz schnell mein Kind im Arm halten. Ich glaube mir hängen die Stunden vom Tagesmutterkurs noch nach. Heute Mittag Schmerzen gehabt und sofort nervös geworden. Ich kann es immer noch, nervös werden. Anscheinend also hoffentlich lag Emil nur blöd und es wurde dann besser. Wenn die Tage gut sind und ich mir keine Sorgen mache, fühl ich mich stark und den kommenden Wochen gewachsen. Wenn ich mich aber sorge und Angst habe ins Krankenhaus zu müssen, dann werde ich nervös, da zählt dann jeder Tag. Ich möchte ihn möglichst lange tragen. Aber ich merke auch wie schwer er ist, er drückte heute so nach unten. Dabei liegt er nicht mal richtig, aber das Gewicht… Ich schätze es werden schon über 2,5kg sein.

Vorhin saß ich oben bei den Kleinen im Schlafzimmer zum Einschlafen im Schaukelstuhl, irgendwann fiel mir auf, dass ich mich mit dem Bauch im Spiegel sehen konnte. Was ein schönes Bild. Dieser Bauch mit Emil drinnen, die kleinen Bewegungen aus der Ferne betrachten, in mir- Leben. Ich bin sehr dankbar. Und ich bin ungeduldig.
Jedes Wochenende lese ich mich durch die Newsletter im Netz zu der jeweiligen Woche, als käme ich so schneller zum nächsten Newsletter :) Hoffentlich bleibt alles so gut wie jetzt und die Zeit darf ganz schnell vergehen…

Schmeiß weg!

Sonntag, Mai 6th, 2012

Wenn ich gut bin, habe ich für den Weg zum Kindergarten und zurück um die großen Jungs abzuholen mit Ben im Schlepptau unter der Woche eine Tüte Gummibärchen für die gute Stimmung dabei.
Im Bus kann ich sehen, wie Ben doch schon um kurz vor 12Uhr langsam müde wird, er ist ganz still und seine Augen werden schwerer und schwerer. Kurz vorm Aussteigen, greife ich also in meine Zaubertüte gebe ihm ein Bärchen und bekomme ihn so dazu den Bus zu verlassen. Wir laufen gemütlich zum Kindergarten runter und sacken die Jungs ein. An der Haltestelle vorm Kindergarten müssen wir warten, weil er zu müde ist, um den Weg hoch zu gehen. Er bleibt nicht mehr an der Hand und es fällt ihm schwer sich zu konzentrieren. Wir spielen am Wegesrand mit den Pusteblumen, ich verteile an alle ein oder zwei Gummibärchen, um die Wartezeit zu verkürzen, dann kommt auch schon der Bus und wir fahren hoch. Der Bus ist klein, aber voll, doch irgendwie bekommen wir noch alle einen Sitzplatz, Ben muss seinen leider mit einer halben Pobacke von mir und seinem Bruder teilen. Ich gebe kurz vorm Ausstieg beiden Kleinen ein Bärchen und gerade als wir aussteigen wollen, fällt Toms runter. Er weint nicht, denn ich sage ihm, er bekäme gleich ein neues und er möchte es nicht aufheben. Doch Ben sieht es und möchte es haben. Als ich Ben sage, ich hätte doch noch genug dabei, fängt er an zu weinen und will nicht aussteigen. So liebevoll wie möglich ziehe ich das Kind aus diesem Bus und es bleibt wie angewurzelt auf dem schmalen Gehweg sitzen und weintschreit. Er möchte jetzt sofort dieses Gummibärchen. Ich bleibe ruhig und hoffe, dass ich irgendwie das müde Kind erreiche, biete ihm ein frisches Gummitier an, aber er beruhigt sich nicht. Im Gegenteil, der nächste Bus kommt und ich gebe alles um mit allen drei Jungs herein zu kommen. Ben schmeißt sich aber sofort auf den Boden. Ängstlich flüchtet eine Frau von den vorderen Sitzplätzen. Der Moment, in dem alle Augen auf einen gerichtet sind. Das Kind schreit und stört die mittägliche Busfahrt, sitzt dabei noch im Weg auf dem schmutzigen Boden. Was tut die Mutter des Störenfrieds jetzt und zwei andere Kinder hat sie auch noch!? Ich versuche ruhig zu bleiben. Es ist auch nicht das erste Mal. Ich weiß aus Erfahrung meine eigene Unruhe und diese unangenehmen Blicke, die ich jetzt spüre, setzen mich unter Druck und am Ende verschwindet nur mein Verständnis für mein Kind, ich würde saurer und saurer werden und mich beim Aussteigen gern selbst zur Adoption freigeben. Heute ist aber ein guter Tag. Ich bleibe ganz bei meinem Kind, ziehe es auf den Beinen liebevoll hoch zu meinem Schoß, halte es ganz fest, rede mit ihm und versuche irgendwie eine Lösung zu finden. Kurz sage ich etwas lauter das Schlüsselwort „müde“ und signalisiere hoffentlich mir und allen Anwesenden, dass das Kind niemanden was tun wird :) Es ist keine lange Fahrt, aber ich versuche das Problem noch zu lösen, bevor wir aussteigen müssen. Unter dem Schreien und Weinen hören ich etwas raus über dreckige Gummibärchen. HA! „Du möchtest ein dreckiges Gummibärchen und kein Neues?!“- „JA!“ Ich schlage allen ernstes meinem Kind vor, das neue Bärchen auf den Boden zu schmeißen nach dem Aussteigen. Er beruhigt sich. Endlich hab ich ihn verstanden. Wir können den Bus ohne Ziehen, Bitten oder Flehen und ohne Gedanken an Adoption von Mutter oder Kind verlassen. Ich greife in meine Zaubertüte, gebe Noah ein Bärchen in die Hand, Tom ebenso und dann gucke ich Ben an. Soll ich das jetzt wirklich tun? Ich schmeiße mit all meiner Liebe das Gummibärchen zu Boden, Ben hebt es auf und ist glücklich. Ich auch. Nur der Bus steht noch und ich muss mich selber mit einem Schmunzeln fragen, was die Businsassen jetzt wohl denken…

Als wäre nie etwas gewesen laufen wir beinah schwerelos Hand an Hand nach Hause… Muttersein ist toll! :)