38+0

Also für mich. 38+0. Noch 14 Tage bis zum Termin.

Ja. Was soll ich sagen? Mehr beeindruckt mich doch, dass die eine Juni Hälfte schon wieder rum ist. Das heißt es bleiben nur noch die zweite Hälfte und die ersten Tage des Juli. Dafür das es jederzeit los gehen könnte, steht doch 3 Wochen vielleicht noch dem mächtig gegenüber. Daran versuche ich nicht so viel zu denken, denn es wird zusehens beschwerlich.
Gestern war ich beim Arzt, wie Heide wollte. Ganz vernünftig. Und ich war so aufgeregt. Nur um von einem sinnbefreiten, euphorischen Arzt beim Anblick des CTG Streifens zu hören, wir würden uns bald sehen in der Klinik. Erst einmal kommt der garantiert nicht extra für mich in die Klinik, hab ich noch niemals nicht erlebt und dann sind das Wehen gewesen- ja und?! Auf meine Nachfrage, woher ich denn nun wüsste, wann es ernst wird, meinte er, das würde ich schon merken und meine Tasche schnappen und ab zur Klinik. Scherzkeks! Bens Geburt war ja wohl der Albtraum jeder Mehrgebärenden. Nicht wirklich merken, dass man mitten unter der Geburt ist. Also am Ende, toll und großartig, weil ich ja nur etwas mehr als ne Stunde in der Klinik war, aber so aus der Perspektive jetzt, absolute Verunsicherung meinerseits. Ich hab damals einfach nicht gemerkt, dass das Wehen statt Schmerzen sind. Und ohne den Mann? Wäre ich überhaupt ohne ihn in die Klinik? Mit 9cm möchte ich nie wieder durch die Gegend gurken. Ich habe dann um einen Schall gebeten, weil ja vor zwei Wochen die Plazenta schon nicht mehr so astrein war, aber auch da war alles gut. Was mich sehr gefreut hat. Was mich nicht gefreut hat, ist dieses stimmlose Schallen mit Vermessen. Man muss einfach nur ganz schnell gucken, was die Werte sagen, denn mit einem reden tut ja niemand. Ich hab leider erst im Nachhinein gemerkt, wie verunsichert ich, ob der Messwerte bin. Denn unser kleiner Kerl ist normal entwickelt. Nicht wie immer zwei Wochen weiter, sondern normal. Hätte ich nun eine ärztlich betreute tolle Vorsorge gehabt, hätte ich wohl einen Arzt der mir sagen könnte, ob der kleine Mensch, in den letzten zwei Wochen überhaupt gewachsen ist. So stehe ich da und versuche mich zu erinnern wie groß er nun eigentlich in der Klinik war… Oder ob ich mich verguckt hab. Mein einziger Vorteil ist Heide, die vor glaube ich zwei Wochen mal andeutete, dass er auf keinem Fall so riesig wäre, Hebammen halt, die wissen was sie tun. Es ist einfach so, dass ich zu niemanden ein gescheites Patientenverhältnis mehr hatte. Da fühlte ich mich in der Klinik immer wohler. Sogar die konnten sich an mich erinnern. Total absurd. Ein Wechsel steht an. Werde wohl zur Nachsorgeuntersuchung die Praxis wechseln. Wenigstens probieren. Ich bin so unglücklich, dass meine Ärztin gegangen ist, auch wenn ich es mehr als verstehen kann.

Gestern Abend gegen 21Uhr hatte ich plötzlich so starke Wehen, dass mir alles vergangen ist. Ich wusste nicht wohin eigentlich mit mir und bin hoch zur Toilette um allein zu sein und mir Sachen heraus zu suchen um in die Klinik zu watscheln. Kaum war ich etwas bei mir und allein, wurde es besser. Ich hatte zwar weiterhin schlimme Schmerzen bis nach dem Versuch einzuschlafen später, aber die Wehen waren einfach nicht mehr von der Sorte. Ja, dann wacht man morgens auf, hofft dass der Lütte sich sofort bewegt. Und brütet einfach weiter. Während Angst und Sehnsucht weiter wachsen. Denn der Arzt war wirklich erschrocken(!), wie Emil da rumhopst in mir. Und ich solle auf einen erneuten Schall in der Klinik bestehen, wenn ich dort ankomme, um die Lage zu überprüfen. Bei Beckenendlage würde man ihn schließlich rufen müssen. Da bekam ich große Augen… Nicht schon wieder… Und bis dahin geben sich zwei Ängste abwechselnd die Klinke in die Hand, einmal dass die Plazenta sich vorzeitig löst und zum anderen, dass er sich die Versorgung kappt mit seinem Gehopse und die Nabelschnur sonste wohin… Gänsehaut. Ich hab nachts dann geweint. Ich will ihm Zeit lassen, habe aber schrecklich Angst ihn zu verlieren. Hoffentlich macht er sich bald auf den Weg!

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